Titel: Curwen's, Fütterung der Pferde und des Hornviehes mit in Dampf gekochten Erdäpfeln.
Autor: Curwen, John Christian
Fundstelle: 1826, Band 22, Nr. XVII. (S. 86–94)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj022/ar022017

XVII. Fütterung der Pferde und des Hornviehes mit in Dampf gekochten Erdäpfeln.32) Von Joh. Christ. Curwen, Esq. Mitgl. d. Parl.

Aus den Transactions of the Society for the Encouragement of Arts etc. in Gill's technical Repository. Mai. 1826. S. 308. Junius. S. 335. Julius. S. 6. (Im Auszuge.)

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Hr. Curwen erzählt in einem Schreiben dd. Belleisle, 1sten December 1801; daß er seit einiger Zeit feine Pferde mit in Dampf gekochten Erdäpfeln statt mit Heu füttert, und daß er jedem der 150 Stone,33) die er täglich braucht, 4 Pfund Häkerling zusezt. Er rechnet auf Ein Acre 260 Stone Heu, und 1400 Stone Erdäpfel. Da er nun jährlich 300 Acres für seine Pferde braucht, um Heu für dieselben zu erhalten (was bei schlechter Heu-Ernte kaum hinreicht), so meint er mit 35 Acres Erdäpfel auskommen zu können. Zwei Jahre darauf, im März 1803, schrieb er der Gesellschaft, daß er von seinem Nachbarn, dem Bischof zu Landaff erfuhr, daß ein ähnlicher Versuch bereits früher im Kleinen angestellt wurde; er hat aber den Versuch im Großen gewagt, und zwei Winter über täglich für 80 Pferde 160 bis 200 Stone Erdäpfel gedämpft, und diese dabei gesund und muthig erhalten.34) Im dritten Jahre hat er diesen Versuch |87| auch auf seine Melkkühe ausgedehnt, denselben alles Heu entzogen, und bloß Erdäpfel und etwas Stroh gefüttert. Jedes Pferd erhielt im Durchschnitte 21 Pfund Erdäpfel, die damahls, (den Stone zu 3 Pence) 9 kr. kosteten. (Das Dämpfen kam auf Einen Halfpenny (1 1/2 kr.); ferner 10 Pfund geschrotenen Rocken, zu Sixpence; (18 kr.); fünf Pfund Heu, zu zwei Pence (6 kr.); zwei Pfund Häckerling unter den Rocken, zu Einen Hülfpenny (1 1/2 kr.), was für das tägliche Futter 13 1/2 Pence (40 1/2 kr.) gibt. Er mengte in einer Kufe 11 Stone Erdäpfel mit 1 Stone Häckerling, und ließ die Pferde die Erdäpfel warm freßen: sie waren in weniger dann einer halben Stunde mit Einem Stone Erdäpfel fertig, und würden zu eben so viel Heu 6 bis 7 Stunden gebraucht haben. Das Thier kann also nach dem Fressen bequem ruhen. Er behandelt übrigens seine Kutschenpferde, wie seine Karrenpferde.

Erdäpfel lassen sich leichter verfahren, und sind nicht so vielen Nachtheilen, wie das Heu ausgesezt.35) Wo die Gründe hoch im Preise stehen, braucht man gewöhnlich mehr Pferde, und entzieht eben dadurch den Menschen ihre Nahrung. Erdäpfel können auf jedem Brachfelde, und nach den Erdäpfeln kann, mit mehr Ertrag, als in ein Brachfeld, wenn anders der Erdäpfelbau gehörig betrieben wurde, Weizen gebaut werden. Da das Jahr naß, und die Erdäpfel-Ernte schlecht war, so langte er mit 40 Acres Erdäpfel nicht aus, und mußte sie aus Irland und Schottland kommen lassen, woher er den Stone um 3 Pence erhielt, während sie in England 5 bis 6 Pence kosteten. Da er nun weniger, wenigstens um die Hälfte weniger, Heu brauchte, so fiel der Preis des Heues in seiner Nachbarschaft um ein Drittel, von 9 Pence auf 6 Pence. Um 160 Stone Erdäpfel zu dämpfen, brauchte er 2 1/4; Winchester Bushels oder 187 Pfund Steinkohlen, das Bushels zu, 3 Pence (also für 21 kr.), und der Arbeiter, der diese 160 Stone Erdäpfel wusch und dämpfte, kam täglich auf 1 Shill. 8 Penc. (1 fl.). Der übrige zu dieser Futterbereitung nöthige Apparat kam auf 102 Pfund Sterl., worunter das Gebäude sammt Kessel und Pumpe allein 80 Pfund Sterl. betrugen.

In einem dritten Schreiben, März 1803, bemerkt Hr.

|88|

Curwen, daß er bei seinem frühesten Versuche, den er vor 15 Jahren mit Hunden anstellte, Gelegenheit hatte sich zu überzeugen, daß das Wasser, welches in den Erdäpfeln enthalten ist, oder in welchem sie gesotten werden, wahres Gift ist für die Thiere. Daher die Nothwendigkeit, dieselben bloß im Dampfe zu kochen, und, nachdem sie gehörig im Dampfe zubereitet wurden, etwas abtroknen zu lassen.36) Hr. Curwen hatte mit vielen Vorurtheilen gegen seine Methode zu kämpfen, und da er Anfangs keine Erfahrung hatte, brauchte er 5 Arbeiter und ein Pferd zu jener Arbeit, die jezt Ein Mann allein verrichtet. Durch den Zusaz eines Zehntels oder Eilftels von Häkerling zu dem Erdäpfelbreie wird theils der zu schnelle Durchgang dieses Futters, theils das Verlegen des Mundes des Pferdes von demselben verhindert.

Fig. 23. ist ein Grundriß der Küche zum Dämpfen der Erdäpfel.

A, der Brunnen, aus welchem das zum Waschen der Erdäpfel nothwendige Wasser herfließt.

B, die Rinne, welche das Wasser zu dem Behälter führt, wo die Erdäpfel gewaschen werden.

C, das Gestell dieses Behälters und des Erdäpfel-Waschers.

D, ein hölzerner hohler Cylinder, oder ein Faß, mit eisernen Reifen beschlagen, und mit länglichen Löchern versehen. Er hat eine Thüre bei, D, bei welcher die Erdäpfel eingetragen und herausgenommen werden. Dieses Faß ist von einer solchen Größe, daß 11 Stein Erdäpfel dasselbe auf ungefähr 2/3 füllen: diese Menge wird in 2 Minuten gewaschen. Es kann 6 Mahl gebraucht, oder es können 62 Stein Erdäpfel gewaschen werden, ehe das Wasser in dem Behälter erneut werden darf.

Wenn die Erdäpfel aus der Waschmaschine genommen worden sind, pumpt man entweder Wasser auf dieselben, oder |89| schüttet eine Kufe voll reinen Wassers darauf, und läßt dieses durchlaufen.

E, die Kurbel oder der Griff, welchen die Waschmaschine mittelst eines kleinen Triebstokes, F, treibt, der in ein größeres Zahnrad, G, eingreift, welches die Waschmaschine ein Mahl dreht, wie man in der folgenden Figur sieht.

H, die Rinne, durch welche das schmuzige Wasser aus dem Behälter abgeleitet wird.

J, der Kreis, in welchem der Krahn, K, sich dreht, dessen Mittelpunct der Bewegung in, K, ist. Wenn der Krahn sich in diesem Kreise bewegt, wird die Waschmaschine, nachdem man das Waschwasser aus derselben auslaufen ließ, nach dem Erdäpfel-Behälter, L, gebrächt,37) der so hoch steht, als einer der Bottiche, oder mit einem derselben in dem anderen Kreise, M, zusammentrifft, so daß der andere Krahn, N, den Bottich zu einem der bleiernen38) Gefäße, O, führen kann, in welchen die Erdäpfel gedämpft werden.

P, das Ziegelmauerwerk des Kessels, in welchem der Dampf gebildet wird.

Q, der Rost, auf welchem das Feuer angeschürt wird.

R, die bleierne Röhre von 1 1/2 Zoll im Durchmesser, durch welche der Dampf geleitet wird.

Ein Arm von dieser Röhre tritt in jedes der Gefäße, O, O, O, O, die aus Blei verfertigt sind, und in welche die Erdäpfel mit den Bottichen während des Dämpfens eingesezt werden.

S, S, S, S, sind die Hähne, durch welche das aus dem verdichteten Dampfe entstehende Wasser ausgelassen wird, in welchem sich auch der Saft der Erdäpfel befindet.

T, die Rinne, welche das Wasser wegführt.

V, das Gestell, auf welchem die Gefäße zehn Zoll über dem Erdboden stehen.

U, U, die steinernen Tröge, in welchen die Erdäpfel zerstoßen werden, nachdem sie gedämpft wurden, und ehe sie verfüttert werden.

Fig. 24. zeigt den Aufriß dieser Küche. C, ist der Wasserbehälter |90| zur Reinigung der Erdäpfel. D, der hölzerne Cylinder, oder das Faß, welches, indem es sich um die eiserne Achse dreht, die durch dasselbe läuft, die in dem Cylinder enthaltenen Erdäpfel wäscht. Das Faß wird hier in dem Augenblike dargestellt, wo es auf dem Puncte steht, von dem Krahne, K, gehoben zu werden aus dem schmuzigen Wasser. Es kann aus dem Zahnrade, G, mittelst eines Einschnitt-Gefüges zwischen den Hauptstüzen bei, W, („fehlt im Orig.“) ausgehoben werden.

E, ist der Griff an der Kurbel. F, der Triebstok; G, das Zahnrad in einer Linie mit der Achse des Fasses; X, eine Wasserkufe, oder Cisterne über dem Kessel, der durch die Pumpe, Y, gespeiset wird mittelst der Rinne, Z.

N, ein Krahn, mit dessen Hülfe die gewaschenen Erdäpfel zu den Dämpfgefäßen gebracht werden.

1, 1, 1, drei hölzerne Dämpf-Bottiche mit durchlöchertem Boden, die in den bleiernen Dämpf-Gefäßen oder Cisternen, O, O, O, stehen.

2, 2, der Dampfkessel aus zwei gegossenen eisernen Pfannen, deren jede 40 Gallons hält, und die mit ihren Ränften fest auf einander geschraubt sind.

R, eine Bleiröhre, die den Dampf aus dem Kessel in die Dampfgefäße leitet.

O, O, O, O, die vier bleiernen Dampfgefäße, deren jedes 12 Zoll im Durchmesser hält, und 9 Zoll tief ist. Eines derselben ist ohne seinen hölzernen Bottich gezeichnet.

3, ein Hahn, der das Wasser durch eine Röhre aus dem Behälter bis beinahe auf dem Boden des Kessels leitet.

4, ein Hahn, welcher den Dampf absperrt, wenn die Bottiche herausgenommen werden.

5, eine Sicherheits-Klappe oben auf dem Kessel, mit einem Druke von 4 Pfund auf den □ Zoll beladen.

6, ein Hahn an der Seite des Kessels, um zu sehen, ob derselbe genug Wasser hält.

7, ein Dämpfbottich, der aus seinem Bleistande herausgenommen ist; er ist 2 Fuß hoch, oben 20 Zoll weit, unten 17, und hält 15 Stein Erdäpfel. 4 Bottiche voll Erdäpfel sind in 15 bis 20 Minuten hinlänglich gedämpft, und wenn man nicht alle braucht, darf man bloß die Röhren verstopfen. Jeder |91| Bottich wird mit seinem Dekel mittelst 4 Hebel festgehalten, welche eine Eisenstange an ihrem Ende fest hält.

Wenn die Erdäpfel hinlänglich gedämpft sind, bringt sie der Krahn, N, in den steinernen Trog, U, U, wo sie zerstossen werden.

Hr. Curwen dämpft auf eine ähnliche Weise auch Heu, Hechsel und Kleie.

In Fig. 24. Tab. I. ist, A, der Durchschnitt eines eisernen Kessels, in welchem das Wasser gesotten wird.

B, Die Haupt-Dampfröhre, um den Dampf aus dem Kessel in starke hölzerne vierekige Kisten, C, C, zu leiten, in welchen das zu dämpfende Heu etc. enthalten ist, und auf deren Boden man vorläufig etwas Wasser geschüttet hat.

D, ist der Feuerherd und das Aschenloch unter dem Dampf-Kessel.

E, die Wasserkufe, welche den Kessel mit Wasser versieht, und das Wasser durch die Röhre, F, erhält, in welche dasselbe gepumpt wird.

G, die Sicherheits-Klappe des Dampfkessels.

H, H, Seitenröhren, welche den Dampf aus der Haupt-Dämpfröhre bis beinahe auf den Boden der Kisten leiten, in welchen das Heu etc. enthalten ist: diese Röhren sind oben mit Hähnen versehen.

I, die Röhre, wodurch kaltes Wasser aus der Wasserkufe in den unteren Theil des Kessels geleitet wird.

Der Dampfkessel des Hrn. Curwen hält 100 Gallons, und dämpft drei Kisten auf ein Mahl, wovon jede 11 Stein Hechsel oder Kleie hält. Auf jeder Seite des Kessels sind drei solche Kisten, damit man in den einen dämpfen kann, während die andern geleert werden.

Hr. Curwen theilt seine Erfahrungen über Anwendung des gekochten, oder vielmehr gedämpften, Futters in einem Schreiben vom 14. November 1811 mit. Er fand, daß Roken-Spelzen durch das Kochen etwas mehr als 2/3 an Gewicht zunehmen, und daß Weizen-Spelzen, die er vorzüglich füttert, und die man in England gewöhnlich auf den Mist wirft, um dadurch die Dünger-Masse zu vermehren, in 3 Stunden hinlänglich gekocht sind.

Er braucht gewöhnlich 2 Pfund Steinkohlen auf den Stein; also täglich, bei 33 Stein Spelzen, 66 Pfund Steinkohlen, die |92| zu London selbst nicht über 16 Shillings in der Woche betragen würden. Jedem Stein-Spelzen sezt er 2 Pfund Oehlkuchen zu. Melkkühe und Ochsen füttert er täglich zwei Mahl, Morgens und Abends, jedes Mahl mit Einem Steine. Da die gekochten Spelzen einige Zeit über stehen müssen, damit sie abkühlen können, so sind mehrere Kufen nöthig, in welchen diese abkühlen können.

Er berechnet die Kosten des täglichen Futters für eine Melkkuh wie folgt:

Spelzen (2 Stein), Dämpfen derselben 1 d. (1 Grosch.)
Oehlkuchen (4 Pfund) 4 (4 – )
Turnips (8 Stein a 14 Pfund) 4 (4 – )
Weizen-Stroh 1 (1 – )
––– ––––––––––
10 10 Groschen.

Er erhielt, im Durchschnitte, von 36 Melkkühen täglich durch 320 Tage 13 Wein-Quart Milch von jeder (ungefähr 6 Wiener-Maß). Er verkaufte in 52 Wochen 142,000 Quart-Milch, das Quart zu Two-pence (6 kr.). Die Kälber trugen zwischen 2 und 5 Pfd. Sterl. Er hatte also, den Dünger für Arbeitslohn gerechnet, beinahe die Hälfte des Ertrages als reinen Gewinn. Die Melkkühe läßt er nie aus dem Stalle. Damit sie nicht lahm werden, läßt er ihnen die Hüfe gehörig zupuzen, und läßt sie mit den Vorderfüßen auf Thon stehen.

Die Kühe waren bei dieser Behandlung stärker, gesünder, und gaben mehr und bessere Milch, als die mit Kernfutter gefütterten Kühe. Sie hatten, nachdem sie aufhörten Milch zu geben, nur wenig Futter mehr nöthig, um für die Schlachtbank hinlänglich gemästet zu seyn.

Als Surrogat für Spelzen und Oehlkuchen empfiehlt er geschnittenes und gedämpftes Hell, das ein noch weit besseres und gesünderes Futter liefert. Er schlägt vor, das Waschwasser in Zuker-Raffinerien zum Abkochen des Heues zu benüzen.

Hrn. Curwen's Beispiel wurde, mit gleich gutem Erfolge, von Hrn. Isaak Franklyn, Hrn. Tubbs und Sir Georg Paul, Hrn. Harley zu Glasgow, Major Ferrand, dem hochw. H. Penny, nachgeahmt. Er füttert seine Thiere mit gekochtem Futter von October an bis Junius.

Er empfiehlt bei dieser Anwendung des gedämpften Futters die höchste Reinlichkeit. Die Kühe müssen täglich gestriegelt und gepuzt, und immer in gleicher Temperatur gehalten werden. |93| Wenn die mindeste Hize auf der Haut sich zeigt, muß alsogleich die Stelle mit schwarzer Seife und mit Wasser gereinigt werden.

Man erspart bei dieser Methode nicht bloß sehr an Futter, und gewinnt an dem besseren Zustande der Kühe, sondern man gewinnt auch an Menge und Güte der Milch. 12 Wein-Quart Milch von gedämpften Futter geben 16 bis 18 Unzen Butter, kaum etwas weniger als bei Futter mit dem höchsten Grase.

Ein anderes Schreiben des Hrn. Curwen, dd. 15. Nov. 1811, erzählt, daß et im lezten Jahre 145,000 Quart Milch verkaufte, und er glaubt, daß er dieß durch seine Art zu füttern erwirkte. Er ladet Landwirthe ein, seine Milch-Wirthschaft in Schoole-farm zu besuchen, und versichert ihnen die Reisekosten zu bezahlen, wenn sie seine Angaben nicht richtig finden. Der hohe Getreidepreis in England macht, wie er sagt, eine Brannteweinbrennerei nach der anderen still stehen, und dadurch verliert der Milchwirth unendlich viel. Wenn eine Kuhe in England nicht 5 Quart39) Milch gibt, (ungefähr 4 österreichische Maß), so gibt sie keinen Ertrag: denn eine Kuh kostet in England wenigstens täglich 30 kr. Unterhalt. Er berechnet den jährlichen Milchbedarf für London, die Bevölkerung nur zu Einer Million gerechnet, auf 60 Millionen Quart (auf jedes Individuum nur 60 Quart des Jahres!), und dieß gibt jährlich 1,250,000 Pfd. Sterl. (15 Millionen Gulden). Hierzu wären nun, auf Eine Kuh täglich 10 Quarts gerechnet, durch 320 Tage im Jahre, 18,750 Kühe nothwendig.

Die Fütterungskosten mit gedämpftem Heu berechnet er auf folgende Weise.

Anderthalb Stein grünes Heu, die Tonne (20 Ztr.) zu 6 Pfund Sterl 1 Shill. 0 Den.
Ein Stein detto troken (den Stein zu 14 Pfund – – 8 –
Dämpfen, Arbeit etc. – – 4 –
––––– –––––––––
2 Shill. – (1 fl. 12 kr.)

Vor einigen Jahren rechnete Hr. Welling die täglichen Fütterungs-Kosten einer Kuh zu 2 Shill. 6 Den. (1 fl. 30 kr.) Dieß gibt einen jährlichen Verlust an jeder Kuh, verglichen mit Curwen's Methode, von 5 Pfund Sterl.

Hr. J. Franklyn bezeugt in einem Schreiben dd. 16 ten März 1812, daß er sich bei Anwendung des gedämpften Futters sowohl in Hinsicht auf Menge und Güte der Milch, als des Fleischstandes der Kühe, trefflich befindet. „Ich fahre,“ |94| sagte er jezt, „bei warmen Futter so gut, daß ich nie mehr Kernfutter brauchen werde.“ Die Kühe trinken den Heu-Thee, der am Boden der Dampfgefäße zurük bleibt, gierig, ehe sie das gedämpfte Heu fressen.

Er zieht folgende Bilanz zwischen Kern-Futter und gedämpftem Heu und Grummet.

30 Quarter Kernfutter, jedes zu 8 Bushel, zu 4 Shill 6 Pfd. 0 Shill. 0 Den.
Fuhrlohn etc. 2 – 10 – – –
70 Bünde Grummet, den Bund zu 4 Stein oder 56 Pfund 7 – 15 – 6 –
–––––– –––––– ––––––
16 Pfd. 5 Shill. 6 Den.

Dieß gibt 1 Shill. 8 Pence täglich für Eine Kuh.

42 Bünde gedämpftes Heu, zu 3 Shill. 1 Pence 6 Pfd. 9 Shill. 6 Den.
Arbeitslohn für Häcksel-Schneiden, Dämpfen etc. 0 – 15 – 0 –
Auslage für Brenn-Material 0 – 7 – 0 –
70 Bünde Grummet, zu 2 Shill. 3 Pence 7 – 15 – 6 –
–––––– –––––– ––––––
15 Pfd. 7 Shill. 0 Den.

Dieß gibt 1 Shill. 6 3/4 Pence täglich für Eine Kuh.

Wöchentlicher Gewinn bei gedämpftem Heue täglich 18 Shill. 6 Pence.

Hr. Curwen erhielt von der Gesellschaft für diese Mittheilung die goldene Medaille.40)

Man vergleiche hiemit die Abhandlung Zubereitung der Erdäpfel zur Mästung des Viehes, von Hrn. Pierrepont, im polyt. Journale Bd. XXI. S. 369. A. d. R.

|86|

1 Stone = 14 Pfund. A. d. Ueb.

|86|

Anfangs, im Jahre 1801, wo der Stone Heu 9 bis 11 Pence (27 bis 33 kr.) kostete, zwang ihm die Noth hierzu.

|87|

Sie fordern aber frostfreie Behälter zur Aufbewahrung im Winter. A. d. Ueb.

|88|

Es ist längst bekannt, daß rohe Erdäpfel den Thieren wie den Menschen schädlich sind, und daß die Gedärme der Kälber und Schweine, die man mit Erdäpfel mästet, so mürbe werden, daß man sie nicht zum Würstemachen gebrauchen kann. Auch pflegen trächtige Kühe, welche mit rohen Kartoffeln gefüttert werden, häufig zu verwerfen. Bekanntlich ist nicht bloß die ganze Gattung Solanum, sondern die ganze Familie der Solanaceen giftig. A. d. Ueb.

|89|

Dieser Umgang ist bei einer besseren Stellung des Wasserbehälters und der Waschmaschine gegen den Erdäpfelbehälter unnöthig. A. d. Ueb.

|89|

Bleierne Gefäße sollten so wenig für das Vieh, als für den Menschen angewendet werden. A. d. Ueb.

|93|

Ein englisches Quart ist 0,816 Wiener Maß.

|94|

Wir haben schon öfters über die Nothwendigkeit, so wie auch über die unvermeidlichen Folgen, des warmen Futters gesprochen. Wo man gezwungen ist, das Hornvieh als Gefangenen, wie Verbrecher an Ketten und Banden, zu halten, ganz seiner thierischen. unschuldigen Natur zuwider, da muß man bei Mangel an aller Bewegung des Thieres, für besseres Futter sorgen, wenn es nicht bloß gesund, sondern auch nur am Leben bleiben soll. Wo aber, wie in Ungarn, Pußten, und, wie in Rußland, Steppen genug für Millionen von Rindern sind, da werden sich diese Thiere eben so schlecht bei Heu-Thee, als unsere Stallthiere bei dem Futter der rüstigen Thiere in Ungern und Rußland befinden. A. d. Ueb.

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