Titel: Sternbergit.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 27, Nr. CXXIV./Miszelle 19 (S. 461)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj027/mi027124_18

Sternbergit.

Grundform: ungleichseitige vierseitige Pyramide P = 128°49', 84°28', 118°0.

a : b : c = 1 : √1,422 : √0,484.

Einfache Formen: P – 00 (a); P (f); P + 1 (g) = 122°,17', 68°,22', 146°34'; (Ṗr)³ (d) = 92°28', 107°,17', 131°,17', Ṗr + 1 (b) = 61°35' 3/4 Ṗr + 3 (c) = 13°36', Pr + 00 (i); 4/3 Pr – 3 (h) = 153°,2'.

Er gibt verschiedene Combinationen dieser Formen, die alle mehr oder minder rhomboidalen Platten gleichen, mit Winkeln von 119°30' und 60°30', was die Basis der Fundamentalpyramide ist. Der spizige Winkel ist oft abgestuzt.

Der Blätterdurchgang ist höchst vollkommen: die Blätter liegen übereinander, wie Bleiblättchen. Der Glanz ist metallisch. Die Farbe dunkel Pintschbekbraun, etwas dunkler als am magnetischen Schwefelkiese. Der Strich schwarz. Läuft öfters veilchenblau an.

Er läßt sich leicht schneiden. Die dünnen Blätter sind sehr biegsam. Härte = 1,0 – – 1,5 kaum stärker, als am Talk. Spec. Schwere = 4,215.

Er kommt auch in Zwillingskrystallen vor, die parallel gegen eine Fläche P + 00 zusammengefügt sind, und gewöhnlich in Drusen, in welchen die Krystalle mir einer ihrer Seiten so eingebettet sind, daß sie Rosen oder Kugeln bilden. In derben Stüken sieht er aus wie grobblättriger Glimmer.

Hr. Gubernialrath Neumann zu Prag besaß dieses Fossil als ein unbekanntes Stük, und im Nationalmusäum zu Prag kam gleichfalls eines derselben vor. Hr. Professor Zippe fand später deren noch mehrere daselbst unter alten beseitigten Stüken.

Der Sternbergit ist dem äußeren Ansehen nach dem schwarzen Tellur, dem biegsamen Schwefelsilber und dem Rhombohedral-Molybdäen-Glanze ähnlich. Als Art ist er von allen diesen hinlänglich verschieden. Wegen dieser Aehnlichkeit kommt er nun in Mohs's Systeme unter die Glanze. Ob er aber eine eigene Gattung (oder wie man in der Mineralogie sprachwidrig zu sagen pflegt, Geschlecht 222) bildet, oder zu einer oder der anderen hier aufgezählten Gattungen gehört, läßt sich nicht bestimmen, indem sie selbst noch nicht genau bekannt sind. Sternbergit nannte man dieses Fossil einstweilen zu Ehren des um die Naturwissenschaften so hoch verdienten Grafen Casp. v. Sternberg.

Man hat bisher noch keine Analyse dieses Fossiles. Vor dem Löthrohre entwikelt sich ein Geruch von schwefeliger Säure, das Fossil verliert seinen Glanz, wird dunkelgrau und zerreiblich. Auf Holzkohle brennt es mit blauer Flamme und schwefeligem Geruche und schmilzt zu einem meistens hohlen Kügelchen mit krystallinischer Oberfläche und gediegenem Silber auf derselben. Das Kügelchen wirkt stark auf die Magnetnadel und hat alle Eigenschaften des Schwefeleisens. Es ertheilt den Flüssen die gewöhnlichen Farben des Eisens, ist beim Glühen roth, gelb beim Abkühlen in der oxydirenden und grün in der reducirenden Flamme. Borax nimmt das Eisen schnell weg, und läßt ein metallisches Silberkorn zurük. Es scheint demnach aus Schwefelsilber mit einer großen Menge Schwefeleisens zu bestehen.

Der Sternbergit brach in den ältesten Zeiten zu Joachimsthal, und wurde auf Silber benüzt, mit welchem es auch, vorzüglich mit Rothgülden, Röschgewächs etc. vorkommt. (Haidinger im Edinb. Journ. of Science. Oct. 1827. Philos. Mag. Dcbr. 1827, S. 461.)

|461|

Geschlecht ist sexus: männliches oder weibliches Geschlecht. Geschlechts-Verschiedenheit ist Sexual-Verschiedenheit. Genus ist Gattung.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: