Titel: Chapman's verbesserte Maschine zum Laden und Ausladen der Schiffe.
Autor: Chapman, William
Fundstelle: 1828, Band 28, Nr. LXXIV. (S. 265–267)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj028/ar028074

LXXIV. Verbesserte Maschine zum Laden und Ausladen der Schiffe, worauf Wilh. Chapman, Mechaniker zu Newcastle upon Tyne, sich am 7ten Februar 1826 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. Februar. 1828. S. 322.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Der Gegenstand dieses Patentes ist 1) eine verbesserte Vorrichtung die Steinkohlen aus den Grubenwagen in die Kohlenschiffe zu stürzen, in welchen sie verfahren werden; 2) in einer verbesserten Methode, den Sand oder anderen Ballast auszuschiffen, und auf's Land zu schaffen.

Die gewöhnliche Weise, wie die Kohlenschiffe zu Shields und in der Nachbarschaft dieses Ortes beladen werden, besteht darin, daß man die Kohlen in Wagen dahin bringt, die in Eisenbahnen bis an den Rand des Ufers laufen, wo dann die Wagen mittelst eines Schwungkrahnes auf einer aufgehängten Bühne (die Wiege genannt), über das im Wasser vor Anker liegende Schiff hinabgelassen werden. Eine Fallthüre öffnet sich nun an dem unteren Theile des Wagens, und die Kohlen fallen unmittelbar in den Hohlraum des Schiffes hinab. Der leere Wagen wird nun wieder in die Höhe gezogen, was hier und da durch das Gegengewicht eines geladenen Wagens geschieht. An dem Apparate, mit welchem diese Arbeit gewöhnlich verrichtet wird, hat der Patent-Träger nun folgende Verbesserungen angebracht.

Fig. 36. zeigt den Durchschnitt eines Stük Grundes am Ufer. a, ist der Kohlenwagen, wie er beladen auf der Eisenbahn von der Grube herläuft. b, ist das Schiff, das am Ufer vor Anker liegt, und beladen werden soll. Nachdem der Wagen an den Rand des Abhanges gekommen ist, wird er auf eine Bühne (die Wiege), c, |266| vorgeschoben, die zum Hinablassen bereit steht, d, ist eine Winde, um welche eine Kette läuft, die den Wagen auf seiner Hinabfahrt zum Schiffe hält, e, ist ein Flugrad an der Achse dieser Winde: am Umfange desselben ist eine Sperrung (eine Bremse) angebracht, um das Hinabrollen des Wagens langsamer zu machen, und, nöthigen Falles, auch den Wagen aufzuhalten, f, ist eine der beiden parallelen Eisenbahnen, die auf dem Abhange angebracht sind, und von starken aufrecht stehenden Pfosten getragen werden, g, ist ein Laufrad; es sind deren zwei auf der Achse angebracht, die die Bühne oder Wiege, c, mit dem beladenen Wagen trägt.

Wenn man die Bremse auf dem Flugrade, e, auslaßt, läuft die Wiege mit dem beladenen Wagen alsogleich mittelst der beiden Räder, g, und der Achse derselben, die den Wagen trägt, den Abhang hinab auf der Eisenbahn, f, wo die Räder, g, in die Hörner, h, fallen, welche sich an dem oberen Theile der Hebel, i, befinden, die nun die Wiege mit dem beladenen Wagen tragen, und diesen, wie die punctirten Linien zeigen, auf das Schiff hinablassen. Während dieser ganzen Zeit wird die Achse, g, von der Kette auf der Winde, d, festgehalten.

Das Gewicht des beladenen Wagens und seiner Wiege nimmt nothwendig während des Hinabrollens des Wagens und des Hinablassens desselben in das Schiff zu. Es wird daher nöthig die Hebel, i, zu unterstüzen, und dieß geschieht mittelst einer Kette, die über eine Rolle, k, läuft, an welcher mehrere Gewichte angebracht sind. Diese Gewichte hängen in kleinen Entfernungen von einander, damit sie nach und nach aufsteigen können, und so dem zunehmenden Gewichte des Wagens als Gegengewicht dienen. Derselbe Zwek kann auch durch ein hängendes Gewicht erreicht werden, wie die punctirten Linien bei I, zeigen.

Nachdem die Wiege mit dem Wagen die durch Puncte angedeutete Lage erreicht hat, wird die Fallthüre unten in demselben geöffnet, und die Kohlen fallen in das Schiff. Die Wiege mit dem leeren Wagen wird durch das Flugrad, e, wieder in die Höhe gezogen, indem man dasselbe in umgekehrter Richtung dreht, wodurch die Kette und folglich auch der Wagen aufgewunden wird. Dieses Aufwinden kann zuweilen durch das Gegengewicht eines beladenen hinabrollenden Wagens geschehen; es ist aber bequemer, denselben mittelst einer Dampfmaschine, die die Achse der Winde treibt, aufzuziehen.

Bei dem gewöhnlichen Apparate braucht man zwei Abtheilungen von Arbeitern: die eine bringt den Wagen auf die Wiege, die andere läßt die Hebel nieder; hier reicht eine Abtheilung derselben zu beiden Arbeiten hin.

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Was das Entladen des Ballastes betrifft, so geschieht dieß mittelst eines Karrens, der auf eine ähnliche Weise auf einer schiefen Fläche auf und nieder läuft. Die Verbesserung besteht in einem elastischen Keile auf einer Bühne am Ende der schiefen Flache, an deren Rüken eine Feder, wie die sogenannten Gelenschreken-Federn an den Kutschen, angebracht ist. Auf diese Weise wird der Karren, der die Lade führt, welche zur Aufnahme des Ballastes bestimmt ist, und der schnell die schiefe Flache hinabfährt, am Ende aufgehalten, ohne von der Erschütterung etwas zu leiden.

Mit diesem elastischen Keile stehen auch einige Fange in Verbindung, durch deren einen der Karren oder die Truhe mittelst eines Federkegels am Keile, der in einen Einschnitt in dem Gestelle des Kegels paßt, festgehalten wird. Zu gleicher Zeit wird das Ende eines Hebels, das gleichfalls mit einem elastischen Keile verbunden ist, in die Zähne eines Sperr-Rades auf der Achse der Winde eingelassen, welche den Kasten des Karrens hält. Wenn die Arbeiter im Schiffe bereit sind, diesen Kasten aufzunehmen, so ziehen sie ein Seil, welches den Sperrkegel aushebt, aus dem Sperr? Rade der Winde, und der Kasten steigt nieder, um mit dem Sande oder mit dem Ballast-Materiale gefüllt, und wieder aus dem Schiffe gehoben zu werden, wo er dann wieder gehoben, und auf der Eisenbahn dorthin gefahren wird, wo der Ballast abgeladen werden soll.

Der Patent-Träger nimmt die Hebel zum Niederlassen der Kohlenladung; die schiefe Eisenbahn, die jede Neigung und Krümmung erhalten kann; die Achse, an welcher der Wagen aufgezogen wird, und die Räder an derselben; die Gabeln am Ende derselben als sein Patent-Recht in Anspruch, und endlich die ganze Einrichtung.

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