Titel: Augenschirm für Feuer-Arbeiter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 28, Nr. XVIII./Miszelle 8 (S. 76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj028/mi028018_8

Augenschirm für Feuer-Arbeiter.

Jedem aufmerksamen Beobachter, wenn er auch nicht Arzt ist, ist es bekannt, wie sehr die Sehekraft (oder wie man gewöhnlich sagt, das Auge) der Feuerarbeiter leidet theils durch das grelle Licht der Flamme, theils durch Theilchen, die von den im starken Feuer oder in der Glühhize behandelten Körpern den Arbeitern in das Auge springen. Tausende von Schmieden, Schlossern, Gießern, Glasmachern, Glasarbeitern, Goldarbeitern, Bäkern, Töpfern etc. erblinden jährlich in Europa aus einer oder aus der anderen dieser Ursachen, und fallen sich oder dem Staate als Blinde zur Last. Vergebens hat man sich bisher schon öfters bemüht, die Augen dieser Arbeiter durch Schirme oder durch grüne Brillen zu schüzen; sie sind gegen den Handwerks-Gebrauch! Lieber erblinden, als gegen den alten Zunftgebrauch verstoßen: dieß ist Handwerks-Maxime in allen Ländern, wo der Zunftgeist eingenistet hat. Um dieses schädliche Vorurtheil zu bekämpfen, und den Feuerarbeitern ihre Sehekraft erhalten zu helfen, damit sie nicht als Blinde umher betteln müssen, hat die Society for the Encouragement of Arts Hrn. Callaghan, Erzgießer zu Lambeth, für seinen Gesichts- und Augenschirm einen Preis von 5 Guineen zuerkannt, in der Erwartung, daß, da Hr. Callaghan selbst ein Feuerarbeiter ist, seine Zunftgenossen dem von ihm gegebenen Beispiele folgen, und ihr Zunftvorurtheil endlich fahren lassen werden. Der Schirm ist an und für sich nicht neu, sondern, wie man schon oft vorschlug, ein Schleier aus feinem Drahte, der an der Kappe befestigt wird. In einer anderen Form bildet er eine gewöhnliche Maske, an welchem die Augen mit einem Drahtneze bedekt sind. Grüne Brillen aus gut gekühltem starken Glase würden indessen weit besser für die Augen seyn. (Vergl. London Journal of Arts. Febr. 1828. S. 335.)

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