Titel: Stroh- und Baumrinden-Papier und Vortheil der chinesischen Tusche vor der Tinte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 28, Nr. XVIII./Miszelle 10 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj028/mi028018_10

Stroh- und Baumrinden-Papier und Vortheil der chinesischen Tusche vor der Tinte.

Während man Stroh- und Baumrinden-Papier in Europa für eine neue |77| Erfindung hält, wird in China seit undenklichen Zeiten aus Reis- und anderem Strohe, aus der Rinde des Maulbeerbaumes, der Baumwollenstaude, des Hanfes und der Nessel bereitet. Man verfertigt in diesem Lande starkes Papier von solcher Größe, daß man die Wand eines mittelmäßig großen Zimmers damit bedeken kann. Das feinere chinesische Schreibpapier ist an der Oberfläche so fein, wie Velin, und wird an der Oberfläche mit Alaun überstrichen, damit die Tusche nicht durchschlägt. Die Tusche hat vor der Tinte den Vortheil, daß man sie von dem Papiere wieder abwaschen kann. Tausende von alten Weibern und Kindern leben in China von dem Abwaschen des mit Tusche beschriebenen Papieres, welches, nachdem es abgewaschen wurde, wieder gestampft und gesotten, und zu neuem Zeuge benüzt wird, aus welchem man wieder schönes Papier verfertigt.

Wenn wir uns statt der Tinte und der Drukerschwärze der Tusche, wie die Chinesen, bedienen wollten, könnten wir unser bereits gebrauchtes Papier wieder eben so gut benüzen, wie die Chinesen, statt daß wir aus den beschriebenen und gedrukten Bogen höchstens graues Papier oder Pappendekel machen können. (Mechanics' Magazine, N. 235. 23. Febr. 1828. S. 63.)

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