Titel: Ueber die Abdekerei zu Paris
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 27, Nr. XXXIX./Miszelle 8 (S. 156–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj027/mi027039_8

Ueber die Abdekerei zu Paris

sezt der Recueil Industriel, Août, S. 159, den interessanten Bericht der Gesundheits-Commission fort, aus welchem wir bereits im polyt. Journ. B. XXVI. S. 181. einige Notizen geliefert haben. Die Zahl der jährlich zu Paris abgedekten Pferde beträgt ungefähr 12770 Stüke, von welchen aber auch mehrere aus den Umgebungen herbeigeschleppt werden. Während man bei uns die Abdeker für das Ausführen des todten Pferdes bezahlen muß, bezahlt der Abdeker zu Paris jedem, der ihm ein gefallenes Pferd anzeigt, eine Prämie, und gibt für das gefallene Pferd 10 bis 15 Franken, je nachdem die Leiche des Thieres gut ist, und ihm Nuzen verspricht. Selten bleibt ein Pferd, auch wenn es auf der Straße gefallen ist, 10 oder 12 Stunden lang todt liegen. Die Abdeker kaufen auch die alten und kranken Pferde, und führen sie auf ihre Hütte, wo sie die Commissäre nicht selten an den Gerippen ihrer vor 2 Tagen abgeschundenen Brüder angebunden fanden. Die Commissäre fanden diese armen Thiere vor ihrem Tode zuweilen so ausgehungert, daß sie dieselben gleichsam in Fleisch fressende Thiere verwandelt und die Därme der frisch abgedekten Pferde fressen sahen, bloß um der vegetabilischen Reste willen, die in jenen noch enthalten waren. Dieses Schauspiel erneuert sich vorzüglich am Anfange des Winters eines jeden Jahres, wo die Landleute ihrer unbrauchbaren Pferde los zu werden trachten, und sie „nach Montfaucon opfern“, wo jezt die Abdekerei von Paris sich befindet. Man hat daselbst vier verschiedene Arten, die Pferde zu tödten. Die erste ist diese, daß man dem Thiere eine Ader öffnet, und Luft einbläst; die zweite, daß man zwischen dem Hinterhaupte und dem ersten Halswirbelbeine ein scharfes Messer einsticht, und das verlängerte Mark durchschneidet; die dritte, daß man dem Thiere (so wie es jezt gewisse Aerzte an einer gewissen Universität zu thun pflegen) zu Tode Ader läßt, und dann ein Messer vorne in die Brust stößt; die vierte, daß man das Thier mit einer Keule auf den Kopf schlägt, und ihm dann eine Ader öffnet, wenn es gefallen ist.

Die erstere dieser Methoden findet die Commission langweilig, schwierig und |157| unsicher, indem, nach ihrer Ansicht, eine ziemlich große Menge Luft nöthig ist um den Tod herbeizuführen, und der Abdeker durch das Blasen ermüdet wird. Die Abdeker bedienen sich derselben auch nicht gewöhnlich, sondern bloß um ihre Geschiklichkeit zu zeigen81).

Die zweite Methode wäre die sicherste und schnellste; sie fordert aber Geschiklichkeit, und die Schnelligkeit mit welcher das Thier zu Boden stürzt, wird dem Abdeker, der bei dieser Operation dicht an dem Pferde stehen muß, nicht selten gefährlich. „Man hat sie also weislich aufgegeben“ 82), sagt die Commission, und producirt sie nur zuweilen vor Neugierigen.“

Die dritte Methode, das Durchschneiden der großen Gefäße, ist die in Frankreich gewöhnliche Methode. Man nöthigt das Thier den rechten Vorderfuß nach rükwärts zu stellen und dadurch die Haut an der Brust zu spannen, und stößt ihm in dieser Stellung ein 8 bis 10 Zoll langes Messer in der Richtung des Bogens der Aorte, die dadurch zerschnitten wird, in die Brust. Das Blut strömt alsogleich in Masse heraus, das Thier wankt, fällt, „und ist unter den dieser Todesart eigenen Convulsionen in einigen Minuten todt. Es scheint nicht, daß das Pferd hierbei sehr leidet; es empfängt den Stich ohne zurükzufahren. Man bindet es auch gar nicht an, um ihm diesen Stich beizubringen: es bleibt wie betäubt und bezaubert ruhig an der Stelle stehen bis es zusammenfällt. Alles beweiset, daß diese Todesart äußerst sanft ist“, sagt die Commission83).

Die vierte Methode, das Schlagen mit der Keule verwirft die Commission mit Recht, und trägt auf gesezliches Verbot derselben an, indem das Thier, welches nicht angebunden wird, und dem bloß die Augen mit dem Strike oder mit der Halfter zugebunden werden, öfters diese Binde über die Augen los kriegt, sich dann gegen den geführten Streich sträubt, falsch getroffen, und dadurch wild wird, durchgeht und Unglüksfälle veranläßt84).

Vor dem Tödten werden den Thieren die Haare an der Mähne und am Schweife abgeschnitten; diese Haare sind aber, theils wegen des Alters oder der Krankheit des Thieres, theils weil die Eigenthümer des Pferdes selbst gewöhnlich schon einen Theil davon abschnitten, so schlecht, daß der Gewinn, den der Abdeker an Roßhaar macht, als unbedeutend betrachtet werden kann.

Die Haut wird dem Thiere mit vieler Sorgfalt abgenommen; man läßt Schweif, Ohren und Lippen daran. Die Füße werden ausgelöste, und, bedekt von einem Theile ihrer Haut, sammt ihren Sehnen und den Hufeisen aufbewahrt |158| und regelmäßig aufgeschichtet. Das Fleisch wird sorgfältig, sowohl von den Hinter- und Vorderschenkeln, welche aus ihren Gelenken ausgelöst werden, als von dem Gerippe und selbst von dem Schädel abgenommen, und als Nahrung für die Hunde etc. verkauft. Das Gerippe wird dann irgend einem hierzu noch brauchbaren Pferde an den Schweif gebunden, und von diesem (das bei seiner Rükkehr ein ähnliches Schiksal erwartet) auf den Anger geschleppt. Die Haut wird aufgerollt, mit der Haarseite nach außen, und bleibt zwei oder drei Tage in der Abdekerei, von wo sie zu den Gerbern nach Paris gebracht und in dem kleinen Vache (Biévre) eingeweiht wird. Da sie alsogleich gegerbt wird, bedarf sie keiner weiteren Zubereitung. Das gewöhnliche Gewicht einer rohen Pferdehaut beträgt ungefähr 30 Kilogramm, und ihr Preis ist, im Durchschnitte, auf der Abdekerei selbst, 9 Frank. 50 Cent. An Schmuz von der Abdekerei kleben 10–12 Pf. an jeder Haut.

Die Commission wundert sich mit Recht, warum man in keiner Abdekerei das Blut der Pferde, das für Berliner-Blaufabriken, Zukerraffinerieen etc. so wichtig ist (der Preis des Ochsenblutes ist um das Dreifache zu Paris gestiegen und nur durch Mäkler mehr zu erhalten), sammelt und verkauft. Man kann doch auf jedes gestochene Pferd im Durchschnitte 36 bis 40 Pfund frisches Blut rechnen, und 8 bis 10 Pfund trokenes Blut.

Wenn das Fleisch des Pferdes fett, und das Thier gesund ist, tragen die Abdeker zu Paris kein Bedenken, sich davon reichlich zu nähren; ein solcher guter Bissen wird ihnen jedoch selten. Die Commissäre waren bei ihnen zu Tische, und ließen sich dasselbe sehr wohl schmeken; fanden es so gut, wie Rindfleisch. Indessen wird Pferde-Fleisch aller Art, mit Erlaubniß der Pariser-Polizei, in die Stadt geschleppt: man kauft auf der Schinderhütte soviel man tragen kann, um 3 Sous, und man weiß nicht, sagt die Commission, was zu Paris aus diesem Fleische, ungeachtet des Sacrilegien-Gesezes, für eine Transubstantiation mit demselben hervorgeht. Ein Theil wird auf der schändlichen Thierheze und in der Menagerie verbraucht: leztere braucht wöchentlich an 20 Pferde, während, wie die Commissäre sagen, Ein Pferd für diese Menagerie hinreichen würde. Mehrere Besizer großer Hunde zu Paris haben diese abgerichtet, sich selbst ihre Nahrung auf der Abdeker-Hütte zu Montmartre zu holen. Die Abdeker kennen sie, geben ihnen ihr Fleisch, und sie tragen sich 24 bis 30 Pf. zu ihrem Herrn nach Hause.

Die Gedärme der Pferde werden nur von einigen Saitenmachern zu groben Saiten für die Drechsler benuzt.

Die Bauern der benachbarten Gegend holen Lunge, Leber etc., und zahlen für den Wagenvoll dieser Reste 5, 6 bis 7 Franken, um damit ihre Felder zu düngen. Die Commissäre wünschen, daß dieser gute Dünger fleißiger abgeholt würde. Es verfaulen in der Abdekerei Haufen von 5–6 Fuß Höhe und 20 bis 25 Fuß Durchmesser ohne allen Nuzen.

Am meisten benuzt werden die Sehnen der Füße, die sorgfältig aus den Füßen ausgeschnitten werden: die größeren werden auf Stangen, nachdem man Einschnitte in dieselben gemacht hat, schnell getroknet, und in's Ausland verkauft; die kleineren versieden die Leimsieder.

Nach der Haut und den Sehnen gibt das Fett am meisten Ertrag, das sorgfältig von den Muskeln gelöset wird: Nuß große Stüke werden gesammelt. Darm und Muskelfett wird gleich fleißig ausgeschnitten, und ein Arbeiter treibt sich oft 6 bis 8 Stunden lang damit umher, um kein Klümpchen an dem Aase von demselben zu verlieren: leider ist er zuweilen auch in einer halben Stunde fertig. Das Fett wird in Stüke von der Größe einer Nuß zerschnitten, und in eigenen Kesseln ausgelassen. Dieß ist die Arbeit der Weiber. Die Knochen dienen hier als Brenn-Material, und das ausgesottene Zellengewebe, die Häute etc., die mit Löffeln in das Feuer geworfen werden. Man erhält von manchem Pferde 40 Liter, von manchem 4 bis 5.

Die Eisen werden theils als altes Eisen, theils als noch brauchbare Hufeisen verkauft; die Nägel werden ausgezogen, und nach der Auvergne, 400 Lieues von Paris, geschikt, um dort die Holzschuhe der Bauern damit zu beschlagen.

Die Hüfe werden theils durch Sieden, theils durch Fäulniß, indem man die Füße aufschichtet, theils durch Einweichen in kaltes Wasser, theils durch Austroknen von den Füßen geschieden. Ersteres geschieht selten, weil es zuviel kostet. |159| Die abgefaulten Hüfe werden vorzüglich im Winter abgeschlagen. Die dritte Weise, welche die bequemste wäre, wird nicht angewendet, weil man zu Montfaucon kein Wasser hat. Die vierte ist die einfachste. Wenn der Fuß vollkommen troken geworden ist, darf man ihn nur auf einen harten Körper schlagen; bei dem zweiten Schlage geht er gewiß ab. Erst seit Kurzem suchen die Kammmacher diese Hüfe, die ehevor auf dem Anger verfaulten. Die schlechten Hüfe kaufen die Ammoniak- und Berlinerblau-Fabrikanten.

Was früher mit den Knochen geschah, die den Abdekern so sehr zur Last sielen, weiß man nicht, obschon man sie in alten Mauern zu Paris (vorzüglich in der rue des Cornes) hier und da statt der Steine benuzt findet. Gegenwärtig werden die flachen Knochen von den Messerschmiden, Kunsttischlern, Fächermachern etc. benüzt, und erst seit zwanzig Jahren benüzt man die übrigen, die die Abdeker ehevor auf die Straße warfen, so daß man sie unter Strafe zwingen mußte sie zu verbrennen, auf Ammoniak und Beinschwarz. Indessen werden sie noch immer zu wenig benüzt, und der Anblik des Vorrathes hiervon auf Montfaucon ist wahrlich schauderhaft. Die Spitäler zu Paris verkauften ihre Knochen im J. 1822 für 10 Franken 25 Cent. den Doppelzentner. Da man in den Spitälern zu Paris jährlich an 1200 Doppelzentner oder 120,000 Kilogramm Fleisch braucht, so erhielt man 160,000 Pf. Knochen in den Spitälern allein. Das trokne Gerippe eines Pferdes wiegt ungefähr 50 Pf.; frisch 1 Ztr. Nach Hrn. de Chabrol werden aus der Abdekerei jährlich 174,000 Kilogr. Knochen weggefahren.

Da die Larven der Fleischfliegen (Musca caesar, carnaria, vivipara), die ihre Eier in faules Fleisch legen, von den Angel-Fischern an der Seine, als Ködern, und in Fasanerien85) sehr gesucht, und Maßweise verkauft werden, so zahlt ein Individuum am Schindanger zu Montfaucon wöchentlich 5 Laubthaler, um daselbst die Erlaubniß zu haben, Schmeißfliegen ziehen zu dürfen. Diese Thiere zieht er auf folgende Weise. Die Därme der getödteten Pferde, als die am meisten stinkenden Theile des Aases, durch welche die Schmeißfliegen am meisten herbeigelokt werden, werden auf der Erde beinahe einen halben Fuß hoch aufgeschüttet, mit etwas Stroh bedekt und sich überlassen. Die Fliegen, die der Gestank herbei lokt, kriechen unter das Stroh, und legen ihre Eier in die faulenden Därme etc. In einigen Tagen darauf findet man nur wenig mehr von diesen, aber Myriaden von Larven: alles ist lebendig. Diese Maden werden nun mit der Schaufel gesammelt, und von obenerwähntem Individuum nach dem Maße verkauft. Indessen entwikeln sich noch Millionen dieser Larven zu vollkommenen Fliegen, welche in ganzen Wolken die Gegend dieses Schindangers bedeken, und die Schwalben aus den Umgebungen von Paris in großer Menge dahin loken. Die Liebhaber der Vögeljagd besuchen daher vorzüglich der Schwalben wegen die Abdekerei von Montfaucon.

Die Natur bedient sich aber noch anderer Thiere um die Luft von den faulen Ausdünstungen zu Montfaucon zu reinigen: der Ratten nämlich, deren Zahl Legion ist. Hr. Dussaussois, der eine kleinere Abtheilung (nur den zwanzigsten Theil) an diesem Anger besizt, fing und erschlug in Einem Monate allein deren. 16050 Stüke. An einem einzigen Tage trieb er, in vier Treibjagden, deren 9101 zusammen. Sie untergraben die Mauern, und Hr. Dussaussois konnte nur durch Glasscherben, die er rings um die Mauern des kleinen Gebäudes, das er daselbst besizt, tief in die Erde eingraben ließ, dasselbe vor diesen Thieren schüzen. Sie durchwühlen die Erde in der Nähe des Angers so sehr, daß Gruben in derselben einfallen, und daß die Erde zittert, wenn man darauf tritt. Die Ratten fressen vor Allem dem todten Pferde die Augen aus: sie suchen auch sonst, wo sie es bekommen können, das Fett der Augengruben. Merkwürdig ist es, daß die Vögel dasselbe thun, selbst an Menschen. Im Winter, wo nicht alle Pferde, die gestochen wurden, ausgearbeitet werden können, und ihre Leichen |160| frieren, fressen die Ratten sich in dieselbe bei dem Stiche ein, oder bei dem After, und fressen, wenn es lang nicht thaut, das ganze Pferd von innen aus. Bei so reichlicher Nahrung werfen sie jährlich 5 bis 6 Mal, und man fand in manchem Weibchen 14 bis 18 Junge. Fehlt es an Nahrung, so fressen sie sich einander selbst auf. Das 100 Bälge derselben wird um 3 Franken 75 Cent, verkauft.

Dieser Schind-Anger, dessen Gestank nur mit dem „höllischen Gestanke“ von Pater Kochem's Hölle verglichen werden kann, ist so zu sagen vor den Thoren von Paris, in der schönsten Gegend von Paris, wohin an Feiertagen die meisten Pariser der arbeitenden Classe spazieren gehen!!! Der Gestank fällt am häufigsten auf die Dörfer Pantin und Romainville, wo die Häuser bloß aus diesem Grunde geringeren Werth haben. Zuweilen kommt der Gestank selbst bis auf den Boulevard der Temple, ja sogar bis in die Tuilerien, vorzüglich des Abends bei stiller schwüler Witterung.

Von Hunden und Kazen, mit deren Abziehen täglich zwei Personen bei Hrn. Dussaussois allein beschäftigt sind, benüzt man die Felle, siedet das Fett aus, und verkauft die Füße an die Leimsieder. Die Aeser von mehreren scheinen an Garköche abgegeben zu werden. Man fängt die herrenlosen Hunde und Kazen lebend, und hängt sie an kleinen Galgen auf. Man hält eigene Hunde, um die todten Hunde und Kazen aus der Seine zu apportiren.

Mit welcher Reinlichkeit hier gearbeitet wird, erhellt daraus, daß man denjenigen, die von Amtswegen hier ein getödtetes Thier untersuchen müssen, zum Händewaschen für bares Geld ein paar Tropfen Wasser in einem Stüke Darm bringt, der unten zugebunden ist. „Ist dieß vor den Thoren von Paris möglich?“ fragen die Commissäre? – Es ist sogar in Paris jezt möglich, denn mit Napoleon ist auch die medicinische Polizei zu Paris zu Grabe gegangen.

Nach Hrn. de Chabrol ist der Ertrag eines abgedekten Pferdes folgender:

Haut 15 Frank. 00 Centim.
Haar 2 00 das Kilogramm.
Frisches gesundes Fleisch 0 30
Sehnen 0 60
Fett 1 20
Hüfe 0 60
Knochen 0 04

Wir empfehlen allen Polizei-Beamten und Aerzten diesen Bericht der Pariser Gesundheits-Commission über Anlage der Schindanger zu lesen und zu studieren, und sie werden sich überzeugen, daß, in großen Städten, nichts Verderblicher und Gefährlicher ist, als große Spitäler und große Schindanger. Man spart in Thalern, und zahlt in Menschenhäuten.

|157|

Diese Art die Pferde zu tödten, das sogenannte Umblasen, wird in Deutschland nicht von Abdekern sowohl, als von boshaften Menschen mit ungemeiner Geschiklichkeit öfters angewendet.

A. d. U.

|157|

Wir finden in dem Aufgeben dieser Methode keine Weisheit; denn es gibt keine schnellere und leichtere Todesart für das arme Thier, welches getödtet werden soll, und es ist unsere Pflicht, dem Thiere seinen Tod so leicht zu machen als möglich. Das Abschneiden des Rükenmarkes fordert so wenig Geschiklichkeit, daß jeder Junge sich dieselbe sehr bald eigen machen kann, wie man an den Schächtern bei den Juden; bei den Stiergefechten der Spanier, bei allen mahomedanischen Völkern sieht. Auch ist dieses sogenannte Stechen der Pferde jezt beinahe bei allen thierärztlichen Anstalten eingeführt. Um denjenigen, der den Stich führt, außer aller Gefahr zu wissen, braucht es nichts, als daß er dem Thiere augenbliklich nach dem Stiche einen Stoß von sich weg gibt, es wird dann nie auf ihn fallen.

A. d. U.

|157|

Der Uebersezer wünscht nicht diese „sanfte“ Methode nach Deutschland verpflanzt zu sehen.

A. d. U.

|157|

Es wäre sehr zu wünschen, daß auch das Schlagen unserer Rinder, wodurch nicht bloß die Thiere öfters fürchterlich gemartert werden, sondern selbst der Mezger, zuweilen sogar das Publicum, in Gefahr kommt, gesezlich verboten, und das schon von Mosch empfohlene Stechen, d.i. Abschneiden des Rükenmarkes zunächst am Kopfe, wie es die Juden, Spanier, Thierärzte zu thun pflegen, befohlen würde. Nur im mittleren und nördlichen Europa sind die Mezger, im Gegensaze ihrer Handwerksgenossen anderer Länder und Welttheile, noch wahre Schinder. Glüklicher Weise scheinen die französischen Schinder eine fünfte Methode nicht zu kennen, die in Deutschland häufig angewendet wird: das Erdrosseln.

A. d. U.

|159|

Man hat im J. 1824 in der Fasanerie zu Vincennes mehr als 50 Pferde abstechen lassen, um Schmeißfliegen hinzuziehen. Ein Mann zu Paris kaufte Aas zu Montfaucon um Schmeißfliegen in Paris zu erziehen und Hühner damit zu mästen, die in 14 Tagen außerordentlich schnell fett von den Larven derselben geworden. Er selbst wäre auch fett dabei geworden, wenn die Nachbarschaft nicht protestirt hätte.

A. d. O.

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