Titel: Ueber Arsenik, seine Oxide und Schwefel-Verbindungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 22, Nr. LXXVII./Miszelle 17 (S. 360–361)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj022/mi022077_17

Ueber Arsenik, seine Oxide und Schwefel-Verbindungen.

Hr. Guibourt hat in dem Journal de Chimie médicale (Februar, April, 1826, Edinburgh new Philosophical Journal, July, October S. 317) einige Berichtigungen über die physische und chemische Geschichte des Arsenikes mitgetheilt. Er fand die specif. Schwere des metallischen Arsenikes im natürlichen Zustande, nicht 5,763, wie Bergmann, sondern 5,789 in kleinen Stüken; in größeren nur 4,166. An den durch scheinenden Stüken des Arsenik-Oxides fand er die specif. Schwere 3,7385; an den undurchsichtigen 3,695; nie aber eines von 5,0, wie Bergmann. 100 Theile temperirten Wassers lösen beinahe 1 Theil durchscheinenden Arsenik-Oxides auf; 100 Theile siedenden Wassers aber lösen 9,68 davon auf, und behalten bei dem Erkalten noch 1 3/4 aufgelöst. Von dem undurchsichtigen lösen [...] Theile Wassers bei mittlerer Temperatur 1 1/4, bei Siedehize 11,47 Theile auf, und behalten 2,9 beim Erkalten aufgelöst. Das durchscheinende Arsenik-Oxid färbt, nach Guibourt, das Lackmuß etwas weniges roth; die undurchsichtige Abart stellt aber die blaue Farbe an dem durch eine Säure gerörheten Lackmuß wieder her. (Hr. Jameson bemerkt dagegen, daß er fand, daß eine Auflösung des undurchscheinenden Oxides den Lackmuß schwach röthet, und nur sehr wenig die Farbe an dem gerötheten wieder herstellt). Berzelius und Laugier behaupten gegen Proust, daß natürliche und künstliche Verbindungen des Schwefels mit Arsenik nicht von einander verschieden sind; wogegen Hr. Guibourt bemerkt, daß, nach Hoffmann und Renault's neueren Erfahrungen, die natürlichen Schwefel-Arsenik, Auripigment und Realgar, so wie der Schwefel-Arsenik aus einer Arsenik-Oxid-Auflösung, durch die man geschwefeltes Wasserstoffgas ziehen ließ, nicht giftig sind, während sublimirtes Auripigment und künstlicher Realgar, durch Zusammenschmelzen des metallischen Arsenikes mit Schwefel im Ueberschusse erzeugt, sehr giftig sind. Die künstlichen Arsenik-Schwefel enthalten, nach ihm, immer Arsenik-Oxid beigemengt; der künstliche Realgar 1 1/2 p. C., das künstliche Auripigment 40 p. C. Hr. Jameson bestätigt Lezteres; bemerkt aber zugleich, daß Hr. Guibourt |361| irrt, wenn er die natürlichen Arsenik-Schwefel für nicht giftig hält; Hr. Orfila hat auch später in dem Journ. de Chimie med. diese Ansicht Guibourt's durch Versuche an Thieren widerlegt.

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