Titel: Ueber das Leimen des Papieres in der Bütte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 28, Nr. XXXVI./Miszelle 11 (S. 165)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj028/mi028036_11

Ueber das Leimen des Papieres in der Bütte.

Die HHrn. Raspail und Saigey theilten der Société de Pharmacie in ihrer Sizung am 15. Jan. 1828 ein Verfahren mit, das Papier in der Bütte zu leimen. Diese Art von Leimung wird in einer französischen Fabrik angewendet, welche daraus ein Geheimniß macht. Hr. Braconnot analysirte ein Papier von dieser Fabrik, und fand dadurch, aus welchen Bestandtheilen die Leimmasse derselben besteht. (Polytechn. Journ. Bd. XXIII. S. 48.) Nachdem aber mehrere Fabrikanten das Gemenge, welches Hr. Braconnot für diese Art Leimung angab, und auch dasjenige, welches man in der Fabrik selbst anwendete, ohne Erfolg versucht hatten, ersuchten sie die HHrn. Raspail und Saigey um Aufschluß. Diese fanden mittelst ihres vortrefflichen Mikroskopes und einiger Reagentien, in diesem in der Fabrik selbst erkauften Gemenge, und in dem Papiere, welches man mit diesem Gemenge leimen zu können geglaubt hatte, 1. Kartoffelsazmehl, welches, weil es nicht in Stärke oder Pappe (empois) verwandelt worden war, seine schönen Körner unversehrt erhielt; 2. wesentliches Terpenthinöhl, welches sich durch seinen Geruch verrieth, und 3. Alaun, der eben so leicht zu erkennen war. – Die HHrn. Raspail und Saigey erkannten sogleich, daß nach dem Zustande, in welchem das Sazmehl hier vorhanden ist, dieses Gemenge in der Kälte nicht leimen kann, und da es sich zersezen muß, wenn man es in Stärke oder Pappe (empois) verwandelt, so mußte man es nothwendig, nachdem es dem Papierzeuge gehörig einverleibt wurde, einer Wärme aussezen, die hinreichend ist, die Sazmehlkörner plazen zu machen, und sie neben den Fasern, welche sie zusammen leimen sollen, in Leim zu verwandeln. Um diesen Zwek zu erreichen, schlugen sie drei Methoden vor: entweder die Bütte in ein Marienbad zu tauchen, dann sogleich zu schöpfen, zu pressen und das Blatt in die Trokenstube zu bringen, oder einen Strom von Dampf über die Form selbst, oder diesen Dampf über das auf der Hängeschnur ausgebreitete Blatt zu leiten. Die Fabrikanten werden dasjenige von diesen drei Mitteln wählen, welches ihnen am beßten taugt. (Aus dem Journ. de Pharm. Febr. 1828, S. 91)

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