Titel: Gordon's, Verbesserungen bei dem Verbinden oder Platiren des Eisens mit Kupfer.
Autor: Gordon, David
Bowser, William
Fundstelle: 1826, Band 22, Nr. LXIV. (S. 302–311)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj022/ar022064

LXIV. Verbesserungen bei dem Verbinden oder Platiren des Eisens mit Kupfer, oder mit irgend einer Composition, in welcher Kupfer den Hauptbestandtheil bildet,103) und worauf David Gordon, Esqu., Basinghall-Street, London, und Wilh. Bowser, Eisenfabrikant in Parsons-street, Wellclose-square, Middlesex, sich am 26. Februar 1825 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Octob. 1826. S. 193.

Unsere Erfindung besteht in der von uns gemachten Entdekung, daß eine reine Eisenfläche in der Weiß- oder Schweißglühhize, oder nahe an derselben, geneigt wird, sich mit geschmolzenem Kupfer chemisch zu verbinden, und damit zu überziehen oder zu platiren, wenn sie in dasselbe getaucht wird, oder wenn geschmolzenes Kupfer darauf gegossen wird, und wenn das Sauerstoffgas während des Hizens der Metalle und der Einwirkung derselben aufeinander (je genauer, desto besser) ausgeschlossen wird. Wir entdekten ferner, daß die auf vorige Weise gebildete Vereinigung und der Zusammenhang des Eisens und Kupfers so stark ist, daß, wenn man Hammereisen auf diese Art platirt, man dasselbe in sehr dünne Platten streken, und |303| kalt oder wann in verschiedene Artikel so aushämmern kann, daß sie entweder ganz oder zum Theile mit Kupfer platirt bleiben. Die Methode, die wir zur Hizung der Metalle angenommen haben und empfehlen, besteht in der Errichtung zweier Windöfen (die man gewöhnlich Reverberir-Oefen nennt, und in Eisengußwerken, Kupferschmelzen und an anderen Schmelz- und Raffinir-Werken hält), welche dicht an einander stehen, so daß sie sich entweder an den Seiten, oder an jenen Enden berühren, die am weitesten von ihrem Feuerherde entfernt sind. Jeder dieser Oefen ist mit sehr genau passenden Thürchen versehen, die mit feuerfesten Ziegeln gefuttert sind, sowohl am Feuerherde, als an der Aschengrube; die Thürchen haben ihre stellbaren Register, so wie die Züge, die in einen langen Schornstein leiten, sehr genau schließende Dampfer haben, damit man in beiden Oefen eine starke Hize erzeugen, und dieselbe auch gewältigen, und den Zug der atmosphärischen Luft, wo es nöthig ist, ausschließen, oder beinahe ausschließen kann, und der Raum innerhalb dieser Oefen mit verbrannter oder desoxygenirter Luft, oder mit Stikluft und kohlensaurem Gase gefüllt bleibt, damit das in diesen Oefen gehizte Eisen und das darin geschmolzene Kupfer nicht so schnell oxidirt wird. Das Bett, oder die Sohle des Ofens, in welchem das Eisen unter der Wölbung gehizt wird, kann entweder aus gebranntem und erhärteten Sand, der flach und eben gelegt wird, oder aus Lehm und feuerfestem Thone (den man vor dem Gebrauche troknet), oder mit feuerfestem Ziegeln oder sogenannten Welsh lumps gepflastert, oder auf irgend eine andere schikliche Art vorgerichtet seyn. Eben so kann die Sohle des Ofens, in welchem das Kupfer geschmolzen wird, mit festem oder gebakenem Sande, oder mit Lehm, der mit feuerfesten Ziegeln eingefaßt ist, die dicht an einander gestellt, und mit feuerfestem Thone verbunden sind, vorgerichtet seyn; oder man kann einen seichten vierekigen Tiegel in Gestalt eines Troges in feinem Thone und in Ziegeln unter den reverberirenden Theil der Deke des Ofens bringen, oder auf irgend eine andere Weise eine seichte vierekige Höhlung bilden, in welcher das Kupfer geschmolzen werden kann. Die Sohlen der beiden Oefen, in welchen das Kupfer und Eisen geschmolzen wird, müssen so nahe neben einander angebracht seyn, als bei einer dazwischen angebrachten Lage feuerfester Ziegel als Scheidewand nur immer möglich ist. In |304| dieser Scheidewand muß ein genau passendes Thürchen aus Eisen, oder zum Theile aus Eisen und aus feuerfesten Ziegeln, oder aus irgend einem dienlichen Material so vorgerichtet seyn, daß es sich entweder auf- und abwärts, oder seitwärts schieben läßt (je nachdem man es nämlich bequem findet), und dadurch ein vierekiges Loch von hinlänglicher Größe bildet, um die gehizten Eisenplatten herauszunehmen, und in das geschmolzene Kupfer zu tauchen. Die Sohle des Kupfer-Ofens ist, in dieser Absicht, etwas niedriger, als die Sohle des Ofens, in welchem das Eisen gehizt wird, um das Eisen leichter aus seinem Ofen in den anderen zu bringen, wie sich weiter unten zeigen wird. In der Nähe dieser beiden Sohlen, und denselben und dem Schieber in der Seitenwand gegenüber, und etwas höher, als erstere, befinden sich die Füll-Locher an der Außenseite der Oefen (die hier als mit den Seiten an einander stehend gedacht werden), wovon jedes mit einem genau schließenden Thürchen versehen ist, welches mit feuerfesten Ziegeln ausgefüttert wird. Durch diese Füll-Löcher kann die Sohle eines jeden dieser Oefen, wenn sie aus Sand oder Lehm, oder aus irgend einer formbaren Masse verfertigt wurde, zubereitet, oder das Pflaster aus feuerfesten Ziegeln, oder die bereits beschriebenen trogähnlichen Ziegel können dadurch eingesezt werden, so wie auch die reinen zu platirenden Eisenplatten, und die hierzu zu schmelzenden Kupfermassen durch dieselben eingetragen, und an Ort und Stelle gelegt werden können. In den Thürchen dieser Füll-Locher sind andere kleinere Löcher, die Stangen-Löcher, angebracht, welche an ihren Kanten außen mit Eisen eingefaßt sind, damit sie sich nicht so leicht abnüzen: sie sind mit Stöpseln versehen, die mit feuerfestem Thone, oder mit irgend einem anderen Kitte genau verkittet werden können. Man seze nun, daß ein Paar solcher mit einander verbundenen Oefen fertig, die Sohle hergerichtet, und mit dem nöthigen Eisen und Kupfer versehen, jedes Füll-Thürchen und Stangenloch, so wie der Schieber, geschlossen ist, und daß, nachdem man das Feuer angezündet hat, die Dämpfer geöffnet wurden; so kommt es dann vorzüglich darauf an zu verhindern, daß, während die Metalle erhizt werden, keine unverbrannte, oder noch sauerstoffhaltige Luft in die Oefen gelangt, so daß sie mit den Metallen in Berührung kommen, und diese, vorzüglich das Eisen, oxidiren könnte. Man bewirkt dieß vorzüglich |305| dadurch, daß man die Kohks oder Kohlen mittelmäßig zerkleint, und ganz flach über den Rost ausbreitet, und daß, ehe man die Ofenthürchen öffnet, um das Feuer zu schüren, oder, frisches Feuermaterial einzutragen, die Dämpfer ganz oder größten Theiles schließt, und so lange geschlossen hält, als die Ofenthürchen offen bleiben. Auf diese Weise werden die beiden Oefen so geheizt, und die Stärke des Feuers mittelst der Register in den Thürchen der Aschenlöcher und der Dämpfer in den Zügen so regulirt, daß das Eisen zu derselben Zeit weiß glühend wird, wo das Kupfer schmilzt; also beide Metalle am geeignetesten sind, sich zu verbinden. Wenn die Metalle in diesem Zustande sich befinden, und die verschiedenen Arten von Stangen, Schaufeln, Zangen und anderen eisernen Instrumenten von gehöriger Länge und Stärke bereit liegen, werden die Dämpfer in den Zügen, und auch die Register bei den Aschenlöchern, geschlossen, und der mittlere Schieber wird geöffnet; zugleich öffnet man auch ein Stangen-Loch, und wenn es nöthig seyn sollte, (aber auch nur dann), noch ein anderes, und führt die Stangen, Schaufeln, Haken, Zangen durch dasselbe, um eine Eisenplatte von der Sohle des Ofens zu heben, schieben oder ziehen, und durch das Loch des Schiebers in das geschmolzene Kupfer zu tauchen, unter dessen Oberfläche das Eisen mittelst einer oder mehrerer der oben erwähnten Stangen eine oder fünfzehn Minuten lang, oder länger oder kürzer, gehalten wird, je nachdem es die Dike der Eisenplatte und der verlangten Kupfer-Platierung fordert, oder überhaupt so lange, als die Erfahrung gelehrt hat, daß es nothwendig ist, um das Kupfer in verlangter Dike auf dem Eisen gehörig anhängen zu machen. Hierauf nimmt man auf dieselbe Weise eine zweite oder eine dritte Eisenplatte aus dem Eisen-Ofen, und platirt sie eben so. Nachdem die Platten auf diese Art mit Kupfer überzogen worden sind, wird eines der Füll-Thürchen geöffnet (wo aber das gegenüberstehende Stangen-Loch, wenn es nicht durchaus offen bleiben muß, um mit einer anderen Stange durch dasselbe zu Hülfe kommen zu können, geschlossen wird, um der atmosphärischen Luft soviel möglich den Durchgang durch den Ofen zu erschweren), und Platte für Platte mit einem oder mit mehreren der oben erwähnten Instrumente aus dem geschmolzenen Kupfer und aus dem Ofen herausgehoben, wo man sie dann abkühlen läßt, und, wenn sie aus Hammereisen sind, hierauf alsogleich |306| unter die Strekwalzen gebracht und gestrekt, oder auf irgend eine andere Weise verarbeitet werden können. Ehe man die Füll-Thürchen wieder schließt, nachdem die mit Kupfer platirten Platten herausgenommen worden sind, werden, während alle andere Oeffnungen an dem Ofen noch geschlossen sind, frische Eisenplatten, und, wenn es nöthig ist, auch neue Kupfermassen eingetragen, und hierauf die Füll-Thürchen, die Stangen-Löcher und der Schieber in der Scheidewand genau geschlossen, die Dämpfer in den Zügen, und die Register an den Aschen-Thürchen wieder geöffnet, die Oefen, wie vorher, gehizt, und die Arbeit auf obige Weise fortgesezt. Wenn, statt daß die Oefen, wie oben angenommen wurde, mit den Seiten an einander stehen, sie mit ihren Enden in Berührung sind, die am weitesten von dem Feuerherde entfernt, oder demselben gegenüberstehen (auf diese Art hatten wir es zuerst versucht), so wird der Schieber in jenem Ende der Oefen angebracht, welches beiden gemein ist, und wird dann an der Seite herausgezogen, weil dann die Züge und ihre Dämpfer hindern, daß er nicht senkrecht in die Höhe gezogen werden kann. Die Füll-Löcher kommen dann an die Seite (entweder beide an Eine Seite, oder eines auf eine, das andere auf die andere Seite) des Ofens; die Stangen-Löcher kommen aber dann nicht in die Füll-Thürchen, sondern in den Enden der Oefen über die Herde an dem aufsteigenden Theile des Ofens. Wir sprachen bisher immer von Eisenplatten, und haben anderer Formen und Artikel, die an allen ihren Seiten mit Kupfer überzogen werden können, nicht erwähnt: wir platiren auf dieselbe Weise aber auch Blech-Stangen, Bolzen, Stäbe, Draht, und überhaupt Eisen-Artikel von allen Formen, sowohl aus Hammer- als aus Guß-Eisen, sowohl an einer Fläche, als auf der ganzen Oberfläche, und sowohl mit Kupfer als mit Kupfer-Compositionen, und bedienten uns nur des Ausdrukes Kupfer, um Weitläuftigkeiten zu vermeiden. Um die Oberfläche der zu platirenden Eisen-Artikel aller Art noch kräftiger vor Rost und aller Oxidation zu bewahren, indem sie sehr rein seyn muß, so tauchen wir sie zuweilen, sie mögen aus Guß- oder Hammer-Eisen seyn, ehe wir sie in den Ofen bringen, und auch während der ersten Zeit, wo sie zum Platiren gehizt werden, in geschmolzenes Harz, oder überziehen sie auf eine ähnliche, oder auf eine andere Weise mit einer Masse, die verflüchtigt, und |307| wieder von dem Eisen abgetrieben werden kann, ehe dasselbe in Weiß- oder Schweißhize geräth.

Wir erwähnten in dieser Erklärung zweier auf ähnliche Art gebauter Oefen, um das Kupfer und das Eisen einzeln zu hizen. Wir werden uns indessen gelegentlich auch nur eines einzigen solchen Ofens bedienen, nämlich bloß um das Eisen zu hizen, und damit, mittelst eines Schiebers in der Mitte, einen Tiegel-Ofen von gewöhnlichem oder von irgend einem zwekmäßigen Baue verbinden, worin das Kupfer mittelst Kohks oder Holz-Kohlen, die man außen um den Tiegel legt, und brennt, geschmolzen werden kann. Dieser Tiegel muß hinlänglich groß und tief seyn, und mit seiner oberen Oeffnung so tief unter der Sohle des Ofens des Eisens stehen, daß man mittelst der oben angegebenen Instrumente, durch das Stangen-Loch auf die oben beschriebene Weise die erhizten Eisenplatten durch das mittlere Thür-Loch herausholen, und von oben herab senkrecht in das geschmolzene Kupfer in den Tiegel tauchen kann. Wir wollen auch bei gewissen Gelegenheiten nur einen Reverberir-Ofen brauchen, an welchem die eine Hälfte der Sohle tiefer steht, und das Kupfer auf dieser tieferen Sohle schmelzen, und auf die oben angegebene, oder auf eine andere Art das erhizte Eisen in das geschmolzene Kupfer in horizontaler, schiefer oder senkrechter Richtung bringen, wie es nöthig ist. In anderen Fallen, vorzüglich wo Platten, oder flach ausgedehnte Eisenmassen nur auf Einer Seite platirt werden sollen, und zu verschiedenen anderen Zweken, bedienen wir uns zweier dicht mit ihren Seiten an einander stehenden Wind- oder Reverberir-Oefen, wie wir sie bereits beschrieben haben, nur mit dem Unterschiede, daß, statt zweier Füll-Löcher außen an den Oefen, zwischen welchen der Schieber in der Scheidewand sich in der Mitte befindet, wir bloß ein Füll-Loch anwenden, welches so vorgerichtet, und so an jenen Enden des Ofens angebracht ist, die am meisten von dem Feuerherde entfernt sind, daß, wenn das Füll-Loch an diesem Ende des Ofens geöffnet, und der in der Mitte zwischen den beiden Sohlen der Oefen befindliche Schieber in die Höhe gezogen wird, in beide Oefen sich ein Zugang öffnet, wo dann aber alle übrigen Thürchen und Oeffnungen des Ofens so genau als möglich geschlossen seyn müssen. Dieser Zugang muß weit genug (aber nicht weiter als nöthig seyn), um in demselben mit Schöpf-Löffeln, oder auf irgend eine andere |308| Weise so arbeiten zu können, daß man bestimmte Mengen des geschmolzenen Kupfers, während dasselbe die gehörige Temperatur hat, schöpfen, und auf oder über die Fläche des gehörig erhizten Eisens, es mag was immer für eine Form haben, gießen kann, während dasselbe noch auf der Sohle liegt, auf welcher es gehizt wurde.

Hinsichtlich der Oefen bemerken wir noch, daß, ungeachtet der oben gegebenen Beschreibung derselben, wir in jedem Falle, wo es nöthig ist, unser Feuer durch Gebläse zu verstärken, wir auch Gebläse jeder Art bei solchen Oefen brauchen, die wir zu unserer Arbeit nöthig haben. Wenn Platten von Hammereisen nur auf einer Seite platirt werden sollen, so schweißen wir zuweilen zwei solche Platten an ihren äußersten unter den Walzen dünn gestrekten Kanten leicht zusammen, oder vereinigen sie auf irgend eine andere zwekmäßige Weise an ihren Kanten so, daß kein geschmolzenes Kupfer dazwischen kann, und hizen dann dieses an seinen Kanten zusammengeschweißte Plattenpaar, und tauchten es auf irgend eine der obigen Weisen in geschmolzenes Kupfer. In anderen Fällen, wo wir Platten oder Bleche auf einer Seite oder auf beiden Seiten mit Kupfer platiren, schlagen oder werfen wir diese Platten oder Bleche in einer gewissen Weite rings um den Rand derselben aus, so daß wir eine Art Trog bilden, falten aber, wenn es geschlagenes Eisen ist, die Eken sorgfältig zusammen, ohne sie zu schneiden, oder zu nieten, oder zu lothell, solidem schweißen sie genau an den Fugen der Eken. Wo diese lezte Art, die Eken vollkommen dicht und fest zu machen, erfordert wird, und alles, wie oben angegeben, geschehen ist, hämmern wir den Trog des Bodens, oder machen denselben auf irgend eine andere Weise vollkommen flach, und wenn einer dieser Tröge dann in den oben beschriebenen Oefen vollkommen weißglühend geworden ist, schafft ein Arbeiter denselben mittelst der oben angeführten Werkzeuge geschikt durch das Loch des Schiebers, und bringt ihn auf das geschmolzene Kupfer so, daß er auf demselben schwimmt, wodurch das Kupfer nur au der unteren Seile anhangen wird, und hier und da an dem aufgestülpten Rande, der abgekneipt oder abgeschliffen wird, so wie dieß auch mit den oben erwähnten an den Kanten zusammengeschweißten Plattenpaaren der Fall ist, und auf diese Weise wird eine nur an einer Seite platirte Kupferplatte gar gemacht. Wenn aber das Kupfer diker, als gewöhnlich, auf |309| Einer Seite einer Platte, oder eines Bleches aufgetragen werden soll, bringen wir dasselbe entweder, nachdem wir es vorläufig auf obige Weise in einen flachen Trog verwandelt haben, in einen Ofen, und tragen so viel Kupfer in denselben ein, in kleinen Klümpchen, als gerade nöthig ist, um denselben, nachdem es darin geschmolzen ist, an seiner inneren Oberfläche in der verlangten Dike zu überziehen; oder, nachdem das Eisen und das Kupfer in besonderen Oefen einzeln gehörig gehizt wurde, bringen oder leiten wir so viel geschmolzenes Kupfer in den Trog, als gerade nöthig ist, den Boden desselben in gehöriger Dike zu bedeken. Nachdem wir endlich durch Feilen, Schleifen, oder auf irgend eine andere zwekmäßige Weise die Höhe der Kanten des Troges auf die gehörige Höhe über dem Boden desselben gebracht haben, und der Trog in einem, das Kupfer in dem anderen Ofen gehizt, durch die Oeffnung des Schiebers ersterer herübergeschafft, und in das geschmolzene Kupfer mit seinem Boden abwärts die gehörige Zeit über eingetaucht wird, und wenn man dann diesen Trog auf die Oberfläche des Kupfers emporsteigen läßt; so wird er, mit Kupfer gefüllt, darauf schwimmen, und, wenn er geschikt geführt wird, kann er in diesem Zustande voll Kupfer aus dem Ofen gehoben, und dann abgekühlt werden, wodurch das leztere in verschiedener Dike auf demselben an den verschiedenen Seiten hängen bleiben wird. Wenn das Eisen in Form eines Troges gebraucht werden soll, um einen stärkeren Kupfer-Ueberzug zu erhalten, als man auf eine andere Weise nicht geben kann, hizen wir das Kupfer und das Eisen in verschiedenen Oefen, so daß ersteres, wie gesagt, in der Weißglüh- oder Schweiß-Hize mit dem Kupfer dann in Berührung gebracht werden kann, wann Lezteres nahe oder auf jenem Grade von Hize ist, von welchem die Kupfer-Schmelzer wissen, daß er dem Kupfer den höchsten Grad von Zähigkeit ertheilt; dieses Grades von Hize bedienen auch wir uns bei unseren Arbeiten so viel möglich, und dadurch kann dann das Eisen, es mag dik oder dünn mit Kupfer platirt worden seyn, wenn es Hammer-Eisen ist, vollkommener verarbeitet werden.

Bemerkungen des Patent-Trägers.

Die Beobachtungen des Hrn. Bowser und meine eigenen, die wir bei der schwierigen Arbeit des Ueberziehens mit Messing an meinen tragbaren Gas-Behältern zu machen Gelegenheit |310| hatten, führten uns auf die Idee, daß Eisen mit Kupfer platirt werden kann; wir errichteten einen ganz kleinen Ofen, und es gelang uns kleine Eisenbleche und Bolzen auf eine ziemlich vollkommene Weise zu platiren. Da wir aber keine hinlänglich großen Oefen erbauen konnten, und auch keine großen Strek-Mühlen besizen, welche beide zur Benüzung unserer Erfindung im Großen nothwendig sind; so entschlossen wir uns, statt selbst eine große Manufactur dieser Art zu errichten, gegen kleine Summen Erlaubnisse (Licenzen), zu ertheilen, unser Patent-Recht zu benüzen, wodurch wir hoffen, dieselbe gemeinnüzig und zur National-Sache zu machen.

Wir glauben, daß diese Erfindung für Dampf- und andere Kessel, zur Dachbedekung, zum Schiffsbeschlage, zu Kohlen-Schaufeln, und überhaupt zu Allem, wo Kupfer nothwendig ist, benüzt werden kann. Vorzüglich geeignet scheint sie uns zu Schiffs-Bolzen, indem dadurch die Zähigkeit des Eisens mit der Dauerhaftigkeit des Kupfers verbunden werden kann. Ueberdieß läßt sich diese Erfindung noch zu vielen anderen Zweken benüzen, indem man mit Kupfer platirtes Eisen hämmern, und überhaupt so leicht biegen kann, wie mit Silber platirtes Kupfer.

Während ich dieses schrieb, machte ein Freund mich auf einen Bericht über eine Nachricht von meinem Patente in einem Periodischen Blatte vom vorigen Monate aufmerksam, dessen Herausgeber es für zwekmäßig fand, die Worte: „geneigt wird, sich mit geschmolzenem Kupfer chemisch zu verbinden,“ mit Cursiv-Schrift abdruken zu lassen, (was unrichtig citiren heißt), und diesen Ausdruk auf eine Art zu kritisiren, daß man einsieht, daß er den wahren Sinn des Wortes „chemisch“ gar nicht versteht.104)

|311|

Was die Behauptung desselben am Ende seines Aufsazes betrifft, daß er nämlich nicht ansteht, die beiden Patente der HHrn. Pool von den Jahren 1816 und 1822 für einerlei mit dem obigen zu halten, so dürfen wir nur jeden verständigen Menschen bitten, diese drei Patente zu lesen, und wir sind überzeugt, daß er sie ganz verschieden finden wird. David Gordon.

Die Beschreibung dieses Patentes haben wir bereits in dem vorhergehenden Hefte dieses Journales aus dem September-Hefte des London Journal mitgetheilt. Das uns nach dem Abdruke desselben zugekommene October-Heft des Repertory of Patent-Inventions enthält aber eine vollständigere Beschreibung desselben, was uns in Beziehung auf die Wichtigkeit des Gegenstandes veranlaßt, sie hier in derselben Vollständigkeit noch nachzutragen. A. d. R.

|310|

Offenbar meint Hr. Gordon hier das London Journal of Arts. September 1826, wo es S. 89 heißt: „Diese Erfindung soll aus einer Entdekung der Patent-Träger hervorgegangen seyn, daß polirtes Eisen auf oder nahe an der Schweißhize eine große Neigung besizt, sich mit geschmolzenem Kupfer chemisch zu verbinden.“ Dieß ist wahrscheinlich eine Entdekung; da aber manche Chemiker sich die Freiheit nehmen werden, die Thatsache zu bezweifeln, so wäre es eben so gut gewesen, die Theorie gänzlich bei Seite zu lassen, und das Verfahren allein anzugeben, wie Eisen mit Kupfer platirt werden muß. Wir wollen dieß als Wink |311| für Patent-Träger überhaupt gesagt haben; denn, wenn die Basis einer Hypothese irrig ist, läßt sich das darauf angeführte Gebäude leicht umstürzen, und dieß wäre der Fall, wenn man die Ansprüche irriger Patent-Erklärungen gesezlicher Untersuchung unterwirft. Wir nehmen indessen mit aller Unterwürfigkeit für die Patent-Träger an, daß sie gefunden haben, daß Eisen und Kupfer auf einen gewissen Grad erhizt, und dann in genaue Berührung gebracht, in ihren Theilchen durch Verminderung der Cohäsion derselben inniger wechselseitig auf einander wirken können, als unter anderen Umständen, und daß die Patent-Träger, diese Erfahrung benüzend, vorschlagen, den Platirungs-Proceß unter solchen Umständen vorzunehmen.“ Das London Journal beschreibt nun das Verfahren der HHrn. Bowser und Gordon auf eine höchst unvollständige Weise auf anderthalb Seiten, und fügt in einer Anmerkung am Ende hinzu: „Hr. Joh. Poole zu Sheffield hat im Jahre 1816 und 22 sich zwei Patente auf Platiren des Eisens mit Messing ertheilen lassen. (Vergl. Lond. Journ. B. III. S. 237.) Mit Ausnahme des Waschens des Eisens mit Borax-Auflösung, welches einen Theil des Patentes des Hrn. Poole bildet, scheint eine große Aehnlichkeit zwischen beiden Verfahrungs-Weisen Statt zu haben, und die Unterschiede zwischen denselben sind in einigen Theilen dieser Operation so unbedeutend, daß wir keinen Anstand nehmen, sie für einerlei zu erklären.“

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