Titel: Ueber Troken-Moder und eine neue Art von Ziegeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. LXI./Miszelle 36 (S. 285–286)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/mi021061_36

Ueber Troken-Moder und eine neue Art von Ziegeln.

Hr. Burridge ließ am 9. Junius 1825 sich ein Patent auf eine neue Art von Ziegeln ertheilen, an welchen er theils an den Kanten Abdachungen, theils Höhlungen und Vertiefungen, die bald der Länge, bald der Quere nach über die Flache des Ziegels hinlaufen, so anbringt, daß wenn diese Ziegel aufgemauert werden, um die Lager des Gebälkes, welches in und auf den Mauern angebracht werden muß, kleine Canäle und Zuge entstehen, durch welche die Luft frei um das Holzwerk streichen kann. Auf eben diese Weise läßt er auch die Bausteine behauen. Durch diese |286| Luftzüge um die Lager des Holzwerks hofft er nun den Verheerungen des Troken-Moders auf das Sicherste entgehen zu können.

Das Repertory of Patent Inventions, April 1826. S. 272 bemerkt, daß, wenn das Holz durch Zutritt der Luft troken erhalten werden kann, der Plan des Patent-Trägers allerdings seinen Zwek erreichen würde; daß aber auch eben dieser Zwek mittelst der gewöhnlichen ziegel erlangt werden kann, wenn man dieselben zwekmäßig zu stellen weiß, was eine sehr leichte Sache ist. Das Repertory unterzieht bei dieser Gelegenheit einige der vielen Mittel, die man gegen den Troken-Moder empfahl, einer kritischen Uebersicht. Es findet diese Zerstörung des Holzes vorzüglich in Feuchtigkeit gegründet, die theils daher kommen mag, daß mm das Holz fällte, während es im Safte stand; theils daher, daß man es, auch zur gehörigen Zeit gefällt, vor seiner Anwendung nicht gehörig troken werden ließ; theils endlich, daß man zu dem Mörtel, mit welchem man es einmauerte, Wasser nahm, welches an der Luft zerfließende Salze enthält, oder daß man Steine wählte, welche Feuchtigkeit aus der Luft anziehen, oder daß das Gebäude auf einem zu nassen Boden und zu tief angelegt wurde, oder daß die Luft in demselben aus was immer für einem Grunde zu feucht ist. Man hat den Troken-Moder den Pilzen und Flechten zugeschrieben, die sich auf solchem moderigen Holze fast immer finden; allein, obschon diese das Verderben des Holzes allerdings befordern, schienen sie doch vielmehr erst später zu dem Moder hinzuzukommen, und in demselben sich bei der reichlichen Nahrung, die sie finden, zu vermehren, als daß sie denselben veranlaßten.

Eines der ältesten und besten Mittel jeder Art von Moder an dem Holze vorzubeugen, ist dieses, daß man, wo es immer möglich ist, das Holz an feiner äußeren Oberfläche verkohlt. Eine starke Alaun-Auflösung würde gleichfalls in einigen Fällen dem Uebel vorbeugen, wenn das vorher gehörig ausgetroknete Holz damit gewaschen würde, indem sie, wenn sie eingesogen wird, und außen auf der Oberfläche des Holzes endlich auch eine leichte Deke bildet, jede Feuchtigkeit abhält, und, da sie einen Ueberschuß an Schwefelsäure enthält, auch wahrscheinlich der Entwicklung der Pilze und Flechten widerstehen würde. Soviel wir wissen, wurde auch grüner Vitriol mit Vortheil zu demselben Zweke angewendet.

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