Titel: Unauslöschbare Tinte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 27, Nr. XXXIX./Miszelle 5 (S. 155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj027/mi027039_5

Unauslöschbare Tinte.

Die lezte Nummer des Royal Institution Journal gibt folgendes Verfahren zur Bereitung einer unauslöschbaren Tinte an. „Man bereite eine gesättigte Auflösung von Indigo und Krapp mittelst Kochens in einem solchen Verhältnisse, daß sie eine Purpurfarbe erhält, und seze derselben, nach der Dike des Papieres, auf welcher geschrieben werden soll, ein Sechstel oder ein Achtel ihres Gewichtes Schwefelsäure zu. Man erhält auf diese Weise eine Tinte, die ziemlich leicht aus der Feder fließt. Wenn man die damit niedergeschriebene Schrift nach und nach einer bedeutenden Hize vor einem Feuer aussezt, so wird sie vollkommen schwarz, indem die Buchstaben durch die Schwefelsäure gleichsam in das Papier eingebrannt und verkohlt werden. Wenn die Säure nicht in hinlänglicher Menge angewendet wurde, so daß das Gefüge des Papieres dadurch zerstört, und in den Zustand eines Zunders versezt wird, kann man die Farbe der Tinte durch Chlorine oder durch Sauerkleesäure, und durch die Verbindungen dieser Säuren wegschaffen, obschon mit einiger Schwierigkeit. Wenn man aber die gehörige Menge von Säure genommen hat, so wird der verkohlte Theil der Buchstaben durch einiges Reiben oder Biegen des Papieres zu Staub, und wenn eine schwarze Unterlage unter dem Papiere angebracht ist, ist die Schrift vollkommen unvertilgbar; denn die Buchstaben sind gleichsam durch das Papier durchgeschlagen. Man könnte sich solcher Tinte bei den Staatspapieren bedienen „(um sie noch früher zu pulverisiren?)“ (Philos. Mag. Novemb. 1827. S. 393.)

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