Dieses Projekt wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und präsentiert von der Sächsischen Landesbibliothek — Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Humboldt-Universität zu Berlin.
Lieutenant Watson's Telegraph.Das Mechanics' Magazine, N. 222. 22. Nov. 1827, S. 294, gibt eine kurze, jedoch bei allen Abbildungen undeutliche, Notiz über diesen neuen Telegraphen, der, bloß zum Privat-Dienste für Handelsleute, auf einer Streke von 72 englischen Meilen aufgestellt ist. Die Kosten betrugen nur 2000 Pf38). Dieser Notiz ist eine kurze Geschichte der Telegraphen voran geschikt, aus welcher wir nur Folgendes bemerken wollen. Dr. Hooke war der Erste, welcher im J. 1684 der Royal Society zu London einen Plan vorlegte, nach welchem mittelst einer den heutigen Telegraphen so ziemlich ähnlichen Vorrichtung eine Correspondenz zwischen London und Paris so hergestellt werden könnte, daß man zu London in Einer Minute erfährt, was zu Paris signalisirt wird. Die Beschreibung dieser Vorrichtung findet sich in den Philosophical Transactions vom J. 1684. Bald hierauf theilte Hr. Amontons an der k. Akademie zu Paris derselben einen ähnlichen Plan mit. So trefflich diese Pläne waren, so vergingen doch ungefähr 80 Jahre, his ein Privatmann, Hr. Edgeworth, im J. 1763 auf seinem Torfwerke zwischen London und Newmarket eine telegraphische Linie zu seinem. Privatgebrauche errichtete. Er war der Erste, der Telegraphe wirklich anwendete; allein, seine Einrichtung, die er später, im J. 1784, beschrieb, dauerte nicht lang. Im J. 1794 errichtete Hr. Chappe eine telegraphische Linie zwischen der Convention zu Paris und der französischen Armee in Holland: Befehle von Paris wurden zu. Lille in zwei Minuten bekannt. Im J. 1795 kam der Telegraph über Frankfurt aus England, wo der Hochwürdige, Hr. D. Gamble in demselben Jahre zwei telegraphische Systeme, und Lord Georg Murray in demselben Jahre ein drittes System vorschlug, welches bis zum J. 1816 gebraucht wurde. Im J. 1807 machte Capitän (jezt Oberst) Pasley seinen Polygramm-Telegraphen (polygrammatic Telegraph), und im J. 1808 Oberst-Lieutenant Macdonald seine Betrachtungen über Telegraphen bekannt. Im J. 1816 endlich schlug Sir Home Popham sein Semaphore vor, welches im IV. B. des Mechanics' Magazine, S. 385, beschrieben ist, von der Admiralität auch angenommen wurde, und noch im Staatsdienst-Gebrauche in England ist. Hr. Watson hat bei seinem einfachen Telegraphen ein Register von 10,000 Wörtern, die er mit der größten Leichtigkeit und Schnelligkeit signalisirt. Zugleich ist dadurch jedes Geheimniß auf eine weit sicherere Weise, als durch Chiffern und Briefsiegel bewahrt. |76|
Wenn man bedenkt, was gewissen Handelsleuten ihre Staffeten und Couriere, die die Curse von Paris, Wien etc. bringen, jährlich kosten, so wird man gestehen, daß sich mit den Reisekosten eines einzigen Jahres eine telegraphische Privat-Linie zwischen den ersten Handelspläzen Europens herstellen ließe. Jedes Handelshaus könnte übrigens seine eigene Chiffern führen. A. d. U. |
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