Titel: Neu erfundene Metallabsonderungs- und Schlämmmaschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 28, Nr. CXXVI./Miszelle 2 (S. 479–481)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj028/mi028126_2
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Neu erfundene Metallabsonderungs- und Schlämmmaschine.

Als eine Erfindung, welche unbestreitbar sehr wichtige Resultate herbeiführen kann, daher die Aufmerksamkeit der Regierungen und aller Privatbergbau-Gesellschaften insbesondere verdient, bezeichnen wir den oben benannten neuen Apparat, welcher die edeln Metalle, als Gold und Silber, ersteres sowohl vom Sande aus Flüssen, als aus gepochten Erdschollen, und lezteres sogar vom Schleif; ferner die edeln Steine, dann auch Kupfer, Blei, Zinn u.s.w. nicht allein auf eine äußerst ökonomische und prompte, sondern auch auf eine ungewöhnlich ergiebige Weise absondert, vorzüglich aber die Gold- und Silbergewinnung beabsichtigenden Arbeiten, in einem so hohen Grade erleichtert, daß man den Nuzen füglich zehnmahl ergiebiger als denjenigen annehmen kann, den die alten und alle neueren Verfahrungsarten bis heutiges Tages abgeworfen haben, indem mittelst dieser Maschine durch zwei Menschen die Absonderung der Metalle, Halbmetalle und Mineralien aus einer großen Masse Sand oder Erde binnen einigen Minuten erreicht wird, und daher selbst auch der ärmste Goldsand oder Golderde u.s.w., deren Masse bisher nicht einmahl die Arbeitskosten hereinbrachte, einen großen Nuzen abwirft. –

Da der Besizer dieser Erfindung254) seit Kurzem Inhaber eines k. k. ausschließlichen Privilegiums, nach vielfältiger Aufforderung, darauf eine Aktiengesellschaft errichten dürfte, so läßt sich erwarten, daß diese Aktien bei dem Gewinn, welchen eine solche reelle Unternehmung unter der Leitung sachkundiger und redlicher Männer verspricht, sowohl im In- und Auslande sehr gesucht seyn werden. Um zu sehen, was solche Unternehmungen, im Großen ausgeführt, durch die Gewinnung der edeln Metalle oder mit anderen Worten des baaren Geldes zu Gunsten der Industrie und des Handels bewirken können, wollen wir den Reichthum Verschiedener Länder an Metallen, Erzen und Edelsteinen betrachten.

Nennen wir vor allen die österreichische Monarchie! – Der Bergsegen, welcher Spanien in der alten Welt so berühmt und mächtig gemacht hatte, ruht heut zu Tage über Ungarn und Siebenbürgen, welches die reichhaltigsten und ergiebigsten Silberbergwerke Europa's besizt; beinahe in allen Bächen und Flüssen Siebenbürgens ist Waschgold. In beiden Ländern Blei, Kupfer, Zinn u.s.w., auch ein großer Reichthum an kostbaren Mineralien, als Diamanten und Amethisten, Granaten, Chalcedonen, Onyxen, Carneolen und Achaten, Jaspisen und Porphyren u.s.w. – Böhmen hat Gold, Silber, Blei, Zinn, Kupfer u.s.w.; von Edelsteinen: Saphire, Topase, Amethisten, Hyacinthen und sehr reine Granaten, dann andere schäzbare Mineralien, als: Jaspise, Achate, Chalcedone, Carncole. Die Bergwerke in Tyrol liefern Gold, Silber, Kupfer, Blei, auch findet man daselbst Edelsteine. Steiermark hat großen Reichthum an Bergwerken, die Silber, Kupfer, Blei u.s.w. enthalten. Auch in Mähren findet man Goldsteine und Silber, Blei und Edelsteine. Schlesien hat Goldsand, Kupfer, auch etwas Silber. – Deutschland ist überhaupt nicht ohne ergiebige Silberbergwerke; Goldsand und Waschgold ist in einigen Flüssen dieses Landes, als dem Rhein (bei Germersheim und Setz wird Gold aus dem Sande desselben gewaschen), der Elbe, Mulde u.s.w. Rußlands reichhaltige Gold-, Silberund Kupferbergwerke sind allgemein bekannt. Schweden hat in Westmanland und Smoland sehr ergiebige Silber- und Goldbergwerke. In Norwegen, welches so reich an Metallen und Mineralien ist, waren im 16ten Jahrhundert verschiedene goldhaltige Bergwerke im Gange, die jezt nicht mehr bearbeitet werden. Spanien hat außer seinen reichen Erzen eine große Ausbeute an Edelsteinen, als Rubinen, Amethisten u.s.w. Portugal hat viel Silber: der Tajo führt Gold mit sich. Frankreich hat viele Silbergruben. Italien hat in dem Thale Vallensasco, in Neapel und Sizilien einige Goldgruben.

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So erfreulich übrigens die oben erwähnten Proben ausfallen, so ist doch gewiß, daß sich nur dann ein bedeutender und allgemeiner Nuzen von dieser Maschine erwarten läßt, wenn möglichst beträchtliche Kräfte aufgeboten und das so hoffnungsreiche Unternehmen im Großen betrieben würde! –255)

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Hr. Adolph von Ossezky in Wien (durch seine patriotischen Bemühungen bei der Zusammensezung der österreichischen National-Handelscompagnie rühmlichst bekannt) hat mit seiner (seit kurzer Zeit noch wesentlich verbesserten) Metallabsonderungs- und Schlammmaschine in Gegenwart des Herausgebers dieses Journals, während dessen jüngster Anwesenheit in Wien und im Beiseyn mehrerer ausgezeichneter Personen und Sachkenner, Versuche anstellen lassen, deren Resultate obigen Bemerkungen vollkommen entsprachen. A. d. R.

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Es ist zu wünschen, daß Hr. von Ossezky, der Eigenthümer der genannten Maschine, in seinem Unternehmen durch Abnahme vieler Aktien unterstüzt wird, und seine Uneigennüzigkeit läßt erwarten, daß er sowohl Regierungen als Privaten, welche sich an ihn wenden, sehr billige Bedingungen machen wird. – Bei dieser Gelegenheit glauben wir bemerken zu müssen, daß zu Folge einer Verordnung Sr. k. H. des Großherzogs von Coburg vom 14. Mai d. J. zwölf Jahre lang, vom ersten Juni d. J. angefangen, jährlich 9000 Gulden zur Aufmunterung des Bergwerksbetriebes im Großherzogthum für Prämien verwandt werden sollen. (Journal de Francfort, 30. Mai 1828, N. 151.) A. d. R.

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