Titel: d'Arcet's und Mérimé's Unterricht über das Leimen des Papieres.
Autor: d'Arcet, Jean Pierre Joseph
Mérimée,
Fundstelle: 1828, Band 28, Nr. IV. (S. 20–33)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj028/ar028004

IV. Unterricht über das Leimen des Papieres, ausgezogen aus einem im J. 1815 von den HHrn. d'Arcet und Mérimé der Société d'Encouragement erstatteten Berichte.14)

Aus dem Bulletin de la Société d'Encouragement, N. 282, Dec. 1827, S. 439.

Der Hanf und der Lein und alle vegetabilischen Faserstoffe, aus welchen man Papier bereitet, enthalten mehr oder minder einen gewissen Kleber (gluten)15) welcher, wenn er in hinlänglicher Menge vorhanden |21| ist, den Leim im Papiere ersezen und das Durchschlagen der Tinte hindern kann.

Dieser Kleber ist im rohen Hanfe und Flachse so häufig, daß Papier aus Werg bereitet durchscheinend und von der Natur selbst geleimt ist. Er hält so fest, daß selbst wiederholte Einwirkung der Laugen ihn nicht gänzlich wegzuschaffen vermag, und es bleibt noch etwas davon selbst in der alten gebrauchten Leinwand übrig. Nur die faule Gährung vermag ihn gänzlich zu zerstören.

In Holland und England läßt man die Lumpen nicht faulen; in Frankreich nimmt man in großen wie in kleinen Fabriken, wo die Mittel die Lumpen zu zerreiben nur sehr schwach sind und Fäulniß daher nothwendig wird, zur Fäulniß seine Zuflucht. Dieß ist der Hauptgrund, warum das geleimte Papier (das Schreibpapier) unserer Nachbarn besser ist. Ihr sogenannter grüner Zeug hat noch einen gewissen Antheil Kleber, und gibt daher ein Papier, welches nur einen sehr schwachen keim braucht, um die Tinte nicht durchschlagen zu lassen, während bei unserem Papiere aus gefaulten Lumpen ein viel stärkerer Leim oft kaum hierzu hinreicht.

Das zu schnelle Abtroknen nach dem Leimen ist noch ein besonderer Umstand, der diese leztere Arbeit so oft mißlingen macht; die holländischen Hängestätten sind auch weit besser eingerichtet, als die unsrigen, um während des Sommers den schnell troknenden Wind abzuhalten.

Wir wollen nun einige Thatsachen anführen, die, wie es uns scheint, einiges Licht über die Theorie des Leimens des Papieres verbreiten können.

Der Leim für sich allein, wenn er auch so sehr concentrirt wäre, daß er das Papier durchscheinend machte, vermag nicht das Papier für die Tinte undurchdringlich zu machen. Er muß zu diesem Ende auch noch mit Alaun, und zwar in gehörigem Verhältnisse, verbunden werden.

Wenn man eine Leimauflösung mit Alaun mengt, so verdikt sie sich alsogleich, und scheint wie geronnen, so daß man Mühe hat, sie umzurühren. Wenn man hierauf Wasser zusezt, wird sie wieder flüßig. Wenn man diesen Versuch mit heißem Leime anstellt, so muß, damit ein Gerinnen Statt hat, die Auflösung des Leimes mehr concentrirt seyn.

Wenn man den mit Alaun gemengten Leim auf dem Feuer stehen läßt, so bildet sich bald auf der Oberfläche desselben ein Häutchen, das immer diker und diker wird. Nach Abnahme dieses Häutchens bildet sich wieder ein neues u.s.f., bis der ganze Leim in solche Häutchen verwandelt ist.

|22|

Diese Häutchen werden bei der bloßen Hize des Wasserbades nicht wieder flüßig, wie dieß bei dem Leime der Fall ist, wenn er zur Gallerte erstarrte; man hat eine starke Hize nöthig, um sie wieder aufzulösen; man wirft auch in unseren Papierfabriken die Häutchen, die sich auf dem Leime nach Beimischung des Alaunes bilden, wieder zu dem rohen Leime in den Kessel.

Wenn man ein mit Alaunauflösung imprägnirtes Blatt Papier in reine Leimauflösung taucht, so bedekt es sich in kurzer Zeit mit einer mehr oder minder diken Lage geronnenen Leimes, der sich unter den Fingern klümpert, und nicht mehr klebrig ist.

Der Alaun vermindert also die Auflösbarkeit des Leimes, und der Zutritt der Luft scheint hierzu nothwendige Bedingung; denn, wenn man statt eines einzelnen Blattes ein ganzes Buch alauntes Papier in Leim taucht, so gerinnt der Leim nur auf den äußersten Blättern, nicht aber auf den inneren.

Dieser Einfluß der Luft zeigt sich auch noch unter anderen Verhältnissen.

Wir haben während einer Nacht eine Mischung von Alaun und Leim einer Kälte von 4 bis 5 Graden ausgesezt, und ließen dieselbe des anderen Tages wieder aufthauen. Es schied sich eine wässerige Flüßigkeit ab, in welcher Galläpfelaufguß einen reichlichen Niederschlag erzeugte. Die übrige Masse war porös, wie ein Schwamm, und brökelte sich unter den Fingern, ohne daran kleben zu bleiben. Wir gaben uns vergebene Mühe, diese Masse wieder schmelzen zu machen; sie schien weich gewordenem Horne ähnlich; indessen gelang es uns endlich, durch zugegossenes Wasser mittelst. starken Kochens dieselbe wieder aufzulösen; allein es blieb immer noch eine bedeutende Menge geronnener Gallerte in dieser Auflösung übrig, so daß dieselbe, so klar sie auch vor dem Frieren gewesen ist, nach demselben immer sehr milchicht bleibt.

Wir rauchten geklärte, mit Alaun gemengte, Leimauflösung langsam bis zur Trokenheit ab, und schmelzten dieselbe wieder, nachdem wir die Vorsicht brauchten, sie vorläufig in Wasser zu erweichen; ein Theil blieb, selbst nach einem starken Kochen, unaufgelöst.

Wenn man schwefelsaures Eisen im Maximum seiner Oxygenirung mit Gallerte mengt, so gerinnt sie augenbliklich, so zwar, daß man sie durch zugegossenes Wasser nicht mehr aufzulösen vermag. Grüner Eisenvitriol wirkt aber nicht so. Wahrscheinlich ist der Sauerstoff im Persulfate die Ursache dieses Gerinnens.16)

|23|

Man könnte also zum Theile die Undurchdringlichkeit, die der mit Alaun gemengte Leim dem Papiere ertheilt, der Luft zuschreiben. Hieraus erklärt sich auch, warum bei zu schnellem Troknen das Papier weniger geleimt wird, und wie man diesem Nachtheile durch das Feuchten (Matrissage) abhelfen kann, wodurch das Papier neuerdings Feuchtigkeit erhält, Und neuerdings der Berührung der äußeren Luft ausgesezt werden muß.

Das Faulen der Lumpen ist, wie wir oben bemerkten, in kleinen Papierfabriken, wo man nur Stampfen hat, unerläßlich. Eben dieses Faulen ist auch bei Papier nöthig, welches für Kupferdruk bestimmt ist. Läßt sich aber dieses Faulen nicht so leiten, daß man die Vortheile desselben ohne Gefahr der Nachtheile erhalten kann?

Wir wollen sehen, was denn eigentlich bei der faulen Gährung geschieht, welcher die Lumpen hier unterzogen werden.

Die erste Veränderung, welche man an denselben wahrnimmt, nachdem sie einige Zeit über im Faulbottiche gelegen sind, ist die Entwiklung einer schleimigen Masse, einer Art fauler Gauche, die im Wasser so wenig auflöslich ist, daß sie selbst in der Stampfe noch an den Lumpen bleibt und sich sogar in der Bütte noch findet. Der Zeug, den man von solchen Lumpen erhält, hält das Wasser zurük, und das daraus verfertigte Papier geht bei dem Troknen sehr ein; hält also weder das Maß noch das Gewicht, das es haben sollte.

Dieser Schleim, den man auf einigen Papieren den Schmuz (in Frankreich gonfle) nennt, ist desto häufiger, je gröber die Lumpen sind, je weniger sie vor dem Eintragen in den Faulbottich gewaschen wurden, und je weniger frische Luft nach dem Orte kann, wo die Lumpen faulen. Sie zersezt sich im Verlaufe der Fäulniß, und erzeugt eine Art von weißen Schimmel, der demjenigen ähnlich ist, welchen man auf dem Dünger findet: dann ist aber auch schon ein bedeutender Theil der Fasern der Lumpen Erde geworden.

In Hinsicht auf die Menge Wassers, welche der mit dieser schleimigen Masse erfüllte Zeug enthält, findet sich hier eine Aehnlichkeit mit dem Werge, welches vielen Kleber enthält.

Es scheint also, daß Papier, welches aus einem solchen Zeuge verfertigt wird, schon zur Hälfte geleimt seyn sollte, dieß ist aber nicht der Fall. Ein schwacher Leim reicht nicht zu, um es gegen das Durchschlagen der Tinte zu schüzen, und wenn man den Leim mehr concentrirt, so dringt er nur äußerst schwer in das Innere des Papieres. Die Fäulniß erleichtert das Zermahlen der Lumpen, indem sie den klebrigen Stoff zerstört, der die Fasern der Lumpen zusammenleimt; die Fasern des Strohes, des Spartes, des Bambos scheinen aber weit fester an einander geleimt, und ihre Verbindung bildet ein |24| Gewebe, das weit weniger nachgibt; indessen, wenn man diese lezteren einige Zeit über der Einwirkung des Kalkes aussezt, so theilen sie sich doch in sehr feine Theile, und man gelangt ohne Mühe zur Bildung eines Zeuges, der eben so fein ist, wie jener aus den Lumpen.

Es scheint uns demnach erwiesen, daß der Kalk, in gehöriger Menge angewendet, auf die Lumpen eben dieselbe Wirkung äußern würde, ohne den Kleber gänzlich zu zerstören: denn bei der Zubereitung, die man dem Strohe gibt, um dasselbe in Papier zu verwandeln, nimmt weder der Kalk, der es erweicht, noch die Säure, mit welcher man dasselbe bleicht, allen Kleber aus demselben auf; es bleibt noch so viel in demselben zurük, daß ein sehr schwacher Leim hinreicht, um dieses Papier zum Schreiben tauglich zu machen.

Der Kalk wurde, wie man weiß, von jeher in unseren Papiermühlen angewendet, und wird noch jezt in einigen Fabriken gebraucht, nicht aber, um die Lumpen faulen zu lassen, sondern im Gegentheile, um der Fäulniß Gränzen zu sezen. Wenn irgend ein Umstand ein längeres Feiern herbeiführt, so nimmt man die Lumpen aus dem Faulbottiche, wo sie sich in Erde verwandeln würden, und taucht sie in reine klare Kalkmilch. Nachdem sie in dieser getränkt wurden, kann man sie eine unbestimmte Zeit über aufbewahren. Eben dieses Mittels bedient man sich auch zur Aufbewahrung des abgezogenen Zeuges.

Von dem Leime und von seiner Zubereitung.

Vielfältige Erfahrungen haben gelehrt, daß man mit dem besten Leime und bei der größten Sorgfalt während des Leimens das Papier öfters doch nur schlecht leimt, d.h. nicht gegen das Durchschlagen der Tinte sichert. Dessen ungeachtet muß man doch die größte Aufmerksamkeit bei Auswahl der Materialien, aus welchen man den Leim bereitet, und auf die Bereitung desselben selbst verwenden. Zum Glüke hat die Leimsiederei große Fortschritte gemacht, seit man gelernt hat, aus den Knochen mittelst Sauren eine sehr reine Gallerte auf sehr leichte Weise zu bereiten. Diese Kunst ist gegenwärtig auf einen solchen Grad von Vollkommenheit gebracht, daß Papiermacher, die die gehörige Aufmerksamkeit auf ihr Geschäft wenden wollen, sich immer den nöthigen Leim, und zwar, was die Zähigkeit und Weiße desselben betrifft, immer in der besten Güte selbst bereiten können.

Im Allgemeinen liefert die Haut junger Thiere den weißesten Leim, der auch am Leichtesten schmilzt. Indessen erhielten wir auch aus Stüken Ochsenhaut einen sehr weißen Leim, und die Häute lösten sich durch Sieden vollkommen auf. Diese Häute sind aber sehr lang im Kalk gelegen, und man kann aus dieser Erfahrung schließen, daß die Zubereitung der rohen Leimmaterialien, ehe man dieselben aussiedet, einen bedeutenden Einfluß auf die Weiße des Leimes hat.

|25|

Der Sattlerleim (colle de bourrelier) soll, wie man sagt, das Papier am besten leimen; er hat indessen den Fehler, daß er am stärksten gefärbt ist. Dieser Fehler rührt ohne Zweifel davon her, daß immer rothgegärbtes Leder sich unter dem weißgegärbten Leder befindet, dessen Abfälle von den Geschirren etc. zu dieser Art von Leim benüzt werden. Wenn nicht solches rothgegärbte Leder sich unter diesen Abfällen befände, ließe sich kein Grund einsehen, warum der aus denselben bereitete Leim dunkler gefärbt seyn sollte, als derjenige, der aus den Abfällen der Häute der Roth- und Weißgärber bereitet wird.

Es läßt sich demnach erwarten, daß man eine minder gefärbte Leimauflösung erhalten würde, wenn man sorgfältig alle Stükchen rothgegärbtes Leder aus jenen Abfällen auslesen und dieses rohe Leimmaterial einige Tage über in einer leichten Kalkmilch einweichen würde.

Durch dieses Einweichen der Lederabfälle in Kalk bewahrt man dieselben vor Fäulniß, der sie, so lang sie nicht vollkommen troken sind, immer ausgesezt sind, durch dieses Einweichen lassen sie sich dann ohne Gefahr eines weiteren Verderbens troknen, und so lang man will aufbewahren. Wenn man sie aber, nachdem man sie aus dem Kalkwasser nahm, zu lang auf einander gehäuft liegen läßt, oder in zu diken Schichten auf dem Trokengerüste aufstreut, so können sie noch immer in Gährung gerathen und verderben.

Wenn der rohe Leim vor dem Troknen in Gährung gerathen ist, oder sich, wie man zu sagen pflegt, erhizt hat, so wird er grau, und diese graue Farbe zeigt sich durch die leichte Kalkschichte, die ihn auf seiner Oberfläche bedekt.

Wenn man ihn kocht, so verbreitet sich ein Ammoniumgeruch, der auf den zugesezten Alaun mehr oder minder verschwindet; indessen ist aber Ammonium öfters im gebundenen Zustande vorhanden, wenn auch kein übler Geruch sich während des Kochens entwikelt. Man entbindet dieses Ammonium durch einen Zusaz von etwas Kalk, und befreit hierdurch den Leim von dem faulen Gährungsstoffe, den er vielleicht enthalten konnte.

Der Leim wird in unseren Papierfabriken auf verschiedene Weise bereitet. In einigen derselben begnügt man sich damit, den rohen Leim oder das Leimmaterial in einen Kessel zu thun, der mit einer hinlänglichen Menge Wassers gefüllt ist, und das Kochen so lang fortzusezen, bis Alles aufgelöst ist. Hierzu sind, bei 300 Pf. Abfällen von Ochsenhäuten, zwölf bis fünfzehn Stunden nöthig.

Es ist offenbar, daß die Stärke des Leimes nach Art der zu demselben angewendeten Materialien verschieden seyn wird.

Andere nehmen anfangs weniger Wasser, und sobald die erhaltene Brühe einen hinlänglich starken Leim gibt, ziehen sie dieselbe ab und |26| gießen neuerdings Wasser, aber in geringerer Menge, zu. Auf diese Weise erhalten sie drei bis vier Brühen, die sie entweder zusammenschütten oder einzeln aufbewahren.

Dieses Verfahren verdient allerdings den Vorzug, indem die Abfälle der Häute nicht alle gleich auflösbar sind, und derjenige Theil des Leimes, der zuerst aufgelöst wird, schlechter wird, wenn er länger und solang im Kessel bleibt, bis alles aufgelöst ist. Ueberdieß kann man auch aus der Menge Leimes, die man erhält, über die Güte der angewendeten Materialien richtiger urtheilen.

Man mag übrigens auf die eine oder auf die andere Weise verfahren, so wird es immer nothwendig zu verhindern, daß das Leimmaterial nicht den Boden des Kessels berührt, indem es daselbst anbrennen und den Leim färben würde.

Einige Fabrikanten legen daher auf den Boden des Kessels eine gehörige Menge Stroh; dadurch verhindern sie allerdings das Anlegen des Leimes an demselben; allein, während sie ein Unheil vermeiden wollen, gerathen sie in ein anderes.

Das Stroh enthält nämlich einen ziemlich starken gelben Färbestoff, welcher durch den Kalk, der sich bei dem rohen Materiale befindet, nur noch leichter ausgezogen wird, indem der Kalk, obschon er der Luft ausgesezt war, seine alkalische Natur noch nicht verloren hat. Wenn man einen solchen mit Stroh ausgelegten Kessel ausleert, so findet man, daß das Stroh braun, wie Mist geworden ist.

In den holländischen Papierfabriken gibt man die Materialien, aus welchen man den Leim siedet, in einen aus Weiden geflochtenen Korb, den man in den Kessel einsenkt, und mittelst eines Haspels wieder in die Höhe zieht, wenn man den Leim herausnehmen will. Diese Vorrichtung ist äußerst einfach; man sieht zugleich mittelst derselben, ob noch Leimmaterial zum weiteren Aussieden übrig geblieben ist.

Man mag den Leim aber noch so sorgfältig aussieden, so wird die Brühe doch nie vollkommen klar; es bleibt immer eine große Menge gallertartiger Masse in derselben schwebend, die nicht aufgelöst ist, und die selbst dann nicht zu Boden fallen würde, wenn man die Leimbrühe auch noch so lang flüßig erhielte und ruhig stehen ließe. Wenn man jedoch auf was immer für eine Weise in dieser Brühe einen reichlichen Niederschlag erzeugt, so reißt dieser die schwebenden Theilchen mit sich zu Boden, und der Leim kann vollkommen durchscheinend werden.

Diese Klärung kann auf verschiedene Weise geschehen.

1) Man filtrirt den Leim durch einen Korb, und sezt demselben etwas ungelöschten Kalk zu, ungefähr ein halbes Pfund auf 40 Eimer |27| Leim. Man rührt diesen Kalk mit Wasser an, gießt dieses Wasser in den Kessel, und rührt dann fleißig um, damit Alles sich gehörig mengt.

Der Kalk fällt bald zu Boden, und zieht einen Theil der Masse, der die Leimauflösung trübt, mit sich. Man zieht nun ad, und sezt nach und nach eine concentrirte Alaunauflösung zu.

Man rührt langsam, so daß die Mischung gehörig und vollkommen geschehen kann. Der durch den Kalk zersezte Alaun veranlaßt eine bedeutende Verdikung, eine Art von Gerinnung, und wenn man fortfährt zu rühren, so erscheint die Leimbrühe bald als eine zusammengelaufene Sauce. Es bildet sich nun ein Niederschlag, der schnell zu Boden fällt und die Leimbrühe wird vollkommen klar. Man darf sie nun nur noch mit dem Heber abziehen und die gehörige Menge Alaunes zusezen.

Wenn die Klärung gehörig geleitet wurde, so darf kein Kalk in der Leimbrühe mehr übrig geblieben seyn. Man überzeugt sich hiervon durch das Prüfungspapier „(Lakmuß- oder Curcumä-Papier).“ Wenn noch Kalk darin vorkäme, so schlägt man diesen mittelst einiger Tropfen Schwefelsäure nieder.

Wenn man zu viel Alaun zur Klärung des Leimes zugesezt und den Sättigungspunct überschritten hätte, so würde die Auflösung milchicht bleiben. Man müßte dann, um sie zu klären, den überschüßigen Alaun mit etwas Kalk niederschlagen, was gar nicht schwer ist. Man würde aber zugleich auch einen Theil Gallerte hiermit niederschlagen, der rein verloren ginge, und dadurch nur die Stärke des Leimes vermindern.

Der gallertartige Niederschlag, der bei dieser Art von Klärung entsteht, darf nicht weggeworfen werden; man kann ihn zwar nicht wieder auflösen; wenn man ihn aber dem Zeuge in dem Augenblike zusezt, wo derselbe hinlänglich zerstampft ist, so wird der Zeug dadurch etwas geleimt.

2) Man kann den Leim auch mittelst des Schleimes der Eibischwurzeln klären. Man wäscht diese Wurzeln und verwandelt sie in eine Art von Teig, den man dann in dem Leime zerrührt. Hierauf sezt man alsogleich Alaun zu, der den Schleim augenbliklich gerinnen macht, und dadurch, alle Teilchen niederschlägt, die die Leimauflösung trübten. Man darf hier nicht fürchten, daß man zuviel Alaun zusezt.

Folgendes Verfahren verdient allerdings den Vorzug, indem es weder eine Mischung, noch besondere Sorgfalt fordert, und die Klärung so zu sagen von sich selbst mittelst eines höchst einfachen Filtrir-Apparates geschieht.

Man weiß, daß wenn man Leim durch Papier filtrirt, derselbe |28| vollkommen klar durchläuft; das Papier verlegt sich aber sehr bald, und die Leimauflösung hört auf durchzufließen, wenn man sie auch beständig flüßig erhalten könnte. Durch folgende sehr einfache Vorrichtung kann man dieser Verlegung des Filtrums abhelfen.

Man nimmt eine vierekige Kiste von 12 bis 15 Zoll Höhe. Der Leim tritt von unten in die Kiste, steigt durch mehrere Filze durch hinauf, und fließt durch einen an dem oberen Theile der Kiste angebrachten Hahn ab. Es versteht sich von selbst, daß unter den Filzen am unteren Theile der Kiste noch ein anderer Hahn angebracht seyn muß, durch welchen der nach dem Filtriren übrig bleibende Leim abfließt.

Diese Filze werden durch Rahmen festgehalten, die innenwendig in die Kiste passen, so daß nichts an dem Rande derselben durch und in die Höhe steigen kann: die Wände der Kiste selbst sind übrigens gleichfalls mit Filzen ausgelegt.

Allerdings werden diese Filze sich auch bald verlegen oder verstopfen; man darf aber dann nur die Kiste öffnen, die Filze herausnehmen und neue dafür einsezen; was nicht lang hergehen wird. In einem solchen Apparate, den wir verfertigen ließen, und welcher seit mehreren Jahren beständig im Gange ist, wechselt man die Filze alle 5 bis 6 Tage. Man hat nur vier solche Filze, und der Leim geht doch hinlänglich klar durch. Wir halten es jedoch für besser, zehn bis zwölf solche Filze anzuwenden, die sich dann nicht so schnell verlegen und einen so klaren Leim geben werden, als wenn er durch Papier filtrirt wäre.

Wenn der Kessel, in welchem man den Leim siedet, im oberen Stokwerke wäre, so würde der Druk noch das Filtriren beschleunigen.

Man sezt den Alaun dem Leime in dem Augenblike zu, wo man denselben abzieht, und man weiß nie genau, in welcher Menge sich derselbe darin befindet. Man nimmt als Basis das Gewicht des trokenen Leimes an; die Erfahrung hat aber gezeigt, daß bei den Producten desselben bedeutende Unterschiede Statt haben.

Es scheint uns, daß man mittelst eines für Leimauflösungen eigens verfertigten Aräometers den Grad der Stärke dieser Auflösung genau bestimmen könnte; hiernach ließe sich dann auch die Menge des zuzusezenden Alaunes genauer ermessen.

In mehreren Papierfabriken sezt man dem Leime Seife zu, und diese Mischung geschieht noch ehe, als man den Alaun zusezt, indem die Seife in dem Augenblike zersezt würde, wo man sie in den mit Alaun gemengtem Leime göße. Wir haben öfters Gelegenheit gehabt, die gute Wirkung dieser Mischung wahrzunehmen, und haben gefunden, |29| daß das Leimen dadurch weniger durch die Kürze des Troknens leidet, und das Papier selbst weniger durchschlägt.17)

Der Leim, den man zum Leimen des Papieres aus dem sogenannten grünen, ungefaulten, Zeuge anwendet, ist immer um die Hälfte weniger stark, als derjenige, den man zum Leimen des Papieres aus gefaultem Zeuge braucht. Ja was noch mehr ist, wenn der Zeug sehr grün, sehr wenig gefault ist, kann das daraus verfertigte Papier mit einem so schwachen Leime vollkommen geleimt werden, daß derselbe nach dem Leimen gar keine Wirkung hervorgebracht zu haben scheint. Das Papier wird für Tinte undurchdringlich, wenn man, vor dem Ausbreiten desselben, es einige Tage lang mit dem feuchten Leime in Berührung läßt; wenn aber dieses Aufsaugen die verlangte Wirkung hervorbringen soll, so darf weder der Leim noch das Papier irgend einen Stoff zur faulen Gährung enthalten.

Hr. Montgolfier hat durch Versuche, welche er mit der größten Sorgfalt angestellt hat, erwiesen, was wir über die Wirkung der längeren Aufbewahrung des feuchten Leimes im Papiere vor der Abtroknung des ersteren nur vermuthet haben. Er hat 20 Tage lang Papier aus grünem Zeuge, das in weit schwächeren Leim, als man gewöhnlich anwendet, getaucht war, ohne es auszubreiten, aufbewahrt, und gefunden, daß dieses Papier, das anfangs gar nicht geleimt schien, für Tinte undurchdringlich wurde.

Der Ballen Papier, der in Filze gehörig eingewikelt war, wurde täglich geöffnet, und ein Blatt herausgenommen und getroknet.

Das Blatt, welches man unmittelbar nach dem Leimen herausnahm, da der Leim noch warm war, schien nicht geleimt.

Das am zweiten Tage herausgenommene Blatt war nur schlecht geleimt.

Mit jedem Tage ward das Papier merklich besser, bis zum zwölften, wo man das Probeblatt über einer vollen Wasserkufe ausbreitete, und dasselbe vollkommen undurchdringbar fand.

Diese Proben wurden bis zum zwanzigsten Tage mit dem besten Erfolge wiederholt, wo man das ganze Papier, damit es nicht verdärbe, troknen ließ.

Während dieser Zeit wurde das Papier drei bis vier Mahl umgelegt und gepreßt. Das Thermometer zeigte 12 bis 15 Grade.

Wir wünschten, daß diese Versuche, zum Vergleiche mit Papier aus grünem Zeuge, auch mit Papier aus gefaulten Lumpen angestellt |30| würden. Dieses leztere Papier gab aber ganz entgegengesezte Resultate. Es schien, nachdem man es in einen sehr starken Leim getaucht, und hierauf getroknet hatte, geleimt; es schlug aber noch durch. Des anderen Morgens war es weniger geleimt, und am fünften Tage schien es nicht mehr ein Atömchen Leim zu enthalten.

Wir waren hierüber nichts weniger als erstaunt; denn wir vermutheten, daß der gefaulte Zeug, so gut er auch gewaschen war, noch etwas faulen Gährungsstoff enthielt, der den Leim zersezen muß; wir waren aber weit entfernt vorauszusehen, daß ein anderes Wasser ein ganz anderes Resultat zu geben vermag.

Der Versuch, den wir hier anstellten, wurde zu Annonay gemacht. Hr. Montgolfier wollte denselben auf einer anderen Papiermühle, die er zu Voirou besizt, wiederholen. Der Zeug, aus welchem das Papier daselbst verfertigt wurde, war sehr grün; der Leim war sehr rein und mit vieler Sorgfalt geklärt; indessen verbreitete dieses Papier schon nach wenigen Tagen einen sehr faulen Geruch um sich her und war nicht geleimt. Hr. Montgolfier wiederholte den Versuch mit demselben Erfolge, und überzeugte sich, daß das Resultat lediglich von der Beschaffenheit des Wassers abhing.

Wir sind mit ihm der Meinung, daß die faule Gährung, die sich hier entwikelte, der Zersezung des in dem Wasser enthaltenen Gypses (schwefelsauren Kalkes) zuzuschreiben ist; wir glauben aber zugleich, daß es möglich ist, diesem Uebel abzuhelfen, wenn das Wasser auch noch so schlecht ist.18)

Es ist unmöglich, Papier aus gefaulten Lumpen auf ein Mahl gehörig zu leimen; man muß es zwei Mahl leimen, wenn man dasselbe gehörig undurchdringlich machen will. Dieses doppelte Leimen vermehrt aber die Kosten und schadet der Weiße des Papieres. Wir glauben daher, daß es besser wäre und wohlfeiler käme, wenn man den durch das Faulen zersezten Kleber wieder ersezte. Dieses Mittels bedienen sich die Chinesen. Sie sezen ihrem Zeuge Reißleim zu, den sie kalt aus dem Reiße ausziehen,19) und den Aufguß einer schleimigen |31| Pflanze aus der Familie der Malven, die sie Orenj nennen.20) Die Wirkung dieses Schleimes ist, daß das aus dem Reiße erhaltene Stärkmehl schwebend bleibt, und die Blätter nicht an einander kleben: denn die Chinesen kautschen ihr Papier Blatt auf Blatt über einander, ohne Filze dazwischen zu legen: sie begnügen sich ein kleines Stäbchen Bambos zwischen jedes Blatt zu legen, um dasselbe in der Folge desto bequemer abnehmen zu können.

Das Papier wird durch dieses Verfahren nicht geleimt; dasjenige Papier, welches zur Schrift oder Mahlerei mit Wasserfarbe bestimmt ist, wird noch ein Mahl geleimt, oder vielmehr gealaunt; denn die Flüssigkeit, in welche man es taucht, enthält zwei Theile Alaun auf Einen Theil Leimes.

Man weiß, daß der Alaun mit schleimigen Säften unauflösbare Niederschläge bildet; zugleich wird aber das Stärkmehl des Reißes, welches in dem Papiere enthalten ist, durch die Wärme in eine Stärke verwandelt. Diese beiden Ursachen bewirken nun zugleich die Leimung des chinesischen Papieres, die bei unserem Papiere auf diese Weise nicht möglich wäre.21)

Wir haben versucht, ein ähnliches Resultat dadurch zu erhalten, daß wir dem Zeuge aus gefaulten Lumpen Stärke zusezten; der Erfolg entsprach unserer Erwartung. Wir bereiteten einen leichten Leim aus Erdäpfelstärke, welchem wir Alaun beisezten. Dieser Leim wurde mit den Lumpen in der Stampfe gehörig gemengt, und hierauf eine Auflösung von Harzseife zugegossen; dadurch entstand ein Niederschlag, der aus Stärke, Harz und Alaun bestand. Ein sehr schwacher Leim machte das aus solchem Zeuge verfertigte Papier vollkommen undurchdringlich.

Wir haben 100 Pfunden trokenen Zeug zwei Kilogramm (4 Pfund) Stärke, ein halbes Kilogramm Alaun und Ein Kilogramm Harzseife mit 500 Grammen (16 1/2 Unzen) basisch kohlensaurer Soda zugesezt.

Man versucht gewöhnlich während des Leimens von Zeit zu Zeit die Stärke des Leimes, indem man ein geleimtes Blatt schnell troknet. Zu diesem Ende zieht man ein Blatt mitten aus dem Pauschte, und troknet es schnell. Man mag aber das Blatt wo immer aus dem Pauschte herausnehmen, so werden immer zwei Lagen getrennt, und das Blatt, welches man herausnimmt, ist immer dasjenige, was über |32| einer Lage liegt. Wir hielten es daher für besser, Blätter aus der Mitte und Blätter von oben zu nehmen. Nach dem Troknen fanden wir immer, daß die Blätter aus der Mitte weniger geleimt waren, als die von oben, und hieraus konnten wir uns erklären, woher es kommt, daß Blätter aus demselben Zeuge, die zugleich geleimt wurden, nie gleich geleimt waren.

Es ist also wichtig, den Lagen (pages) nicht zu viel Dike zu geben: zwei Blätter sind genug für eine Lage von starkem, und fünf für eine Lage von feinem Papiere. Man darf nicht fürchten, daß das Papier während des Troknens sich runzelt (se grippe), dieß kann nie der Fall seyn, wenn das Papier sorgfältig gewechselt und die Troknung gehörig geleitet wird.22)

In einigen unserer Fabriken bedient man sich einer in England erfundenen Vorrichtung, mittelst welcher man mehrere Rieß Papier auf ein Mahl leimt. Sie besteht aus einer Kiste, in welcher man die Bücher senkrecht stellt. Die Kiste wird hermetisch geschlossen und die Luft mittelst einer Luftpumpe ausgezogen. Der Leim tritt von unten ein, und steigt langsam in die Höhe. Wenn man endlich glaubt, daß die Blätter hinlänglich vom Leime durchdrungen sind, sezt man eine horizontale Presse in Bewegung, die das Papier zusammendrükt, während der Leim aus der Kiste ausfließt.

Ein solcher Apparat ist sehr nüzlich; er ist aber für kleine Fabriken zu kostbar, da sie auch ohne denselben das Papier gehörig leimen können.

Aus dem bisher Gesagten erhellt, daß Papier aus gefaultem Zeuge schwer zu leimen ist; daß man aber auch das Faulen so leiten kann, daß das Stampfen erleichtert wird, ohne den gallertartigen Stoff so sehr, wie gewöhnlich zu zerstören; daß man endlich, wenn er zerstört ist, denselben durch einen anderen Stoff ersezen kann, der das Leimen erleichtert.

Es scheint uns überflüßig zu bemerken, daß je grüner der Zeug ist, desto heißer der Leim seyn müsse, und daß er bei Papier aus gefaulten Lumpen so wenig warm seyn darf, als möglich. In einem wie in dem anderen Falle ist es gut, wenn man ihn vor dem Leimen in einem Ofen wärmt.

|33|

In den meisten unserer Papiermühlen wird das Papier erst gepuzt, wenn es seine lezte Zurichtung erhält. Man nimmt mit einem Schabeisen die emporstehenden Klümpchen und Haare weg; allein jeder Strich mit dem Krazeisen verwundet das Papier, und dort, wo man ihm seine Oberhaupt nahm, schlägt es durch. Es wäre besser, wenn das Papier während des Wechselns gepuzt würde. Man würde allerdings mehr Zeit und Hände hierzu brauchen; man hätte jedoch am Ende weniger Arbeit mit dem Zurichten, und die Kosten kämen zulezt auf Eines hinaus. Ich sah in einer gut geleiteten Fabrik diese Arbeit von Kindern verrichten; sie glichen alle Runzeln und falschen Büge aus, nahmen die Klümpchen und Haare mit kleinen spizigen Zängelchen weg, und arbeiten damit besser, als mit dem Schabeisen. Nach dem Leimen wird das Papier noch ein Mahl gepuzt, so daß kein Fehler entgehen kann.

Siehe Bulletin de la Société d'Encouragement, N. 136. Octbr. 1815, S. 239. A. d. O.

|20|

Wir glauben das Wort Kleber (gluten) brauchen zu dürfen, obschon der Stoff, den wir damit bezeichnen, dem Kleber im Mehle nicht ähnlich ist; er hat jedoch, so wie lezterer, etwas mit thierischen Stoffen gemein, denn es entwikelt sich Ammonium, wenn die Lumpen faulen. A. d. O.

|22|

Wenn man braunes, von Eisenoxyd gefärbtes Papier leimt, reicht der vierte Theil Leimes, den man zu weißem Papiere braucht, hin, wenn man statt des Alaunes dem Leime schwefelsaures Eisen zusezt. A. d. O.

|29|

Die Flüßigkeit, deren Ackermann sich bediente, um Stoffe undurchdringlich zu machen, ist ein Gemenge aus Seife, Leim und Alaun. Siehe Bulletin de l. Société, N. 24. 2de année. Prairial an XII. S. 229. A. d. O. Polyt. Journ. Bd. XXVI. S. 216. In der Note 62, S. 220 daselbst muß die Jahreszahl der Schrift des Hrn. Illig's 1817 statt 1827 heißen. A. d. R.

|30|

Das Wasser aus eilf gypshältigen Brunnen, welches Hr. D'Arcet untersuchte, forderte im Durchschnitte 1,2980 Gramm (20 Gran) basisch kohlensaurer reiner und trokener Soda für Ein Liter (61 C. Zoll), um so gesättigt zu werden, daß es Seife aufzulösen vermochte. Das schlechteste Wasser aus diesen Brunnen brauchte 1,83 Gramm (29 Gran) basisch kohlensaurer reiner trokener Soda.

Man kann trübes Flußwasser klären, wenn man 25 Gramme (400 Gran) Alaun auf ein Hektoliter (6102 C. Zoll) nimmt. A. d. O.

|30|

Der vorläufig naß gemachte Reiß kommt in einen unglasirten Topf. Man rührt ihn um, gibt ihn in Leinwand, und gießt kaltes Wasser darauf, welches den Gummistoff aus demselben auszieht. Man nimmt das, was davon auf dem Filtrum zurükbleibt, und behandelt es wie vorher, und fährt so lang mit dieser Arbeit fort, bis nichts als Gallerte mehr zurük bleibt. (Kämpfer Amoenitates exoticae.) Es ist offenbar, daß auf diese Weise dem Reiße nicht bloß |31| sein Gummistoff entzogen wird, sondern daß auch das Stärkmehl durch die Reibung an den nicht glasirten Wänden frei wird. A. d. O.

|31|

Hr. Metzger empfiehlt den deutschen Papierfabrikanten für jene Wurzel die Eibischwurzel (Althea officinalis) anzuwenden. Polytechnisches Journal Bd. XXVII. S. 288. A. d. R.

|31|

Das Papier wird Blatt für Blatt geleimt. Jedes Blatt kommt an ein Bambosstäbchen, und wird in die leimende Flüßigkeit getaucht, die sehr heiß seyn muß. A. d. O.

|32|

Dieses Wechseln, das wir von den Holländern lernten, hat nicht bloß den Zwek, das Korn des Papieres feiner und die Oberfläche desselben mehr sammtartig zu machen; es wird sogar bei sehr grünem Zeuge unerläßlich. Man mag den Lagen was immer für eine Dike geben, so würden sie, wenn man sie nach dem Pressen in den weißen Filzen ausbreitet, bei dem Troknen zusammenlaufen und Runzeln bekommen, die man durch nichts mehr beseitigen könnte. Papier aus Werg beweist dieß deutlich: der Kleber ist darin so häufig enthalten, daß man es zwischen Papier aus gefaulten Lumpen troknen muß. Ohne diese Vorsicht würde das in Lagen getroknete Papier sich wie Flor zusammenrunzeln. A. d. O

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: