Titel: Erfindung des Mezzotinto.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 28, Nr. LXII./Miszelle 4 (S. 243)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj028/mi028062_4

Erfindung des Mezzotinto.

Man schreibt die Erfindung des Mezzotinto gewöhnlich dem Herzoge Rupert von der Pfalz und folgendem Zufalle zu. Prinz Rupert sah einen Soldaten sein vom Thaue rostig gewordenes Gewehr puzen, und fand bei genauerer Untersuchung, daß auf dem Flintenlaufe eine Art von Figur eingeäzt war. Dadurch kam er auf die Idee, eine Platte punctiren, und das, was weiß bleiben soll auf dem Papiere, aus derselben ausschaben zu lassen. Er theilte seine Idee einem gewissen Wallerant Baillant mit, der sie in so fern ausführte, als er einen stählernen Cylinder mit scharfen Zahnen verfertigen ließ, wie eine Raspel ungefähr, und die Platte damit punctirte. A. Heinnekin bemerkt dagegen (in seiner trefflichen Idée générale d'une collection compléte d'Estampes, Leipz. 1771.), daß nicht Prinz Rupert, sondern Oberst-Lieutenant von Siegen, in Hess. Diensten, es war, der zuerst auf diese Weise in Kupfer stach, und daß das erste Blatt dieser Art das von ihm im Jahre 1643 gestochene Porträt der Prinzessin Amalia Elisabeth von Hessen ist. Prinz Rupert soll von diesem Obersten das Scheimniß gelernt, und dasselbe bei der zweiten Rükkehr Karls II. nach England gebracht haben. (Mech. Mag. N. 240. 22. März.)

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