Titel: Burstall's und Hill's Dampfwagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 27, Nr. CVI./Miszelle 1 (S. 389–390)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj027/mi027106_1

Burstall's und Hill's Dampfwagen.

Das London Repertory of Patent-Inventions, Febr. 1828, S. 93 liefert, ohne alle Abbildung, einen Auszug aus der Patent-Erklärung, welche die HHrn. Burstall und Hill über ihr am 22. August 1826 bezahltes Patent gegeben haben. Ohne Abbildung ist eine solche Erklärung aber so gut, wie nichts. Die englischen technischen Journalisten werden jezt klüger, als ihr Hr. Minister Huskisson, und sprechen von ihren wichtigsten neuen Erfindungen entweder gar nichts, oder so, daß sie Niemand verstehen kann. Während das Repertory ehevor 8 bis 10 und noch mehr Patente gab, gibt es jezt deren nur 2 bis 3, und meistens unbedeutende oder veraltete Sachen. Die jezt im Repertory den Patenten öfters beigefügte Kritik ist, ohne deutliche Beschreibung, ohne Abbildung meistens so gut wie nichts. So heißt es z.B. hier:

„Daß man den Kessel von dem Wagen abnahm, auf welchem die Fahrenden sizen, und auf eigene Räder stellte, scheint uns eine wahre Verbesserung, die aber noch besser ausgefallen seyn würde, wenn man Cylinder und Wassercisterne auf demselben Karren angebracht hätte (wodurch man unter anderem auch die zusammengefügten Röhren für Dampf und Wasser erspart hätte); wenn der Karren vier Räder hätte, statt zwei, und vor dem Wagen liefe und denselben zöge, statt daß er ihn „(à la jésuite)“ von hinten stößt, was uns an das Anspannen der Pferde hinter dem Wagen erinnert. Wir sind der Meinung, daß Dampfwagen auf gewöhnlichen Wegen vor anderen Wagen, so wie Pferde, angespannt werden sollen, vorzüglich vor solchen Wagen, auf welchen Reisende fahren.197) Dadurch ist nicht bloß die Gefahr bei einem möglichen Bersten des Kessels, sondern auch die Ungelegenheit von der Hize und von dem Rauche und Oehlgeruche (??) der Dampfmaschine beseitigt.“

„Der Dampfkessel, welcher hier beschrieben und kegelförmig ist, hat eine große Aehnlichkeit mit einem kleinen Kochapparate, den man jezt in Henrietta-Street unter dem Namen Patent Peripurist zeigt, und der in der That der Dampfkessel der HHrn. Burstall und Hill in Miniatur ist, nur mit dem Unterschiede, daß er einen Dekel hat, der mehrere darauf angebrachte Dämpfer |390| dekt, und eine kleine Bratpfanne oben am Schornsteine, durch welchen die Holzkohle auf den Herd hinabgeworfen wird.“

„Dieser Kessel hat aber durchaus nicht unseren Beifall, indem er den Radicalfehler so vieler Kessel hat, daß das Feuer auf die Seiten und nicht auf den Boden des Kessels wirkt, und also vieles Brennmaterial unnüz verwüstet.“

|389|

Der Uebersezer hat dieß schon mehr dann zehn Mahl in diesem Journale hinsichtlich der Dampfbothe gesagt. Ob man ein Dampfboth von der Kraft von 10 Pferden oder 10 Pferde an ein Schiff anspannt, das wird auf dasselbe hinauskommen. Daß aber ein Dampfboth von der Kraft von 10 Pferden nicht so tief getaucht gehen darf, als ein Dampfschiff von der Kraft von 10 Pferden, das zugleich die Ladung des Schiffes tragen soll, welches von 10 Pferden bequem und schnell stromaufwärts gezogen werden kann, ist eben so offenbar, als es klar seyn muß, daß es vorzüglich die geringe Tiefe unserer Flüsse ist, die der Dampfschifffahrt bisher so viele Hindernisse in den Weg legte. Man komme doch bei der Dampfschifffahrt auf unseren Flüssen endlich wieder auf die ursprüngliche einfache Idee des Erfinders der Dampfbothe zurük, schwerbeladene Schiffe mittelst derselben am Taue ziehen zu lassen, und man wird mit Dampfbothen dann leicht und sicher auf jedem Strome stromaufwärts fahren können, auf welchem man stromabwärts fahren kann. Man fährt so, und nur auf diese Weise, mit Dampfbothen auf den seichteren Flüssen in America; warum wollen wir in Europa allein die Pferde hinter dem Karren anspannen bei unserer Dampfschifffahrt auf unseren Flüssen? A. d. U.

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