Titel: Typen für Blinde
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 28, Nr. CXXVI./Miszelle 18 (S. 484–485)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj028/mi028126_18

Typen für Blinde

Obschon die Anstalten das Unglük der Blinden zu erleichtern, sich täglich mehr |485| vermehren, und es wirklich, da die größten Geister der Menschheit, Homer, Ossian, Pfeffel, stokblind waren, beinahe eine Frage ist, ob Blindheit als Unglük betrachtet werden kann, und ein Tauber ein weit elenderer Mensch ist, als ein Blinder (denn nie haben Taube Großes oder auch nur Mittelmäßiges geleistet), folglich Bildungsanstalten für Taube und Taubstumme weit dringender sind, als für Blinde, ertheilte die Society of arts doch Herrn Gibson, einem Blinden, die goldene Medaille für folgende von ihm erfundene Vorrichtung, Blinde schreiben und rechnen zu machen. Dieselbe besteht aus Würfeln, auf deren oberen Fläche die Lettern, Zahlen etc. hinlänglich erhaben geschnizt sind, um durch das Gefühl kenntlich zu werden. Auf der unteren Fläche sind Spizen so gestellt, daß, wenn der Würfel auf Papier, das auf einem harten Kissen ausgebreitet liegt, niedergedrükt wird, indem Papiere die Figur der Lettern oder Buchstaben durchgestochen wird, so daß der Blinde dieselbe an den durchgestochenen Lettern, Zahlen etc. leicht greifen kann. Der Blinde sucht sich nun die nöthigen Würfel zu einem Worte, zu einer Zahl zusammen, drükt sie auf das Papier durch, und kann so schreiben und rechnen. Register of arts. S. 87.

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