Titel: Baumwollen-Same als Material zur Oehlgas-Beleuchtung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 21, Nr. XC./Miszelle 12 (S. 380)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj021/mi021090_12

Baumwollen-Same als Material zur Oehlgas-Beleuchtung.

Prof. Olmsted in Nord-Carolina fand, daß, wenn man einen Baumwollen-Samen mit einer Nadel sticht, und in die Flamme einer Kerze hält, sich ein ungemein weißes, starkes und glänzendes Licht entwikelt. Er füllte daher eine thönerne Tabakspfeife mit Baumwollen-Samen, stekte den Kopf, mit Thon geschlossen, in Kohlen, und entwikelte daraus eine Menge brennbaren Gases, das mit dem schönsten weißen Lichte brannte. Dieser Versuch im Kleinen veranlaßte einen Versuch im Großen, und es zeigte sich, daß Ein Pfund Baumwollen-Samen 9,425 Kubik-Fuß Leucht-Gas gab. Bei einem besseren Apparate würde man vielleicht 9,5 Kubik-Fuß und darüber erhalten haben. Man kann annehmen, daß in den vereinigten Staaten Nord-Amerika's jährlich über 300 Millionen Pfund Baumwollen-Samen, als unnüz, weggeworfen werden, aus welchen man 2827 Millionen Kubikfuß Oehl-Leuchtgas erhalten könnte. Die ganze Stadt London braucht kaum 398 Millionen Kubik-Fuß, und verbrennt hierzu an 33,000 Chauldrons Kohle. (Mechanics' Magazine, 8. Julius 1826.)114)

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Wir haben schon vor 6 Jahren, nach vorausgegangenen Versuchen, den Vorschlag gemacht, öhlhaltige Samen dort zur Gasbeleuchtung anzuwenden, wo es dazu an guten Steinkohlen gebricht. Vergl. polyt. Journal Bd. VI. S. 308. Es ist demnach obige Entdekung nicht neu, und hat für das mittlere und nördliche Europa keinen anderen Werth, als die Bestätigung: daß man allerwärts das Material zur Gasbeleuchtung vorfindet. A. d. R.

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