Titel: Bemerkungen über die Vegetation der Erdäpfel in Hinsicht auf Pottasche und Knollen-Erzeugung. Von Hrn. J. B. Mollerat.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. LXI./Miszelle 40 (S. 287–288)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/mi021061_40

Bemerkungen über die Vegetation der Erdäpfel in Hinsicht auf Pottasche und Knollen-Erzeugung. Von Hrn. J. B. Mollerat.

Einige Beobachter haben geschrieben, daß die Erdapfel-Blätter das Erdäpfelkraut, fanage) eine bedeutende Menge Pottasche enthält; andere haben versichert, daß, nach ihrer Untersuchung, der Betrag derselben offenbar übertrieben wurde. Jeder sagte, was er sah; jeder bearbeitete aber das Kraut in verschiedenem Alter der Pflanze, und diese Verschiedenheit des Alters ist die Ursache des verschiedenen Ertrages an Pottasche.

Ich fand im Jahre 1818, daß das Kraut sein Maximum an Pottasche unmittelbar vor der Blüthe lieferte, und sein Minimum bei voller Reife. Ich habe später Erfahrungen über den Einfluß des Krautes auf Bildung der. Knollen anstellen wollen, um zu sehen, ob der Pottasche-Ertrag auch wirklich vorteilhaft ist, und diese im Jahre 1824 auch wirklich machen können.

Ich ließ in einem kieselig-thonigen, durch Anschwemmung und Dünger fruchtbaren, Boden Erdäpfel von der gelben Sorte (Partaque jaune) pflanzen, die man für die ergiebigste hält. Sie wurden auf das sorgfältigste gepflanzt.

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Die Versuche wurden auf 30 Centiaires angestellt, und auf Ein Hektar multiplicirt.

Kraut. Asche. Basische Kohlen-
saure Pottasche.
Knollen. Bemerkungen
Kilogr. Kilogr. Kilogr. Kilogr.
I. Schnitt,
unmittelbar vor der Blüthe
33333 384 212 4300 Troknes Kraut 0,125 d. grünen.
II. Schnitt,
unmittelbar nach der Blüthe
33333 311 190 16330 Wie bei dem I. Schnitte.
III. Schnitt,
einen Monat später
35700 230 72 30700 Mehr Gewicht hinsichtlich des grünen Krautes.
IV. Schnitt,
einen Monat später
22300 203 60 41700 Das auf dem Stoke vertroknete Kraut gibt noch
mehr als beim vorigen, verglichen mit dem grünen.

Die Producte des V. Schnittes warm wie jene des IV. Die mit der Pottasche zugleich vorkommenden Salze wurden nicht untersucht.

Die durch den ersten und zweiten Schnitt ihres Krautes beraubte Pflanze hatte vor dem Ausreifen der Knollen Zeit sich wieder etwas mit demselben zu bedeken.

Aus obigen Versuchen erhellt, daß man keinen Vortheil, als Ertrag, dabei hat, die Pottasche eines Erdäpfel-Feldes in einfacher Ernte zu sammeln. Es wäre aber möglich, Ertrag zu erhalten, wenn man auf demselben Boden zwei Pottasche-Ernten in Einem Jahre hält. In dieser Absicht müßte man die Erdäpfel sehr frühe pflanzen, und dann nach dem ersten Schnitte vor der Blüthe die Erde umstürzen, und zum zweiten Mahle Erdäpfel bauen, so daß man noch vor Ende Sommers Kraut genug erhalten könnte. Es ist vergebens, wenn man von einer Pflanze, die bereits ein Mahl geschnitten wurde, noch eine reiche Ernte erwartet.

Ich bemerkte immer, daß thierischer Dünger bei den Erdäpfeln die Entwikelung des Krautes fördert, Gyps hingegen der Erde beigemischt die Entwikelung der Knollen, (Annales de Chimie T. 2. 1825.)

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