Titel: Parker, Verbesserungen an den Haus- und Gartenthoren.
Autor: Parker, John
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. XXXII. (S. 104–105)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/ar030032

XXXII. Verbesserungen an Haus- und Gartenthoren, wodurch sie sich beim Einfahren von selbst öffnen, worauf Joh. Parker, Eisen- und Drahtgitterfabrikant zu Middlesex, sich am 23. Mai 1826 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. Jan. 1828. S. 255.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Dieses Zauberthor (sympathetic Park-Gate), das sich bei Annäherung einer Kutsche von selbst öffnet,44)) und von selbst wieder schließt hinter dem Wagen, spielt durch einige in dem Fahrwege eingelegte Platten, die, wenn der Wagen darüber hinwegrollt, wie Gewichte nieder steigen, und auf gewisse Hebel wirken, die in einer Kiste unter der Erde verborgen sind. Durch diese Hebel wird ein Zahnrad in Bewegung gesezt, welches einen Triebstok treibt, der an der Schwungleiste des Thores, oder an dem Schwungpfeiler einer Garten- oder Parkthüre sich befindet, und so die Thüre oder das Thor öffnet oder schließt.

Fig. 24 zeigt einen Theil des Weges zunächst an einem Parkthore, und einen Durchschnitt der Vorrichtung zur Oeffnung derselben unter dem Fahrwege. Man seze, daß ein Wagen (hier ein Gig) angefahren kommt, so wird das Rad, das über die Platte, a, läuft, den Stift, der unten an derselben hinab hervorragt, auf den Arm, b, drüken, der einem mit einem Gewichte, c, beschwerten Doppelhebel angehört, und folglich den Arm, d, heben. Eine Stange, e, ist an dem Ende des Armes, d, durch ein Drehegewinde angebracht, und an dem anderen Ende mittelst einer Kurbel an dem Rade, l, befestigt. Wenn nun der Arm, b, niedergedrückt und der Arm, d, gehoben wird, so wird die Stange, e, zurückgezogen, und folglich das Rad, f, auf seiner Achse gedreht. Dieses Zahnrad, f, greift aber in einen Triebstok an dem unteren Theile der Schwungleiste des Thores, oder hier an dem Schwungpfeiler des Gartenthores ein, dreht denselben, und öffnet folglich die Thüre.

Das auf diese Weise geöffnete Thor (wie es in der Figur offen dargestellt |105| ist) wird durch einen Fang in einem Pfosten, der wie, h, gebaut ist, und an welchen das Thor anschlägt, wenn es geöffnet ist, fest gehalten.

So wie aber die Kutsche durch das Thor durchgefahren ist, schließt sich dasselbe von selbst, indem der Wagen über eine Platte läuft, die wie, z, gebaut, aber an dem anderen Ende unter dem Fahrwege angebracht ist, das hier nicht gezeichnet werden konnte. Diese Platte hängt in Angeln, und wird durch das Gewicht der Kutsche niedergedrükt. Der Hebel, y, wirkt genau ebenso, wie vorher der Hebel, c, zieht die Stange, x, welche den Glokenzug, w, zieht, wie man in dem Pfosten, h, sieht, und dieser Glokenzug hebt mittelst einer mit ihm verbundenen senkrechten Stange den Fang, v, aus, und macht so das Thor wieder frei.

Wenn nun das Thor frei ist, steigt das Gewicht an dem unteren Ende des Hebels, c, durch seine Schwere nieder, der Arm, d, zieht die Stange, x, in ihre vorige Lage zurük, treibt also auch das Rad, f, und den Triebstok zurük, und schließt so wieder das Thor.

Ein Fang oder eine Schnalle sperrt das Thor; wann es geschlossen ist, und diese Schnalle ist nach Art der gewöhnlichen damit versehenen Thore vorgerichtet. An der Schnalle sind Stangen und Hebel, wie, w, x, y, z, sie zeigt, angebracht; nur liegen sie auf der anderen Seite des Weges, so daß, wenn ein Wagen sich dem Thore nähert, wie er über die Platte rollt, die Schnalle frei wird, ehe noch der übrige oben beschriebene Apparat sein Spiel beginnt.

Es ist überflüssig zu bemerken, daß diese Vorrichtung vor und hinter dem Thore angebracht seyn muß.

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Wir haben hiervon bereits im polytechn. Journ. B. XXIII. S. 481 Notiz gegeben. Hier ist eine Abbildung der Vorrichtung. Wir müssen jedoch bemerken, daß man sehr gut dressirte Pferde haben muß, wenn sie über das plözliche Oeffnen der Thore nicht erschreken sollen.

A. d. Ueb.

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