Titel: Gießerei und Maschinen-Fabrik des Hrn. Hallette, Sohn, zu Anas, der HHrn. Aitken und Steel á la Gare, und der HHrn. Casalis und Cordier zu St. Quentin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 22, Nr. LIII./Miszelle 4 (S. 265–266)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj022/mi022053_4

Gießerei und Maschinen-Fabrik des Hrn. Hallette, Sohn, zu Anas, der HHrn. Aitken und Steel á la Gare, und der HHrn. Casalis und Cordier zu St. Quentin.

Hr. Mallet erstattet in N. 263. des Bulletin de la Société d'Encouragement, S. 159. einen sehr ehrenvollen Bericht über diese große Unternehmung, die aus einer im J. 1810 noch sehr kleinen Anstalt zu Arras hervorgegangen ist, wo man gar keine bedeutende Fabrik hatte. Hr. Hallette hat gegenwärtig ein Eisen- und ein Kupfer-Gußwerk zu Arras, und zwei Oefen zur Kohk-Bereitung. Auf seinem Eisengußwerke gießt er in Einer Stunde 1000 Kilogramm Eisen, und selbst Stüke von 7–800 Kilogramm-Schwere mittelst eines sehr einfachen Gebläses. Er hat zwei Dampfmaschinen, eine von der Kraft von 20, die andere von der Kraft von 8 Pferden, im Gange, wodurch er an 200 Arbeiter erspart. Die 150 Arbeiter, die er braucht, sind alle Franzosen. Hr. Mallet trägt auf die goldene Medaille für Hrn. Hallette an.

Eben dieß thut auch Hr. Pouillet in demselben Bulletin, S. 161. für die Fabrik der HHrn. Aitken und Steel á la Gare. Hr. Aitken hat schon vor 25 Jahren die englische Mahl-Methode eingeführt, deren man sich zeither in Frankreich in mehreren Städten, und namentlich an der Verwaltung der Spitäler zu Paris, mit Vortheil bedient. Sie verfertigen viele |266| Dampfmaschinen, und zwar nach einem neuen Systeme, das sie Drei-Cylinder-System nennen. Diese Dampfmaschinen kommen zwar um ein Viertel oder Fünftel theurer, als jene von Woolf, und noch mehr als jene von Boulton und Woolf; allein, die höheren Kosten werden durch Ersparung an Brenn-Material hereingebracht, indem, nach ihren Aussagen, eine Maschine nach ihrem Systeme bei einer Kraft von 10 Pferden in Einer Stunde nur 30 Kilogramme Kohlen braucht, während eine Maschine von gleicher Kraft nach Woolf 40, nach Boulton und Woolf 60 Kilogramme Kohlen in Einer Stunde nöthig hat. Die HHrn. Aitken und Steel haben auch die Dampfkessel, vorzüglich für Dampfbothe, verbessert; sie ersparen Holz, und nehmen einen kleineren Raum ein.

Hr. Molard der Jüngere tragt auch für die. HHrn. Casalis und Cordier auf die goldene Medaille an, die in der École d'arts et métiers zu Chálons erzogen wurden. Der sel. Herzog de la Rochefoucault-Liancourt unterstüzte sie im J. 1819 mit 10,000 Franken. Sie verfertigten vom J. 1820 bis 1. Mai 1826 zu St. Quentin nicht weniger als 40 Dampfmaschinen, die zusammen eine Kraft von 333 Pferden geben, was bei dem harten Anfange, den sie hatten, sehr zu bewundern ist.

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