Titel: Rettungsmittel bei Feuersbrunst.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 28, Nr. CXXVI./Miszelle 13 (S. 483)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj028/mi028126_13

Rettungsmittel bei Feuersbrunst.

Hr. Read ließ sich zu London in Gegenwart einer Menge von Zuschauern aus einem 60 Fuß hohen Fenster in Regent-street auf folgende Weise herab. Er nahm ein Seil, das ungefähr 430 Fuß lang war, befestigte in seinem Zimmer über dem Fenster, aus welchem er sich herabließ, einen starken eisernen Ring, der in der Mitte mit einem senkrechten starken Stifte versehen war. Um diesen Stift ließ er das Seil ein Mahl herumlaufen, befestigte an einem Ende desselben einen Bündel Kleider und Wäsche, auf welchen er sich sezte, und warf das ganze übrige Seil zum Fenster hinaus auf die Gasse. An dem von dem Ringe auf die Gasse hinabhangenden Seile hielt er sich nun mit beiden Händen fest, während er das andere Ende des Seiles zwischen seinen Schenkeln hielt, und ließ sich so, indem er das hängende Seil nach und nach durch seine Hände laufen ließ, sicher und bequem hinab. Die Reibung des Seiles um den Stift in dem Ringe reichte hin, die beschleunigte Bewegung während des Niederlassens so zu mäßigen, das; die Kraft der Hände zureichen konnte, um das Seil fest zu halten. (Galignani's Messeng. Mai.256))

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Wir würden dieses Experiment höchstens einem kühnen und geübten Seemanne nachzumachen rathen. Indessen kann ein am Fenster befestigter Ring, durch welchen man ein Seil zieht, das mehr als doppelt solang ist, als die Höhe des Fensters über der Gasse, dazu dienen, um Kinder etc. mittelst der Leute auf der Gasse, die das Seil allmählich nachlassen, mit aller Sicherheit bei Feuersgefahr vom Fenster hinabzulassen, wo aber dann noch überdieß eine Schnur an dem Korbe oder Sake, in welchem das Kind stekt, angebracht seyn muß, um dasselbe während des Hinablassens gehörig zu leiten, damit es nicht hin und her schwanken kann, und sich an der Mauer etc. zerschellt. A. d. U.

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