Titel: Scheidung des Eisens vom Mangan.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1826, Band 22, Nr. XCIX./Miszelle 2 (S. 453–454)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj022/mi022099_2

Scheidung des Eisens vom Mangan.

Hr. Quesneville, der Sohn, gibt im Journal de Pharmacie, Septbr. 1826. S. 474, eine neue Methode an, das Eisen vom Mangan zu scheiden; er sagt:

„Ich löse die beiden Oxyde in Salzsäure auf, und koche sie einige Zeit, um alle überschüßige Säure zu entfernen, und die Flüßigkeit dadurch so neutral, als möglich, zu machen, was für das Gelingen dieses Verfahrens höchst wichtig ist. Ich verdünne hierauf die Auflösung mit vielem Wasser, und lasse einen Strom Chlor durch dasselbe ziehen, um das Eisen auf das Maximum der Oxydation zu bringen. Hierauf schlage ich die Flüßigkeit mit arseniksaurem Kali nieder. Es bildet sich ein weiß grünlicher Niederschlag, der ganz aus arseniksaurem Eisen besteht. Nach |454| einigen Stunden filtrire ich die Flüßigkeit, und wasche den Niederschlag mit vielem siedenden Wasser, trokne ihn und glühe ihn stark aus, um das Eisenoxyd zu erhalten. Die Flüßigkeit, die das arseniksaure Mangan in Auflösung erhält, lasse ich bis zur Trokenheit abrauchen, und löse wieder in Wasser auf: wenn zufällig Spuren von arseniksaurem Eisen zurükbleiben, würde sich dasselbe daraus scheiden. Dann filtrire ich, und zerseze die filtrirte Flüßigkeit mit kaustischem Kali: das gut ausgewaschene Manganoxyd ist dann vollkommen rein. – Um zu sehen, ob eine große Menge Eisens bei ihrem Niederschlagen nicht etwas Mangan mit sich zieht, machte ich folgenden Versuch: Ich löste zwei Decigramm kohlensaures Mangan mit fünf Gramm Eisenoxyd auf, schlug sie dann nieder, und untersuchte jeden Niederschlag für sich allein. Das Eisenoxyd gab nach dem Rothglühen in einem Platinna-Tiegel mit kaustischem Kali, nicht die mindeste Spur eines mineralischen Chamäleons. Das Manganoxyd fand sich so ziemlich ganz in der Flüßigkeit; es enthielt kein Eisen, denn in Salzsäure wieder aufgelöst, gab blausaures Kali einen vollkommen weißen Niederschlag, der an der Luft nicht im Mindesten blau wurde. Hieraus erhellt die Güte der obigen Methode.“

Diese Methode, von welcher der Verfasser sagt, daß sie den Beifall seines Lehrers Vauquelin erhielt, ist in Deutschland schon längst von Hrn. Prof. Pfaff in Kiel in Vorschlag gebracht worden. Man vergl. dessen Handbuch der analytischen Chemie, 1821. S. 174.

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