Titel: Howard und Hawkins, über Zukerraffinirung.
Autor: Howard, Eduard Karl
Hawkins, J. J.
Fundstelle: 1828, Band 27, Nr. XIII. (S. 30–37)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj027/ar027013

XIII. Ueber Zukerraffinirung etc. von Hrn. Edward K. Howard und Hrn. J. J. Hawkins.

(Fortsezung des Aufsazes im polytechn. Journ. Bd. XXVI. S. 415.)

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. November. 1827, S. 271.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Ich lösche gut gebrannten Kalk mit siedend heißem Wasser, und bereite Kalkrahm, und wenn dieser so gleichförmig geworden ist, als die Natur des Kalkes es gestattet, gieße ich, dem Umfange nach, eben so viel Wasser zu, und lasse die Mischung einige Minuten über aufkochen, bis sie das Ansehen von fein geronnener Milch bekommt. Ich scheide dann alles Fremdartige und alle Klümpchen, die immer in dem Kalke enthalten sind, durch Schlämmen ab, und um noch mehr sicher zu seyn, daß keine Klümpchen übrig bleiben, lasse ich den geschlämmten Kalk mit seiner Flüßigkeit durch ein feines Sieb laufen, durch welches nur |31| das feinste Geronnene durchlaufen kann. Hierauf nehme ich ungefähr zwei Pfund und ein halbes Alaun auf jeden Zentner festen Zuker, der raffinirt werden soll, löse den Alaun in ungefähr 16 Theilen seines Gewichtes Wasser auf, wozu ich siedendheißes Wasser wähle, und seze dieser Auflösung 70 oder 80 Gran Kreide (whiting) auf jedes Pfund Alaun zu. Nachdem die Mischung so lange umgerührt wurde, bis alles Aufbrausen aufhört, lasse ich die schwebenden Theilchen sich sezen, ziehe die Auflösung von dem Niederschlage ab, und gieße die zubereitete geronnene Kalkmilch, die ich mit dem Wasser aufschüttle, in dieselbe, und rühre Alles während des Zugießens sorgfältig um. Ich nehme soviel von der geronnenen Kalkmilch, daß Kurkumäpapier, in diese Mischung getaucht, kaum seine Farbe verändert, und, wenn es troken wird, dieselbe wieder vollkommen erhält. Wenn dasselbe in die klare darüber schwimmende Flüßigkeit getaucht wird, nachdem sich alle festen Theile zu Boden gesezt haben, so darf die Farbe kaum im mindesten an demselben verändert werden. Auf diese Weise ist nun das Verfeinerungs-Mittel gehörig bereitet, welches ich auf den Boden des Gefäßes, in welchem dasselbe sich befindet, sich ruhig sezen lasse. Nachdem ich die darüber stehende Flüßigkeit abgezogen oder abgegossen habe, bringe ich dasselbe auf eine Wollendeke, die wie ein Filtrum gestüzt wird, und lasse die Feuchtigkeit von demselben abtröpfeln, bis die Masse sich zusammenzieht, und durch Sprünge sich von demselben scheidet: in diesem Zustande taugt es dann zur Klärung der auf obige Weise zulezt abgezogenen Zuker-Auflösung. Ich seze zu demselben nach und nach und unter Umrühren so viel von dieser Auflösung, oder von irgend einer anderen ähnlichen Zuker-Auflösung, als hinreicht, um sie zur Consistenz eines gleichförmigen Rahmes zu bringen. Diese Mischung gieße ich dann in die ganze Masse der besagten Zuker-Auflösung, die geklärt werden soll, und rühre dabei so viel um als nöthig ist, um das Klärung-Mittel gleichförmig zu vertheilen.

Der verfeinerte oder geklärte Zuker wird dann entweder die Nacht über, oder ungefähr 6 Stunden lang, länger oder kürzer, stehen gelassen, und die helle Flüßigkeit von dem Verfeinerungs-Mittel nach der allgemein bekannten Weise abgezogen oder abgegossen, und die Verdampfung angefangen, und bis zur Temperatur von ungefähr 200 Graden F., mehr oder weniger, fortgesezt, was, wie gesagt, am besten mittelst Dampf oder Wasserhize, unter dem gewöhnlichen Druke der Atmosphäre geschieht, bis die erhizte Zukerflüßigkeit eine specifische Schwere von ungefähr 1,37, mehr oder weniger, (die specifische des Wassers = 1 angenommen), erreicht hat. In diesem Zustande trage ich dieselbe in irgend ein schikliches Gefäß über, und rühre sie öfters um, bis sie die gehörige körnige Consistenz angenommen hat, |32| um in die Formen gegossen zu werden, was sodann geschieht. Sobald die Formen kalt geworden sind, nehme ich die Stöpsel aus denselben, und lasse den in dem Hute enthaltenen Syrup auf die gewöhnliche Weise auslaufen. Während dieß geschieht, oder wenn der Syrup die obere Oberfläche des Hutes verlassen hat, untersuche ich denselben, und puze ihn auf die oben angegebene Weise nieder. Wenn der Zuker für die Sorte, zu welcher er als Kaufmannswaare bestimmt ist, fein genug ist, nehme ich denselben, nachdem er aufgehört hat zu tröpfeln, auf die gewöhnliche Weise aus dem Model, schneide das dünnere Ende des Hutes, das noch nicht rein von Syrup ist, ab, und trokne ihn wie gewöhnlich. Wenn aber der Hut noch nicht hinlänglich weiß wäre, menge ich diesen Zuker, wie gesagt, mit Wasser zu einem Breie, und wiederhole die Arbeit.

Bemerkung. Da die Verdünstung unter dem Druke der Atmosphäre bei 200 Graden (F.) zu langweilig für die Eile war, mit welcher in einer Zukerraffinerie gearbeitet werden muß, so kam Hr. Howard bei seinem fruchtbaren Genie auf die Idee einer Pfanne mit einem leeren Raume, welche der Hauptgegenstand des zweiten Patentes ist.“ 9)

Wenn ferner der Zukerhut auf obige Weise nicht so dicht und festkörnig ausfallen sollte, als das Auge des Käufers es wünscht, forme ich, vor dem Troknen, den Hut nach der bekannten Weise um, indem ich die Kerne in einer metallnen oder anderen Form, aus welcher der Hut alsogleich wieder herausgeht, einstampfe.

Bemerkung. Das Einpressen des Zukers in metallnen Formen war eine Mode von kurzer Dauer; man hört jezt selten mehr davon.“

Wenn ferner die Spize des Hutes beibehalten werden soll, ohne daß man den in derselben enthaltenen Syrup in den Hut will zurüklaufen lassen, so bewirke ich dieses mittelst einer Röhre von hinlänglicher Größe, die sich weit genug von dem Boden der Form aus fortsezt, um an Formen von der gewöhnlichen Art und Größe werden zu können, und deren Mündung sich wenigstens um einen Zoll erweitert, oder die einen Theil einer neuen Form, die eigens dazu vorgerichtet |33| wird, ausmachen kann. Ich nehme dann den unteren Theil des Zukers, der in dieser Röhre enthalten ist, weg, zugleich mit dem überflüßigen Syrup, statt daß ich, wie gewöhnlich, die Spize wegnehme.

Bemerkung. Diese Art die Spize des Zukerhutes abtröpfeln zu lassen, ist jezt nicht mehr gebräuchlich. Man hat es besser gefunden, den Hut etwas länger zu formen, als man ihn gewöhnlich hat, und dann die Spize abzuschneiden, in welcher der Syrup enthalten ist. Zuweilen schneidet man die äußere Seite der Spize so tief ab, daß eine neue kegelförmige Spize zum Vorscheine kommt. Dieß geschieht mittelst einer Maschine, die ich auf Verlangen des Hrn. Howard's vorgerichtet habe: man nennt sie den Kopfschneider (head cutter).

Fig. 7. zeigt diesen Schneider im Perspective, auf seinem Gestelle aufgezogen, und zum Gebrauche fertig.

a, ist ein hölzernes Gestell, das auf vier Füßen steht, und eine Schublade, b, hält, welche zur Aufnahme des abgeschnittenen Zukers dient.

c, sind zwei senkrechte Stüzen mit Halsbändern von Gußeisen, die auf dem Gestelle, a, ruhen.

d, eine eiserne Achse, die in den Halsbändern der Stüzen, c, sich dreht.

e, eine Kurbel an der Achse, d.

f, eine kreisförmige Messingplatte, die auf der Achse, d, befestigt ist.

g, vier eiserne Stangen, die an der Platte, f, befestigt sind.

h, ein messingener Ring an dem anderen Ende der Stange, g.

k, zwei gekrümmte Messer, die an der Platte, f, und dem Ringe, g, mittelst der Bänder, I, festgehalten werden.

l, zwei Bänder, die über den Enden der Messer, k, niedergeschraubt sind, und sie an der Platte, f, festhalten. Zwei ähnliche Bänder laufen über die anderen Enden der Messer; sie konnten aber nicht im Perspective dargestellt werden. Diese Bänder lassen die Messer so stellen, wie es der Durchmesser des Hutes, der geschnitten werden soll, fordert.

m, zwei Blöke, deren jeder sich auf zwei Stangen schiebt, so daß sie nach der Größe des Hutes gestellt werden können, und denselben concentrisch mit der Achse der Messer halten.

Bei Anwendung dieses Kopfe Schneiders hält man den Hut in einer Hand, und dreht mit der anderen die Kurbel. In einigen Raffinerien wird der Kopf-Schneider von der Dampfmaschine getrieben, auf ähnliche Weise wie das Puzmesser „(im Originale heißt es, wahrscheinlich durch Drukfehler, „wie der Kopf-Schneider“).“

Man hat neulich eine Veränderung angebracht, und noch Ein |34| Messer beigefügt, die beiden schiebbaren Blöke aber beseitigt. In diesem Falle braucht man nur drei Stangen. Es ist noch im Zweifel, ob dieß wirklich eine wahre Verbesserung ist, indem mehr Sorgfalt hierbei nöthig ist, um den Hut so unter das Messer zu dringen, daß nicht ein Messer tiefer schneidet, als die beiden anderen.“

Ich komme nun zu den Flüßigkeiten zurük, die sich in den beiden Cisternen befinden, oder in anderen Gefäßen, wovon die eine den groben Schmuz und die unauflöslichen Unreinigkeiten, die andere das oben beschriebene Verfeinerungs-Mittel enthält: die in beiden enthaltene Zuker-Auflösung muß nämlich bei der nächsten Arbeit, oder bei irgend einer nachfolgenden Arbeit, aufgearbeitet werden. In der ersteren dieser beiden Flüßigkeiten seze ich ungefähr eben so viel, dem Umfange nach, siedendes Wasser zu, und lasse sie dann durch ein hinlänglich dicht gewebtes Tuch laufen, damit die gröberen Unreinigkeiten auf demselben zurükbleiben. Hierauf seze ich die andere Flüßigkeit zu, welche das Verfeinerungs-Mittel enthält, und ziehe durch Waschen und Absezen alle Süßigkeit aus, die sie enthält. Die erhaltene süße Flüßigkeit benüze ich zu dem Anrühren des Breies, oder, wegen des darin enthaltenen Zukers, im Anfange des Reinigungs-Processes, wie gesagt, statt des Wassers.

Bemerkung. „Die hier gegebene Weisung bezieht sich auf die Unreinigkeiten, und auf das Verfeinerungs-Mittel, welche beide nach der Klärung durch Absezung zurükbleiben. Da dieser Theil der Arbeit durch das Filtriren erspart wird, so fallen diese Weisungen jezt von selbst weg.“

Was die Syrupe betrifft, die von den Zukern abtröpfeln, welche der Einwirkung meines Verfeinerungs-Mittels ausgesezt wurden, so können dieselben ohne allen Zusaz verdampft werden; nur muß dafür gesorgt werden, daß die Temperatur der Siedehize dabei vermieden wird, was, wie gesagt, am besten mittelst eines Dampf- oder Wasser-Bades geschieht. Ein solcher, auf diese Weise behandelter, Syrup wird bei dem zweiten, dritten, ja selbst bei dem vierten Mahle, noch starke Krystalle liefern. Oder, es kann auch der von dem Puzen und Abschneiden der Spizen übrige Zuker, nebst anderen Abfällen, in demselben im Wasserbade geschmolzen werden, damit er die zur Körnung und Krystallisation nöthige Consistenz erhält. Die schlechteren Syrupe können mit Vortheil mit Muscovado-Zuker gemengt werden, wie ich oben angegeben habe, statt mit Wasser.

Bemerkung. „Die Syrupe, welche von geklärtem Zuker abtröpfeln, werden in Zukerraffinerien mit denjenigen filtrirten Zukerauflösungen gemengt, welche ungefähr dieselbe Farbe haben, und beide werden mit einander gesotten.“

|35|

Die Zukerhüte, welche durch meine gewöhnlichen Verfeinerungs-Mittel verfeinert wurden, oder jeder Zuker, der bereits ziemlich raffinirt ist, läßt sich durch Anwendung anderer Verfeinerungs-Mittel noch weiter raffiniren, welche auf folgende Weise bereitet werden. Ich nehme ungefähr drei Pfund und ein halbes Alaun auf jeden Zentner festen Zuker, der raffinirt werden soll, und löse denselben in ungefähr 16 Mahl so viel Wasser, dem Gewichte nach, auf, wozu ich vorzüglich siedend heißes Wasser wähle; dieser Auflösung seze ich 70 bis 80 Gran Kreide (whiting) für jedes Pfund Alaun zu, und nachdem ich diese Mischung so lange umgerührt habe, bis alles Aufbrausen aufhört, lasse ich die schwebenden Theile sich sezen, und ziehe die Auflösung von dem Niederschlage ab. Hierauf gieße ich (statt der geronnenen Kalkmilch, bei meinem gewöhnlichen Verfeinerungs-Mittel) eine concentrirte Auflösung voll kaustischer Soda zu, so lange, bis die umgerührte Mischung eine nur sehr geringe Veränderung der Farbe auf dem Kurkumä-Papier hervorbringt, wornach ich sehr reines Wasser zugieße, und den Niederschlag durch abwechselndes Umrühren und Sezenlassen so lange fort wasche, bis das Wasser vollkommen geschmaklos abläuft, worauf ich es auf die oben beschriebene Weise abgieße, und von dem Verfeinerungs-Wasser abtropfen lasse. Hinsichtlich des reinen Wassers muß ich bemerken, daß ich es öfters sehr zuträglich finde, mein Wasser durch das bekannte Verfahren des Abkochens mit etwas Alaun und etwas Kalk oder Kreide zu reinigen, mit der Vorsicht, keinen überschüssigen kaustischen Kalk in der Auflösung zurükzulassen.

Bemerkung. „Das hier beschriebene Verfeinerungs-Mittel wird nicht gebraucht.“

Wenn ich Alaun (Alum) empfehle, so geschieht es nicht, als ob er der reinen schwefelsauren Thonerde (sulphate of alumine) vorzuziehen wäre, sondern weil er bereits ein Handelsartikel ist, und so leichter erhalten werden kann. Eine Mischung von Kalk und Thonerde, die der oben beschriebenen ähnlich ist, würde, man mag sie auf was immer für eine Weise erhalten, eben so gut dienen, als mein erstes Verfeinerungs-Mittel, und reine Thonerde, auf was immer für eine Weise gewonnen, würde so gut dienen, als mein zweites Verfeinerungs-Mittel. Was die Anwendung der kaustischen Soda betrifft, ziehe ich dieselbe der Pottasche vor, weil das dadurch entstehende Salz sich sehr leicht wegwaschen läßt, und dem Ammoniak, weil dieses ziemlich hoch im Preise ist.

Den höheren Grad von Feinheit an bereits ziemlich weit raffinirtem festen Zuker erzeuge ich dadurch, daß ich den zu raffinirenden Zuker in dem reinsten Wasser auflöse, wozu ich siedend heißes Wasser wähle, und zwar auf die oben beschriebene Weise, und in obigen Verhältnisse. |36| Nach der Vorbereitung, und unmittelbar nach geschehener Auflösung, menge ich mein zweites Verfeinerungs-Mittel, so wie das erste, der Auflösung bei, zertheile es, und schreite dann nach geschehener Klärung durch Ruhe zur Abdampfung und Bildung der Zukerhüte, wie oben angegeben und beschrieben wurde.

Bemerkung. „Die hier beschriebene Weise wird nicht angewendet; auch sind die in dem folgenden Theile dieses Patentes gegebenen Weisungen von keinem Werthe für das gegenwärtig übliche Verfahren, welches wir jedoch, damit die Leser dieses Patent ganz besizen, hier mittheilen wollen.“

Obschon, was die Anwendung der Hize beim Raffiniren des Zukers nach meiner Art betrifft, ich eine Temperatur von ungefähr 200° Fahrenh. als die zwekmäßigste angab, um die Farbe und Krystallisirbarkeit des Zukers zu sichern und zu erhalten, und als diejenige, die mittelst Dampf- oder Wasserbades, welches ich zuerst in der Zuker-Raffinerie anwendete, am leichtesten mit Genauigkeit und Gleichförmigkeit unterhalten werden kann, so bediene ich mich doch, wo die Umstände es erfordern, zuweilen auch einer höheren Temperatur, obschon mit minder gutem Erfolge, wobei ich vorzüglich dafür sorge, daß die Hize auf der Oberfläche des Kessels immer so gleichförmig, als möglich, unterhalten wird. Was die Arbeiten in dem Wasser- oder Dampf-Bade betrifft, so richte ich meinen Apparat nach den Grundsäzen und Methoden ein, die aus chemischen Werken bekannt, und in denselben empfohlen sind. Für Temperaturen über den Siedepuncte mache ich mein Dampfbad stark, und so, daß es gehörig geschlossen werden kann, und versehe dasselbe mit einem Speiser unter gehörigem Druke, oder mit einer Drukpumpe, und mit Sicherheitsklappen und Verbindungs-Röhren, Hähnen, Aichmaßen und allem nöthigen Zugehöre, wie man es gewöhnlich bei Dampfkesseln hat.

Obschon ich ferner das Dampf- oder Wasser-Bad jedem anderen Mittel meine Gefäße zu hizen bei weiten vorziehe, arbeite ich jedoch, nöthigen Falles, auch mit gemeinem Feuer, nur mit der Vorsicht, daß die Hize regelmäßig und gleichförmig an dem Kessel angebracht wird, und im gehörigen oberwähnten Grade, wozu freilich mehr Aufmerksamkeit von Seite des Arbeiters gehört, als bei einem Dampf- oder Wasserbade nothwendig ist.

Wenn ich meine gewöhnlichen und gemeinen Verfeinerungs-Mittel, wie ich sie zuerst oben beschrieben habe, auf sehr groben, nassen oder zerfließenden Zuker anwenden muß, wird eine größere Menge von geronnener Kalkmilch nothwendig, als oben für schon zum Theile verfeinerten Zuker angegeben wurde; hier muß die Beurtheilungskraft und die Qualität des groben, nassen, zerfließenden Zukers entscheiden.

|37|

Uebrigens sind meine Verfahrungs-Weisen und Gefäße und Werkzeuge, Oefen etc. nach Umständen verschieden, und lassen sich von jedem verständigen Arbeiter darnach abändern.

|32|

Diese Idee ist eine ursprünglich deutsche Idee. Hr. von ***, Salinen-Beamter zu Hall in Tirol, schlug schon vor 30 Jahren vor, Salz in leerem Raume zu sieden; allein, die Beamten, die Salinen leiten, ohne ein Titelchen von Physik zu verstehen, lachten über diesen Vorschlag, und er kann sich glüklich schäzen, daß er nicht in die Salzpfanne geworfen wurde. Denn dieses Loos ist jedem Halurgen beschieden, der dem bodenlosen Schreiberwesen an den Salinen, wodurch die Regierungen, die es eingeführt haben, wenigstens 50 p. C. Netto-Ertrag verlieren, ein Ende machen will. Indessen, die Zeit wird kommen, wo die Regierungen ihre Salzbergwerke und Salzquellen als ihr Eigenthum behalten, aber Jeden, der ihnen Sohle oder Salz abkauft, werden Salz sieden lassen, wie es in England geschieht, das seine Finanzquellen eben so gut zu benüzen weiß, als seine Salzquellen. A. d. R.

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