Titel: Ueber die Scheidung des Wismuths von Blei.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 27, Nr. LIX./Miszelle 11 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj027/mi027059_11

Ueber die Scheidung des Wismuths von Blei.

Man pflegte bisher das Wismuth auf die Art von Blei zu trennen, daß man die gemeinschaftliche Auflösung dieser Metalle in Salpetersäure mit Wasser versezte, welches das Wismuthsalz zersezt; bekanntlich bewirkt jedoch das Wasser niemals eine vollständige Zersezung, selbst nicht unter den günstigsten Umständen; wenn nämlich auch die salpetersaure Wismuthsolution zur Trokniß verraucht, und dann mit Wasser behandelt wird, bleibt immer noch ein Theil Wismuth aufgelöst. Um das Wismuth von Blei in seinen Legirungen genau abzuscheiden, gibt nun Hr. Laugier folgende Methode an: Man gießt in die salpetersaure Auflösung des Wismuths und Bleies kohlensaures Ammoniak, welches anfangs kohlensaures Blei und kohlensaures Wismuth fällt; ein Ueberschuß von dem Fällungsmittel löst jedoch lezteres Salz vollständig wieder auf. Man filtrirt hierauf, süßt mit kohlensaurem Ammoniak aus, um alles Wismuth wegzunehmen, welches ohne diese Vorsichtsmaßregel an dem kohlensauren Blei hängen bleiben könnte. Wenn man versichert ist, daß kein Wismuth mehr im Filter seyn kann, süßt man endlich mit lauwarmem Wasser aus, um das kohlensaure Ammoniak aus dem Filter zu entfernen. Die alkalische Flüßigkeit wird hierauf mit einer Säure neutralisirt und dann mit Ammoniak in Ueberschuß versezt, wodurch alles Wismuthoxyd gefällt wird; es wird nun auf einem Filter gesammelt, getroknet und gewogen.

Wird das bei diesem Verfahren erhaltene kohlensaure Blei in Salpetersäure aufgelöst, und die Auflösung zur Trokniß verraucht, so ist der Rükstand in Wasser vollkommen auflöslich; das kohlensaure Blei enthält also kein Wismuth. Wird der Wismuthniederschlag ebenfalls in Salpetersäure aufgelöst, die Auflösung mit Wasser gefällt und hierauf mit einer Auflösung von schwefelsaurem Kali versezt, so entsteht kein Niederschlag. Das Wismuthsalz enthält also kein Blei. (Ann. de Chim. et de Phys. Novbr. 1827, S. 332.)

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