Titel: Isopyr; ein neues Mineral.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 28, Nr. XXXVI./Miszelle 18 (S. 168)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj028/mi028036_18

Isopyr; ein neues Mineral.

Beschreibung. Regelmäßige Formen hat man keine beobachtet. Sehr reine Massen von bedeutender Größe, öfters beinahe 2 Zoll in jeder Richtung, kommen in Granit eingebettet vor. Durchgang der Blätter: keiner. Bruch: muschelig; wo das Mineral rein ist, sehr vollkommen muschelig; weniger vollkommen, wenn fremdartige Beimischungen in demselben vorkommen. Glasglanz, öfters sehr stark. Farbe graulichschwarz und sammetschwarz, zuweilen roth punctirt, wie Heliotrop. Strich blaß grünlichgrau. Undurchsichtig oder nur an den dünnsten Kanten schwach durchscheinend, von dunkel leberbrauner Farbe. Brüchig. Wirkt etwas auf die Magnetnadel. Härte = 5,5 – – 6,0. Specifische Schwere = 2,912.

Bemerk. Der Granit, welchen einige Stüke in der Sammlung des Hrn. Allan zur Gangart haben, besteht großen Theiles aus Quarz, von welchem einige Krystalle öfters in die dunkelgefärbte Masse des Isopyres eindringen. Ein Bergmann zu St. Just in Cornwallis gab sie Hrn. Allan, welcher auch einige Stüke von Hrn. Jos. Carne in Penzance erhielt, dessen Mineraliensammlung reich an Producten des westlichen Cornwallis ist. Der Isopyr bricht zuverläßig in den westlichen Gegenden von Cornwallis; ich kann aber nicht bestimmt sagen, wo, da ich auf meiner Reise durch diese Gegenden ihn für schwarzen Opal hielt. Er ist dem Opsidian oder dem sogenannten schwarzen Opal sehr nahe, nur ist er weniger glänzend und glasig. Er sieht auch gewissen Eisenschlaken sehr ähnlich, und man könnte ihn wirklich für eine solche halten, wenn er nicht mit Quarzkrystallen, und in einem Exemplare des Hrn. Allan mit eingebetteten Zinngraupen und Turmalinen vorkäme. Wegen dieser Aehnlichkeit und auch wegen der Aehnlichkeit des Kügelchens, das ich vor dem Löthrohre erhielt, schlage ich den Namen Isopyr (ισoς gleich und πυρ Feuer)112) vor. Auch in Hinsicht auf die physischen Eigenschaften, auf Magnetismus, erhält sich diese Aehnlichkeit; das Kügelchen vor dem Löthrohre ist so gut magnetisch, und noch mehr, als das Mineral selbst.

Nach der Beschreibung, die Breithaupt (Leonhard 2. Aug. S. 781) vom Tachysit gegeben hat, wäre dieser dem Isopyr sehr ähnlich. Seine specifische Schwere ist aber viel geringer; nur 2,5 bis 2,54, so daß er nicht zu derselben Art gehören kann. Auch kommt er in Basalt oder Wacke bei Säsebuehl in der Nähe von Göttingen vor.

Dr. Turner, der den Isopyr analysirte, fand in demselben

Kieselerde 47,09
Thonerde 13,91
Eisenperoxyd 20,07
Kalk 15,43
Kupferperoxyd 1,94
–––––
98,44.

(W. Haidinger im Phil. Magaz. Jän. 1828, S. 70.)

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Richtiger würde er also Isotryx oder Isoskorit heißen, da er einer Schlake, aber nicht dem Feuer gleich sieht.

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