Titel: Wo auch Lichter auslöschen, kann man noch athmen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 27, Nr. CXXIV./Miszelle 12 (S. 459)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj027/mi027124_11

Wo auch Lichter auslöschen, kann man noch athmen.

Es galt bisher als Grundsaz (und es soll noch fortan immer als solcher gellen, um Menschenleben zu sichern und zu retten), daß dort, wo kein Licht mehr zu brennen vermag, ein Mensch nicht mehr athmen kann. Man war indessen über die Menge kohlensauren Gases, welche der Luft die Fähigkeit athembar zu bleiben entzieht, noch immer nicht im Reinen, und die Angaben der Chemiker und Physiologen weichen hierüber gar sehr von einander ab. Prof. A. Perego erwies in einer Abhandlung, die er am Ateneo di Brescia am 6. Mai 1827 vorlas, daß Luft von einer solchen Menge kohlensauren Gases verunreinigt seyn kann, daß kein Licht mehr in derselben zu brennen vermag, und daß Menschen dessen ungeachtet in einer solchen Luft nicht bloß athmen, sondern 3 Stunden lang hart arbeiten, graben können. Den Beweis hierüber liefert die Geschichte zweier in der Gemeinde Triuggio um Mailand gegrabenen Brunnen, in welchen in einer Tiefe von 21,75 Meter kein Licht mehr brannte, und auch mit chlorsaurem Kali nicht mehr angezündet werden konnte, während die Brunnengräber, jeder einzeln, 3 Stunden lang in dieser Luft arbeiteten, und sich alle 5 Stunden abwechselnd ablösten. Sie hatten keine andere lästige Empfindung, als die einer großen Schwüle. Bei Untersuchung dieser Luft zeigte es sich, daß sie 1/6 kohlensauren Gases enthielt. (Giornal. d. Fisica. Dek. 2. Th. 10, S. 333.)

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