Titel: Tilt's Verbesserung an den Pfannen zum Salzsieden etc.
Autor: Tilt, Jos.
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. XVII. (S. 63–66)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/ar030017

XVII. Verbesserung an den Pfannen zum Salzsieden und in der Heizung derselben, worauf Jos. Tilt, Kaufmann, Prospect-Place, Southwark, sich in Folge einer Mittheilung eines im Auslande wohnenden Individuums am 4. April 1827 Ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Supplement to Vol. VI. of the Repertory of Patent-Inventions. p. 431.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Die Pfanne, nach der ersten in diesem Patente beschriebenen Art, besteht aus einer langen Cisterne aus Baksteinen, die 30 und |64| mehr Fuß lang ist, und Doppelwände hat, die nicht weit von einander abstehen, und zwischen welchen Thon oder andere wasserdichte Körper fest eingepreßt werden, so daß die Flüssigkeit nicht durchsikern kann. Der Boden ist auf ähnliche Weise wasserdicht gemacht. In jeder dieser Cisternen ist ein hohles dreiekiges Prisma aus Eisenblech mit einer seiner Seiten horizontal auf eine Bühne gelegt, die etwas über dem Boden erhaben ist, und bis auf einen kleinen Zwischenraum an beiden Enden, die ganze Lange desselben einnimmt. Die Bühne ist gerade um so viel schmaler, als die Cisterne, daß ein langer schmaler Trog, oder mehrere der Länge nach hingestellte schmale Tröge zwischen der unteren Kante derselben und den Seitenwänden Raum finden. Diese Troge sind nur so hoch als die Bühne, so daß sie hinlänglich tief stehen, um alles Salz aufzunehmen, das von den schiefen Flächen des eisernen Prismas in dieselben, sobald es krystallisirt, hinabrollt durch seine eigene Schwere.

Man wird leicht begreifen, daß die Salzsohle mittelst des hohlen eisernen Prismas geheizt wird, und zu dieser Heizung hat er zwei verschiedene Methoden vorgeschlagen. Nach der ersten geschieht sie mittelst eines Dampfkessels gewöhnlicher Bauart, aus welchem der Dampf durch zwei Röhren, welche an einem Ende desselben nahe am Boden in das Prisma eintreten, eingeleitet wird. Diese Löcher, durch welche der Dampf eintritt, befinden sich zu beiden Seilen einer Scheidemauer, die der Länge nach auf der Bühne in dem Prisma hinläuft, und oben einen Aufsaz trägt, der nicht sehr weit von dem oberen Winkel des Prismas absteht, wodurch die Hize gehindert wird, zu stark auf diesen Theil zu wirken. Zwei andere Röhren laufen von der entgegengesezten Endfläche des Prismas fort, und führen den Dampf entweder in eine andere Salzpfanne, oder durch einen Schornstein in die Luft. Eine fünfte Röhre tritt nahe am Boden des Prismas hervor, und dient zur Ausleitung des Wassers, welches durch den verdichteten Dampf gebildet wurde.

Nach der zweiten Methode wird in dem hohlen Prisma Feuer gemacht; in dieser Absicht ragt das Prisma an einem Ende hervor, und ist daselbst mit Roststangen, mit einer Aschengrube, mit einer Ofenthüre zum Einschüren des Feuermateriales und mit einer zweiten Thüre zur Herausnahme der Asche versehen. Es ist dieselbe, der Länge nach hinlaufende Scheidemauer hier, wie bei der Dampfheizung angebracht, so daß eigentlich zwei Herde hier brennen, und einige Fuß vor dem hinteren Ende des Prismas ist eine Rükmauer aufgemauert, über welche Rauch und Flamme in eine große Röhre am Ende des Prismas hinauszieht, die durch die Hintere Mauer der |65| Cisterne läuft, und entweder die Hize in eine andere Cisterne, oder unmittelbar in den Schornstein führt.

Wenn der Trog, von welchem oben die Rede war, und in welchen das Salz fällt, aus Einem Stüke und so lang, als die Cisterne ist, so ist er durch Scheidewände in mehrere vierekige Abtheilungen getheilt, in welchen das Salz die Gestalt eines Würfels bekommt; eben diese Abtheilungen können auch dann angebracht werden, wann die Tröge überhaupt größer sind, als der Salzblok werden soll. In jedem Falle sind sie mit einer Menge kleiner Löcher versehen, durch welche das Wasser ausfließen kann, wenn sie aus der Cisterne heraufgezogen werden, was immer geschieht, wenn sie sich mit Salz gefüllt haben. Zum Aufziehen sind sie mit Striken versehen, die über die obere Kante der Cisterne laufen.

Der Patentträger bedient sich nicht des Ausdrukes Prisma, sondern spricht blos von einem dachförmigen Ofen, und gibt demselben nur zwei Seiten von Eisenblech. Da aber ein solches Dach nicht wohl wasserdicht gebaut werden kann, so hat das Repertory hier das Patent auf seine Rechnung verbessert.

Der Patentträger bemerkt, daß dem dachförmigen Ofen sowohl als der Cisterne auch noch andere Formen gegeben werden können; daß ersterer auch den Boden der Salzpfanne bilden, und leztere aus Holz verfertigt werden kann.

In der Figur, die der Patentträger mittheilte, bilden die Seiten des dachförmigen Ofens, oder des Prismas einen Winkel von 60°, und die Sohle steigt nur einige Zolle über den Giebel desselben.

Fig. 23 ist ein Querdurchschnitt der Salzpfanne, die hier mit Dampf geheizt wird.

B, B, ist die Cisterne aus Ziegeln, die die Sohle enthält.

H, H, H, der hohle dachförmige Ofen aus Eisenblech (das Prisma).

S, S, die Dampfröhren, die in, H, H, eintreten.

P, die Röhre zur Ableitung des Wassers, welches aus dem in H, H, verdichtetem Dampfe entsteht.

T, T, Tröge zur Aufnahme des Salzes.

C, C, Strike zum Aufziehen der Tröge, T, T.

L, die Scheidemauer in dem Prisma mit dem Aufsaze zur gleichförmigen Vertheilung der Hize.

Fig. 24. Längendurchschnitt der Salzpfanne, wenn sie mit Feuer geheizt wird.

B, B, die Cisterne aus Ziegeln, in welcher die Sohle enthalten ist.

H, H, H, H, der dachförmige Ofen (oder das Prisma), der hier durch die Doppelwände an jedem Ende von B, B, läuft.

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D, Ofenthüre am Ende von, H, H.

F, Roststangen am Herde.

A, Aschengrube.

E, Thüre zu der Aschengrube.

K, Thon, der zwischen die Doppelmauern, B, B, eingestampft ist.

Die Abdachung, auf welcher das Salz herabrollt, so wie es sich krystallisirt, wurde bereits von Hrn. Jos. Parker in seiner Pfanne, auf die er im J. 1823 ein Patent nahm, angewendet (Repert. of Pat. new., Pres. Series. B. I., p. 281. Polytechn. Journ. B. XVII. S. 460)

Die Bemerkung, sagt das Repertory, die wir über Parker's Pfanne machten, daß nämlich die Neigung, die man hier gibt, um das Salz schnell abfallen zu machen, und die Bildung des Pfannnensteines zu verhindern, nicht zureicht, die starke Anziehungskraft des Eisens gegen die Erde der erdigen Salze in der Sohle zu überwinden, gilt auch von dieser Vorrichtung. Indessen scheint dieser Ofen weniger Feuermaterial zu fordern, als jener des Hrn. Parker's, und hierin besteht eine wahre Verbesserung. Auch ist die Methode, nach welcher das Salz hier herausgefördert wird, besser als in dem Patente des Herrn Parker's. Es scheint jedoch noch immer hier viel Hize verloren zu gehen, in dem dieselbe ungleichförmig vertheilt ist, und zu sehr nach dem Giebel steigt, was durch den Aufsaz auf der Scheidemauer nicht vermindert wird. Für den Fall, wo mit Dampf geheizt wird, schlägt das Repertory eine beladene Klappe vor, um den Dampf unter Druk zu benüzen, und, wo mit Feuer geheizt wird, mehrere parallele Züge unter dem Prisma, die als eben so viele Herde dienen.

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