Titel: Newmarch's, verbesserte Art, Feuergewehre abzufeuern.
Autor: Newmarch, Benjamin
Fundstelle: 1826, Band 22, Nr. XXXVII. (S. 198–200)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj022/ar022037

XXXVII. Verbesserte Art, Feuergewehre abzufeuern, worauf Benjamin Newmarch, Esqu. zu Cheltenham, Gloucestershire, sich am 16. Jänner 1826 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. Septbr. 1826. S. 72.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Diese verbesserte Art, Feuergewehre abzufeuern, besteht darin, daß man auf die Ladung in dem Pulversake der Flinte das Feuer, oder die Hize wirken läßt, die durch plözlich zusammengedrükte atmosphärische Luft entsteht. Dieses Feuer, oder diese Hize soll auf dieselbe Weise erzeugt werden, wie man den deutschen Feuerschwamm („den man in England nicht kennt“), in dem bekannten Zünd-Apparate, den man in einem Spazierstoke bei sich führen kann, anzünden kann; d.h., mittelst eines Stämpels, der genau in einen Cylinder paßt, und schnell in diesem hinabgedrükt wird, so daß die in dem Cylinder enthaltene Luft |199| so schnell und kräftig zusammengedrükt wird, daß sie Feuer oder bedeutende Hize entwikelt.

Es ließen sich verschiedene Vorrichtungen an einem Feuergewehre anbringen, durch welche dieser Zwek erreicht werden kann; er findet es überflüßig, sie alle zu beschreiben, und beschränkt sich bloß auf folgende, welche er an einer Vogel-Flinte anbrachte, und am zwekmäßigsten fand.

Fig. 15. zeigt den Durchschnitt des Laufes, Schaftes und Kolbens einer Flinte mit dem neuen Apparate.

a, ist der Lauf mit einer sogenannten Patent-Kammer, b; es wird mit Schießpulver geladen.

c, ist das Zündloch im Mittelpuncte hinten an der Kammer;

d, ein genau gebildeter hohler Cylinder mit einem kleinen Luftloche, e;

f, ein Stämpel, der genau in den Cylinder eingeschliffen ist, und in demselben sich mit so wenig Reibung, als möglich, bewegt.

g, ist eine Stange, die an einem Ende an dem Stämpel befestigt ist, an dem anderen Ende aber an einer starken Spiralfeder, h.

Ein Theil dieser Stange hat die Form eines Zahnstokes, i, und ein Segment eines Zahnrades, k, greift in denselben ein, welches außen mittelst eines Schlüssels oder Hebels gedreht wird, um die Stange und den Stämpel zurük zu ziehen, wodurch die Spiralfeder ihre gehörige Spannung erhält. Nachdem die Stange so zurükgezogen wurde, kommt die Spize des Brenners, l, mittelst der Feder desselben, m, in einen kleinen Einschnitt in der Stange, wodurch der Stämpel gehindert wird vorwärts zu fahren, und die Flinte auf diese Weise als gespannt betrachtet werden kann.

Wenn nun die Flinte zum Abfeuern in die gehörige Läge gebracht wurde, wird der Druker, wie gewöhnlich, mit dem Finger gezogen, wodurch der längere Arm des Brenners seine Spize aus dem Einschnitte in der Stange zieht, die Stämpelstange frei, und der Stämpel mit solcher Gewalt in dem Cylinder vorwärts getrieben wird, daß die vor demselben in dem Cylinder enthaltene Luft schnell und mächtig zusammengedrükt wird, und ihren Wärmestoff als Feuer fahren läßt, welches vorne bei der Oeffnung des Cylinders, wo sich die kleine Kugelklappe, n, befindet, ausschlägt, vor der Klappe vorbeigeht, |200| und zu dem Zündloche in der Pulverkammer gelangt, wo es augenbliklich die Pulverladung entzündet.

Nach dem Abfeuern der Flinte wird der Schlüssel oder Hebel des Segmentes des Zahnrades so umgedreht, daß der Stämpel zurükgezogen, und die Feder, wie ehevor, gespannt wird, wo dann die Spize des Brenners wieder in den Einschnitt einfällt, und die Flinte schußfertig ist.

Der Patent-Träger nimmt übrigens alle anderen Arten, Flinten mittelst zusammengedrükter Luft abzufeuern, als sein Patent-Recht in Anspruch.75)

|200|

Es scheint uns überflüßig zu bemerken, daß diese Flinten nothwendig öfters versagen, nicht lange dauern, und noch gefährlicher seyn werden, als die gewöhnlichen. A. d. Ueb.

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