Titel: Insecten-Seife.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 27, Nr. CXXIV./Miszelle 41 (S. 466)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj027/mi027124_40

Insecten-Seife.

Das Journal de Pharmacie, Febr. 1828, enthält S. 85, einen Auszug eines Schreibens des Hrn. Dumolin am Senegal (Gorée 23. Sept. 1827) an den berühmten Entomologen, Grafen Dejean, nach welchem die Neger sich aus den weißen Ameisen den Termiten, Seife bereiten. Sie stoßen diese Insecten, drüken den Saft aus, und bilden mittelst desselben aus der Asche des Baobab-Kugeln, deren sie sich statt der Seife bedienen. Schon Olivier erwähnt in der Encyclopédie méthodique, T. V. S. 341, 342, (einem in Deutschland viel zu wenig bekannten und benüzten Werke, das nach einem weit verständigeren Plane angelegt, und weit besser durchgeführt wurde, als die verunglükte Ersch'sche) eines Carabus saponarius, den Hr. Geoffroy de Vilemenius vom Senegal nach Hause brachte, als eines Seifen-Materiales bei den Negern. Man glaubte bisher immer, die Insecten geben das Alkali zur Seife her, während sie eigentlich nur das Fett zu derselben liefern. (Wer unsere fetten Maikäfer, Holzböke, Mistkäfer, Hummeln, Fliegen etc. anatomirte, wird sich überzeugt haben, daß diese Thierchen nichts weniger als mager sind, und eine bedeutende Masse Fettes enthalten. Die Einsammlung dieser schädlichen Thiere würde nicht nur für die Landwirthschaft höchst nüzlich, sondern, bei der Leichtigkeit, mit welchem man in manchem Jahre aus manchem Dorfe allein Zentnerweise dieses Seifen-Material sich verschaffen kann, auch in technischer Hinsicht vortheilhaft werden. Man würde die, die Bäume und Krautgärten verheerenden Insecten sammeln, sobald man nur eine Kleinigkeit dafür erhält, so wie man jezt um Erdbeeren und Pilze Kinder und alte Weiber Tage lang für ein Paar Kreuzer umher kriechen sieht, und auf diese Weise der Landwirthschaft eben so sehr nüzen, als dem Kunstfleiße. A. d. Ueb.)

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