Titel: Brauer-Gift.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 27, Nr. CVI./Miszelle 31 (S. 395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj027/mi027106_31

Brauer-Gift.

Unter dieser Aufschrift erzählt das Mechanics' Magazine, N. 233. 2. Febr. 1728, S. 15, daß in der Nähe von London zwei Tagwerke mit Taumel-Loth, Lolium tumulentum L., bestellt wurden, dessen Samen bekanntlich eines der stärksten betäubenden Gifte sind. Es bemerkt, daß diese Samen den Malze beigemengt werden, um das Bier stark zu machen, und daß in China der Anbau dieser Pflanze bei Todes-Strafe verbothen ist, während die englischen Geseze solchen Giftbau unbestraft lassen. Unsere Brauer, die weniger botanische Kenntnisse besizen, als die Engländer, machen zwar weniger Gebrauch von diesen Gifte, wenden sich aber, um der Malzsteuer zu entgehen, und mit wenigem Malze starkes Bier zu brauen, an andere eben so schädliche Gifte, wie Bilsenkraut, Stechapfel und sogar Tollkirsche.199)

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Die HHrn., die neulich in einer berühmten Versammlung öffentlich behaupteten, „sie glauben nicht, daß Malz und Hopfen surrogirt werden können,“ Allg. Zeit. 1828. Beil. Nr. 46, S. 186, werden sich hier überzeugen, daß Glauben und Wissen, was auch unsere heutigen Philosophen sagen mögen, zweierlei ist, und daß die Brauer starke Biere mit wenig Malz und Hopfen machen können.

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