Titel: Verzinnte Gewichte aus Gußeisen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 28, Nr. CXXVI./Miszelle 16 (S. 484)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj028/mi028126_16

Verzinnte Gewichte aus Gußeisen.

Da Gewichte aus Messing theuer sind, Gewichte aus Gußeisen aber leicht rosten, kam Hr. Béyou auf die Idee, leztere zu verzinnen, wodurch sie nicht bloß gegen den Rost geschert werden, sondern auch ein sehr elegantes Ansehen erhalten. Er verfährt der Verfertigung derselben auf folgende Weise.

Die zu verzinnenden Gewichte werden sehr rein gepuzt, was meinem 18 bis 20gradigen schwefelsauren Bade geschieht, worauf man sie in reines Wasser legt. Hierauf kommen sie in ein Wasser, in welchem 1/17 des Gewichtes des Wassers Salmiak aufgelöst wird. Während dieser Arbeit schmelzt man höchst feines und reines Sinn, dem man 6 Loth Kupfer auf den Ztr. zusezt. Nachdem diese Mischung gehörig geschmolzen und noch sehr heiß ist (jedoch nicht so stark, daß sie sich an das Eisen hinge), werden die Gewichte in dasselbe getaucht.

Gewichte, die polirt werden sollen, müssen, ehe sie noch in das schwefelsaure Bad kommen, auf die Drehebank gebracht werden, und, nachdem sie in das heiße Zinn getaucht wurden, müssen sie neuerdings auf der Drehebank abgedreht, und mit dem Polireisen polirt werden.

Damit die 6 Loth Kupfer, die man dem Zinne zusezt, leichter schmelzen, müssen sie vorläufig nur mit 6 Pf. Zinn gemengt, werden, und damit die Verbindung Zwischen den beiden Metallen inniger geschieht, empfiehlt Hr. Béyou einen Knollen Knoblauch an einem Eisendrahte in das geschmolzene Metall zu hängen. (!!) Die geschmolzene Mischung sezt man dann dem übrigen geflossenen Zinne zu.257) (Bulletin des Sciences technolog. April, S. 284, aus dem Industriel.)

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Diese Gewichte, so schön sie sind, haben jedoch den Nachtheil, daß die Verzinnung sich nach und nach abreibt, und das Gewicht so bald leichter wird. A. d. U.

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