Titel: Stansfeld's, Verbesserung an Weberstühlen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 27, Nr. XXV. (S. 82–84)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj027/ar027025

XXV. Verbesserung an Weberstühlen, worauf Thomas Wolrich Stansfeld, Kaufmann, Wilh. Pritchard, Mechaniker, und Sam. Wilkinson, Kaufmann, alle drei zu Leeds, Yorkshire, sich am 16. Julius 1825 ein Patent ertheilen ließen.

Aus dem London Journal of Arts. October. 1827. S. 73.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Diese Verbesserung besteht 1) in einem kleinen Zusaze an dem Schiffchen (Schüzen), wodurch, für den Fall, daß der Eintrag-Faden brechen sollte, das Schiffchen in seinem Laufe aufgehalten, und der Stuhl still gehalten wird. 2) in einer Vorrichtung hinter der Lade, das Schiffchen aufzuhalten, wenn ein Kettenfaden reißt.

Beinahe an jedem Kunststuhle sind kleine Vorrichtungen angebracht, wodurch, wenn das Schiffchen gehindert wird, am Ende seines Laufes in die Büchse zu gelangen, gewisse kleine Hebel oder Stifte herausfahren, und die Lade hindern sich zu schwingen, so daß der Stuhl still stehen muß. Die Patent-Träger bedienen sich gleichfalls einer solchen Vorrichtung, |83| die sie zwar nicht als ihre Erfindung in Anspruch nehmen, die aber doch bei ihrer Verbesserung unumgänglich nothwendig ist.

Fig. 7. zeigt ein Schiffchen mit der Spule, die den Eintrag liefert, von oben. Fig. 8. ist ein Quer-Durchschnitt desselben, welcher die neue Vorrichtung zeigt, durch welche das Schiffchen gehindert wird in die Büchse einzulaufen, wenn der Faden an der Spule reißt. a, ist ein kleiner Hebel in einer Vertiefung innerhalb des Schiffchens, wo er beinahe in seinem Mittelpuncte mittelst eines Stiftes befestigt ist, auf welchem er sich dreht. An einem Ende, welches man den Kopf dieses Hebels nennen kann, befindet sich ein Auge, durch welches der Faden von der Spule, b, herläuft, und zu dem Leiter, c, gelangt: das andere Ende dieses Hebels steht durch einen Einschnitt in der Seite des Schiffchens hervor. Das Ende mit dem Auge ist das schwerere, und wird in der in Fig. 8. gezeichneten Lage durch die Spannung des Fadens erhalten, der von der Spule, b, zu dem Leiter, c, läuft. Wenn der Faden aber bricht, so verliert der Hebel diese Stüze; sein schwereres Ende fällt nieder, und die Spize steigt in der in punctirten Linien angedeuteten Richtung in die Höhe.

In Fig. 8. ist d, der Boden, auf welchem das Schiffchen läuft, und, e, e, sind die Seiten der Büchse, in welche sie einläuft, an beiden Enden ihrer Laufbahn. An einer Seite dieser Büchsen ist ein kleiner Einschnitt, f, welcher der Spize bei dem Einlaufen Plaz macht. Wenn aber der Faden vor dem Einlaufen gebrochen ist, fällt der Kopf des Hebels, die Spize steht in die Höhe und schlägt an die Seiten an, hindert folglich das Einlaufen des Schiffchens in die Büchse, bringt die arbeitenden Theile des Stuhles außer Gang, und stellt den Stuhl augenbliklich, wie es bei allen Kunststühlen geschieht.

Die Art, wie der Stuhl gestellt wird, wenn ein Kettenfaden bricht, ist folgende. Fig. 9. stellt einen Theil der Hinterseite des Stuhles dar, und einen Theil der Lade, der Laufbahn des Schiffchens und des Geschirres. a, a, ist die Bahn des Schiffchens: b, das Rietblatt; c, c, sind die Büchsen für das Schiffchen; d, d, die oberen und unteren Leisten für die Lizen, von welchen hier nur einige mit ihren Augen gezeichnet sind, e, e, e, f, um das Spiel der Vorrichtung zu zeigen.

Der obere Theil der Lizen ist aus dem gewöhnlichen Lizengarne, der untere aber aus Draht: beide verbinden sich mit einander an den Augen, die die Kettenfaden führen. Wenn das Geschirr durch seinen Tretschämel, g, herabgetreten wird, zieht die untere Leiste, d, die Drahte herab, und dadurch zugleich das Gelese der Kette, welches durch die Augen derselben läuft, indem der aus Garn verfertigte obere Theil der Lizen dann schlaff herabhängt; wenn aber der obere Theil des Geschirres durch Aufziehen der Leiste, d, in die Höhe steigt, so |84| wird dieser Theil gespannt, und zieht, da die Drahte dann loker hängen, das Gelese wieder in die Höhe. Die Augen werden also von dem oberen und unteren Theile der Lizen durch die Spannung der Kettenfaden gehalten.

Wenn nun ein Kettenfaden reißt, so fällt das Auge, durch welches er läuft, augenbliklich herab, hier f, und der untere drahtene Theil der Lize hängt tief unter die untere Leiste des Geschirres. Wie nun die Lade zurükgeht, die sich auf ihren Zapfen schwingt, so fängt eine Schnur, h, die quer über die Lade gespannt ist, das Ende der Lize, f, und der Draht kommt aus seiner geraden Richtung. Diese Schnur, h, läuft über Rollen, die in Gabeln an den Schenkeln der Lade befestigt sind, und die Enden dieser Schnur stehen mit den Hebeln i, i, in Verbindung; wenn folglich die Schnur aus ihrer geraden Richtung gebracht wird, wird das obere Ende des Hebels, i, in die Höhe gehoben, und wird auf einen Feder-Hebel, k, wirken, der hinter der Büchse des Schiffchens angebracht ist, wird den Feder-Hebel feststellen, und das Einlaufen des Schiffchens in die Büchse hindern.

Wenn also ein Faden der Kette bricht, fällt die drahtene Lize, f, augenbliklich nieder, zieht die Schnur, h, dadurch den Hebel, i, und hält so das Schiffchen auf, und stellt den Stuhl so lange, bis der Kettenfaden wieder angeknüpft ist.

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