Titel: Pferdehuf-Beschlag.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 27, Nr. CVI./Miszelle 35 (S. 396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj027/mi027106_35

Pferdehuf-Beschlag.

Das Mechanics' Magazine sagt in Nr. 232. S. 16, unter dieser Aufschrift: „es scheint, nach den Resten alter Bildhauer-Arbeit, erwiesen, daß weder Griechen noch Römer von irgend einer künstlichen Beschüzung des Fußes ihrer Pferde Gebrauch machten. Ein Basrelief im Palazzo Mattei zu Rom zeigt zwar an einer Jagdpartie des Gallienus ein Pferd, an dessen einem Fuße ein eisernes Hufeisen sich befindet; allein, Winkelmann hat gezeigt, daß dieser Fuß nicht alt ist, und von einem neueren Künstler angesezt wurde.“ Alle Achtung für Winkelmann, der sich indessen hier, so wie Philologen und Antiquare überhaupt nur zu oft, wo es sich um Sachen, und nicht um Worte handelt, nur zu oft gewaltig täuschte. Daß die Alten ihre Maulesel beschlugen, ist aus den bekannten Versen Catull's:

Et supinam animam gravi derelinquere coeno, Ferream ut soleam tenaci in voragine mula,

nur zu bekannt. Ferner erzählt uns Suetonius, daß Nero seinen Mauleseln silberne Eisen gab: Numquam carrucis minus mille iter fecisse traditur, soleis mularum argenteis – und seine Poppäa gab ihnen sogar goldene Eisen: Poppaeam Neronis delicatioribus jumentis soleas ex auro induere solitam, wie Plinius versichert. Gesner meint, daß diese Eisen nicht aufgenagelt waren, sondern eine Art von Pantoffeln gewesen sind. Das mag vielleicht bei dem silbernen und goldenen Beschlage der Fall gewesen seyn, schwerlich aber bei dem eisernen. A. d. Ueb.

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