Titel: Nicholson's neue Neue Methode, Gasometer oder Apparate zur Aufbewahrung und Vertheilung des Gases zur Beleuchtung einzurichten.
Autor: Nicholson, William
Coles, Karl Barwell
Fundstelle: 1828, Band 28, Nr. LXXVI. (S. 270–278)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj028/ar028076

LXXVI. Neue Methode, Gasometer oder Apparate zur Aufbewahrung und Vertheilung des Gases zur Beleuchtung einzurichten, worauf Wilh. Nicholson, Mechaniker zu Manchester, und Karl Barwell Coles, ehevor in Duke-Street, Manchester Square, Middlesex, sich am 20. Febr. 1827 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. März. 1828. S. 144.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Fig. 1. zeigt ein Gasometer nach unserer Bauart im Durchschnitte. Es hält ungefähr 1100 Kubikfuß Gas. Fig. 2. ist ein Grundriß, oder ein Durchschnitt unter einem rechten Winkel auf dem vorigen. Fig. 3. zeigt ihn von oben gesehen, und Fig. 4. im horizontalen Durchschnitte: in allen diesen Figuren bezeichnen dieselben Buchstaben dieselben Gegenstände. a, a, a, a, Fig. 1. ist ein würfelförmiges Gefäß von Eisenblech, Holz oder von irgend einem luftdichten Materiale; und in dem besagten Gefäße, a, a, a, a, sind an dem Boden des kreisförmigen Loches, e, e, und an einer Seite des Loches, i.170) b, b, ist eine Scheidewand von Holz oder von leichtem Eisenbleche, oder von irgend einem anderen schiklichen Materiale. Rings um die Kanten der Scheidewand ist, wie man bei, c', c', sieht, Tuch, Leder, oder anderes ähnliches biegsames Material angebracht, welches durch irgend einen der bekannten Firnisse, oder durch eine Auflösung von Kautschuk gasdicht gemacht wird. Solches Tuch oder Material sieht man bei, c', c', und bei c, c. Dieses Tuch bildet mit der besagten Scheidewand einen umgekehrten Sak, dessen untere Ende bei c, c, Fig. 1 und 2. umgeschlagen, und gasdicht an, a, a, a, a, befestigt sind. Bei 4,4, ist außen an dem auf diese Weise gebildeten Sake ein vierekiger Ring, der bei, d, d, dargestellt ist. Von der Scheidewand ist die hängende Klappe, g1, gleichfalls mittelst einer Schnur befestigt.

Man seze nun die Scheidewand befinde sich in der Lage, b2, b2, und der Ring in der Lage, d2, d2, Fig. 2., und Gas werde bei der Oeffnung, e, e, durch die Röhre, h, h, herein getrieben, so wird durch den auf diese Weise entstehenden Druk die Scheidewand |271| nach und nach in die Lage, b, b, gehoben, und der Ring in die Lage, d, d, und der ganze Raum des Behälters, a, a, a, a, wird beinahe ganz mit Gas gefüllt seyn, und die Luft bei der Oeffnung, i, hinaus getrieben. Und wenn ferner die Scheidewand in die Lage, b, b, gekommen ist, wird sie die aufgehängte Klappe, g1, aus der Lage, g, in die Lage, g2, bringen, und das Loch, e, e, schließen, so daß kein Gas mehr in das Gasometer getrieben, und dieser nicht durch dasselbe beschädigt werden kann.

Man seze ferner, der Gasbehälter sey gefüllt, und von irgend einem Theile des Behälters, a, a, a, a, unter 4,4, wo das Tuch an den Seiten angebracht, und eine Röhre zur Speisung der Gaslampen vorgerichtet ist, drüke das Gewicht der Scheidewand, das Tuch und den Ring auf das Gas, so wird dieses nach und nach durch diese Röhre zur Speisung der Gaslampen ausgetrieben, und die Scheidewand wird mit dem Ringe nach und nach in die Lagen, b1, b1, d1, d1, Plan 2, gelangen, bis sie endlich nach und nach auf den Boden in die Lage, b2, b2, d2, d2, kommen, wo die Klappe, g, in die bei g, gezeichnete Lage treten, und die Oeffnung, e, e, offen seyn wird, um frisches Gas aufzunehmen. Der gehörige Druk um den Bedarf an Gas ununterbrochen nachzuliefern, wird also dadurch erzeugt, daß man dem Ringe, d, d, die gehörige Schwere gibt. Die Speisungsröhre, h, wird auf die Straße oder in die freie Luft geleitet, wo der Speiser zu derselben gelangen kann. Die Ausleitungs-Röhre, i, wird gleichfalls entweder in einen Schornstein, oder in die offene Luft geleitet, immer aber so, daß sie über dem oberen Theile des Gasometers zu liegen kommt, wodurch, sollte ja das Tuch durch irgend einen Zufall beschädigt werden, und irgend eine Entweichung des Gases Statt haben, dieses in die freie offene Luft gelangt, und alle Gefahr beseitigt wird.

Es kann in einigen Fallen nöthig seyn, dem Ringe, d, d, eine größere Tiefe zu geben, wie die punctirten Linien bei, k, k, Plan 2, zeigen, so daß er die ganze Oberfläche des Tuches umfaßt, und das Tuch hindert sich aufzublähen, wenn das Gasometer aufgeblasen wird, wodurch es dem Ringe, d, unmöglich würde mit Leichtigkeit und Regelmäßigkeit aufzusteigen.

In Fig. 4. sieht man wie der Ring, d, in dem Tuche, c, c, liegt, und die Scheidewand, b, b, b, b, innerhalb auf- und niedersteigt. Fig. 5 und 6. zeigt eine Eke, die anders gebildet ist, als in dem Gasbehälter, von oben und von der Seite. Fig. 5 und 6. bilden nämlich einen Winkel, und haben eine Furche, nöthigen Falles auch eine Rolle, in welcher eine kleine Schnur läuft, an welcher das Tuch befestigt ist.

|272|

Wenn das Gewicht des Ringes auf diese Weise mittelst einer Schnur unterstüzt ist, wird das Tuch nicht so sehr abgenüzt.

Fig. 7 und 8. zeigt eine andere Form einer Eke mit zwei Winkeln, und Fig. 9. eine Weise, zwei Walzen statt des Ringes zu gebrauchen.

Auf diese Weise erhält man, wie man sieht, einen Gasbehälter, der beinahe seinen ganzen kubischen Inhalt mit Gas füllt, und denselben wieder entleert, während bei der gewöhnlichen Form derselben mit Sümpfen nur weniger als die Hälfte des Inhaltes entleert wird.

Eine Abänderung im Baue des Gasbehälters zeigt Fig. 10. in senkrechtem Durchschnitte. Fig. 11. ist eine Ansicht von oben, und Fig. 12. ein horizontaler Durchschnitt desselben. Die Theile an diesem Gasbehälter oder Gasometer sind in jeder Hinsicht dem bereits beschriebenen ähnlich, ausgenommen, daß das Gas über der Scheidewand bei h, und c, c, aufgenommen, und die Ausleitungs-Röhre, i, unter der Scheidewand, b, b, ist. Wenn dieses Gas zum Verbrauche ausgetrieben werden soll, geschieht dieß durch die Gegengewichte, v, v, welche die Scheidewand mittelst der über die Rollen, r, r, laufenden Schnüre heben, wie man bei, b1, b1, sieht, bis sie an die obere Seite des Gehäuses, a, a, a, a, kommt, wo dann die Gewichte in Berührung mit dem Boden, x, stehen. Diese Gewichte, v, v, sind in den Gehäusen, z, z, z, z, eingeschlossen, die bloß mit dem Theile des Gehäuses, a, a, über der Scheidewand mittelst eines kleinen Loches in Verbindung stehen, durch welches die Schnur, s, läuft, und welche Gehäuse, z, z etc. sich folglich mit Gas füllen.

In der Ansicht von oben, Fig. 11. sind sie offen dargestellt, damit man die Art sieht, in welcher die Gewichte, V, V, und die Rollen, v, v, gestellt sind.

Eine andere Abänderung eines Gasometers zeigen folgende Figuren. Hier lauft das an der Scheidewand, b, b, angebrachte Tuch, c, c, unter den Walzen, v2, v2, bei o, o, und wird mittelst der Schnüre oder Bänder gehoben, die in gleicher Entfernung unter den Walzen laufen, wie man in dem Plane, Fig. 14. bei d, d, d, d etc. sieht. Die innere rothe Linie171) in den beiden Durchschnitten, Figur 13 und 15, und die Ansicht von oben, Fig. 14. stellt das Tuch dar, und die äußere rothe Linie die Schnüre, die es unter den Walzen, r2, r2, bei o, o, aufziehen, welche Walzen blau gefärbt sind. Die Arme, welche diese Walzen stüzen, sind oben angebracht an dem Gehäuse, a, a, a, a. x, der Untersaz oder die Basis, ist aus einem für das Gas undurchdringlichen Materiale, und hat eine Furche, die ganz |273| rund ist. Die bei o, o, dargestellten Kanten (die im Durchschnitte Fig. 13. dunkel gehalten sind), und in welchen der Cylinder oder die Walzen liegen, mit dem unter denselben durchlaufenden Tuche, und die Furche, die ungefähr 4 Zoll tief und mit Queksilber gefüllt ist, hindert jede Entweichung des Gases, ohne die Bewegung des Tuches zu erschweren.

Die schwarzen Zeichen bei 10,10, Fig. 13 und 14. stellen die Puncte dar, an welchen die Gegengewichte der Scheidewand angebracht werden können. Das Gas kommt in die Gasometer dieser An durch das Loch, e, e, von h, her, und das Loch, i, erlaubt der Luft, welche den Raum über der Scheidewand ausfüllt, frei zu entweichen. Fig. 15. ist ein Durchschnitt desselben Gasometers nach einer Richtung, die die Flache der Basis diagonal durchschneidet. In dieser Zeichnung wird man die Art sehen, wie die Scheidewand hier regelmäßig und vollkommen horizontal niedersteigt. In der Basis, x, sind in jeder Eke zwei Rollen, s, s, angebracht. Eine Schnur, t, ist an der Scheidewand befestigt, und läuft unter der Rolle, S, rechts hin, und von da unter der Rolle, S, links, (eine derselben ist der Deutlichkeit wegen größer gezeichnet), von wo sie an die Bänder zieht, die durch die äußeren rothen Linien angezeigt sind, und an diesen befestigt ist. Leztere laufen über die Rollen, r, r, und sind an der oberen Seite der Scheidewand befestigt. Diese Vorrichtung ist rechts und links, dieselbe. Durch diese wechselseitige Verbindung der oberen Seite der Scheidewand an der einen Eke mit der unteren Seite derselben an der gegenüberstehenden Eke wird es unmöglich, daß eine Eke schneller herunter steigt, als die andere: denn, wenn die Eke rechts schneller herunter steigen wollte, so würde diese beschleunigte Geschwindigkeit sich augenbliklich der anderen Eke links mittheilen, indem die obere Oberfläche einer jeden Eke mit der unteren Oberfläche der entgegengesezten Eke verbunden ist, folglich die Bewegung augenbliklich derselben mitgetheilt wird. Fig. 16, 17, und 18, 19. sind Theile desselben Apparates in natürlicher Große („das Repertory reducirte dieselben in seiner Abbildung, wovon die gegenwärtige eine treue Copie ist“), wie man sie in den zwei senkrechten Durchschnitten, d2, d2, in Hinsicht auf die Rahmen sieht, die die Walzen, r etc. halten. Die Rollen, Fig. 15, S, S, sind in das Holz eingelassen, und da eine Verbindung zwischen der Furche und denselben durch den Durchgang Statt hat, wo die Schnur unter denselben läuft (das Spiel dieser Art von Gasometer kann: auch so abgeändert werden, daß man das Füllloch zur Aufnahme des Gases bei, i, und die Ausleitungs-Röhre für die atmosphärische Luft bei, x, anbringt), so bleibt unter diesen Umständen der Raum zwischen dem Tuche und dem Gehäuse, a, immer |274| voll Gas, und kein Gas kann durch die Queksilber-Furche entweichen.

Fig. 20. zeigt eine andere Weise ein Gasometer zu bauen. a, a, a, a, ist ein Recipient aus Holz, Eisen, oder aus einem anderen gasdichten Stoffe, dessen innert Fläche mit Gyps oder mit einem Firnisse, oder irgend einem anderen einer Politur fähigen Materiale überzogen ist. b, b, ist eine Scheidewand, die innenwendig in den Recipienten paßt. Um die Kanten dieser Scheidewand läuft eine Fütterung, die aus einer ledernen Röhre oder aus einer Röhre von irgend einer elastischen Materie besteht, welche mit Queksilber gefüllt ist, wie man in Fig. 22. im Großen sieht. Die rothe Farbe bezeichnet das Queksilber, die gelbe das Leder oder den biegsamen Stoff, welcher die ununterbrochene Pakung bei, d, bildet. Fig. 23. zeigt dieselbe Verbindung von oben.

Fig. 24 und 25. stellt einen Durchschnitt und eine Ansicht von oben von einer anderen Art gasdichter Fütterung rings um die Scheidewand dar: nämlich eine fortlaufende Röhre von Leder mit Wolle ausgestopft, welche Röhre durch Federn, c, c, c, c, in das Gefüge eingekrükt ist. Dieselbe Art, nach welcher die Scheidewand in Figur 15. niedersteigt, wird auch hier angewendet, und die Rollen unten, unter welchen die Schnur bei 3,8, hinläuft, sind in kleinen mit Queksilber gefüllten Büchsen, so daß das Gas nicht der Schnur nach kann.

Fig. 26. zeigt im Aufrisse von der Seite, Fig. 27. von vorne, und Fig. 28. von oben mit abgenommenem Obertheile ein Gasometer von der zuerst beschriebenen Art auf Rädern, um Gas transportiren zu können. a, a, a, a, Fig. 26 und 27. ist jener Theil, der aus biegsamen Stoffe besteht, und, b, b, b, b, jener Theil, welcher aus verhältnißmäßig unbiegsamen Stoffe besteht. Die beiden oberen Buchstaben, a, a, oben an dem biegsamen Theile, stellen jenen Theil dar, welchen die Scheidewand einnehmen würde, wenn sie eingeschlossen wäre. Wenn dieser Apparat mittelst des Hahnes, G, und der Röhre, c3, an einem Gas-Destillir-Apparate angebracht ist, so wird er mit Gas gefüllt, und wenn er dann durch Pferde oder Menschen an seinen Bestimmungsort gelangt, kann der bleibende Gasbehälter aus demselben gefüllt werden, indem man das Gas mittelst des Erhaustors, C, aus diesem beweglichen Gasometer bei e, herauszieht, und durch h, in den stehenden Gasbehälter treibt, mit welchem es mittelst einer biegsamen oder anderen an der Mündung, h, altgebrachten Röhre in Verbindung sieht. Die Figuren 29, 30, 31. zeigen drei Durchschnitte der Büchse, o, o, am Boden des Erhaustors, nebst einer Vorrichtung von Klappen, die zu diesem Zweke verwendet werden kann. Die Oeffnung bei c, c, c, c, die in Verbindung mit dem |275| Erhaustor, C, steht, wenn dieser spielt, zieht das Gas durch die Oeffnung, g indem er die Klappe, 2, hebt, und treibt dasselbe durch die Oeffnung, g1, ein, indem er die Klappe, 3, hebt, von welcher es bei h, h, wie oben angegeben wurde, zu seiner Bestimmung gelangt.

Die Röhre, c, c, welche in ihrem ganzen Verlaufe mit Löchern versehen ist, läuft längs dem Boden dieses Gasbehälters, so daß, wäre der obere Theil, a, a, ganz aus biegsamen Materiale, dieses nicht darauf liegen bleibt, und das Loch des Erhaustors ganz verstopft. Die Längen-Verhältnisse der Theile können, wie es sich von selbst versteht, nach den verschiedenen Dimensionen dieses Apparates verschieden seyn, und jeder verständige und geschikte Mechaniker wird die einzelnen kleineren Theile, die Gefüge, Bänder etc. nach Umständen anzupassen wissen.

Was das Neue an diesem Gasometer betrifft, so besteht es 1) in elastischen Materialien, die so vorgerichtet sind, daß, während sie sich von innen nach außen umkehren, sie beinahe alles Gas entleeren, welches in dem Recipienten enthalten ist, was sich aus Beschauung der Figuren 1 bis 12. ergibt. 2) In dem Baue der Gasbehälter, wodurch das, was in denselben enthalten ist, mittelst einer Scheidewand, die längs der Oeffnung derselben hinzieht, wie durch einen Stämpel ausgetrieben wird, und in der Fassung dieser Scheidewand, die an ihren Kanten auf die in Fig. 20 bis 25. angegebene Weise luftdicht erhalten wird. 3) In den beweglichen Recipienten, Fig. 26 bis 31., welche folgende drei Eigenheiten besizen: 1) Die unter Nr. 1. angegebenen elastischen Theile. 2) Die Räder zu ihrem Transporte. 3) Den nöthigen Apparat zur Ausführung und Einleitung des Gases; wodurch man also ein bequemes Mittel erhält, um Gas nach den oben erwähnten Zweken von einem Orte zu dem anderen zu bringen.

Bemerkungen.

Die oben gegebene Beschreibung dieser Gasometer scheint uns nicht recht klar,172) sagt das Repertory; wir wollen daher versuchen dieselbe zu erläutern. Es scheint uns, daß man einen ziemlich klaren Begriff von diesen Gasometern erhält, wenn man sich denkt, daß die Seiten der ersten Art dieser Gasometer aus biegsamen Materiale sind, z.B. aus Canevaß oder Tuch, welches mittelst eines elastischen Firnisses gasdicht gemacht wurde, oben mit Holz oder Eisenblech, und unten am Boden mit einem Theile des gewöhnlichen Gasometer-Eisenbleches versehen ist, nebst einigen Vorrichtungen, um alles regelmäßig und gleichförmig in einen engeren Raum zusammen falten zu können, wenn das Gas ausgepreßt wird, und wieder mit derselben |276| Genauigkeit auszudehnen, wenn eine neue Füllung aus den Gas-Retorten kommt.

Die Form, in welcher das Gasometer hier dargestellt ist, ist die kubische; es kann aber offenbar auch eben so gut eine andere Form demselben ertheilt werden. Einer dieser Gasometer hat seinen unteren Theil rings umher innenwendig bis in die Mitte eines Eisenblech-Gasbehälters befestigt, der doppelt so hoch und an der Verbindung gasdicht ist. Ein vierekiger eiserner Rahmen von glattem Metalle und beinahe von demselben Flächeninhalte wird außen an den Seiten desselben horizontal angebracht, so daß er dieselben einschließt, und durch sein Gewicht die Seifen des biegsamen Gasometers eben an den Seiten des äußeren Gasbehälters anlegen läßt, so wie das Obertheil desselben herabsteigt. In der Specification ist eine Abänderung dieses Rahmens, oder wie er daselbst heißt, Ringes beschrieben, welche darin besteht, daß er eigentlich ein inneres bewegliches metallnes Gasometer bildet, das nur halb so hoch ist, als das äußere, und durch Schnüre mit Gegengewichten, die über Rollen laufen, so emporgehalten wird, daß er nur wenig Druk auf die Falten des biegsamen Gasbehälters ausübt. Der Nuzen dieser Abänderung ist, daß die Wände des biegsamen Gasbehälters nicht nach einwärts getrieben werden, wenn das Gas auf die in der Specification erklärte erste Weise an dem unteren Theile des feststehenden äußeren Gasbehälters eingelassen wird, und folglich drükt: in welchem Falle eine Röhre von dem oberen Theile des äußeren Gasgefäßes nach dem Schornsteine geht, um die Luft oder das entwichene Gas zwischen dem oberen Theile des biegsamen Gasbehälters und dem oberen Theile des äußeren Gefäßes auszuführen. Später heißt es, daß diese Vorrichtung auch umgekehrt angewendet, und das Gas von oben eingelassen werden kann, während die Röhre, die zu dem Schornsteine führt, von dem unteren Theile des äußeren Gefäßes ausgeht.

Nach der ersten Art ist eine Klappe vor der Röhre, welche das Gas einlaßt, so aufgehängt, daß, wenn der obere Theil des biegsamen Gasbehälters beinahe bis in seine höchste Lage tritt, erstere mittelst einer Schnur, welche von lezterem, der dann hinaufgezogen wird, herabsteigt, geschlossen werden kann. Wenn, im Gegentheile, der obere Theil des biegsamen Gasbehälters anfängt niederzusteigen, öffnet sich die Klappe wieder, indem die Schnur nachläßt.

Schnüre laufen um die Rollen zwischen den Eken oben an dem biegsamen. Gasbehälter und dem Rahmen am Boden, so daß kein Theil der Deke vor dem anderen sich heben kann, und dieser folglich horizontal aufsteigt. Ueber diese Vorrichtung haben wir jedoch einige Zweifel. Der Vortheil, welchen dieser biegsame Gasbehälter vor den |277| gewöhnlichen haben soll, besteht darin, daß er beinahe seinen ganzen Inhalt an Gas aus sich auspreßt, während bei dem gewöhnlichen immer die Hälfte davon zurük bleibt.

Es heißt ferner in der Patent-Erklärung, daß Walzen zwischen dem biegsamen Gasbehälter und dem äußeren Gefäße so angebracht werden können, daß sie in den Falten desselben liegen, und eben so dienen, wie der metallene Rahmen oder der Ring; ferner, daß die unteren Kanten des biegsamen Gasbehälters, statt in der Mitte des äußeren Gefäßes befestigt zu seyn, unter den horizontalen Walzen hinlaufen können, die in seichten Queksilber-Trögen befestigt sind, welche alle rings um den unteren Theil des äußeren Gefäßes außen unter einander verbunden sind, und zwar in einer solchen Tiefe unter dem Queksilber, daß der Druk desselben hinreicht, um jeder Entweichung des Gases zwischen demselben und den Seiten des biegsamen Gasbehälters vorzubeugen, wenn diese in umgekehrter Lage durch die Bänder aufgezogen werden, die über die Rollen oben an dem äußeren Gefäße zu den Gegengewichten auf den entgegengesezten Seiten hinlaufen.

Eine andere Abänderung dieses Apparates wird hier noch beschrieben, die wirklich eine von dem biegsamen Gasbehälter ganz verschiedene Art ist. Sie besteht bloß aus einem äußeren Gefäße und aus einer Art von Stämpel, welcher innerhalb desselben steigt und fällt, so daß er das Gas einzieht, wenn er steigt und austreibt, wenn er niedersinkt, oder umgekehrt. Die Kanten dieses Stämpels müssen luftdicht gemacht werden, was auf zwei oder drei verschiedene Arten geschehen kann. Eine derselben ist die sonderbare Anwendung einer Art langer schmaler, lederner Röhren, wie Würste, die mit Queksilber gefüllt sind, und' so angelegt werden, daß sie durch ihr Gewicht gegen die Vereinigungs-Linien zwischen dem Stämpel und den Seiten des Gefäßes drüken. Auf eine andere Weise werden ähnliche wurstförmige Röhren, mit Wolle gefüllt, durch eine Reihe flacher über denselben angefüllter Federn in den Winkel zwischen den Kanten des Stämpels und den Seiten des äußeren Gefäßes niedergedrükt. Die innere Seite des Gefäßes soll vorläufig sehr glatt gemacht werden, indem man es überall glatt übergypst, ehe der Stämpel oder die Scheidewand an ihre Stelle kommt. Die Röhren zum Einlassen des Gasts und Abführen der Luft aus diesem Gasbehälter sind den zuerst beschriebenen ähnlich, und können eben so abgeändert werden.

Endlich wird noch ein fahrbares Gasometer aus biegsamen Materialien auf zwei Rädern beschrieben, welches mit Röhren versehen ist, durch welche es am Gaswerke eine Ladung Gas aufnehmen kann, |278| die es dann, nachdem es an Ort und Stelle gebracht ist, in einen feststehenden Gasbehälter entleert. Die Röhre, durch welche das Gas zugeführt wird, lauft ihrer ganzen Lange nach am Grunde des biegsamen Gasbehälters in der Mitte hin, und ist mit zahlreichen Löchern durchbohrt, durch welche das Gas austritt. Dadurch wird es unmöglich, daß irgend eine Falte des Gasbehälters, die mit der Röhre in Berührung kommt, die Communication unterbricht. Ein Instrument, wie die zwei Blasebalge an den Orgeln, ist senkrecht vorne an den Gasbehältern, befestigt, und dadurch wird das Gas in eine mit zwei Klappen versehene Büchse ausgezogen, und wieder durch die Büchse in den bleibenden Gasbehälter getrieben. Die beiden Klappen in der Büchse öffnen sich auswärts an entgegengesezten Enden des Durchganges in das Einblas-Instrument, und hindern so das Gas aus dem Instrumente, während dieses in Thätigkeit ist, in den biegsamen fahrbaren Gasbehälter zurük zu treten, und die Luft von außen, oder das Gas in den befestigten Gasbehälter in das Instrument einzudringen.

Wir müssen über diese Erfindung der HHrn. Nicholson und Coles bemerken, daß gegen diese biegsamen Gasbehälter sich der Einwurf von selbst ergibt: daß die Materialien gebrechlich sind, und von dem eisernen Ringe, der die Falten niederdrükt, leicht zerschnitten werden können; daß die Anwendung des Queksilbers in den Trögen und in den wurstförmigen ledernen Röhren in doppelter Hinsicht nicht zu empfehlen ist, erstlich wegen der Kosten des Queksilbers, und dann wegen der Gefahr des Speichelflusses für die Arbeiter, zumahl bei heißer Witterung, wenn das Gasometer anders so groß ist, als die gewöhnlichen, wo man eine sehr große Menge Queksilbers nöthig haben würde. Wir zweifeln auch gar sehr, daß diese Queksilber-Würste, oder die mit Wolle ausgefüllten Röhren die Fugen zwischen dem Stämpel oder zwischen der beweglichen Scheidewand und den Seiten des Gasbehälters gehörig verstopfen, um dem Gase allen Ausweg zu verschließen. Endlich müssen wir noch bemerken, daß wir keine Schwierigkeit dabei finden, die gewöhnlichen Gasometer aus Eisenblech so einzurichten, daß sie alles Gas ausdrüken, welches sie enthalten, wenn man an denselben eben die Vorrichtungen anbringen will, die man an kleinen Gasometern bei chemischen Versuchen anzubringen pflegt.

|270|

Was dort ist, ist im Patente nicht gesagt. A. d. Ueb.

|272|

Diese ward im Repertory nicht angezeigt. A. d. Ueb.

|275|

Es wird auch unseren Lesern eben so ergangen seyn, welche die Schuld hiervon nicht auf den Uebersezer werfen mögen. A. d. Ueb.

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