Titel: Verfahren, um Citronen-Saft lang aufbewahren zu können.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. LXI./Miszelle 22 (S. 282)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/mi021061_22

Verfahren, um Citronen-Saft lang aufbewahren zu können.

Die Apotheker bereiten uns reine krystallisirte Citronensäure, die aber allen Geruch und Geschmak von Citronen verloren hat. Die Seefahrer gießen den Hals der Flasche, welche sie mit Citronen-Saft gefüllt haben, voll Rum an; aber nicht jeder, der gern ein Glas gute Limonade trinkt, ist so rumsüchtig, wie ein Seefahrer. Hr. Capitain Bagnold hat auf Jamaica ein bequemeres Mittel gefunden, den Citronen-Saft für lange Zeit haltbar zu machen. Er „seiht ihn, nach dem Auspressen, durch, füllt ihn in Quart-Flaschen, pfropft ihn gut zu, und stellt die Flaschen in eine mit kaltem Wasser gefüllte Pfanne, in welcher er nach und nach bis zum Siedepunct gebracht wird.86) In dieser Temperatur wird der Saft eine halbe Stunde lang erhalten, und dann bis zur Temperatur der Luft abgekühlt. Dieses Verfahren ist also dasselbe, wie beim Einsieden der Stachelbeeren und anderer Früchte.“

Als man im April 1824 eine Flasche auf diese Weise in Jamaica im September 1828 zubereiteten Citronensaftes bei der Society öffnete, war der Saft trübe und weißlich, und hatte ganz den feinen Geruch und Geschmak des besten Citronen-Saftes. Eben so zeigte dieser Saft sich noch im März 1825.87)

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Wenn die Flaschen während des Siedens gepfropft bleiben, so ist Lebensgefahr bei dieser Operation. Es ist sonderbar, daß weder der Secretär der Society of Arts, in deren Transactions 23. Bd. dieses Verfahren zuerst bekannt gemacht wurde, noch Hr. Gill im technical Repository Mai. S. 316., noch das Glasgow Mechanic's Magazine. 17. Juni. N. 130. S. 252., die es daraus entlehnten, die Leser aufmerksam machten, daß man in einer fest zugestöpselten Flasche nicht ohne Gefahr siedet. A. d. Ueb.

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Trüben Citronensaft klärt man mit geschlagenem Eiweiß durch Aufkochen, wodurch derselbe ohne wesentliche Veränderung sich lange aufbewahren läßt. A. d. R.

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