Titel: Thauröstung des Hanfes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 28, Nr. LXXXIX./Miszelle 10 (S. 327)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj028/mi028089_10

Thauröstung des Hanfes.

Hr. Nicolas erzählt in den Mémoir. d. l. Soc. royale de Caén, 1. Cah. 1827. S. 145. sein Verfahren, die Thauröstung statt der verderblichen Wasserröstung bei dem Hanfe einzuführen. Die Thauröstung war in den ältesten Zeiten Sitte, und ist es noch heute zu Tage in den Vogesen. Nach dieser Röstung beucht er den Hanf in einer Kufe, in welcher er auf 100 Pfund in einzelne Reischen gebundenen Hanfes, 50 Pinten Brunnen-Wasser, und 2 Pfund Pottasche (oder Soda) mit 4 Pfund Oehl bis auf ungefähr 20° erwärmt gießt. Nach 2 Tagen wird diese Beuche abgezogen, bis auf 85° erhizt, und neurdings auf den Haaf gegossen. Am dritten Tage nach dem Einweichen wird jedes Reischen Hanf mit der Hand gerieben, gewaschen und getroknet. Der Hanf verliert auf diese Weise seinen Gestank, wird sanft wie Flachs, gibt weniger Werg, und läßt sich schön verarbeiten. (Bullet. d. Scienc. technol. März 1828. S. 214.)186)

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Ganz dasselbe Verfahren sah der Uebersezer vor 42 Jahren in seines Vaters Garten zu Wien von einem böhmischen Juden anwenden, dessen Haupterwerb in Hanf- und Flachsverfeinerung bestand. A. d. Ueb.

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