Titel: Ueber Dampfbothe auf dem Lago Maggiore.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 22, Nr. XXX./Miszelle 5 (S. 170–171)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj022/mi022030_5
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Ueber Dampfbothe auf dem Lago Maggiore.

Eine Gesellschaft von Privaten hat auf dem Lago-Maggiore ein Dampfboth (il Verbano) erbauen lassen, dem nun bald zwei andere auf dem Lago di Como (il Lario, der am 29. Julius vom Stapel gelassen wurde, und il Plinio) der noch im Baue steht), und ein drittes auf dem Lago di Garda, das nächsten Winter fertig wird, folgen werden. Die Maschinen zu diesen lezteren sind aus Liverpool. – Der Verano am Lago Maggiore ist 92 (im Kiele 80) englische Fuß lang; 16 Fuß, in der Mitte, die Räder mit einbegriffen, 30 Fuß breit. Der Schiffsraum vom Kiele zum Verdeke ist 7 Fuß. Unbeladen taucht er 2 Fuß tief. Das Gerippe ist aus Steineiche) die äußere und innere Bekleidung aus 2 Zoll diken Lerchen-Brettern. Die Rippen sind 5 bis 6 Zoll dike Querbalken, in einen 7–8 Zoll diken Kielbaum eingelassen, und stehen höchstens 16 bis 18 Zoll von einander. Die Maschine ist diejenige, die ehevor den Eridano auf dem Po zwischen Venedig, Mantova und Pavia trieb, sie ist aus der Fabrik des Hrn. Watt, mit Doppel-Cylinder und niedrigem Druke. Der Kessel ist aus geschlagenem Eisen mit Doppelwanden, beinahe parallelopipedisch, 14 Fuß 2 Zoll lang, 5 1/2 Fuß breit und 6 tief. Der Durchmesser des Stämpels und des großen Dampfcylinders aus Gußeisen ist 22 Zoll; die Wände des lezteren sind 3 Zoll dik. Der Spielraum für den Stämpel ist 2 1/2 Fuß lang. Der Stämpel stößt 40 bis 45 Mahl in Einer Minute, und die Räder drehen sich während dieser Zeit 40 Mahl. Eine sehr sinnreich eingerichtete Sicherheitsklappe öffnet sich, sobald der Druk 19 1/2 Pfund (zu 32 Loch) auf den □ Zoll übersteigt. Das Queksilber in dem Anzeiger darf, bei dem gewöhnlichen Gange der Maschine, um 2 bis 3 Zoll höher, als in dem Barometer stehen. Um die Nachtheile des äußeren Drukes der Atmosphäre auf die Wände des Kessels, wenn dieser luftleer ist, zu beseitigen, ist eine Klappe mit einem Wagbalken angebracht, die das Gleichgewicht bald wieder herstellt. Die Maschine des Verano hat die Kraft von 14 Pferden (nach Watt's Berechnung ist die Kraft Eines Pferdes, das 8 Stunden des Tages arbeitet, gleich einer Kraft, wodurch 265 Kubik-Meter Wasser in Einer Stunde Ein Meter hoch gehoben werden). Bei ruhigem Wasser läuft das Dampfboth in Einer Stunde 7 italienische Meilen, deren 60 auf den Grad gehen (also 7/4 deutsche Meilen). Die Ruder sind 6 Fuß lang. Der Verbrauch an Holz beträgt ungefähr 2 1/2 Zentner in Einer Stunde; der Zentner kommt auf eine italienische Lira zu stehen. Der Verano fährt zwei Mahl des Tages die ganze Länge des Lago-Maggiore hin und her von Magadino bis Sesto-Calende, und nimmt an allen größeren an den Ufern gelegenen Oertern Güter und Waaren auf. (Vergl. Giornale di Fisica. Decad II. T. IX. 4° Bimestre, p. 284.)

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