Titel: Auszug aus einem Briefe des Hrn. Riffard, Apothekers zu Tarascon, an Hrn. Pelletier, über das Kochen der Syrupe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. LXI./Miszelle 27 (S. 283–284)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/mi021061_27

Auszug aus einem Briefe des Hrn. Riffard, Apothekers zu Tarascon, an Hrn. Pelletier, über das Kochen der Syrupe.

Man glaubt allgemein, die Syrupe halten sich um so besser, je länger |284| sie gekocht werden. Dieß ist aber nach meinen Erfahrungen nicht ganz richtig; und ich glaube, daß es für alle Syrupe einen gewissen Kochungs-Punct gibt, und daß die Syrupe verderben, sowohl wenn dieser nicht erreicht, als wenn er überschritten wird. Ich bewahrte 2 Jahre lang mehrere Syrupe auf, von welchen ein Theil gehörig, der andere Theil stark gekocht war. Die ersteren waren nach dieser Zeit noch so gut, wie gleich nach ihrer Bereitung; die lezteren hingegen zeigten anfangs häufige Krystallisation, und verschimmelten dann auf der Oberfläche. Die geringste Bewegung brachte sie in Gährung, und sie würden wahrscheinlich ganz verdorben seyn, wenn ich nicht vorgebaut hätte. Es scheint es würde bloß der Zuker krystallisiren, welcher den Sättigungs-Punct übersteigt, so daß der Syrup dadurch auf den gehörigen Grad von Kochung käme; allein dem ist nicht so, und vielleicht ist bestimmt der ein Mahl gebildete Krystallisations-Kern auf Kosten des Syrupes selbst die Bildung neuer Krystalle; d.h. die Affinität der gebildeten Krystalle zum Zuker ist vielleicht größer, als die des Wassers zu demselben. (Aus dem Journal de Pharmacie 1826. Juni. p. 315.)

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