Titel: Molard's Bericht, über eine Maschine zur Verfertigung der Steknadeln.
Autor: Molard,
Fundstelle: 1828, Band 27, Nr. LXXXIII. (S. 321–337)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj027/ar027083

LXXXIII. Bericht des Hrn. Molard, d. jüng., im Namen des Ausschusses der mechanischen Künste, über eine Maschine zur Verfertigung der Steknadeln, welche die HHrn. Wright und Taylor der Société d'Encouragement überreichten.

Aus deren Bulletin N. 279. S. 307.

Mit Abbildungen auf Tab. VIII.164)

Wir erstatten Bericht über eine Maschine zur Verfertigung der Steknadeln, welche der Erfinder derselben, Hr. Lemuel Wellmann Wright, und sein Associé, Hr. Daniel Foot Taylor der Société d'Encouragement zur Würdigung vorlegten.

Die Absicht dieser Herren (deren Stellvertreter zu Paris Hr. Chr. Albert ist), war, auf der einen Seite das Urtheil der Société über das Verdienst dieser Erfindung zu vernehmen, auf der anderen Seite authentisch zu beweisen, daß diese Maschine sich wirklich in Frankreich befindet, um das Privilegium-Recht nicht zu verlieren, indem das Gesez der Privilegien befiehlt, daß die patentisirte Maschine binnen zwei Jahren im Gange seyn muß.

Diese Maschine wurde in England am 15. Mai 1824 mit Patent-Recht versehen, im London Journal of Arts, Mai, 1825. S. 282, (Polytechn. Journ. Bd. XVII. S. 307.)165) beschrieben, so wie auch im Bulletin des Sciences tehnologiques des Hrn. Baron de Férussac, April 1827. S. 246.

Wir wollen zuerst einen Begriff von dieser Maschine geben, ohne uns in das weitere Detail einzulassen, welches in der Folge durch Beschreibung und Abbildung deutlich werden wird.

Der Draht, aus welchem die Steknadeln verfertigt werden, ist, wie gewöhnlich, auf einem senkrechten kegelförmigen Haspel (der |322| Giebe) aufgewunden, der auf einer Seite der Maschine stekt. Von hier aus läuft er zur Richte (dressoir, in der Sprache der französischen Nadelmacher engin), und wird in horizontaler Richtung von einer Zange ausgezogen, die ihn einer Schere darbiethet, von welcher er in der zu einer Nadel nöthigen Länge in Stüke geschnitten wird (in Schäfte, hanses ).

In demselben Augenblike faßt eine bewegliche Zange den Schaft quer in der Mitte, und führt ihn parallel mit ihr in horizontaler Richtung zu einer zweiten Zange, die ihn an jenem Ende pakt, an welchem der Knopf aufgesezt werden soll. Diese lezte Zange fängt alsogleich an sich abwechselnd um sich selbst zu drehen, und senkt sich zugleich so, daß das Ende des Schaftes, welches die Spize werden soll, auf einen großen metallnen grobgehauenen Schleifstein fällt, wo die erste Zuspizung geschieht. Wir müssen hier bemerken, daß der Schaft auf den Schleifstein durch eine senkrechte Spindel niedergehalten wird, die sich zugleich mit senkt.

Nachdem dieses erste Spizen geschehen ist, wird die Nadel neuerdings von einer anderen Zange ergriffen, die sie, immer horizontal, auf ein zweites Rädchen führt, wo das Spizen auf einem fein gehauenen Schleifsteine, der so wie der vorige vorgerichtet ist, vollendet wird.

Nach Vollendung des Spizens nimmt eine dritte Zange, die den vorigen ähnlich ist, die Nadel wieder auf, und führt sie, immer parallel mit sich, zwischen zwei Baken, die sie stark drüken, und wo der Knopf, durch einen sehr starken Druk, den ein Stämpel in der Richtung der Nadel ausübt, seine erste Form erhält.

Der Knopf wird in einer Matrize vollendet, welche ein Loch von der Größe des Körpers der Nadel hat: der Eingang in dieselbe ist halbkugelförmig. Eine vierte, den vorigen vollkommen ähnliche, Zange führt die Nabel zu derselben, welche von einem Stämpel, dessen Kopf halb kugelförmig ausgehöhlt ist, wie der Eingang des Loches der Matrize, stark zusammengedrükt wird. Die Nadel wird anfangs in Folge der Rükwirkung einer kleinen, hinter der Matrize angebrachten Spiral-Feder zurükgezogen, die, nachdem sie von der Nadel zusammengedrükt wurde, diese zurükstößt, sobald die Einwirkung des Stämpels auf den Knopf aufhört; endlich auch noch durch eine kleine Gabel, die sich zwischen der Matrize und dem Knopfe niederschlägt, und durch eine rükgängige Bewegung nach der Richtung der Nadel diese gänzlich aus der Matrize herauszieht, und sie in eine darunter hingestellte Büchse fallen läßt.

Die verschiedenen gleichzeitigen Bewegungen, die die zahlreichen Arbeiten dieser Maschine fordern, werden durch eine einzige Achse erzeugt, |323| welche mittelst einer Kurbel gedreht wird, und die ihre umdrehende Bewegung mittelst eines Triebstokes von 15 Zähnen einer zweiten Achse mittheilt, auf welcher sich ein Rad von 30 Zähnen befindet, so daß die Bewegung der Kurbel um die Hälfte vermindert wird. Da diese zweite Achse die excentrischen Räder sowohl außer als innerhalb des Gestelles führt, und diese excentrischen Räder oder Däumlinge alle Theile dieser Maschine in Bewegung sezen, so folgt, daß die Kurbel sich zwei Mahl drehen muß, um eine Nadel zu bilden. Der Erfinder sagt, daß seine Maschine, die nur die Kraft eines einzigen Menschen fordert, wenn man die Kurbel nur 36 bis 40 Mahl in Einer Minute dreht, durch eine stärkere Triebkraft 80 Mahl in Einer Minute gedreht werden, und also 40 Nadeln in Einer Minute fertigen kann. Man hat diese Maschine vor uns zwar nicht mit dieser Schnelligkeit in Thätigkeit gesezt, wir glauben aber allerdings, daß man dieselbe, da ihre Bewegungen so regelmäßig sind, mit dieser Geschwindigkeit spielen lassen kann. Da alle Theile an derselben, an welchen Reibung Statt hat, aus gehärtetem Stahle sind, so ist ihre Dauer unbegränzt.

Die Schleifsteine zum Spizen (die Spizringe), die sich sehr schnell drehen, erhalten ihre Bewegung von einer eisernen Rolle, die auf der Achse der Kurbel befestigt ist, und die, mittelst Darmsaiten, zuerst eine Mittelachse dreht, welche dann weiter, wieder mittelst Darmsaiten und ähnlichen Rollen, diese Spizringe in Bewegung sezt.

Diese Maschine, die nicht mehr Raum einnimmt, als ungefähr 3 □ Schuh (un mètre superficiel), kostet 3000 Franken (500 Laubthaler). Mit Auswechselungen kann man mehrere Nummern von Steknadeln auf derselben verfertigen; es scheint aber, daß man in England, wo sie seit mehreren Jahren im Gange ist, lieber für jede Nummer eine eigene Maschine hat; hierzu ist ein schönes Capital nöthig, indem man nicht weniger als 32 Nummern oder Sorten von Steknadeln verfertigt.

Diese Maschine ist zuverläßig eine der sinnreichsten, die man erfinden konnte, und erfüllt ihren Zwek vollkommen. Man erlaube uns sie mit der Handarbeit der berühmten Nadelfabrik zu Aigle zu vergleichen.

Wir haben gesehen, daß diese Maschine, mit der Schnelligkeit getrieben, die sie gestattet, in Einer Minute vierzig, oder in Einer Stunde 2400 Nadeln, also in Einem Tage (zu 12 Stunden) 28,800 Nadeln liefert, wozu nur zwei Menschen nöthig sind, die das Rad drehen, und Ein Drittel Mensch zur Aufsicht. Sezen wir, der einfacheren Rechnung wegen, drei solche Maschinen, so wird man bei denselben nur sieben Menschen nöthig haben, welche täglich 86,400 |324| Nadeln erzeugen können, die man nur weiß sieden und poliren darf, wozu man keine Maschine braucht.

Nach dem Preis-Courant von Aigle, welches uns ein Fabrikant in dieser Stadt mittheilte, zahlt man für 12,000 Steknadeln von N. 18 (dergleichen wir auf dieser Maschine machen sahen), 45 Sous Arbeitslohn. Da die drei Maschinen 86,400 Nadeln liefern, so würden die 7 Arbeiter an denselben, nach diesem Arbeitslohne, nur 16 Franken 20 Centim. gewinnen; nach Abzug der Interessen des Capitales der Maschine, der Unterhaltungskosten und des Gewinnes für den Unternehmer würden nur 10 Franken für die 7 Arbeiter bleiben. Hieraus scheint uns diese Maschine, so wie sie gegenwärtig ist, nicht solchen Ertrag zu gewähren, daß man sie alsogleich anwenden müßte. Wir glauben, daß die Fabrikanten zu Aigle, die durch Ankündigung derselben so sehr erschrekt wurden, die Concurrenz aushalten können, weil sie seit langer Zeit her die Arbeiten gehörig zu vertheilen wußten.

Allein, diese Maschine gewährt auf der anderen Seite viele Vortheile in Hinsicht auf Gesundheit. Man weiß, daß die Spizer, ungeachtet aller Vorsicht, die sie brauchen, unvermeidlich den Kupferstaub, den das Spizen erzeugt, verschlingen müssen, an welchem sie frühzeitig dahin sterben, wenn sie die Arbeit nicht aufgeben. Es scheint uns, daß diese Maschine, die man in ein verschlossenes Gehäuse steken kann, gegen diese Nachtheile sichert. Man kann auch sagen, daß die Knöpfe, die hier aus dem Schafte selbst genommen sind, dauerhafter sind, als die aufgesezten, die oft bei dem leichtesten Druke an demselben hinabgleiten.

Eine Bemerkung gegen diese Maschine müssen wir noch beifügen. Die metallischen Schleifsteine (die Spizringe) spizen, wenn sie frisch gehauen sind, weit schneller, als wenn sie bereits einige Zeit über gedient haben. Da aber in der Maschine alles gleichförmig geschieht, so müssen diese Spizringe sich entweder anfangs zu viel, oder am Ende zu wenig abnüzen.

Ohne indessen über die Vortheile oder Nachtheile dieser Maschine absprechen zu wollen, worüber Erfahrung allein auf die bestimmte Weise entscheiden kann, glauben wir, daß diese Maschine allgemein bekannt gemacht zu werden verdient.

Beschreibung dieser Maschine von Hrn. Albert.

Die Weise, nach welcher die Steknadeln heute zu Tage mittelst der Hand verfertigt werden, fordert 14 verschiedene Operationen, wenn der Arbeiter den Draht vollkommen fertig, und zur Verarbeitung bereit erhält. Man muß den Draht richten (dresser); eine Arbeit, die, so einfach sie zu seyn scheint, doch eine der schwierigsten |325| in der Kunst des Nadelmachers ist. Sie besteht darin, daß 6 bis 7 Stifte auf einem Brette so gestellt werden, daß der leere Raum zwischen den drei ersteren genau die Dike des zuzurichtenden Drahtes beträgt, und die übrigen Stifte dem Drahte eine gewisse Krümmung geben, die im Verhältnisse zur Dike verschieden seyn muß. Nachdem der Arbeiter einen Bund Draht von ungefähr 25 Pfund gerichtet hat, bindet er ihn zusammen, und schreitet zum Schneiden, wodurch mittelst einer Schere von besonderer Form der Draht in Stüke von der Länge von drei oder vier Nadeln geschnitten wird. Die abgeschnittenen Stüke (Schäfte) werden dem Spizer übergeben, welcher sie mittelst zweier stählernen Schleifsteine von verschiedener Größe (den Spizringen) zuspizt: ein Spizring dient zum Grobspizen (degrossir), der andere zum Feinspizen (Finir). Diese Spizringe erhalten eine solche Geschwindigkeit, daß sie in Einer Minute tausend Mahl umlaufen. Jeder Arbeiter nimmt 20, 30, auch 40 Schäfte (mehr oder weniger) auf ein Mahl zusammen, bringt sie zwischen dem Zeigefinger und dem Daumen beider Hände in dieselbe Fläche oder Ebene, und nachdem er sie in die gehörige Reihe gebracht hat, biethet er sie dem Spizringe dar, und läßt sie bald nach einer, bald nach der anderen Seite um sich selbst laufen, wobei er dafür sorgt, daß sie immer etwas schief gegen den Spizring gehalten werden. Nachdem die Schäfte (tronçons) an einem Ende zugespizt sind, werden sie auch an dem anderen eben so gespizt.

Die auf diese Weise zugespizten Schäfte werden nun in der Länge der Steknadeln zugeschnitten, und diejenigen, die nicht gehörig zugespizt sind, dem Spizer zurükgegeben.

Es kommt nun bloß darauf an, den Draht zu drehen, um die Knöpfe zu bilden, diese zu glühen, und sie dann zu klopfen, oder ihnen die Form zu geben (façonner), was durch Weiber oder Kinder geschieht, und zulezt werden die Nadeln gescheuert, in geschmolzenem Zinne weiß gesotten, mit frischem Wasser gewaschen, getroknet, geschwungen, und auf vorläufig durchstochenes Papier aufgestekt.

Eine gut eingerichtete Werkstätte mit 13 Arbeitern und Arbeiterinnen kann täglich ungefähr Hunderttausend Steknadeln von allen Sorten liefern. Zwölf Tausend hiervon, N. 6, werden gewöhnlich für vier Franken (1 fl. 48 kr.) verkauft. Dieser außerordentlich geringe Preis konnte nur durch eine sehr zwekmäßige Vertheilung der Arbeiten errungen werden.

Die Maschine des Hrn. Wright verrichtet die obigen ersten sieben Arbeiten, von dem Richten des Drahtes an bis zum Aufsezen der Köpfe, durch bloße Umdrehung einer Kurbel, und da sie 80,000 Nadeln in zehn Stunden verfertigt, so ist es klar, daß man mit vier |326| ähnlichen Maschinen, die von derselben Kraft getrieben werden, eben so viel Arbeit liefern kann, als 7 Arbeiter.

Diese Maschine ist, ein Sechstel ihrer natürlichen Größe, mit allen ihren Theilen auf Tab. VIII. dargestellt.

Fig. 1. Tab. VIII. ist ein Seiten-Aufriß von der Seite der Kurbel.

Fig. 2. zeigt sie im Aufrisse von der Vorderseite.

Fig. 3. ist der Grundriß oder die Darstellung derselben von oben gesehen. Die übrigen Figuren zeigen die verschiedenen Theile der Maschine einzeln im Drittel ihrer natürlichen Größe.

Dieselben Buchstaben bezeichnen in allen Figuren dieselben Gegenstände.

Die ganze Maschine befindet sich in einem Gestelle aus Gußeisen, A, A, welches die gehörige Festigkeit gibt, und wenig Raum einnimmt. Die Triebkraft ist gewöhnlich eine Kurbel, D, die ein einzelner Mensch drehen kann. Wo mehrere Maschinen in einem Hause sich befinden, treibt man dieselben mittelst eines Pferdes, oder mittelst eines Wasserrades oder einer Dampfmaschine. Die Treib-Achse oder Welle, E, die auf die Grundfläche der Maschine schief steht, führt einen Winkel-Triebstok, F, von 15 Zähnen, der in ein Rad, G, eingreift, welches 30 Zähne hat, und auf der Achse, H, H, befestigt ist. Auf dieser Achse befinden sich acht excentrische Räder oder Däumlinge, a'', b'', c'', d'', e'', f'', g'', h'', wovon jedes Stük seine eigene Bestimmung hat, und durch seine Umdrehung nach und nach verschiedene Theile der Maschine in Bewegung sezt. Die Formen dieser Stüke sind auf Tab. VIII. dargestellt.

Die Arbeiten der Maschine sind folgende:

1. Das Richten.

Man nimmt einen Bund Messing-Draht, so wie er aus der Drahtzieherei herkommt, in gehöriger Dike für die verschiedenen Nummern. Nachdem er auf den Haspel (auf die Giebe oder Winde), A', der außer dem Gestelle sich befindet, und frei sich um seine senkrechte Achse, a', dreht, aufgezogen wurde, nimmt man ein Ende dieses Drahtes, und führt es zwischen die Stifte oder Zapfen, b, der Richtbühne (dressoir), B. Diese Stifte sind auf Riegeln, c', befestigt, welche man, nach Umständen, vor oder zurük laufen lassen kann. Der Draht, der von der Giebe sich abwindet, läuft zuerst durch den Leiter, d', und wird, bei seinem Austritte aus dem Zapfen, von einer Zange, C, gefaßt, deren Baken, f', feststehend, und deren Baken, e' auf dem Schraubenstifte, g', beweglich ist. Diese Zange öffnet und schließt sich abwechselnd mittelst eines gebrochenen Hebels, j, welcher mit der horizontalen Stange oder Stoßstange, i, verbunden ist, welche von dem excentrischen Rade, a'', vorgeschoben wird, |327| das auf der Triebwelle, H, aufgezogen ist. Zur Erleichterung dieser Bewegung ist die Stange, i, mit einer Reibungs-Walze, h', versehen, gegen welche das excentrische Rad, a'', bei seiner Umdrehung sich stüzt.

Die erste Wirkung des Vortretens der Stoßstange, i, ist das Schließen der Zange, indem sie auf den Hebel, j, mittelst eines Nietes unter der Stange wirkt, und in einen Ausschnitt am Ende dieses Hebels eintritt. Während sie so vorgestoßen wird, treibt ein kleiner Stämmer, k, den Schlitten, i', welcher die Zange führt, vorwärts, und schließt dadurch die Zange, welche dann den von ihr gefaßten Draht kräftig fest hält. Der Lauf dieses Stämmers wird durch eine Stellschraube regulirt, l, die an der Seite des Schlittens befestigt ist. Diese Zange wird demnach durch die Schraube um eine gewisse Weite vorgeschoben. Wenn sie so gestellt wird, daß der Raum, in welchem der Stimmer, k, wirkt, kürzer wird, so wird die Nadel länger, wenn sie hingegen zurükgezogen wird, so wird dieser Raum größer, und die Nadel kürzer.

Nachdem das excentrische Rad, a'', aufgehört hat, gegen die Stoßstange, i, zu wirken, wird leztere durch eine Spiral-Schraube, l', in ihre ursprüngliche Lage zurükgeführt. Dann öffnen sich die Baken der Zange, und der Stämmer, k, der der Schraube, m, begegnet, macht, daß der Wagen, i', zurüktritt. Der Draht kann aber dieser Bewegung nicht folgen, indem er zwischen den Zapfen der Richtbühne, B, zurükgehalten wird. Jede Umdrehung des Stükes, a'', macht also den Draht um so viel vorwärts rüken, als nöthig ist, um eine Nadel zu bilden, nebst demjenigen Theile, der zur Bildung des Knopfes nothwendig wird.

2. Abschneiden.

Nachdem der Draht auf oben erwähnte Weise vorgeschoben wurde, wird er von den Scheren, I, die man Fig. 4. im Durchschnitte sieht, abgeschnitten. Das vordere Ende der Stoßstange, i, führt eine Spindel, n, die einer kleinen Walze, a, welche auf der Röhre, m', läuft, durch welche der Draht durchgezogen ist, als Achse dient. Wenn die Stoßstange, nachdem der Draht in der bestimmten Länge vorgeschoben wurde, zurüktritt, so stößt die kleine Walze auf die schiefe Fläche, n', die die Ferse des oberen Schenkels, b, der Schere, I, bildet, welche ihren Mittelpunct der Bewegung in dem Stifte, o, hat. Dieser Schenkel ist dann gezwungen sich zu heben, wodurch sein gegenüberstehendes Ende gesenkt wird, und, da er ein Messer, c, führt, auf welches eine Drukschraube, p', wirkt, so bewirkt dieses Messer, indem es sich auf ein darunter angebrachtes Messer stüzt, die Durchschneidung des zwischen beiden befindlichen |328| Drahtes, e. Das darunter befindliche Messer ruht auf einer Feder, d, die dasselbe beständig au das obere Messer anhält. In Folge einer zweiten Bewegung treibt die Stoßstange, i, die kleine Walze, a, in die durch punctirte. Linien angedeutete Lage; und nun tritt alsogleich der Schenkel, b, herab, die Schere öffnet sich, und macht den abgeschnittenen Theil des Drahtes los. Dieser Theil wird alsogleich von den Zangen oder Führern ergriffen.

3. Uebertragung der Nadel (des Schaftes eigentlich) zu den sogenannten Erdbeeren (fraises) zum Spizen.

Die Führer oder Zangen, K 1, K 2, K 3, K 4, sind auf einer Querleiste, J, aufgezogen, die sie horizontal fortführt. Diese Querleiste bewegt sich abwechselnd von der Linken zur Rechten, und von der Rechten zur Linken, um das von den Scheren abgeschnittene Drahtstük zu fassen, und zu der Erdbeere zum Grobspizen, hierauf zum Feinspizen, und endlich zu den beiden Matrizen zu führen, welche den Knopf bilden. Diese Uebertragungs-Bewegung geschieht mittelst des excentrischen Rades, b'', welches, indem es sich dreht, einen Tretschämel, o, o, niederdrükt, welcher sich um einen Schraubenbolzen, s', dreht. Eine Schnur, oder eine Kette, q', welche an dem Ende dieses Tretschämels angebracht ist, läuft über eine Rolle, p', und wird an ihrem anderen Ende von einem an der Querleiste befestigten Schraubenauge, r', festgehalten. Wenn der Tretschämel, o, niedersteigt, zieht er die Schnur, q', und macht die Querleiste, J, von der Linken zur Rechten laufen, und zwar so weit als nöthig ist, um den Führer K 1, der Scheren, I, zu dem Rädchen oder Ringe, L 1, zu führen, wo die Nadel zum ersten Mahle gespizt wird. Nachdem das excentrische Rad, b'', aufgehört hat, den Schämel, o, niederzudrüken, hebt sich dieser, und läßt die Schnur, q', nach; da aber diese Bewegung nicht hinreichen würde, um die Querleiste, J, zurüklaufen zu machen, führt die Gegenwirkung einer Spiral-Feder, M, sie auf die Stelle zurük, von welcher sie auslief. Auf diese Weise kehrt der Führer, K 1, nachdem er seinen Draht in dem Ringe, L 1, abgelegt hat, in seine ursprüngliche Stellung zurük, und der zweite Führer, K 2, tritt in Thätigkeit.

Hr. Wright hat den ziemlich zusammengesezten Mechanismus, durch welchen die übertragende Bewegung der Querleiste, J, geschieht, abgeändert. Statt des excentrischen Rades, des Tretschämels und der Spiral-Feder verlängert er die Welle, H, über das Gestell hinaus, und zieht auf derselben eine Rolle mit buchtiger Kehle auf, in welche das Ende eines horizontalen Hebels eingreift, der sich auf einer senkrechten Spindel bewegt, und dessen Vordertheil mit der Querleiste verbunden ist. Die Buchten dieser Kehle der Rolle sind so berechnet, |329| daß bei jeder Umdrehung der Welle, H, die Querleiste in der gehörigen Weite von der Linken zur Rechten, und dann wieder in die ursprüngliche Lage zurükgeführt wird.

Der Führer ist in Fig. 5 und 6. einzeln von der Seite und von vorne dargestellt. Es ist eine in Form eines Winkelmaßes gebogene Zange, deren oberer Baken, u', feststeht, und deren unterer Baken an dem Ende einer Feder, v', angebracht ist, durch welche derselbe beständig gegen den anderen Baken angehalten wird. Diese Baken sind an ihren Rändern zugerundet, damit der Draht leichter dazwischen treten kann. Ihre Oeffnung correspondirt genau mit der Fläche der Scheren und der Rädchen oder Ringe, L 1, so daß, wenn der Führer, K 1, von der Querleiste, J; der Schere gegenüber gestellt wird, die Nadel zwischen die Baken desselben tritt, und daselbst in einer Kerbe durch den Druk der Feder, v', zurükgehalten wird. Die Schere, die sich sogleich öffnet, macht die Nadel los, die auf die oben erwähnte Weise weiter gebracht wird.

4. Spizen.

Das Rädchen oder der Ring, L 1, des Führers, K 1, ist Fig. 7 und 8. einzeln von der Seite und von vorne dargestellt. Er ist walzenförmig, und hat einen beweglichen Baken, x', der sich in dem Augenblike öffnet, wo der Führer, K 1, die Nadel herbeiführt, und sich augenbliklich darauf schließt, was auf folgende Weise geschieht. Die Welle, H, macht, während sie sich dreht, daß das excentrische Rad, c'', sich gegen die Reibungswalze, y', der horizontalen Stoßstange, q, stüzt, an deren Vordertheile eine Brille, r, angebracht ist, die man in Fig. 9. abgesondert sieht. Diese Brille ist bestimmt, auf dem walzenförmigen Theile des Ringes, L 1, das Halsband, s, welches sie umfaßt, vor- und rükwärts zu schieben. Die Stoßstange, q, welche durch die Umdrehung des excentrischen Rades, c'', vorwärts geschoben wird, nöthigt die Brille, r, das Halsband, s, auf dem Cylinder vorwärts zu schieben, wann der obere Baken, x', offen ist, wie man in Fig. 7. sieht. Wenn aber das excentrische Rad, c'', nicht mehr auf die Stoßstange drükt, wird diese durch die Spiralfeder, z'' in ihre erste Lage zurükgeführt. Dann zieht die Brille das Halsband zurük, und ein Ausschnitt, 1, Fig. 8., der in dem Halsbande angebracht ist, macht, sobald er auf die schiefe Fläche, 2, stößt, den Schwanz des Hebels, t, in die Hohe steigen, dessen vorderes Ende, sobald es auf den Baken, x', drükt, denselben alsogleich schließt, wodurch die Nadel festgehalten wird.

Der Tretschämel, o, der nun nicht mehr gedrükt wird, steigt in die Höhe, und der Führer, K 1, kehrt in seine erste Lage zurük, bereit eine andere Nadel aufzugreifen. Wann die Querleiste, J, anfängt, |330| sich in dieser Richtung zu bewegen, wozu die Spiral-Feder, M, sie reizt, läßt der Baken, v 1, der Zange, Fig. 5. die Nadel an der ihrem Eintritte entgegengesezten Stelle heraus.

Das erste Spizen im Groben geschieht durch eine Erdbeere, oder durch ein Stahlrad, N 1, dessen gerändelter Rand wie eine Feile zugehauen ist. Dieses Rad (Spizring) dreht sich mittelst eines Rollen-Systemes (das seine Bewegung durch die große Flugrolle, O, erhält, die auf der schiefen Achse, E, aufgezogen ist), mit sehr großer Geschwindigkeit. Diese Rolle ist von einer Schnur umschlungen, die mit der kleinen Rolle, P, in Verbindung steht. Auf der Achse dieser lezteren ist eine große Rolle, Q, befestigt, von welcher eine Schnur ausläuft, die über eine Zwischenrolle, R, geht. Die Achse dieser Rolle, deren beide Enden zapfenförmig zugeschnitten sind, und sich auf Lagern, t', t', drehen, führt zwei andere Rollen, S 1, und S 2, um welche Schnüre laufen, die, gegenseitig mit den kleinen Rollen, 3, correspondiren, welche auf den Achsen, 4, der Erdbeeren, die zum Spizen dienen, und sich der Spize der Nadeln schief darbiethen, aufgezogen sind. Diese Erdbeeren drehen sich ungefähr 90 bis 100 Mahl, ehe die große Rolle, O, sich Ein Mahl dreht.

Um das Ende der Nadel auf die Erdbeere, N 1. zu bringen, ist das Rädchen oder der Ring, L 1, in einem Schlitten, T, aufgezogen, der auf den Schrauben, v, v, schwankt. Die Welle, H, macht, während ihrer Umdrehung, mittelst des excentrischen Rades, f'', das Hintere Ende des Schwingbalkens, u, der an dem Wagen angebracht ist, niedersteigen, wie man deutlicher in Fig. 7. Tab. VIII sieht. Auf diese Weise wird der Schlitten, während, einer halben Umdrehung der Welle, H, in der Luft gehalten; wenn aber das excentrische Rad den Schwingbalken, u, verläßt, was in dem Augenblike geschieht, wo das Abschleifen anfängt, hebt die Rükwirkung einer Spiral-Feder, w, das Hintere Ende desselben; der Schlitten senkt sich, und die Nadel kommt in Berührung mit der Erdbeere, N 1.

Es ist nicht genug, daß die Nadel auf diese Weise auf die Erdbeere gebracht wird; sie muß zugleich auch in unwandelbarer Lage während des Spizens auf derselben gehalten werden. Die Hebel, x, x, welche sich um die Achse, z, drehen, wovon man eine einzeln in Fig. 10. sieht, erfüllen diese Bestimmung. Durch die Umdrehung der Welle, H, macht das excentrische Rad, e'', die Stoßstange, y, vortreten, die sich in eine Querleiste in Form eines T endet, und in eine schiefe Fläche, 5, zugeschnitten ist. Auf diese schiefe Fläche stüzt sich eine Stellschraube, 6. Es ist klar, daß während des Fortschreitens, die schiefe Fläche der Stoßstange, y, die Ferse des Hebels, x, hebt, und das Vordertheil desselben senkt, das mit einem Finger, V, |331| versehen ist, den man in Fig. 11. von vorne sieht. Dieser Finger umfaßt die Nadel mit seinem gabelförmigen Theile, 8, und stüzt ihn auf die Erdbeere.

Um die Spize zu bilden, muß man der Nadel und dem Ringe, L 1, welcher sie stüzt, eine umdrehende Bewegung um sich selbst geben. Dieß geschieht durch folgende Bewegung.

Das excentrische Rad, d'', der Welle, H, hebt, indem er sich dreht, den Hebel, 7, der auf dem Bolzen, h, beweglich ist, und dessen vorderes Ende mit einem senkrecht stehenden Zahnstoke, 9, den man in Fig. 12. einzeln sieht, vereinigt ist. Dieser Zahnstok greift in einen Triebstok, 10, der 15 Zähne führt, und auf der Achse eines Rades, 11, aufgezogen ist, welches 58 Zähne hat, und welches, von seiner Seite, einen Triebstok, 12, mit vierzehn Zähnen treibt, der an dem hinteren Ende des Ringes, L 1, (siehe Fig. 7.) angebracht ist. Diese Vorrichtung erlaubt dem Ringe, wann der Zahnstok aufsteigt, mehrere Umdrehungen um sich selbst zu machen. Wann das excentrische Rad, d'', den Hebel, 7, verläßt, wird dieser durch die Wirkung des Gewichtes, 13, das an der Stange, g, hängt, genöthigt niederzusteigen. Er zieht dann den Zahnstok mit, der den Ring in entgegengesezter Richtung dreht. Zu gleicher Zeit wird die Erdbeere, N 1, sich mit größerer Geschwindigkeit drehen, und die Radeln so zugeschliffen werden.

Da diese erste Arbeit nicht hinreicht, um der Nadel eine gehörig feine Spize zu verschaffen, bringt man dieselbe auf eine zweite Erdbeere, N 2, die feiner geschnitten ist, welche durch die Rolle, S 2, gedreht wird.

Die von dem ersten Spizen herkommende Nadel wird von dem Führer, K 2, ergriffen, und zu dem zweiten Ringe, L 2, gebracht, der sie auf die bereits erwähnte Weise zwischen seinen Baken hält. Dieser Ring erhält durch den Triebstok, 14, mit vierzehn Zähnen, der auf der Achse desselben aufgezogen ist, (Fig. 12.) und dusch das Rad, 15, mit 58 Zähnen, in welche das Rad, 11, eingreift, eine Bewegung um sich selbst. Auf diese Weise macht der Zahnstok, indem er abwechselnd auf und nieder steigt, die beiden Ringe, L 1, und, L 2, in entgegengesezter Richtung sich drehen.

5. Bildung des Knopfes.

Nach vollendetem Spizen nimmt der Führer, K 3, die Nadel, die der Ring, L 2, ihm läßt, und bringt sie nach der Matrize, U 1, die man in ihrem Schlitten sammt Zugehöre, Fig. 13. aufgezogen sieht. Fig. 14. zeigt sie einzeln im Durchschnitts, und Fig. 15. von der Vorderseite. Die untere Hälfte sieht man im Grundrisse in Figur 16., und den Theil, der sie dekt, in Fig. 17. Diese Matrize |332| ruht auf ihrer Stüze, 16, die an dem Gestelle der Maschine angebracht ist. (Siehe Fig. 2.) Der obere Baken, der an dem Hebel, 17, in Fig. 13. befestigt ist, wird von einer platten Feder, Fig. 18. offen gehalten, um die Nadel aufzunehmen, wann der Führer sie herbeiführt.

Während die Nadel kräftig zwischen den Keilen der Matrize gepreßt wird, drükt das excentrische Rad, g'', gegen die Reibungswalze, 19, die auf dem Ende des senkrechten Hebels, 20, aufgezogen ist, der sich um die Stüze, 39, dreht. Auf diese Weise wird die Stange, 21, die an diesem Hebel angebracht ist, vorwärts geschoben, und der Zaum, 23, der daran befestigt ist, wie man in Fig. 13. sieht, macht, daß die Reibungswalze, 23, sich gegen die schiefe Fläche, 24, wälzt. Dann steigt der obere Balken, 1, nieder, und preßt die Nadel zwischen den Keilen der Matrize. Sobald die Nadel gefangen ist, treibt das excentrische Rad, h'', indem es auf die Reibungswalze, 25, am Ende der Stange, W, drükt, dieselbe vorwärts. Durch diese Bewegung wird die Stellschraube, 26, die in dem Querstüke der Stange eingepflanzt ist, gegen den Kopf des Zurükstößers, 27, gestoßen, der von einer Spiral-Feder, 36, umhüllt ist. Dieser Zurükstößer führt eine kleine stählerne Pfrieme, 28, welche das Ende der Nadel in einer in den Keilen der Matrize angebrachten Höhlung zusammendrükt.

Der durch den hier beschriebenen Mechanismus nur vorbereitete Knopf muß vollendet werden. In dieser Absicht ergreift der vierte Führer, K 4, die Nadel. In diesem Augenblike tritt, durch die ununterbrochene Umdrehung des excentrischen Rades, g'', der senkrechte Hebel, 20, zurük, der in dieser Bewegung durch die Spiral-Feder, 20, (siehe Fig. 1.) unterstüzt wird. Dieser Hebel macht, indem er die Stange, 21, zieht, den Zaum, 22, los, und der obere Baken öffnet sich, um die Nadel los zu lassen. Zu gleicher Zeit erlaubt das excentrische Rad, K'', der Stange, W, zurükzutreten, welche Bewegung von der Spiral-Feder, 30, begünstigt wird. Die, auf diese Weise von dem Führer, K 4, befreite und gepakte Nadel wird zu der zweiten Matrize gebracht, U 2, die in Fig. 18. im Durchschnitte dargestellt ist, und in welcher der Knopf vollendet wird.

Die Nadel wird zwischen den Baken dieser Matrize auf dieselbe Weise gepreßt, wie vorher, und ihr Knopf lagert sich in einer halbkugelförmigen Höhlung. Die Stange, W, die stark gegen den Zurükstößer, 31, drükt, treibt die Pfrieme, 32, vor, deren Ende concav ist. Diese Pfrieme, die sich von ihrer Seite wieder auf den Knopf stüzt, stößt ihn zurük, und gibt ihm die gehörige Form. Während dieß geschehen muß, darf die Spize der Nadel nicht stumpf werden; in dieser Hinsicht pflanzt sie sich in einen kleinen Knochen, 33, ein, der an dem Ende eines kleinen Stämpels, 34, befestigt ist, welcher |333| von einer Spiral-Feder, 35, umwunden ist. Diese Feder wird während des Zurükstoßens zusammengedrükt. Sobald aber die Pfrieme, 32, sich zurükzieht, nöthigt sie durch ihre Rükwirkung den Stämpel, 34, zugleich mit der Nadel, deren Kopf dann frei wird, vorzutreten. Es bleibt also nichts mehr zu thun übrig, als daß man die Nadel aus dem Knochenstüke, in welchem sie gehalten wird, zurükzieht, was mittelst einer Gabel, 37, geschieht, die an der Stange, W, angebracht, und in Fig. 19 und 20. von der Seite und von vorne dargestellt ist. Die Gabel, welcher von einer Feder, 38, niedergedrükt wird, umfaßt die Nadel, welche, nachdem sie aus dem Knochenstüke durch das Zurüktreten der Stange, W, zurükgezogen wurde, in eine daunter befindliche Büchse fällt.

Da die Bewegungen der Maschine durch excentrische Räder hervorgebracht werden, welche auf der Welle, H, aufgezogen sind, so müssen diese mit der größten Sorgfalt gearbeitet werden, damit sie, sowohl ihrer Stellung als Form nach, ihren Zwek nach einander gehörig erfüllen.

Die Maschine arbeitet nun mit den bisher beschriebenen Theilen auf folgende Weise.

Der durch das Vorrüken der Zangen, C, von der Giebe, A', abgezogene Draht wird durch die Falzzapfen auf der Richtbühne, B, durch die er durchläuft, gerichtet. Die Umdrehung der Welle, H, treibt, mittelst acht darauf angebrachter excentrischer Räder, die Stoßstangen, die Hebel und die Räder, die, von ihrer Seite, die verschiedenen Theile des Mechanismus in Bewegung sezen. So führt zuerst die Stoßstange, i, die Zange, C, vor, und bewirkt, zu gleicher Zeit, mittelst der Scheren, I, das Abschneiden des Drahtes in einer solchen Länge, wie diese zur Bildung der Nadel nothwendig ist: diese Länge wird durch die Schrauben, l, und, m, bestimmt. Der Schämel, o, läßt hierauf die Querleiste, J, sich hin und her bewegen, welche, mittelst der Führer, K 1, und K 2, die Nadel zu den zwei Ringen, L 1, und, L 2, bringt, welche sie nach und nach den beiden Erdbeeren, N 1, und, N 2, darbiethen, wodurch die Spizen gebildet werden. Die Stoßstangen, q, und, u, fassen sie, und führen sie vorwärts. Der Hebel, 7, gibt ihr eine umdrehende Bewegung um sich selbst, und der Schwungbalken, u, macht, daß sie sich auf die Erdbeere stüzt. Die gespizte Nadel wird von dem Führer, K 3, zu der ersten Matrize gebracht, in welcher der Knopf gebildet werden soll. Der senkrechte Hebel, 20, der einen Zaum, 22, anzieht, hält sie zwischen den Baken dieser Matrize, während die Stange, W, gegen den Zürükstößer, 27, drükt, und den Knopf in einer halbkugelförmigen Höhle zusammendrükt. Endlich wird die Nadel durch den Führer, |334| K 4, zur zweiten Matrize, U 2, gebracht, wo der Knopf durch den Druk derselben Stange, W, gegen den Zurükstößer, 31, vollendet, und die Nadel durch die Gabel, 37, aus dieser Matrize zurükgezogen wird.

Diese Maschine arbeitet mit mathematischer Genauigkeit, und liefert 40 Nadeln in Einer Minute.

In einer einzigen Nadelfabrik zu London sind hundert solche Stühle im Gange, und werden in einer Dampfmaschine in Umtrieb gesezt. Der Fabrikant steht sich sehr gut dabei.

Erklärung der Figuren auf Tab. VIII .

Die Nadel-Maschine, ganz aufgestellt, von verschiedenen Seiten.

Fig. 1. Seiten-Aufriß, von Seite der Kurbel.

Fig. 2. – – von vorne.

Fig. 3. Grundriß, oder die Maschine von oben.

Einzelne Theile der Maschine, im Drittel ihrer natürlichen Größe.

Fig. 4. Die Schere im Durchschnitte.

Fig. 56. Führer von der Seite und von vorne.

Fig. 78. Ring von der Seite und von vorne.

Fig. 9. Brille von vorne.

Fig. 1011. Hebel, um die Nadel auf die Erdbeeren beim Spizen zu stüzen: von der Seite und von vorne.

Fig. 12. Zahnstok und Triebwerk, wodurch die Ringe gedreht werden.

Fig. 13. Matrize zur Bildung des Knopfes sammt Zugehör.

Fig. 14, 15, 16, 17. Dieselbe, zerlegt, im Durchschnitte, und von vorne.

Fig. 18. zweite Matrize zur Vollendung des Knopfes, im Durchschnitte.

Fig. 1920. Gabel zum Zurükziehen der Nadel, von der Seite und von vorne.

Dieselben Buchstaben bezeichnen dieselben Gegenstände in allen Figuren.

A, A, Gestell aus Eisen;

A', Giebe oder Haspel mit dem Messingdrahte;

B, Nicht-Bühne;

C, Zange, welche den Draht bei seinem Austritte aus der Richt-Bühne faßt;

D, Kurbel;

E, schiefe Welle, die die Kurbel führt;

F, kegelförmiger Triebstok mit 15 Zähnen;

G, Winkelrad mit 30 Zähnen;

H, H, Hauptachse oder Triebwelle, auf welcher die excentrischen Räder aufgezogen sind, die die verschiedenen Theile der Maschine in Umtrieb sezen;

|335|

I, Schere;

J, Querleiste, welche die Führer, K 1, K 2, K 3, und, K 4, führt, welche die Nadeln von einer Stelle auf die andere bringen;

L 1, L 2, Ringe, welche die Nadel fassen, um die Spize zu bilden;

M, Spiralfeder, die die Querleiste, J, zurükgehen macht;

N 1, N 2, Erdbeeren zum Spizen:

O, große Rolle, die auf der schiefen Welle, D, aufgezogen ist;

P, kleine Rolle, die mit der vorigen mittelst einer Schnur in Verbindung steht, die beide umschlingt;

Q, untere Rolle, die auf der Achse, P, befestigt ist;

R, Zwischenrolle, die mittelst einer Schnur mit der vorigen in Verbindung steht;

S 1, S 2, große Rollen, welche den Erdbeeren zum Spizen die Bewegung ertheilen;

T, Schlitten, welcher die Ringe, L 1, L 2, führt;

U 1, U 2, Matrizen, in welchen der Knopf der Nadel sich findet;

V, kleiner Finger, welcher die Nadel beim Spizen auf die Erdbeeren stüzt;

W, Stange in Form eines T, durch welche der Kopf der Nadel zurükgestoßen wird.

a, kleine Walze, die durch ihre rükgängige Bewegung die Schere I, schließt;

b, oberer Schenkel der Schere;

c, Messer der Schere;

d, Feder, die eines dieser Messer anhält;

e, Draht;

f, Reibungswalze unter dem Hebel, 7;

g, Zugstange, welche diesen Hebel zieht;

h, Mittelpunct der Bewegung dieses Hebels;

i, Stoßstange, welche durch das excentrische Rad, a'', bewegt wird;

j, gebrochener Hebel, welche die Stange schließt;

k, Stämmer an der Zugstange, i;

l, m, Stellschrauben, welche den Lauf des Stämmers reguliren;

n, Achse der kleinen Walze, a;

o, Tretschämel, der die Querleiste, J, in den Gang bringt;

p, Walze, über welche die an dem Tretschämel angebrachte Schnur läuft;

q, Stange, welche von dem excentrischen Rade, c'', bewegt wird;

r, Brille, die am Ende dieser Stange befestigt ist;

s, Halsband, welches von der Brille umfaßt wird;

t, oberer Schenkel der Zange des Ringes, L 1;

|336|

u, u, Schwungbalken, der durch das excentrische Rad, f'', bewegt wird;

v, v, Schrauben oder Zapfen, auf welchen der Schlitten, T, sich schwingt;

w, Spiralfeder, welche den hinteren Theil des Schwungbalkens, n, in die Höhe hebt;

x, x, Hebel, welcher die Nadel auf die spizenden Erdbeeren anhält;

y, Stange, welche von dem excentrischen Rad, e'', bewegt wird;

z, Achse der Hebel, x, x.

a', senkrechte Achse der Giebe, A';

b', Stifte oder Zapfen der Richt-Bühne, B;

c', Riegel, welche die Zapfen tragen;

d', Leiter, durch welchen der Draht von der Giebe her durchläuft;

e', beweglicher Arm der Zange, C;

f', feststehender Arm derselben;

g', Schraube, welche die beiden Arme verbindet;

h', Reibungsrolle der Stoßstange, i;

i', Schlitten, auf welchen die Zange, k, aufgezogen ist;

l', Spiralfeder, die die Stoßstange, i, zurükgehen macht;

m', Röhre, welche den Draht durch die Schere führt;

n', schiefe Fläche an der Ferse des oberen Schenkels der Schere;

o', Mittelpunct der Bewegung dieses Schenkels;

p', Drukschraube des oberen Messers der Schere;

q', Schnur, die über die Rolle, p, läuft, und die Querleiste, J, vortreten macht;

r', Schraubenring, an welchem diese Schnur befestigt ist;

s', Mittelpunct der Bewegung des Schämels, o;

t', Lager, in welchen sich die Zapfen der Achsen der Rollen, S 1, S 2, drehen;

u', oberer Schenkel der Führer oder Zangen, K 1;

v', Feder, welche den unteren Schenkel derselben bildet;

x', oberer Baken der Zange des Ringes, L 1;

y', Reibungswalze der Stange, q;

z', Spiralfeder, welche die Stange zurüktreten macht.

a'', excentrisches Rad, welches die Stoßstange, i, treibt;

b'', excentrisches Rad, welches den Schämel, o, hebt;

c'', excentrisches Rad, welches die Stange, q, vorschiebt;

d'', excentrisches Rad, welches den Hebel, 7, hebt;

e'', excentrisches Rad, welches die Stoßstange, y, schiebt;

f'', ein anderes solches Rad, welches den Hebel, u, schwingt;

g'', ein anderes solches Rad, welches den senkrechten Hebel, 20, sich schwingen macht;

|337|

h'', noch ein solches Rad, welches den Hebel, W, niederdrükt.

1, Ausschnitt in dem Ringe, L 1;

2, schiefe Fläche der Ferse des Schenkels, t;

3, kleine Rollen, welche die Erdbeeren, N 1, N 2, bei dem Spizen treiben;

4, Achsen dieser Rollen;

5, schiefe Fläche der Querleiste der Stoßstange, y;

6, Stellschraube des Hebels, x, x;

7, Hebel, welcher die umdrehende Bewegung der Ringe bewirkt;

8, gabelförmiges Ende des Fingers, v;

9, senkrechter Zahnstok der Ringe;

10, Triebstok, der in diesen Zahnstok eingreift;

11, Zahnrad, welches auf der Achse dieses Triebstokes aufgezogen ist;

12, Triebstok, welcher von diesem Rade getrieben wird;

13, Gewicht; welches macht, daß der Hebel, 7, herabsteigt;

14, Triebstok auf dem cylindrischen Theile des Ringes, L 2;

15, Rad, welches in diesen Triebstok eingreift;

16, Stüze der Matrize, U 1:

17, das Stük, welches den oberen Theil dieser Matrize bildet;

18, Feder, welche das Stük, 17, hebt;

19, Reibungswalze des senkrechten Hebels, 20;

21, Verbindungsstange dieses Hebels;

22, Zaum, welcher den oberen Theil der Matrize, U 1, umfängt;

23, Reibungswalze dieses Zaumes;

24, schiefe Fläche, gegen welche diese Reibungswalze läuft;

25, Reibungswalze der Stange, W;

26, Regulir-Schraube an der Querleiste dieser Stange;

27, erster Zurükstößer;

28, Pfrieme aus Stahl;

29, Spiralfeder, welche den Hebel, 20, zurüktreten macht;

30, andere Spiralfeder, die die Stange, W, zurükzieht;

31, zweiter Zurükstößer;

32, Pfrieme für denselben;

33, kleines Knochenstük, in welches die Spize der Nadel sich einsenkt;

34, Stämpel, der es aufnimmt;

35, Spiralfeder, welche diesen Stämpel umhüllt;

36, andere Spiralfeder des Zurükstößers, 27;

37, Zange zum Zurükziehen der Nadel nach ihrer Vollendung;

38, Feder, die sich auf diese Zange stüzt;

39, Stüze des senkrechten Hebels, 20.

Der guten Stadt Nürnberg widmet diese Uebersezung der Uebersezer, (dessen Name in Rechenpfenningen dieser Stadt aus dem 16ten Jahrhunderte vorkommt), als dankbares Andenken.

|321|

Unsere Leser werden sich bald überzeugen, um wie viel diese Beschreibung und Abbildung (nach welcher man eine ähnliche Maschine kann verfertigen lassen) besser ist als jene, die wir um 2 Jahre früher, als Hr. Bar. de Férussac in unserem polyt. Journ. geliefert haben. Die Engländer liefern jezt Beschreibungen und Abbildungen von Maschinen, die Niemand verstehen und einsehen kann, um sich ihr Monopol zu sichern. Da die Franzosen die Einfuhr englischer Waaren verbothen, so siedeln jezt englische Fabrikanten und Arbeiter sich in Frankreich an. Eben dieses würde auch in Bayern der Fall seyn, wenn man daselbst die Einfuhr ausländischer Waaren verbieten würde. A. d. U.

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