Titel: Aufbewahrung der Tücher, Pelzwerke, Häute. (Warnung dagegen.)
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 27, Nr. CXXIV./Miszelle 37 (S. 465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj027/mi027124_36

Aufbewahrung der Tücher, Pelzwerke, Häute. (Warnung dagegen.)

Es heißt im London und Paris Observer, 26. Aug. 1827, und was uns unbegreiflich ist, sogar im Bullet. d. Scienc. techn. unter der Leitung des Hrn. Bar. de Ferussac, unter der Redaction des Hrn. Dubrunfaut, Jan. 1828, S. 30, wie folgt.

„Die Engländer bedienen sich mit Erfolg folgenden Verfahrens, die Motten zu zerstören, oder sie aus Tüchern, Pelzkragen, Pelzen etc. zu vertreiben. Man nimmt Samen von Hibiscus Abelmoschus (Bisam-Hibiscus, Ambrette), und bestreut damit ganz leicht die Tücher und Stoffe, die man aufzubewahren wünscht; man legt etwas davon zwischen die Umschläge und die Falten der verschiedenen Wollenkleider. Dieser Same gewährt außer dem, daß er die Insecten abhält, auch noch den Vortheil, den Stoffen einen feinen und nicht unangenehmen Geruch zu ertheilen. Die Kirschner bedienen sich noch folgenden Verfahrens, um diese Thierchen aus dem Pelzwerke und aus den Tüchern zu vertreiben. Sie tränken diese verschiedenen Stoffe mit einer schwachen Auflösung von Sublimat in Alkohol, (solution de perchlorure de mercure dans l'alcool) oder auch mit einer leichten Auflösung von arseniksaurem Kali in derselben Flüßigkeit. Auf diese Weise tödten sie die Eier, die von diesen Insecten in die Stoffe, welche sie aufbewahren wollen, gelegt worden seyn konnten.

Diese Auflösungen bereitet man mit 15 Gran arseniksaurem Kali oder Sublimat in einem Liter (1/2 Maß) Alkohol. Arseniksaures Kali dient eben so gut.“

Abgesehen, daß durch die Anwendung der Auflösungen dieser beiden stärksten Metallgifte theils die Farbe und der Glanz des Tuches leidet, theils die Haare aus dem Pelzwerke ausfallen gemacht werden, werden leztere dadurch auch gerade zu so sehr vergiftet, daß, wenn einzelne Härchen in die Augen, Nase, in den Hals kommen, oder auch nur auf die zartere Haut am Halse, zumahl wenn derselbe von erhöhter Ausdünstung etwas feucht ist, die gefährlichsten Folgen für die Gesundheit, in einigen Fällen sogar für das Leben, entstehen können. Es ist begreiflich, wie unwissender Eigennuz zu solchen Mitteln seine Zuflucht nehmen kann; es ist aber unbegreiflich, wie diese Mittel, ohne alle Warnung, von einem Dubrunfaut und A. Ch. so unbedingt empfohlen werden können.

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