Titel: Dr. F. Fox's Haarröhrchen-Thermometer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 22, Nr. XXX./Miszelle 6 (S. 171–172)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj022/mi022030_6

Dr. F. Fox's Haarröhrchen-Thermometer.

Das Philosophical Magazine and Journal, Julius 1826. S. 71. gibt aus „Notes“ die zu Derby über Dr. Fox's Lectures at the Mechanics' Institution dieser Stadt erschienen sind, folgende Notiz.

„Man kann mittelst dieses Instrumentes 1/30 Grad Fahrenh. Unterschied in der Temperatur entdeken. Jeder Grad an diesem Instrumente beträgt mehr als Einen Zoll, da er sonst nur 1/8 Zoll beträgt. 8 Tropfen warmen Wassers von 200° Fahrenh. brachten in einer Pinte Wassers von 60° auf der Stelle ein Steigen von 1/8 Zoll hervor. Hier war das warme Wasser nur 1/151000 des kalten. – Dr. Fox machte sein Thermometer auf folgende Weise. Er blies an dem Ende einer gewöhnlichen Thermometer-Röhre eine Kugel, und füllte diese auf gewöhnliche Weise durch Bildung eines theilweisen Vacuums mittelst Erwärmung derselben mit Queksilber. Dann glühte er die Thermometer-Röhre bis zur Rothglühhize, und zog sie in ein feines Haarröhrchen aus; während des Ausziehens |172| enthielt die Röhre kein Queksilber, welches in der Kugel blieb, die es ganz füllte. Nun band er ein Stükchen Papier so um das Ende der Röhre, daß es eine Höhlung bildete, in die er Queksilber goß, hielt die Röhre an ihrem oberen Ende zwischen den Fingern frei hängend, und erhizte das Queksilber in der Kugel allmählig; in kurzer Zeit füllte dieses das gezogene Haarröhrchen, und verband sich mit dem Queksilber oben in der Papier-Kapsel. Wenn die Röhre kalt wird, zieht sich das Queksilber zurük, nimmt, durch Cohäsionskraft, etwas von dem Queksilber im Papiere mit sich, und füllt die Röhre bei der Temperatur des Zimmers. Man erhizt nun die Kugel in Wasser bis zur Temperatur, die das Thermometer anzeigen soll, und schließt die Röhre hermetisch, sobald das für diese Temperatur überflüßige Queksilber oben bei der Röhre ausgeflossen ist.71)

|172|

Der Uebersezer hat zu Wien vor ungefähr 26 Jahren in den Händen des vor Kurzem verstorbenen Freundes des Kaisers Josephs II., des Hrn. Grafen Lamberti, der ein sehr feiner Physiker gewesen ist, ein Thermometer gesehen, welches der Hr. Graf sich selbst verfertigte, und welches 1/100° Reaumür anzeigte. A. d. Ueb.

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