Titel: Greyson's Ofen und über Rauch verzehrende Oefen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. XVIII. (S. 66–67)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/ar030018

XVIII. Ueber Rauch verzehrende Oefen und Herrn Greyson's Ofen.

Aus dem Register of Arts and Journal of Patent-Invent. N. 34.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

(Im Auszuge.)

Seit mehr als fünfzig Jahren, und vorzüglich seit Einführung der Dampfmaschinen durch Watt, beschäftigte man sich mit Auffindung eines Mittels, die ungeheuere Menge schwarzen Rauches, die aus den Oefen dieser Maschinen ohne Unterlaß empor steigt, und die der Gesundheit eben so schädlich als der Bequemlichkeit lästig ist, zu beseitigen. Man hat eine Menge Mittel vorgeschlagen und versucht, und obschon sie zum Theile gelangen und den Rauch verzehrten, zeigte es sich doch bald, daß sie mehr Brennmaterial forderten, als bei dem gewöhnlichen Baue der Oefen vorher nicht nöthig gewesen ist. Die dadurch vergrößerten Ausgaben führten nothwendig wieder |67| zur Beseitigung dieser Verbesserungen, die man höchstens dort beibehielt, wo die Klagen der Nachbarschaft sie nothwendig machten.

Die Society of the Encouragement of Arts hat zur Beseitigung dieses Nachtheiles schon vor fünfzig Jahren Preise, und zeither wiederholt ausgeschrieben; allein sie hat dadurch nur die öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Wer etwas dieser Art erfunden zu haben glaubt, sieht in einem Patentrechte eine Goldernte, und verschmäht den geringen Preis der Society weil er das Ne plus ultra erreicht zu haben glaubt.

Herrn Chapman's Vorrichtung, die die Society belohnte, und die wir in Nr. 39 der I. Series unserer Blätter beschrieben haben, scheint noch eine der bequemsten und einfachsten.

Selbst das Parliament ward auf den Nachtheil des vielen Rauches schon vor zehn Jahren aufmerksam gemacht, und ernannte im Jahre 1819 einen Ausschuß im Hause der Gemeinen zur genaueren Untersuchung dieses Gegenstandes. Die Sizungen wären indessen schon zu weit vorgerükt, um die Sache zum erwünschten Ziele zu führen.

Herr Greyson, der von dem Ausschusse um seine Meinung befragt wurde, fand die Ursache des vielen Rauches in den niedrigen Schornsteinen und in dem Umstande, daß man auf ein Mahl zu viel Kohlen nachschürt, was er dadurch bewies, daß dort, wo man Kohls brennt (was bei großen Kesseln nicht möglich ist), der Rauch nicht so lästig ist.

Er schlug vor, allen Rauch, der aus dem Feuermateriale aufsteigt, in das Feuer zurük zu leiten, ehe er noch durch den Schornstein entweichen kann, und folglich den Rauch im Feuer zu verbrennen; 2) nicht mehr Brennmaterial auf ein Mahl ein- und nachzuschüren, als soviel, daß der Rauch, den dasselbe erzeugen muß, verzehrt werden kann; 3) jeden Herd mit einem Luftzuge zu versehen, der stark genug ist, um den Wind, der dem Zuge entgegen wirkt, vollkommen zu überwinden.

Fig. 21 zeigt Herrn Greyson's Ofen im Durchschnitte. G, ist der Herd. F, die Ofenthüre. Der Rauch zieht über die Brüke, D, unter welcher eine Oeffnung sich befindet, durch welche eine sehr starke Hize hinausfahrt, die den Rauch in dem niedersteigenden Zuge entzündet und verzehrt, aus welchem er in dem gewöhnlichen Schornsteine, A, A, aufsteigt. Z, Z, ist ein Luftzug, um das Feuer mit einer reichlichen Menge Luft zu versehen, die durch eine Klappe unter dem Roste eintritt.

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