Titel: Ueber Hrn. Poncelet's Wasserrad,
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. XXXIII./Miszelle 7 (S. 184–185)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/mi021033_7

Ueber Hrn. Poncelet's Wasserrad,

welches wir im polyt. Journal Bd. XIX. S. 417. angezeigt haben64), ist |185| im Bulletin d. Sciences, Mai 1826. S. 314. eine Bemerkung eines Hrn. D–y eingerükt, nach welcher dieses Rad, das nur unter der Voraussezung eines unendlich kleinen Falles für seinen Halbmesser berechnet ist, nicht unbedingt und überall praktisch angewendet werden kann. „Wenn,“ sagt Hr. D–y, „der Halbmesser des Rades gleich ist der Höhe des Falles des Wassers, so ist es klar, daß, abgesehen von aller Reibung und von allem demjenigen, was die Geschwindigkeit des Wassers vermindern kann, dieses bis an die Achse des Wassers steigen würde, und zwar selbst dann noch, wenn die Schaufel in gerader Linie stünde, und sich so zu sagen mit dem Halbmesser vermengte, wenn anders das erste Element desselben tangential mit der Richtung des Wassers zusammenträfe. Man würde sich also irren, wenn man für diesen Fall sich der Anzeigen des Hrn. Poncelet bediente.“

„In diesem Falle ist der geradlinige Bau der Schaufeln der beste, und ich meine, daß man in den meisten praktischen Fällen diese Form anwenden müsse; denn sie ist nur dann fehlerhaft, wenn der Halbmesser des Rades in Hinsicht auf die Höhe des Falles sehr groß ist, was gewöhnlich nur bei Rädern der Fall ist, die an großen Flüssen ohne besonderen Wasserbau angebracht sind.“

„Hieraus erhellt, daß in den meisten Fällen die von Hrn. Poncelet festgesezte Breite der Ringplatten nicht hinreicht, und daß, wenn auch das Viertel der Höhe des Falles in aller Strenge hinreicht, wo diese Höhe in Hinsicht auf den Halbmesser des Rades unendlich klein ist, nichts desto weniger die ganze Höhe des Falles dort nöthig ist, wo diese Höhe dem Halbmesser des Rades gleich ist. Dieß sind die beiden Gränzen, zwischen welchen die Breite der Ringplatten für die dazwischen liegenden Fälle zu nehmen ist.“

„Dieses Beispiel ist ein Beweis, daß die Arbeit des Hrn. Poncelet nicht so ganz vollendet ist, wie man wünschen sollte, und daß sie zum Theile die Vorwürfe verdienen könnte, welche Hr. Christian gegen die Theorie derselben machte, wenn Hr. Poncelet nicht Zusäze beifügt, durch welche sie allein von unbestreitbarem Nuzen werden kann.“

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Es ist zeither eine besondere Auflage der von uns in Uebersezung gelieferten Abhandlung unter dem Titel: Mémoire sur les roues |185| hydrauliques verticales à aubes courbes, mues par dessous, etc. par Mr. Poncelet. 4. Paris, 1825. chez Bachelier erschienen. A. d. Ueb.

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