Titel: Ueber die orientalischen Sapphire.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 27, Nr. CVI./Miszelle 22 (S. 393–394)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj027/mi027106_22

Ueber die orientalischen Sapphire.

Die meisten und schönsten orientalischen Rubine und Sapphire werden im |394| Reiche der Burmanen um Mo-gaot und Kyat-pyan, fünf Tagreisen gen OSO von Ava gefunden. Wer aber immer einen solchen Edelstein findet, der mehr als 100 Ticals (eine Kleinigkeit) werth ist, muß, bei Todesstrafe, seinen Fund bei der Finanz-Kammer abgeben. Um nun dem Tode zu entgehen, und doch etwas von dem Funde zu behalten, zerschlägt jeder, der einen großen und schönen Rubin oder Sapphir findet, denselben in so viele kleine Stüke, daß keines derselben mehr als 100 Ticals werth ist. Das Resultat hiervon ist, daß weder Unterthan noch Regierung von diesen Edelsteinen wahren Nuzen hat, und daß die Regierung auf diese Weise Millionen Mahl mehr verliert, als der Unterthan gewimt, indem der Werth eines jeden dieser Edelsteine für jeden Karat größerer Schwere im quadratischen Verhältnisse steigt. Man sollte glauben, daß dieses burmanische Gesez eine Satyre auf die Finanz- und vorzüglich Mauth-Geseze manchen europäischen Staaten wäre, wenn es nicht in der Calcutta Government Gazette buchstäblich so aufgeführt wäre.

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