Titel: Alban's englische Drehebank.
Autor: Alban, Ernst
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. LXII. (S. 248–279)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/ar030062

LXII. Die englische Drehebank, beschrieben von Dr. Ernst Alban.

Mit Abbildungen auf Tab. V. und VI.

Der Hr. geheime Oberfinanzrath Beuth in Berlin hat in den Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen eine sehr gute Beschreibung einer englischen Drehebank kleinerer Art und vortreffliche Abbildungen dazu geliefert.142) Diese Drehebank ist nach dem Maudslay'schen Principe eingerichtet, und von Rich in London erbaut, und enthält eine Menge der vorzüglichsten Einrichtungen, wodurch sich die englischen Drehebänke auszeichnen. Vornehmlich müssen wir dem Hrn. G. O. F. R. Beuth aber Dank wissen für die Mittheilung einer Beschreibung und Abbildung der in England so allgemein gebräuchlichen, in Deutschland aber größtentheils noch wenig bekannten und in Anwendung gekommenen, mechanischen Vorlage.

Da ich in England Gelegenheit gehabt habe, eine Menge Drehebänke von vorzüglicher Construction und in allen möglichen Größen zu sehen und zu zeichnen, und die Aufnahme143) derselben allein in der Absicht von mir unternommen wurde, um meinem Vaterlande durch Mittheilung derselben nüzlich zu werden, so möge mir der Hr. G. O. F. R. Beuth es nicht übel deuten, wenn ich seiner vortrefflichen Beschreibung und Abbildung in diesem Journale dasjenige anzureihen mich bemühen werde, was ich zur Vervollständigung unserer Kenntnisse in der Drehekunst und der dahin gehörigen Apparate zu liefern vermag. Das Bedürfniß einer näheren Bekanntschaft mit diesen Apparaten wird in Deutschland von Tage zu Tage größer144) |249| und fühlbarer und der wahre Vaterlandsfreund kann daher nicht genug eilen, sein Scherstein zur Befriedigung desselben darzubringen, und sey es auch noch so gering. Ein gemeinschaftliches Zusammenwirken für einen nüzlichen Zwek ist ein Hauptbeförderungsmittel desselben. Sollte meine Mitwirkung zu gering seyn, so wird mich das Gefühl der reinsten Absicht und des besten Willens beruhigen müssen.

Man kann die in England bei der Maschinenfabrication gebräuchlichen Drehebänke in Hinsicht ihrer Größe wohl in 4 Abtheilungen bringen, d.h. in kleinere, klein mittlere, groß mittlere und große. Erstere beiden Arten werden in den meisten Fällen von dem daran beschäftigten Arbeiter durch einen Fußtritt in Bewegung gesezt, leztere aber entweder durch einen oder mehrere Menschen, die an einem Schwungrade drehen, oder durch Elementarkraft betrieben. Alle diese vier Arten, von denen ich die allerkleinsten, in der Uhrmacherkunst gebräuchlichen und mit dem Bogen gedrehten ausnehme, sind nach sehr verschiedenen Principien gebaut, indem jeder Mechaniker, wie Hr. G. O. F. R. Beuth sehr richtig bemerkt, dabei seinen verschiedenen Ansichten folgt. Ich will versuchen, über diejenigen besonderen Einrichtungen, die die von mir gesehenen Drehebänke unter einander auszeichneten, zuerst einige Worte im Allgemeinen zu sagen, bevor ich zu der specielleren Beschreibung der Drehebänke übergehe. Ich erspare dadurch bei lezterer viele Worte, und erleichtere die Uebersicht über die dem Baue aller Drehebänke zum Grunde liegenden verschiedenen Principien. Zugleich will ich mich aber auch hie und da bemühen, so viel ich vermag, jedem besonderen Principe den ihm gebührenden Plaz in der Drehekunst anzuweisen, und dessen größeren oder minderen Werth für besondere Fälle zu bestimmen.

Die Höhe der englischen Drehebank, d.h. vom Fußboden bis zur Achse des zu drehenden Körpers gerechnet, ist bei allen vier Größenverhältnissen fast gleich, nämlich 3 Fuß bis 3 Fuß 6 Zoll engl. Maßes; diese Hohe entspricht am besten der mittleren menschlichen Größe. Bei größeren Drehebänken, woran fast beständig mit der mechanischen Vorlage gearbeitet wird, ist die Höhe indessen eher geringer als an kleineren, damit der Arbeiter, den die mechanische Vorlage an einer genügenden Annäherung seines Körpers an den zu drehenden Gegenstand behindert, den oberen Theil seines Leibes gehörig über diese neigen könne, um seine Augen der Arbeit näher zu bringen.

Was den Tritt an den kleineren Drehebänken betrifft, so ist derselbe stets von derjenigen Einrichtung, die Hr. G. O. F. R. Beuth |250| beschrieben und abgebildet hat. Die Kurbel der Schwungradwelle liegt meistens in der Mitte der Drehebank, damit ihre Verbindung mit dem Tritte möglichst im Centrum desselben geschehe. Auf diese Weise hat der Tritt gehörige Stärke, und man mag auf demselben an einer Stelle treten, auf welcher man will, so entfernt man sich nirgends zu sehr von seinem Aufhängepuncte an der Kurbel, wodurch ein Wanken desselben verhütet wird. Bei sehr langen Drehebänken findet man auch wohl 2 Kurbeln nahe an den beiden Enden der Schwungradwelle, von den 2 Zugstangen zum Tritt herunter gehen. Diese Einrichtung gibt dem Tritte viel Festigkeit in seiner Bewegung. Derjenige Theil des Trittes, der mit den Füßen berührt und getreten wird, ist immer von einem harten Holze gemacht. Er wird an mehrere eiserne Arme angeschroben, die von derjenigen Welle kommen, welche das Hypomochlium des Trittes bildet, und an dem hinteren und unteren Theile des Drehebankgestelles, ungefähr 4 Zoll hoch über dem Fußboden, sich gewöhnlich zwischen 2 stählernen Spizen, oder auch mit Zapfen in kleinen Lagern, bewegt. Der Tritt ist vom Centrum seiner Welle bis zu Ende des hölzernen Fußtrittes in der Regel 2 Fuß und etwas mehr lang. Die Verbindungsstange zwischen ihm und der Kurbel hängt mit einem Haken in einem eisernen Oehr seines mittleren Armes. Ihr Aufhängepunct liegt gewöhnlich auf 3/5 der ganzen Länge des Trittes vom Centrum seiner Welle entfernt. Der vordere Rand des Trittes springt nur um wenige Zolle vor den Wangen der Drehebank hervor, um das Treten nicht zu erschweren.

Die Verbindungsstange zwischen Tritt und Kurbel hat unten zur beweglichen Befestigung an den Tritt eben genannten Haken, am oberen Ende einen gleichen von Rothguß. Dieser ist jedoch breit gearbeitet und hängt über der Warze der Kurbel. Er ist so breit als diese, damit er auf derselben keinen Spielraum habe. In seinem Körper befindet sich gewöhnlich ein mütterliches Gewinde, in welches die Verbindungsstange eingeschroben wird, durch mehreres oder geringeres Einschrauben kann selbige nach Bedürfniß verlängert oder verkürzt werden.

Bei manchen Verbindungsstangen sieht man anstatt dieser Einrichtung zum Berichtigen ihrer Länge in ihrer Mitte eine Hülse mit 2 Gewinden, von denen das eine verkehrt läuft. Die Verbindungsstange wird auf beiden Enden in diese Hülse hineingeschroben, sie besteht also hier aus 2 Hälften. Beim Drehen der Hülse werden beide Enden in der Hülse wegen der verschiedenen Einrichtung der Gewinde entweder genähert oder entfernt. Die Hülse ist von Rothguß und mit einem erhabenen Stellringe zur bequemeren Handhabung versehen. – Diese Einrichtung hat den Vortheil, daß man |251| die Länge der Verbindungsstange beliebig verändern kann, ohne den oberen Haken aushängen zu dürfen.

Fig. 2 Tab. V. sieht man die erstere Art der Verbindungsstange. f, ist der obere Haken von Rothguß. Er hat bei, g, in seinem Körper das Gewinde. h, ist die Verbindungsstange, i, ihr unterer Haken, in das Oehr, e, des Tritts eingehängt.

Fig. 3 ist eine äußere Ansicht der Hülse, Fig. 4 ein Durchschnitt derselben. a, und, b, sind die beiden Enden der Verbindungsstange, c, der Stellring der Hülse.

Die Schwungradwelle ist immer von geschmiedetem Eisen und gut abgedreht. Bei kleineren Drehebanken läuft sie auf stählernen Spizen, und ist an ihren Enden verstählt. Die Spizen werden bis zur strohgelben Hize temperirt. Bei größeren hat sie Endzapfen, die in mit Rothguß ausgebuchsten Lagern des Gestelles laufen. Die Wellen dürfen nicht zu schwach seyn, weil sie sich sonst bei starkem Treten federn oder gar verbiegen würden. Der Durchmesser derselben richtet sich theils nach der beabsichtigten Wirkung der Drehebank, ob stark oder schwach getreten werden muß, theils nach ihrer Länge im Verhältnisse zu dieser. Kleine Drehebänke sind gewöhnlich 3 bis 4 Fuß, klein mittlere 6–8 Fuß lang. Bei ersteren ist es hinreichend, wenn die Welle einen Durchmesser von 5/4 Zoll hat, bei lezteren geht er nicht selten über 2 Zoll. Diese Art der Drehebänke hat auch gewöhnlich 2 Kurbeln und 2 Verbindungsstangen. Die Kröpfung der Kurbel oder Kurbeln beträgt gewöhnlich 2 bis 2 1/2 Zoll, sehr selten mehr.

Das Schwungrad ist in der Regel von Gußeisen, und meistens mit 2 Kränzen, einem größeren und einem kleineren, versehen. Der größere Kranz ist gewöhnlich etwas stärker gegossen, und bildet zugleich den Schwungring. Der kleinere wird fast immer angeschroben. Die Ruthen oder Gange beider Kranze werden auf der Drehebank ausgedreht, damit sie genau centrisch laufen. Sie stehen im umgekehrten Verhältnisse zu denen der Spindelscheibe. Ihrer sind, sowohl am großen als kleinen Kranze, gewöhnlich 2 bis 6. Zu beiden Kränzen ist eine besondere Schnur vorhanden. Eine und dieselbe Schnur paßt immer zu allen Gängen desjenigen Kranzes, zu welchen sie gehört. Soll die Spindelscheibe mit dem kleinen Kranze in Verbindung gesezt werden, so muß ihre Doke so viel auf den Wangen verrükt werden, daß ihre Ruthen perpendiculär über die des kleineren Kranzes zu stehen kommen.

Zu Schnüren bedient man sich allgemein der Darmsaiten, deren Enden in eine kleine stählerne oder messingene Hülse geschroben und so vereinigt werden. Oft besteht diese Vorrichtung auch aus 2 |252| besonderen Hülsen, die mit stählernen Haken versehen sind, und auf diese Weise in einander gehängt werden können. Diese Einrichtung hat den Vortheil, daß man die Enden der Schnur trennen kann, ohne sie aus den Hülsen herausschrauben zu dürfen. Da ich diese Einrichtung wohl als allgemein bekannt voraussezen darf, so will ich ihrer weiter nicht berühren.

Die Gestelle der englischen Drehebänke sind fast alle von Gußeisen. Sie bestehen aus 2 oder 3 Stendergerüsten, auf denen die Wangen ruhen und durch Schrauben befestigt sind. Sie sind nach unten auf dem Fußboden festgeschroben, und noch unter sich durch Riegelstangen verbunden, um die gehörige Festigkeit und Unerschütterlichkeit hervorzubringen. Hinter den Wangen befindet sich gewöhnlich eine Art hölzerner Tischplatten von 1 Fuß bis 18 Zoll Breite, die an's Gestell mit befestigt wird und zum Aufbewahren und Weglegen der Dreheinstrumente während der Arbeit dient. In manchen Drehebanken sind die Lager für. die Schwungradwelle oder ihre Schizen verschiebbar (d.h. auf und nieder), damit die Schnur immer gehörig gespannt werden könne. Die Einrichtung einer solchen Stellvorrichtung hat Hr. G. O. F. R. Beuth deutlich beschrieben, daher ich davon schweige.

Die Achse der Schwungradwelle liegt nie perpendiculär unter der der Spindel, sondern immer etwas nach hinten gerükt. Die Größe dieser Abweichung wird durch den Aufhängepunct der Verbindungsstange an dem Tritte bestimmt, welcher Punct mit der Achse der Schwungradwelle stets in einer Linie liegen muß.

Die Wangen oder Bahnen werden in England sehr verschieden construirt. Die Anwendung eines Prisma statt zweier Bahnen ist daselbst nicht sehr gewöhnlich. Man findet selbiges fast nur n der Maudslay'schen Werkstätte, hier aber auch selbst an den größten Drehebänken eingeführt. Seine Ausführung hat indessen in der That mehr practische Schwierigkeiten, als die gewöhnlichen Einrichtungen. Es erfordert bei seiner Verfertigung mehr Arbeit und mehr Accuratesse, und hat dennoch nicht den Grad der Festigkeit, wie jene. Zu seiner Befestigung auf dem Gestelle sind eigene Apparate nöthig, die die Menge der zu arbeitenden Theile für die Drehebank unnöthig vermehren, dieselbe complicirter machen, und ihre Kosten erhöhen, da doch die gewöhnlichen Wangen unmittelbar an das Gestelle befestigt werden können. Auch erfordert die Application der Doken und Vorlagen darauf künstliche Einrichtungen und Vorrichtungen. Hr. G. O. F. R. Beuth hat alle diese Einrichtungen, so wie die ganze Drehebank nach diesem Principe sehr genau beschrieben und abgebildet, so daß ich nichts in der Folge hinzuzufügen vermag, als zu |253| erinnern, daß die größeren Drehebänke in der Maudslay'schen Werkstätte ganz und in allen ihren Theilen nach dem nämlichen Principe gearbeitet sind.

Die gewöhnlichste Form der Wangen ist diejenige, die Tab. V. Fig. 5 von oben und Fig. 6 im Querdurchschnitte vorgestellt ist. Die obere Fläche, a, derselben ist von beiden Seiten schräg oder dachartig abgefeilt und gerichtet. Sie bildet mit der Grundfläche der beiden Abdachungen im Durchschnitte ein gleichseitiges Dreiek, dessen oberer Winkel etwas flach abgestumpft ist, wie in Fig. 7 zu sehen ist. Beide Wangen sind von Gußeisen, und bilden mit den sie verbindenden Endstüken, b, und, c, und Querriegeln oder Brüten, d, einen einzigen, aus einem Stüke gegossenen Körper. In Fig. 8 und 9, a, sieht man eine der Brüken in verschiedener Form. Zuweilen finden sich auch 2 derselben unter einander. Die einzelnen Brüken dienen zur innigeren und dauerhafteren Verbindung der Wangen mit einander und sind nach Bedürfniß in größeren oder geringeren Zwischenräumen von 3 bis 4 Fuß angebracht. Um den Wangen selbst noch mehr Steifigkeit zu geben, sind hie und da auch Rippen, sowohl nach innen als nach außen an denselben angegossen, die z.B. bei den Fox'schen Drehebänken sehr weit nach innen vorspringen und hier ordentliche Tafeln bilden, welche nur einen geringen Zwischenraum zwischen sich lassen, worin die Anziehebolzen für die Doken und Vorlage liegen. Bei solchen Wangen fehlen nicht selten die Brüken ganz. In Fig. 10 und 11 sieht man dergleichen mit größeren und kleineren Rippen versehene Wangen im Durchschnitte.

Hie und da habe ich auch bei größeren Drehebänken Wangen von starkem Holze gesehen, auf welches prismatische Bahnen angeschroben waren (Fig. 12 im Durchschnitte).

Alle Doken und Vorlagen haben correspondirende Ausschnitte für die Bahnen, mit denen sie auf selbigen hin- und hergleiten. Die Ausschnitte sind sehr genau auf die Bahnen geschlissen und zuweilen mit Rothguß ausgefüttert.

An allen Fox'schen Drehebäuken ist nur die eine Bahn dachförmig abgeschliffen, während die andere flach gearbeitet ist. Die Zurichtung solcher Wangen ist mit weit weniger Mühe verbunden, als die der vorher beschriebenen. Wenn nur die dachartig gearbeitete gehörig Flucht halt, so kann die flache Bahn schon eher Seitenbiegungen (aber auch nur Seitenbiegungen) ohne Schaden machen, da die obere Fläche derselben sehr genau die Horizontallinie halten muß. In Fig. 11 ist ein Durchschnitt der Fox'schen Wangen dargestellt.

Außer dieser Art von Wangen hat man noch eine andere, a welchen alle Bahnen flach sind. Die Wangen sind meistens mit den |254| sie verbindenden Endstüken aus einem Stüke in der in Fig. 13 bezeichneten Form gegossen. Fig. 14 zeigt einen Durchschnitt derselben. Die Bahnen liegen an der Außenkante der Wangen, eine nach oben (Fig. 14, a, a), eine nach der Außenseite, b, b. Sie springen, gegen den Körper der Wangen gehalten, etwas vor, und werden gleich so gegossen, um desto leichter abgerichtet und abgeschliffen zu werden. Die Doken und Vorlagen liegen flach darauf, und haben zu beiden Seiten 2 Streichplatten (Fig. 14, a, und, b) von Rothguß, die an den Seitenbahnen, c, und, d, gleiten und durch Schrauben an den Doken befestigt sind. Diese Platten verhüten jede Seitenbewegung der Doken, und halten ihren Gang auf den Bahnen stets genau parallel mit diesen. Einmal sah ich solche Wangen hohl gegossen und einzeln an die Stendergerüste in der Art angebolzt, wie in Fig. 16 dargestellt ist.

Man findet diese Form von Wangen meist nur bei kleinen und klein mittleren Drehebänken. Bei kleinen sieht man auch oft den unteren Rand der Bahnen, c, und, d (Fig. 15) abgerichtet, und dann die Streichplatten mit einer Leiste versehen, die über den Rand greift, wie in Fig. 15 auf der rechten Seite zu sehen ist. Durch diese Einrichtung wird das Abfallen der Doken von den Bahnen verhütet, wenn ihre Anziehebolzen gelöset werden.

Die Befestigung der Wangen auf die Stendergerüste oder gußeisernen Böte (bei größeren Drehebänken) geschieht durch die Endstüke. Hievon jedoch ausführlich bei der speciellen Beschreibung der verschiedenen Drehebänke; so auch von der nöthigen Entfernung derselben und ihrer Bahnen von einander, bei der verschiedenen Form und Größe derselben.

Die Spindeldoken bestehen bei den englischen Drehebänken immer von Gußeisen, und stehen auf einer Platte, wodurch beide vereinigt werden, und mit welcher sie auf den Wangen ruhen. Fast alle Spindeldoken mit ihrer Verbindungsplatte (zusammen am besten das Spindelgestell genannt) haben mehr oder weniger einerlei Form, und so viel der Drehebänke ich gesehen habe, so konnte ich, hinsichtlich der Aufstellung der Spindel darin, nur 3 Methoden entdeken, die als wesentlich verschieden angenommen zu werden verdienen.

1) Bei der ersten Fig. 17 und 18 läuft die Spindel vor dem sogenannten Spindelkopfe in einem stählernen Ringe der inneren Spindeldoke, der in selbige eingesezt und glashart ist, und auf beiden Seiten der Doke etwas hervortritt. Derselbe ist cylindrisch ausgebohrt, und an der nach der Spindelscheibe hinsehenden Mündung seiner cylindrischen Oeffnung konisch versenkt, nach Art eines Ventilsizes für ein gewöhnliches Kegelventil. Die gleichfalls glasharte stählerne Spindel läuft mit ihrem cylindrischen Zapfen in dem cylindrischen Canale des |255| Ringes, und ist genau in denselben eingeschliffen, für die konische Vertiefung des Ringes hat sie aber einen Anlauf, der genau in selbige paßt und gleichfalls eingeschliffen ist. Dieser Anlauf erleichtert den Gang der Spindel, da sie, wenn der ganze Zapfen konisch gearbeitet wäre, sich einklemmen und schwer umlaufen würde. Um dem Zapfen der Spindel im Ringe Schmiere geben zu können, dringt von dem obern Theile der Doke ein Schmierloch bis auf den Zapfen, welches mit einem Metallstöpsel verschlossen werden kann. Sehr häufig fehlt dieses Schmierloch aber auch, vorzüglich bei kleineren Drehebänken. Man bringt dann das Fett von außen an die Spindel.

Bei kleinern Drehebänken sind gewöhnlich die ganzen Spindeln von Stahl und ihre Enden glashart, bei größern aber nur von Schmiedeeisen. Auf den Zapfen ist dann ein glasharter stählerner Ring, mit dem besagten Anlaufe versehen, geschoben, am entgegengesezten Ende der Spindel aber ein Stük harten Stahls mit der Versenkung für die Spize eingesezt.

Das andere Ende der Spindel läuft auf einer Spize, die sich an einem stählernen Cylinder befindet, welcher die äußere Doke durchbohrt und in dieselbe genau eingeschliffen ist. An beiden Enden, wo der Cylinder vor der Doke vorsteht, hat er Gewinde, und wird hier durch eine Mutter und Gegenmutter an derselben befestigt. Zugleich erlaubt diese Einrichtung aber auch, die Spize mehr oder weniger gegen die Spindel an zu stellen.

An manchen kleinern Drehebänken hat die Spindel an diesem Ende eine Spize, mit welcher sie in der Vertiefung einer stählernen Schraube läuft, die in die Doke eingeschroben wird.

Die erste Art der Spindelaufstellung in dem Spindelgestelle, wobei die Spindel theils in einem Futter, theils auf einer Spize läuft, ist, wie schon bemerkt, in Fig. 17 und 18 vorgestellt, und zwar Fig. 17 von außen, Fig. 18 im perpendiculären Langedurchschnitte. A, ist die innere, B, die äußere Spindeldoke. Leztere ist immer stärker als die erstere. Beide sind durch die mit ihnen aus einem Stüke gegossene Platte, C, verbunden, die auf den Wangen ruht. Die Platte, C, wird auf verschiedene Weise auf den Wangen befestigt. Die bei Anwendung eines Prisma übliche Befestigung hat Herr G. O. F. R. Beuth deutlich geliefert, daher ich davon schweige. Bei der gewöhnlichen Art der Wangen mit dachartigen Bahnen hat die Platte 2 Einschnitte, die der Form der Bahnen entsprechen. Sie wird durch einen oder 2 Schraubenbolzen an die Wangen angezogen. Die Bolzen gehen zwischen beiden Wangen abwärts, durchbohren eine quer unter denselben liegende Platte, und sind unter derselben mit einem Gewinde und einer Mutter, (bei kleinem Drehebänken |256| einer großen Flügelmutter) zum Anziehen versehen. Bei den Fox'schen Drehebanken ruht die Gestellplatte nicht auf den Bahnen der Wangen, sondern auf den inwendigen breiten Rippen derselben; bei den Wangen mit flachen Bahnen hat sie aber, wie schon oben berührt worden, Streichplatten.

Bei, a, Fig. 18 sieht man den in die innere Doke eingesezten Ring, bei, b, den cylindrischen Zapfen der Spindel, bei, c, den konischen Anlauf, bei, d, das Schmierloch. In Fig. 19 ist diese Einrichtung für eine größere Drehebank besonders vorgestellt. Man bemerkt hier bei, a, den auf die Spindel geschobenen Stahlring mit dem Anlauf, b, als besondern Theil.

Fig. 18, e, ist die Spize der Doke, B, F, ein cylindrischer in die Doke eingeschliffener Theil derselben, l, und, m, sind Mutter und Gegenmutter zum Stellen derselben.

Man sieht diese Art der Aufstellung der Spindel im Spindelgestelle am häufigsten und selbst an den größten Drehebanken, jedoch habe ich bei leztern häufig Klagen gehört über das Wankende solcher Spindeln, wenn große Ebenen oder Oberflächen auf Platten sehr genau abgedreht werden sollen. In der That können aber auch bei großer Kraftanwendung auf solchen Drehebanken, und vielem Gebrauche derselben, an der Spize und der Versenkung für dieselbe in der Spindel, leicht Unrichtigkeiten vorfallen. Das allermindeste Abschleifen der Spize, ein höchst unbedeutendes schiefes Ausschleifen der Versenkung, das geringste Schlottern zwischen beiden Theilen hebt aber augenbliklich den exacten Gang der Spindel auf und die Wiederherstellung desselben erfordert viele Mühe und Arbeit, und verursacht unnöthigen Zeitverlust. Für große Drehebänke ist auf alle Fälle

2) Diejenige Methode vorzuziehen, die Herr Fox in Derby zur Aufstellung feiner Spindeln befolgt. Dieser läßt beide Spindelenden in hartstählernen und in die Doken eingesprengten Ringen laufen. Die Art, wie er dieß bewerkstelligt, ist Fig. 20 im Längedurchschnitte abgebildet. a, ist die Spindel von geschmiedetem Eisen, b, die große Drehescheibe. Sie ist auf das Gewinde, c, der Spindel oder auf den Spindelknopf aufgeschroben und sizt für immer darauf fest. Bei, d, kann eine Spize in dieselbe eingeschroben werden. Durch das Anschrauben der Drehescheibe wird zugleich der glasharte stählerne Ring, e, auf den Zapfen, f, der Spindel festgehalten. Er hat bei, g, einen Anlauf, und arbeitet in dem stählernen glasharten Ringe der Doke, in welchen er fleißig eingeschliffen ist. Am andern Ende verjüngt sich bei, h, die Spindel. Auf den Zapfen, i, (er ist nur 1/3 schwächer als der Zapfen, f) desselben wird gleichfalls der glasharte stählerne Ring, k, geschoben, der in dem Ringe, l, der äußern |257| Doke läuft. Der Ring, k, wird durch eine starke Mutter, m, angezwängt, die auf das Gewinde, n, des verlängerten Zapfens, i, geschroben wird. Beim gehörigen Anziehen der Mutter werden beide Anlaufe der Ringe, e, und, k, gegen die in die Doken eingesprengten Ringe angedrängt, wodurch der Gang der Spindel höchst fleißig und sicher wird. Die Ringe, e, und, k, sind vor dem Drehen auf dem Zapfen, f, und, i, der Spindel durch kleine, an der Spindel angebrachte erhabene Leisten geschüzt, die in kleinen auf der innern Seite der Ringe eingeschnittenen Furchen liegen. Bei, o, drükt noch eine Stellschraube mit einer Spize gegen das Ende, p, der Spindel, die durch die Mutter, q, in der gegebenen Stellung befestigt werden kann, r, ist ein Getriebe mit seiner Mutter, s, das dazu dient, um die Bewegung der Spindel auf mehrere Organe der Drehebank zu übertragen. In Fig. 21 sieht man das Spindelgestell dieser Vorrichtung von einen der beiden Enden.

3) Noch eine dritte Methode der Aufstellung von Spindeln im Spindelgestelle, die sich vorzüglich für Drehebänke von größtem Schlage eignet, ist diejenige, wobei die Spindel Fig. 22, A, sich mit 2 Zapfen, a, und, b, in gewöhnlichen mit Rothguß ausgebuchsten Lagern dreht, die auf den Doken, B, und, C, angebracht sind. Man sieht diese Art der Aufstellung in England nur sehr selten, obgleich sie sehr einfach und sicher ist, auch die Spindel immer in einem exacten Gange erhält, so daß sie selbst bei kleinem Drehebänken Anwendung verdient. Um die Spindel vor Hin- und Herbewegung zu sichern, sind die Zapfen der Spindel mit gehörigen Schultern versehen, auch reibt sich das mit einem glasharten Stahleinsaze vor Abnuzung gesicherte Ende, c, der Spindel gegen die stählerne Stellschraube, d, die zur Sicherung ihrer Stellung mit einer Stellmutter, e, versehen ist. Um die Einrichtung der Lager mehr zu versinnlichen, ist in Fig. 23 eine der Doken mit ihrem Lager von der Seite dargestellt.

Diejenige Spindelscheibe, deren Beschreibung der Herr G. O. F. R. Beuth faßlich und vollständig liefert, ist nur bei den Drehebänken der 2 untersten Classen gebräuchlich, und ihre Form und Beschaffenheit selten bedeutend verschieden. Die Anzahl der Ruthen daran ist sehr ungleich. Bei klein-mittlern Drehebänken sieht man statt der Scheiben mit Nuthen oft auch mehrere Riemenscheiben. Die Nuthen sind an der Scheibe, so wie am Schwungrade, stets scharfwinklicht, so daß die Schnur dadurch gekniffen und so die Friction zwischen beiden vermehrt wird. Theilscheiben findet man nur an wenigen Scheiben. Sind sie vorhanden, so sind sie und die dazu |258| gehörige Feder mit ihrem Stifte ganz so eingerichtet, als Herr G. O. F. R. Beuth angegeben hat.

Bei großen Drehebänken bedient man sich selten der Scheiben mit Muthen, da diese zum Betrieb derselben nicht hinreichen würden. Vielmehr hat man große gezahnte Betriebsräder (Fig. 22, f) nöthig, oder gebraucht auch mehrere große Riemenscheiben (Fig. 22, g, h, und i), die durch Elementarkraft in Bewegung gesezt werden. Weiter unten mehr davon.

Auf den Spindelkopf der Spindel werden entweder eine größere oder kleinere Drehescheibe, nach den verschiedenen Zweken des drehenden Individuums, oder ein Futter mit einer Spize oder andere Futter zur Befestigung besonders geformter Körper aufgeschroben.

Die Drehescheiben sind von verschiedenem Durchmesser. Auf kleinen Drehebanken braucht man sie selten, desto mehr auf den größern. Auf den größten sind sie gewöhnlich unzertrennlich mit der Spindel verbunden. Wegen ihrer Größe Und bedeutenden Schwere würde ihre Abnahme von der Spindel und das nöthige Wiederanschrauben auch mit großen Umständen verbunden seyn. Sie sind mit vielen Löchern versehen, und haben hie und da auch langlichte Schlizen. Löcher und Schlizen sind immer in die Radien der Scheiben gesezt. Durch beide Theile werden die Bolzen zur Befestigung der darauf zu drehenden Maschinentheile gestekt. Hievon jedoch unten ausführlicher.

Will man vor 2 Spizen drehen, so wird ein Futter von Rothguß oder Gußeisen auf den Spindelkopf geschroben, das mit einer Spize versehen ist, die gewöhnlich konisch in das Futter eingeschoben ist. Dasselbe enthält zugleich quer durch seinen Körper eine vierekige Oeffnung, wodurch ein Haken gestekt und durch eine Stellschraube in seiner Stellung befestigt, werden kann. Er dient dazu, das auf dem abzudrehenden Stüke festgespannte Herz herum zu werfen, und so das Stük zu drehen. Bei größern und ganz großen Drehebänken werden die Spizen, wie vorhin schon bemerkt worden, in das Centrum der Drehescheibe eingeschroben (s. Fig. 20, d, 22, k). Abbildungen von diesen Theilen bei Beschreibung der einzelnen Drehebänke.

Außer diesem Futter mit der Spize hat man auch noch eines mit einer vierekigen Oeffnung in seiner Achse, worin Bohrer befestigt werden können, wenn auf der Drehebank gebohrt werden soll. Man sezt dann den zu bohrenden Körper gegen den durch die Spindel gedrehten Bohrer und drükt ihn dadurch gegen diesen an, daß man die Gegenspize vermittelst ihrer Schraube gegen selbigen stemmt und fortwährend anschraubt. Zwischen den zu bohrenden Körper und |259| die Gegenspize schiebt man etwas hartes Holz oder Blei. Der Bohrer kann dann weder die Spize noch sich selbst beschädigen, wenn er den Körper durchdringt.

Die Doke für die Gegenspize hat allemal eine größere Basis, damit sie gehörige Festigkeit bei ihrer Stellung auf den Bahnen der Wangen gewinne, und ihre Spize sich immer parallel mit den Bahnen bewege. Diese Basis bildet daher häufig ein Quadrat und ist auf ihrer untern Fläche, wie die Verbindungsplatte des Spindelgestells, nach Maßgabe der Form der Bahnen verschieden geformt. Der obere Theil derselben ist durchbohrt, und trägt die Gegenspize, welche sich an dem Ende eines stählernen Cylinders befindet. Dieser ist in die Doke luftdicht eingeschliffen. Fig. 24 und 25 sieht man eine solche Doke von der gewöhnlichen Einrichtung und zwar Fig. 24 im Aufrisse, Fig. 25 im perpendiculären Längsdurchschnitte, a, ist die auf den Wangen ruhende Bodenplatte, die durch einen Schraubenbolzen, wie am Spindelgestelle, an selbige angezogen werden kann; b, ist der obere Theil der Doke mit dem Canale, worin die Gegenspize, c, mit ihrem cylindrischen Körper stekt. Um leztere in einer bestimmten Stellung befestigen zu können, dient die Schraube, d, die aber beim Anziehen den Cylinder nicht selbst berührt, sondern mittelbar durch eine eiserne Platte, e, auf ihn drükt, die von vorne über den Cylinder in die Doke eingeschoben ist, und über dem Cylinder etwas nach der Form desselben ausgeschnitten wird. Beim Einschleifen des Cylinders in die Doke wird dieses Stük Eisen vorher eingesezt und selbiger in den Ausschnitt desselben mit eingeschliffen. Fig. 26 sieht man die Doke im perpendiculären Querdurchschnitte. c, ist hier der Cylinder, e, (dunkler schattirt) die eiserne Platte, d, die Schraube. Bei einigen Drehebänken sieht man andere Vorrichtungen zur Feststellung des Cylinders, sie sind weniger im Gebrauche, wenn gleich einfach und zwekmäßig genug. Fig. 27, 28 und 29 ist eine dergleichen abgebildet und zwar Fig. 27 im Aufrisse; Fig. 28 von oben, und endlich Fig. 29 vom Ende angesehen. a, ist ein Bügel, dessen beide Schenkel b, b, durchbohrt sind, und den Cylinder der Gegenspize umfassen, c, ist die Stellschraube. Wird diese gegen den Kopf der Doke angeschroben, so drangt sie den Bügel mit Gewalt aufwärts, und zieht durch den untern Rand der den Cylinder umfassenden Schenkelöffnungen diesen gegen die obere Wand seines Canals an, wodurch derselbe fixirt wird. In Fig. 30 sieht man den Bügel besonders vorgestellt, und zwar so, daß der Cylinder mit seiner Spize durch die Schenkelöffnungen gestekt ist.

Noch eine andere Vorrichtung zum Feststellen des Cylinders weiter unten.

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Um die Spize mit ihrem cylindrischen Körper vorzuschieben, dient eine Schraube (Fig. 24 und 25, f,) deren Mutter, g, von einer Unterlage, h, getragen wird, die entweder besonders an die Doke angeschroben, oder mit ihr aus einem Stüke gegossen ist. Die Schraube drükt bei, i, mit einer Spize in die Versenkung des Cylinders. Der Handgriff, k, dient zum Drehen und Anziehen der Schraube. Oft sieht man zu diesem Zweke auch eine Kurbel angewandt. Statt der Unterlage findet man zuweilen einen Bügel vor, der die Mutter hält, und der an 2 Lappen des Dokenkopfes angeschroben ist. In Fig. 27 und 28 bezeichnet, d, d, den Bügel, e, die Mutter, f, und, g, sind die Lappen, an welche der Bügel fest geschroben ist.

Bei dieser Art des Vorschiebens zeigt sich eine Unbequemlichkeit, die vorzüglich bei sehr großen Drehebanken, wo der Cylinder mit seiner Spize oft ein bedeutendes Gewicht hat und mit der Hand zu bewegen ist, fühlbar wird. Man muß nämlich bei beabsichtigtem Zurükschieben des Cylinders diese Function mit der Hand verrichten. Um diese Unbequemlichkeit zu beseitigen, und durch die Schraube beides. Vor- und Zurükschieben zugleich bewerkstelligen zu können, haben manche englische Drehebänke folgende schöne, jedoch etwas complicirte Vorrichtung, die in Fig. 31 im perpendikulären Längs- und Fig. 32 im perpendiculären Querdurchschnitte vorgestellt ist. Der Cylinder, a, ist bei derselben hohl und die Gegenspize wird bei, b, in die Höhlung desselben eingeschroben. Nach hinten ist eine Mutter von Rothguß, c, über den Cylinder geschroben. Sie ist von gleichem Durchmesser mit diesem, um bei vorkommenden Fällen in den Canal der Doke dringen zu können. Durch dieselbe geht eine Schraube, d, (gewöhnlich mit flachem Gewinde), und dringt in die Höhlung des Cylinders, wo sie Spielraum hat. Der cylindrische Hals, e, der Schraube dreht sich in der an der Doke mit angegossenen und mit Rothguß ausgebuchsten Hülse, f. Er hat bei, g, einen cylindrischen Ansaz oder eine Schulter. Auf den vierekigen Theil, h, der Schraube wird zuerst die Scheibe, i, gebracht, dann eine Kurbel, m, gestekt, und beide durch eine vorgeschraubte Mutter, n, befestigt. Der Hals der Schraube dreht sich bei dieser Einrichtung in der Hülse auf die Art, daß, g, und, i, sein Ausweichen aus derselben verhindern. Das Gewinde der Schraube schiebt aber vermittelst der Mutter, c, den Cylinder mit der Spize vor oder zurük, je nachdem sie vor- oder rükwärts gedreht wird. Damit der Cylinder sich nicht zugleich mit der Schraube drehe, ist er unten bei, k, etwas flach gefeilt und reibt sich mit dieser Fläche gegen ein Stük Stahl, e, was an der vordern Mündung des Dokencanals nach unten eingesezt ist. Um |261| die Spize, b, gehörig anschrauben zu können, ist sie auf 2 Seiten etwas abgeflächt, wie in Fig. 33, welche die vordere Ansicht der Spize darstellt, bei a, und, b, zu bemerken ist.

Eine ihrem Principe nach völlig gleiche, in Hinsicht ihrer Ausführung jedoch von dieser Einrichtung etwas verschiedene Vorrichtung zum Vor- und Zurükschieben des Cylinders mit seiner Spize weiter unten.

Die gewöhnlichen Vorlagen zum Drehen aus freier Hand bestehen aus einer geschlizten länglichtvierekigen gußeisernen Platte, die quer über den Wangen liegt. In dem Schlize spielt der Bolzen zum Anziehen der Platte an die Wangen. Er hat über demselben einen Knopf, womit er die Platte pakt, wenn unten angeschroben wird. In Fig. 34 sieht man die Platte von oben, in Fig. 35 von der Seite. a, ist der Schliz, b, der Knopf des Bolzen. An dem vordem abgerundeten Ende der Platte steht ein cylindrischer Aufsaz, c, in dessen senkrechte cylindrische Höhlung die gewöhnliche englische Vorlage, d, gestekt und mit ihrem cylindrischen Zapfen, (e), eingeschliffen ist. In 36 und 37 ist diese Vorlage besonders vorgestellt, und zwar Fig. 36 von vorne, Fig. 37 aber von der Seite. Durch die Stellschraube Fig. 35, f, kann die. Vorlage in jeder gegebenen Stellung befestigt werden.

Bei Wangen mit dachartigen Bahnen liegt auf diesen häufig erst eine besondere solide Platte mit Ausschnitten für diese Bahnen. Sie ist breiter, als die der Vorlage und auf derselben ruht erst die Platte der Vorlage. Zur Befestigung der leztern an die Platte, und dieser an die Wangen dient ein einziger gewöhnlicher Anziehebolzen. Fig. 38, a, ist die Grundplatte, b, die Vorlageplatte, c, der Bolzen. Sein Knopf, d, liegt über dem Schlize der Vorlageplatte.

Zuweilen findet man die Vorlageplatte auch ohne Schliz. Der Bolzen ist dann an ein vierekiges geschmiedet eisernes Stük befestigt, das nach Art eines Schlittens, sich in einem Falze bewegt, welcher an der untern Fläche der Platte angegossen ist. Das Stük ist schwalbenschwanzähnlich in selbigen eingesezt, und schiebt sich mit Leichtigkeit darin. Fig. 39 bei, a, sieht man die Form des Falzes im Durchschnitte. b, ist der Schlitten mit seinem Bolzen, c. Fig. 40 stellt die untere Fläche der Platte mit dem Falze, a, a, vor. b, ist der Schlitten. Fig. 41 zeigt die obere Fläche der Platte. Der Zwek des Schlizes und des Falzes der Vorlageplatte ist, die Vorlage in jeder Entfernung von dem in der Drehebank befindlichen und zu drehenden Körper stellen zu können.

Von den mechanischen Vorlagen weiter unten.

Bei den größern Drehebanken sind, wenn sie durch Menschen in |262| Bewegung gesezt werden, die Betriebsräder ungefähr wie in Fig. 42 eingerichtet. Durch dieselben werden entweder, wie z.B. bei den klein-mittlern Drehebänken, die Spindelscheiben, oder wie an den größer, besondere Vorgelege in Bewegung gesezt, deren verschiedene Einrichtungen später angegeben werden. Die Fortpflanzung der Bewegung vom Dreherade aus geschieht entweder durch Darmsaiten oder Riemen. Gewöhnlich findet man daran für erstere Nuthen von verschiedenen Durchmessern neben einander oder mehrere kleinere und größere Scheiben für die Riemen. Man sehe Fig. 42, wo, a, das eiserne Schwungrad, b, die Scheibe mit den verschiedenen Nuthen, c, das gußeiserne Gestell bezeichnet, das bei, d, und, e, auf hölzerne Schwellen geschroben ist; f, ist die Kurbel. Gewöhnlich, vorzüglich aber bei großen Drehebänken, haben dergleichen Räder 2 Kurbeln, auf jedem Ende der Welle eine, die Schnur oder der Riemen werden immer übers Kreuz geschlagen, weil beide so besser ziehen. g, ist die Drehebank, von klein-mittlerer Große. Ich habe diese Abbildung vorzüglich geliefert, um zu zeigen, wie man in England bei den verschiedenen Durchmessern der Gange (Nuthen) oder Riemenscheiben, Schnur und Riemen immer in die gehörige Spannung sezt. Bei, h, ist nämlich eine Schwelle an den Fußboden angeschroben. Zwischen ihr und der Schwelle, e, werden keilförmige Holzstüken, (i, i, i) geschoben, so daß die breite Seite der Keile immer abwechselnd nach einer und der andern Seite zu liegen kommt, die Schwellen, h, und, d, also immer parallel neben einander bleiben. In Fig. 43 ist diese Lage der verschiedenen Keile von oben abgebildet. Durch gelindes Antreiben der Keile kann das Anspannen der Schnur und des Riemens nach jedem Bedürfnisse bewirkt und modificirt werden. Die Schwere des Schwungrades und des Gestelles verhindert das Aufwippen des leztern hinreichend.

Oft sieht man die Betriebs- oder Dreheräder auch unter oder über der Drehebank in den nächsten Stokwerken der Fabriken aufgestellt, um nicht zu viel Raum in der Werkstätte zu verlieren.

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Ich komme nun zur speciellen Beschreibung einzelner Drehebänke selbst, und hoffe bei derselben von jeder Größe die gebräuchlichsten und besten aufführen zu können. Die kleine und klein-mittlere konnte ich genau nach dem Maßstabe aufnehmen, was mir bei den größern Arten leider nicht vergönnt war; jedoch hat mein gutes Augenmaß so viel wie möglich geholfen, so daß ich die Zeichnungen als ziemlich richtig und in allen verschiedenen Verhältnissen möglichst genau getroffen empfehlen kann. Um einigermaßen eine Norm der Größe des Ganzen und aller Theile immer vor Augen zu haben, ist bei jeder |263| Zeichnung ein Maßstab gegeben. Jedem Mechaniker, der durch diese Mittheilung mit dem Principe, wonach die verschiedenen englischen Drehebänke gebaut sind, bekannt geworden ist, wird es, wenn er mit praktischem Gefühle und Takt gehörig ausgerüstet ist, nicht schwer werden, das Beste aus meinen Beschreibungen herauszuheben und auf seine Drehebänke zu verpflanzen.

I. Kleine Drehebank.

Sie ist nach einem andern einfacher Principe als die vom Herrn G. O. F. R. Beuth beschriebene gebaut, und eine von derjenigen Art und Größe, wie man sie in England am häufigsten sieht. Sie hat flache gußeiserne Bahnen und ein Gestell von dem nämlichen Metalle. Man sieht selbige Tab. VI. Fig. 1 von vorne und Fig. 2 vom rechten Ende angesehen.

Die Wangen sind 3 Fuß 6 Zoll lang, mit ihren an beiden Enden befindlichen Verbindungen aus einem Stüke gegossen, und von derjenigen Construction, die Tab. V., Fig. 13 und 14 abgebildet worden ist. Einen Durchschnitt derselben zeigt Fig. 3 im vergrößerten Maßstabe. Die Dike der einzelnen Wangen beträgt ein Zoll, die Höhe 3 Zoll und der Zwischenraum zwischen beiden 3/4 Zoll. Die verschiedenen geschliffenen Flächen der Wangen, als die Bahnen, sind bei, a, b, und, c, angedeutet. Sie liegen rund um eine erhabene Leiste, die am obern Rande beider äußern Flächen der Wangen angegossen ist. Die obere Bahn, a, ist nicht so breit als die Wangen. Diese sind nämlich nach dem Zwischenraume hin, also an ihrem inner und obern Rande etwas abgedacht gegossen. Eine solche Einrichtung ist getroffen, um das Abrichten und Schleifen der obern Bahn etwas zu erleichtern.

Die Wangen sind durch Bolzen an die gußeisernen Stendergerüste, c, c, angezogen, deren einen Bolzen man in Fig. 2 bei, a, punctirt sieht. Hinter den Wangen, jedoch etwas unter der durch die obere Bahn der Wangen gebildeten Linie, ist ein Brett, d, auf die Stendergerüste geschroben, was als Tisch für das Werkzeug dient, und zugleich mit zur Festigkeit des ganzen Gestelles beiträgt. Unter der Tischplatte ist oft auch eine hölzerne Schublade angebracht.

Die Basis der Stendergerüste wird auf den Fußboden festgeschroben. Bei (b, Fig. 1 und 2) gleich über derselben geht noch ein eiserner Querriegel durch das Gestell und ist an beiden Stendergerüsten festgeschroben. Auch er ist bestimmt, dem Gestelle an seinem untern Theile mehr Festigkeit zu geben.

Bei, e, e, befinden sich die Schrauben mit den Spizen für die Welle des Tritts. Diese sieht man Fig. 1, f, der Länge nach, g, und, h, sind die beiden Spizen, worauf sie sich bewegt, i, i, i, ihre |264| 3 Arme, an dessen Mittlern das Oehr, k, befestigt ist, woran die Verbindungsstange, l, des Tritts mit der Kurbel hängt, m, ist der hölzerne Fußtritt. Den ganzen Tritt sieht man Fig. 2 von der Seite.

Fig. 1, n, ist die Schwungradwelle mit der Kurbel, o, und dem Schwungrade, p. Die Kurbel hat 2 Zoll Kröpfung, und ist mit der Verbindungsstange, l, auf die oben beschriebene, und Tab. III, Fig. 2 abgebildete Weise verbunden. Das Schwungrad hat 2 Kränze, q, und, r, von Gußeisen. Der größte Durchmesser des größern, zugleich zum Schwungrade dienenden Kranzes beträgt 2 Fuß, 4 Zoll, der des kleinern 1 Fuß, 2 Zoll. Jeder der Kranze enthält 3 Nuthen oder Gänge. s, und, t, sind die beiden Spizen, worauf die Schwungradwelle läuft.

Alle Doken der Drehebank liegen flach auf den Wangen auf, und haben Streichplatten von Rothguß, (u, u,) für die Seitenbahnen derselben, welche mit einer Leiste an ihrem untern Ende über den Vorsprung der Bahnen greifen. (Man vergleiche hier Tab. V., Fig. 15. Die Streichplatten sind durch mehrere Schrauben an den Körper der Doken festgeschroben, und müssen genau an die Seitenbahnen der Wangen angeschliffen seyn.

Die Aufstellung der Spindel ist von der früher beschriebenen, und auf Tab. V, Fig. 17 und 18 abgebildeten Art. Die glasharte Spindel arbeitet in der Doke, (v,) in einem stählernen, gehärteten Ringe, hat aber bei, w, eine Spize, die in einer Versenkung der Schraube, x, läuft. Diese Schraube kann durch eine Stellschraube, y, in die Doke, z, befestigt werden. Leztere drükt auf ein von vorne eingeschobenes Eisenstük, tz, in welches innerhalb des Schraubencanals das Gewinde desselben mit eingeschnitten ist. Die Spindelscheibe 1 ist von Messing, im größten Durchmesser 6 Zoll, und enthält 3 Nuthen, die mit denen des Schwungrades in umgekehrter Ordnung stehen. Die Durchmesser derselben sind zu denen der Schwungradnuthen so berechnet, daß seine und dieselbe Schnur für alle verschiedenen Gänge paßt. Beim Gebrauche des kleinen Schwungradkranzes ist jedoch eine kürzere Schnur zu nehmen. Man stellt dann das Spindelgestelle mehr nach innen, so daß die Nuthen der Spindelscheibe genau über die des kleinen Kranzes treffen. Die Entfernung der Spindelachse von den Wangen beträgt 4 1/2 Zoll, der größte Durchmesser der Spindel 1 Zoll.

Für den Spindelkopf (2) dieser kleinen Drehebank sind vorhanden: eine kleine gußeiserne Drehescheibe, ein Futter mit einer Spize, eines mit einem Haken, eines zum Einsezen der Bohrer und eine Menge hölzerner, die entweder an der Drehescheibe befestigt, oder auf den Spindelkopf selbst geschroben werden.

Der Anziehebolzen 3 des, Spindelgestelles hat zur bequemern |265| Handhabung am untern Ende 2 Flügel, 4, 4, und geht durch eine quer unter den Wangen liegende Platte, 5, gegen welche der Kopf, 6, desselben beim Anziehen sich stemmt; am obern Ende hat er aber ein Gewinde, womit er in die Verbindungsplatte, 7, der beiden Spindeldoken eingeschroben wird.

Die Doke zur Gegenspize ist von der einfachsten Form. Ihre Basis (8) ist breiter als ihr Kopf. Der Cylinder mit der Gegenspize (9) wird durch die Schraube (10) verschoben, und muß, wenn er zurükgestellt werden soll, mit der Hand zurükgebracht werden. Die Mutter (11) für die Schraube ist von Rothguß, eben so die Unterlage (12), die vermittelst der Platte (13) an die Doke angeschroben ist. Streichplatten und Anziehebolzen dieser Doke sind ganz wie am Spindelgestelle.

Die Vorlage (14) zum Drehen aus freier Hand liegt mit ihrer Platte unmittelbar auf den Wangen. Leztere hat einen Falz, (15) worin sich der Schlitten mit seinem Anziehebolzen schiebt. Dieser Anziehebolzen ist in dem Schlitten befestigt und hat an seinem untern Ende ein Gewinde. Zum Anziehen desselben dient die Flügelmutter (16). Man vergleiche hier Tab. V., Fig. 39, 40 und 41.

Zuweilen haben dergleichen kleine Drehebänke auch mechanische Vorlagen. Die Unterlage derselben schiebt sich ganz so auf den Wangen, als die Doken, und kann auch so wie diese durch einen Anziehebolzen festgestellt werden. Die Einrichtung einer solchen mechanischen Vorlage ist durchaus in nichts verschieden von derjenigen, die ich bei der klein-mittlern Drehebank ausführlich beschreiben werde.

Ich muß am Schlusse dieser Beschreibung einer kleinen englischen Drehebank noch 2 Variationen in dem Baue der Doken für die Gegenspize erwähnen, die häufig an solchen Drehebanken vorkommen. Fig. 4 zeigt die eine und Fig. 5 die andere. Bei Fig. 4 ist die Gegenspize der äußerste Theil einer Schraube, a, deren Mutter der Kopf der Doke, b, selbst ist. Selbige Schraube muß sehr genau in der Mutter gehen, und doch durchaus in derselben nicht wakeln,145) weil sonst das Centrum der Spize nicht feststeht. In der ihr gegebenen Stellung wird sie durch eine Stellschraube, c, fixirt, die ganz so eingerichtet ist, wie ich sie eben bei der Spindeldoke, z, Fig. 1 beschrieben habe.

In Fig. 5 schiebt der Cylinder der Spize sich in einem Canale der Doke, in welchem er eingeschliffen ist, sein Hinterer schwächerer Theil enthält ein Gewinde, das durch die am Ende des Canals angebrachte |266| Mutter, a, geht, und auswendig mit einer Kurbel, b, versehen ist. Beim Drehen des Cylinders vermittelst der Kurbel, schiebt das Gewinde der Mutter ihn vor und zurük, je nachdem man vorwärts oder rükwärts dreht.

Noch muß ich endlich einer besondern Form des untern Endes derjenigen Anziehebolzen gedenken, die mit einem Gewinde ihres obern Endes in den Körper der Doken eingeschroben, folglich beim Anschrauben gedreht werden müssen. Das untere Ende (Fig. 6, a, a, a,) derselben hat nämlich ein starkes Scharnier, in welches eine Art eisernen Handgriffes (b, b, b,) eingelenkt ist. Für gewöhnlich hängt dieser Handgriff senkrecht herunter und behindert so den Plaz unter den Wangen nicht. Will man aber die Schraubenbolzen drehen, so bewegt man ihn aufwärts, und zwar so, daß er mit dem Bolzen in einem rechten Winkel steht, und gebraucht ihn dann als gewöhnlichen Schraubenschlüssel. Man bekommt auf diese Weise schnell und ohne besondere Umstände einen langen und kräftigen Hebel zum Drehen des Bolzen in seine Gewalt. Ein solcher Schraubenschlüssel kann nie verloren gehen oder verlegt werden.146)

Man findet diese Einrichtung selbst an größern Drehebanken, vorzüglich an klein-mittlern. Bei groß-mittlern und ganz großen hat Herr Fox die Anziehebolzenmutter für die Doke der Gegenspize auf den Scheitel der Doke gestellt, was allerdings große Bequemlichkeiten hat, in so ferne als die Wangen derselben nicht selten dem Fußboden ganz nahe liegen. Jedoch hievon später ein Mehreres.

II. Klein-mittlere Drehebank.

Die davon auf Tab. VI., Fig. 6 und 7 gelieferte Abbildung ist nach einer Drehebank bester Construction genommen. Man sieht in Fig. 6 die Drehebank von vorne und in Fig. 7 von der Seite.

Die Wangen sind 7 bis 8 Fuß lang und von der gewöhnlichsten Art, d.h. mit dachartig zugeschliffenen Bahnen, wie ich sie oben beschrieben und auf Tab. V. in Fig. 6 abgebildet habe. Selbige sind mit den Endstüken und der Brüke aus einem Stüke gegossen. Die Dike der Wangen beträgt 1 bis 1 5/4 Zoll, die Höhe 5 Zoll, der Zwischenraum zwischen beiden ebenfalls 5 Zoll. Die Endstüken sind gearbeitet, als in Fig. 8 bei, a, und, c, zu sehen ist. Die Leisten, c, und, d, springen nach innen hervor, und dienen zum Anschrauben der Wangen an die Stendergerüste, deren diese Drehebank 3, 2 |267| an den Enden und eines in der Nähe des Schwungrades (Fig. 6, c) hat. Zur Befestigung des leztern an die Wangen dient die Brüke, Fig. 8, e, die zu diesem Zweke nach einer Seite hin mit einer gleichen Leiste als die der Endstüken versehen ist. Endstüken sowohl als Brüke und Leiste sind 1 Zoll stark.

Die Stendergerüste zu dieser Drehebank sind ganz einfach eingerichtet.

Man sieht eines derselben in Fig. 7. Sie sind sämmtlich von Gußeisen, und mit ihrer Basis auf den Fußboden festgeschroben. Bei, d, sieht man das Zapfenlager für die Schwungradwelle, bei, e, die Schraube mit der Spize, worauf die Welle des Tritts sich dreht. f, ist eine angegossene Stüze für die hölzerne Tischplatte, g, die durch Schrauben daran befestigt ist.

Der Tritt ist so lang als die ganze Drehebank, und möglichst stark gearbeitet, damit er bei seiner Länge Festigkeit besize und nicht schwanke. Die Welle desselben ist z.B. 1 1/2 Zoll stark, ihre Arme, deren 4 sind, haben 3/8 Zoll Dike und 1 1/2 Zoll Breite, der Fußtritt hat 1 1/2 Zoll Dike und 5 Zoll Breite. An dem ersten und vierten Arme befindet sich das Oehr, h, für die 2 Verbindungsstangen, i, und, k. Leztere sind von gewöhnlicher Einrichtung.

Die Schwungradwelle, l, hat 2 Kurbeln m, und, n, und dreht sich in Lagern, wovon eines am mittlern Stendergerüste bei (o) sich befindet. Die Kurbeln haben gewöhnlich 2 1/2 Zoll Kröpfung. Der Durchmesser der Schwungradwelle, p, hält meist 1 1/2 Zoll. Das Schwungrad ist wie bei der kleinen, eben beschriebenen Maschine, aber nur mit einem großem Kranze versehen, der der nöthigen Schwungkraft halber etwas stärker gegossen ist. Der Kranz hat 3 bis 5 Ruthen.

Bei manchen Drehebänken dieser Gattung geht der Tritt nur vom Schwungrade an bis zu einem Stendergerüste, was gerade in der Mitte der Drehebank aufgestellt ist, und dieser Länge entspricht dann natürlich die der Schwungradwelle. Selbige hat dann auch nur eine Kurbel, und ist sammt dem Tritte leichter gearbeitet. Es schließt diese Einrichtung zwar eine Unvollkommenheit in sich, die das Drehen am Ende der Drehebank mehr oder weniger verhindert, indessen scheint man dazu durch die Erfahrung aufgefordert zu seyn, daß große Tritte schwer und unbehülflich mit den Füßen zu betreiben sind, und daher die Arbeiter sehr ermüden. In den meisten Werkstätten sieht man diese Gattung von Drehebanken sogar schon ohne Tritt und Schwungrad und läßt sie entweder durch Elementarkraft oder vermittelst besonderer, durch Menschen gedrehter Betriebsräder, deren eines auf Tab. V., Fig. 42 mit der Drehebank abgebildet ist, in Bewegung |268| sezen. Allerdings kann aber auch ein Arbeiter an einer solchen Drehebank nicht viel Festigkeit in seiner Hand und in der Haltung seines Körpers gewinnen, wenn er mit dem untern Theile desselben so kraftvoll und ausdauernd in Bewegung seyn soll.

An manchen dieser Drehebänke sind die Wangen gleich neben dem Spindelgestelle in der Art ausgeschnitten, wie man es bei, q, sieht. Diese Einrichtung ist getroffen, um platte Gegenstände von größerm Durchmesser darauf drehen zu können. Bedarf man des Ausschnittes nicht, so werden 2 Einschiebsel durch eine Brüke zu einem Ganzen verbunden, eingeschoben. Diese Einschiebsel sind gewöhnlich so eingesezt, wie Fig. 8 bei, f, und, g, zeigt, oder ruhen auch auf dem dachartig abgeschliffenen Rande (Fig. 6, r,) des Ausschnitts, über welchen ihre untere Fläche mit ihren beiden Enden greift, die eine der Form der Abdachung correspondirende Vertiefung haben. Wenn die Einschiebsel eingesezt sind, so muß ihre obere Bahn mit der der Wangen genau Flucht halten. Fig. 9 sieht man ein Einschiebsel der leztern Art von der Seite, in Fig. 10 vom Ende, a, und, b, sind die Wangenstüke desselben mit ihren untern Ausschnitten, c, Fig. 8, h, die Brüke. Mit dem Ausschnitte Fig. 10, d, d, ruhen sie auf den Rändern Fig. 6, r, des Ausschnittes.

Die Aufstellung der Spindel im Spindelgestelle ist die bei allen kleinern Drehebänken gewöhnliche (s. Tab. V., Fig. 18). Die Mutter, f, und Gegenmutter, t, für die Spize waren bei der hier abgebildeten Drehebank147) von der Form des Dokenkopfes, d.h. cylindrisch, und hatten in ihrem Umfange einige Löcher, in welche man zum Zwek ihres festen Anziehens, den Stiel eines Hebels steken konnte. Man sehe diese Einrichtung Fig. 11 im perpendiculären Längsdurchschnitte. Die Spindelscheibe ist mit einer besondern Theilungsscheibe versehen, die in die innere Höhlung derselben eingesprengt ist (s. die Beschreibung der englischen Drehebank von G. O. F. R. Beuth Bd. XXIV. S. 214). Zuweilen fehlt sie auch und statt derselben findet man den Rand Fig. 7, u, der Scheibe etwas größer, und die Theilung auf diesen aufgezeichnet. Daß |269| die Theilung dann nicht so vollständig sey, als bei Anordnung der besondern Theilungsscheibe, kann man sich leicht vorstellen, indessen reicht sie für gewöhnliche Zweke hin. Sollen aber Räder auf einer solchen Drehebank eingeschnitten werden, dann ist jene unentbehrlich.

Bei V, Fig. 6, sieht man die Feder mit dem Stifte. Sie ist an die Doke, w, leicht angeschroben, damit man sie nach verschiedenen Richtungen drehen könne, je nachdem die Halbmesser der getheilten Kreise größer oder kleiner sind. Der Stift ist von Stahl, und wird in die Theilungspuncte der Scheibe gesezt, um leztere in den nöthigen Stellungen zu fixiren.

Die Spindelscheibe wird sehr einfach auf die Spindel gesezt. Leztere ist nämlich da, wo die Scheibe befestigt werden soll, ein ganz wenig (kaum merkbar) konisch gearbeitet und auf diesen geringen Anlauf der Spindel wird die Scheibe mit einer der Form des Anlaufs correspondirenden Oeffnung in ihrer Achse fest aufgetrieben. Man findet diese Art der Befestigung der Spindelscheibe auf die Spindel nicht allein bei allen Drehebanken von kleinerer Gattung, sondern selbst bei größern und ganz großen. Es ist bei derselben nur dahin zu sehen, daß die Vereinigung beider nicht zwischen zu kleinen Flächen Statt finde, damit die Zahl der gegenseitigen Berührungspuncte und die dadurch bewirkte Reibung groß genug werde, um beide in einer unbeweglichen dauerhaften und sichern Verbindung mit einander zu erhalten.

Der größte Durchmesser der Spindelscheibe mißt 1 Fuß, der der Spindel 1 5/8 Zoll, der des Spindelkopfes 9/8 Zoll. Die Entfernung der Spindelachse von den Wangen beträgt 7 1/2 Zoll.

Die Anziehebolzen für sämmtliche Doken werden in die Grundplatten derselben eingeschroben, können folglich auch mit vorhin beschriebenem beweglichen und zum Schraubenschlüssel dienenden Hebel versehen werden. Hier in der Abbildung sieht man diesen Hebel in Anwendung. Die Platten für die Anziehebolzen liegen quer unter den Wangen.

Die Doke für die Gegenspize hat die in Fig. 6, x, bezeichnete Form. Sie ist in Fig. 7, x, mit einer der Wangen vom Ende vorgestellt. Der Kopf derselben hat bei, y, eine cylindrische Verlängerung, in welcher die Vorrichtung zum Vor- und Zurükschieben der Gegenspize mit ihrem Cylinder befindlich ist. Selbige ist Fig. 12 im perpendiculären Längsdurchschnitte dargestellt. Der stählerne Cylinder der Gegenspize ist hohl, und leztere in die vordere Oeffnung der cylindrischen Höhlung eingeschroben. Diese Höhlung verengert sich bei, a, und die Verengerung enthält ein Gewinde, das der Schraube, b, zur Mutter dient. Diese Schraube schiebt den Cylinder vor und |270| zurük, und ihr Hals dreht sich in der Hülse, c, von Rothguß, die auf die cylindrische Verlängerung des Dokenkopfes geschroben ist. Innerhalb des Canals dieser Verlängerung hat der Hals, d, der Schraube einen cylindrischen Ansaz oder eine Schulter, die sich gegen die Hülse reibt, auswendig aber einen vierekigen oder runden Zapfen, worauf die Kurbel, f, gestekt und durch einen kleinen Keil befestigt wird, der durch sie und den Zapfen der Schraube dringt. Sie bildet bei, g, zugleich die äußere Schulter für den Schraubenhals.

Damit der stählerne Cylinder bei dem Drehen der Schraube sich nicht mit derselben rund bewegen könne, ist diejenige Vorrichtung angebracht, die ich oben schon ausführlich angegeben habe. (s. Tab. V, Fig. 31 und 32, k, und, l.)

Zur Feststellung des stählernen Cylinders mit seiner Gegenspize dient bei dieser Drehebank eine Vorrichtung, die in Fig. 13 im perpendiculären Querdurchschnitte vorgestellt ist. a, ist der Dokenkopf, b, der stählerne hohle Cylinder für die Gegenspize, c, ein cylindrisches, von hinten eingeseztes Stük Eisen, bei, d, mit einem Gewinde versehen, auf welches eine Mutter, e, mit einem kleinen Handgriffe, f, geschroben ist. Damit das cylindrische Stük Eisen die zur Sicherung seines Ganges nöthige Länge gewinne, ist ein Ansaz, g, Fig. 7, nach hinten an den Dokenkopf angegossen. Der eiserne Cylinder liegt in solcher Höhe unter dem stählernen Cylinder für die Gegenspize, daß dieser in einem obern halbkreisförmigen Ausschnitte, h, desselben ruht. Er wird in selbigen mit eingeschliffen.

Wird der eiserne Cylinder durch die Mutter (e) angezogen, so kneipt er mit seinem Ausschnitte den stählernen Cylinder, und drükt ihn mit Gewalt gegen die Hintere und obere Wand seines Canals, worauf er feststeht.

Die Vorlage zum Drehen aus freier Hand, Fig. 6 und 7, 1, steht auf einer besondern Platte 2, die sich mir untern Ausschnitten auf den Bahnen der Wangen schiebt. Auf derselben wird die Vorlage mit ihrer geschlizten Platte 3 besonders festgeschroben, so daß sie vermöge des Schlizes alle möglichen Stellungen annehmen kann. Sie ist sonst von gewöhnlicher und oben beschriebener Einrichtung, (s. Tab. V, Fig. 3438).

Ich komme nun noch zur nähern Beschreibung einiger Theile, die zu dieser Drehebank gehören, und die ich früher nur oberflächlich angegeben habe. Ich finde mich veranlaßt, sie bei dieser Gelegenheit um so genauer zu beschreiben, als sie bei einer Drehebank von dieser Gattung am meisten in Anwendung sind, und in so ferne bei derselben auf die Zwekmäßigkeit ihrer Construction und auf die Vervollkommnung |271| ihrer einzelnen Einrichtungen der meiste Fleiß verwandt wird. Zu diesen verschiedenen Organen rechne ich:

1) Die gußeiserne Drehescheibe. Selbige ist in Fig. 14 von der äußern, Fig. 15 von der innern, nach der Spindel hinsehenden Seite, Fig. 16 von vorne, und Fig. 17 im perpendiculären Längsdurchschnitte durch die Achse derselben vorgestellt. Das Centrum derselben ist nach der Spindel hin durch den Ansaz, a, verstärkt, in welchem sich die mütterliche Schraube für die Befestigung der Drehescheibe an dem Spindelkopf befindet. Von demselben laufen vier Rippen, b, b, b, b, aus, die auf den Kranz, c, treffen, der den Umkreis der Scheibe verstärkt. Die äußere Fläche ist vollkommen flach abgedreht, und enthalt im Mittelpuncte eine kleine Oeffnung mit einem Gewinde, wohinein eine Spize geschroben werden kann. Der Durchmesser der Drehescheibe beträgt 15 Zoll, ihre Dike bei dem Kranze und den Rippen 5/4 Zoll, zwischen den Rippen 1/2 Zoll, und die Höhe des Ansazes, a, 2 Zoll, die Tiefe der Oeffnung für das Gewinde darin 1 1/2 Zoll.

Die Drehescheibe ist in der Richtung der Rippen mit 4 oder 5 runden Löchern, e, e, e, e, versehen, die dieselbe durchdringen. Zwischen diesen 4 Löcherreihen liegen Schlizen, f, f, f, f, eben so wie die Löcher in der Richtung von Radien. Den Zwek beider Theile kennen wir von früher her, hier jedoch dienen die Löcher noch zur Befestigung besonderer Vorrichtungen, die zum bequemen Einspannen verschieden geformter Körper in die Drehebank dienen. Sie bestehen aus den Ansäzen, g, Fig. 14, welche in Fig. 18, 19 und 20, und zwar Fig. 18 von oben, Fig. 19 von der Seite und Fig. 20 vom Ende angesehen, vorgestellt sind. Der Körper derselben ist langlicht vierseitig, seine äußere oder obere Seite halbzirkelförmig abgerundet. Höhe 1 1/4 Zoll, Breite 1 Zoll, Länge 2 1/2 Zoll. Die Ansäze werden vermittelst 2 Zapfen, a, und, b, befestigt, die an ihren nach der Scheibe hinsehenden Flächen angebracht sind. Beide Zapfen stehen so weit von einander entfernt, daß sie durch 2 und 2 Löcher der Scheibe passen. Der äußere Zapfen, a, reicht durch die Scheibe, und hat an seinem hervorragenden Ende ein Gewinde, vermittelst dessen der Ansaz bei Vorschraubung einer Mutter an die Scheibe angezogen wird. Der andere Zapfen, b, ist so kurz, daß er nur eben durch die Scheibe reicht. Er dient bloß dazu, den Ansaz in seiner Stellung im Radius der Scheibe zu erhalten, und jede Drehung desselben nach andern Richtungen zu verhüten. Durch jeden Ansaz läuft seiner Länge nach eine Schraube, c, die bei, d, mit einem Schraubenkopfe versehen ist. In Fig. 16 sieht man die Ansäze mit der Scheibe in Verbindung, Fig. 17 die Scheibe mit demselben im Durchschnitte.

Solcher Ansäze sind 4. Sind alle in die Scheibe gesezt, so kann |272| man vermittelst der 4 Schrauben jeden noch so verschieden geformten Gegenstand an die Scheibe befestigen, und genau centrisch stellen, vorzüglich wenn er regelmäßige Formen hat. Diese Einrichtung ist also eine Art sehr einfachen Universalfutters, was manche künstliche Vorrichtung und Arbeiten zur nöthigen Einspannung der zu drehenden Körper erspart. Nach der verschiedenen Größe der einzuspannenden Körper kann man vermittelst der Löcher in der Scheibe die Ansäze mit leichter Mühe und wenigem Zeitverluste bald mehr, bald weniger dem Centrum der Scheibe nähern, und so sich für alle Fälle schnell einrichten. Es kann diese vortreffliche Einrichtung nicht genug zur Nachahmung empfohlen werden.

Eine unvollkommenere Einrichtung der Art sieht man in Fig. 21 von vorne und Fig. 22 vom Ende. Sie ist nur zum Einspannen kleinerer Gegenstände bestimmt und besteht aus einem Futter mit einer offenen Büchse, durch dessen Wände 4 Schrauben in den innern Raum der Büchse hineingeschroben werden können. Der zu befestigende Gegenstand wird nach Zurükschrauben aller 4 Schrauben in die Büchse gethan, und dann durch das Anschrauben derselben in jeder beliebigen Stellung befestigt.

2) Von dem Futter mit der Spize und dem Haken habe ich früher deutlich genug geredet.

In Fig. 23 ist eine Abbildung davon geliefert, a, ist das Futter von Rothguß oder Gußeisen; b, die stählerne Spize, konisch eingetrieben, c, der Haken. Er geht durch eine vierekige Oeffnung des Futters und kann durch die Stellschraube, d, in der ihm gegebenen Lage befestigt werden.

3) Ein gewöhnliches Herz, wie es gebraucht wird, um an zu drehende Körper von geringem Durchmesser gespannt zu werden, damit der Haken des Futters sie herum zu werfen vermöge, sieht man Fig. 24 und 25 in verschiedenen Formen. a, ist der Fortsaz desselben, der von dem Haken des Futters ergriffen wird. b, die Stellschraube, die das Ende des zu drehenden Körpers in den Winkel, c, hineinpreßt, und so mit dem Herz verbindet. Fürchtet man, daß der Körper durch das Anschrauben des Herzes auf seiner Oberfläche verlezt werde, so umgibt man ihn zuerst mit einem Ringe von Kupferblech, und spannt ihn nun ins Herz, wobei das Kupferblech dann eine schüzende Deke bildet.

Ich habe in Fig. 33 noch eine Vorrichtung abgebildet, die man auch füglich unter die Kategorie der Herzen bringen kann. Sie besteht aus 2 Baken, a, und, b, mit Schrauben, c, und, d, versehen, zwischen welchen der zu drehende Gegenstand befestigt wird. Der Fortsaz, e, wird von dem Haken des Futters gefaßt und bei Drehung der Spindel mit der ganzen Vorrichtung herumgeworfen.

|273|

4) Ein Futter zur Befestigung von Bohrern an der Spindel sieht man in Fig. 26 und 27, und zwar Fig. 26 im Aufrisse, Fig. 27 im Durchschnitte. a, ist das Futter, b, ein gerade darin befestigter Bohrer, c, zeigt den vierekigen Canal in der Achse des Futters, worin der Bohrer stekt. Er läuft nach innen etwas verjüngt zu.

5) Jezt endlich komme ich zur Beschreibung der sogenannten mechanischen Vorlage für Drehebänke. Da dieselbe in Deutschland noch im Ganzen so wenig bekannt ist und angewandt wird, so will ich die Beschreibung derselben recht genau geben, und mit guten und deutlichen Abbildungen erläutern helfen.148)

In der Haupteinrichtung sind sich alle verschiedenen in England üblichen Vorlagen ganz gleich, d.h. sie sind alle mit einem doppelten Schiebwerke versehen, vermittelst dessen der Drehestahl oder Meißel theils der Länge der Drehebank nach, theils quer über selbige bewegt werden kann. Zugleich sind sie mit einer Vorrichtung versehen, daß man den längs der Drehebank arbeitenden Stahl auch in verschiedenen Winkeln gegen die Achse der Spindel schneiden lassen kann. Was die Ausführung dieser verschiedenen Functionen einer Vorlage betrifft, so findet man im Wesentlichen keine besondern Verschiedenheiten darin, als nur hie und da in der Form und in der Art der Leitung der Schlitten. Im Ganzen sind sich alle so ziemlich gleich, und von den größten bis zu dem kleinsten immer nach einem Hauptprincipe gebaut.

Ich will 2 Arten solcher Vorlagen näher beschreiben, die sich nur in Hinsicht der Stellung der Bahnen für die Schlitten, also eigentlich in nichts Wesentlichem unterscheiden.

Beide Arten haben eine Unterlage mit Ausschnitten für die Wangen. Auf diesen Wangen können sie ganz so geschoben und durch einen Anziehebolzen befestigt werden, als die Doken. Die Unterlage tritt immer nach vorne mehr hervor, als nach hinten, und trägt bei der erstern Art der Vorlagen auf ihrer obern länglicht vierekigen Fläche die Bahnen für den Schlitten. Auf dem Schlitten ist der obere Aufsaz befestigt. Der Körper der Unterlage ist von Gußeisen, und hat 2 starke Wände, die an beiden Enden verbunden sind, und so zusammen eine Art Rahmen bilden. Fig. 28, 29, 30, 31 und 32 sieht man die Unterlage, und zwar Fig. 28 von oben, Fig. 29 von der Seite, Fig. 30 von unten, Fig. 31 vom vordern Ende angesehen, und Fig. 32 im perpendiculären Längsdurchschnitte. In lezterer |274| Figur steht der obere Aufsaz darauf. Fig. 30, a, b, c, d, bezeichnet den Rahmen der Unterlage, Fig. 29, e, eine ihrer starken Wände. Diese Wand tritt nach unten bei, f, mehr hervor, und hat an ihrem untern Rande die beiden Ausschnitte, g, g, für die Bahnen der Wangen. Bei, h, verschmälert sich die Wand, und tritt nach vorne hervor. Durch die ganze Unterlage, und zwar ihrer Länge nach läuft eine Schraube oder Leitspindel Fig. 30, und, 32, i, mit flachem Gewinde. Da wo selbige durch die Endstüken der Unterlage läuft, sind diese nach unten etwas verstärkt gegossen, damit das Loch für die Schraube ihrer Festigkeit keinen Eintrag thue. Die Schraube dreht sich in dem vordern Endstüke, k, Fig. 29, 30 und 31 mit einem cylindrischen Zapfen Fig. 32, l, der so stark als die ganze Schraube ist. Bei dieser Einrichtung kann die Schraube bequem durch die Oeffnung des Endstükes gebracht und in die Unterlage eingesezt werden. Nach außen hat der Zapfen der Schraube eine Schulter Fig. 28, 29, 30, 32, m. Er verlängert sich nach außen in den cylindrischen Fortsaz, n, der am vordem Ende, o, vierekig gearbeitet ist, um die zum Umdrehen der Schraube oder Leitspindel bestimmte Kurbel aufzunehmen. Diese Kurbel ist Fig. 34 besonders vorgestellt. Damit der Schlitten der Unterlage bei seiner Bewegung nach vorne hinreichend Raum habe, über den äußersten vorderen Rand derselben überzutreten, und bei diesem Herausrüken nach vorne nicht durch die Kröpfung der Kurbel aufgehalten werde, wird diese Kröpfung von jenem Rande so weit als möglich entfernt. Diese nämliche Vorsicht ist bei dem oberen Aufsaze angewandt.

Das hintere Ende der Schraube, i, dreht sich mit einem dünnen Zapfen, p, Fig. 32 in dem hinteren Endstüke der Unterlage, und hat auswendig zuerst einen vierekigen Aufsaz, worauf eine Scheibe, q, gestekt, und dann durch eine Mutter, r, befestigt wird, die auf das äußere mit einem Gewinde versehene Ende des Zapfens geschroben wird. Die Schulter, m, und die Scheibe, q, verhüten jede Bewegung der Schraube nach vorne oder hinten, wodurch ihre Zapfen aus ihren Lagern kommen, und sie selbst aus der Unterlage gebracht werden könnte. Diese Einrichtung, die selbiger nur erlaubt, sich um ihre eigene Achse zu drehen, ist nöthig, damit sie bei dem Vor- und Zurükschieben des Schlittens, welches sie durch die an demselben befestigte Mutter, Fig. 30 und 32, s, besorgt, nicht den Bewegungen desselben folgen könne.

Der Schlitten besteht aus einer gußeisernen, starken Platte, Fig. 28, t, von der Länge der Unterlage. Ihre Breite ist so viel schmaler als die der Unterlage, daß die Bahnen auf beiden Seiten derselben noch gehörig Plaz haben. Sie muß auf beiden Flächen, ihrer unteren und oberen, gut abgerichtet seyn. Ihre Seitenränder sind dachartig abgeschrägt, |275| und schieben sich zwischen den beiden Bahnen, Fig. 28 und 29, u, u, von Rothguß, die durch mehrere Schrauben, Fig. 28, v, v, v, v, auf die obere rahmartige, gut abgerichtete Fläche der Unterlage befestigt werden. Die Oeffnungen, wodurch die Anzieheschrauben gehen, sind etwas weniges länglicht, um die Bahnen immer genau gegen den Schlitten stellen zu können, wodurch dessen Gang höchst fleißig bleibt. Das Stellen der Bahnen versehen 2 Stellschrauben, Fig. 29, w, und, x, die in die Seitenwände der Unterlage von außen so eingeschroben sind, daß sie mir dem oberen Theile ihres Kopfes gegen die Bahnen drangen. Die Köpfe aller Schrauben, sowohl der zur Befestigung als der zur genauen Stellung der Bahnen dienenden, liegen versenkt.

Die sich gegen den Schlitten reibenden Flächen der Bahnen sind genau nach der Form der Abdachung seiner Seitenränder bearbeitet, so daß sie mit der obern Fläche der Unterlage zusammen eine Art Falz bilden, der im Durchschnitte, oder vom Ende angesehen, wie in Fig. 31 bei, y, und, z, erscheint. t, ist in dieser Figur der Schlitten, 1, das vordere Endstük der Unterlage mit der Oeffnung für die Schraube; u, u, sind die beiden Bahnen mit ihren, in dieser Abbildung punctirt angegebenen Anzieheschrauben.

Auf der unteren Fläche des Schlittens, etwas nach hinten über die Mitte desselben hinaus, ist die Mutter, Fig. 30 und 32, s, von Rothguß durch 2 Schrauben befestigt, durch welche die Leitspindel, i, den Schlitten zwischen den Bahnen nach vorne und hinten hin und her zu schieben vermag, je nachdem sie vor- oder zurükgedreht wird.

Mitten durch die Unterlage geht noch bei Fig. 32 eine Brüke, die entweder sogleich mit angegossen oder eingesezt wird, und das Gewinde für den Anziehebolzen, der die Unterlage an die Wangen der Drehebank zu befestigen bestimmt ist, enthält.

Die Unterlage der mechanischen Vorlage enthält hiernach das untere Schiebwerk derselben, durch welches eine Bewegung zu dem in die Drehebank eingesezten und zu drehenden Körper heran und zurük bewirkt wird. Nächstdem bildet sie zugleich eine Basis für die ganze Vorlage, vermittelst welcher sie auf der Drehebank ruht und auf selbiger befestigt werden kann. In lezterer Rüksicht kann sie immer nicht stark und sicher genug gebaut werden.

Auf dem Schlitten derselben, und zwar auf dessen vorderen Theile, ist derjenige Aufsaz befestigt, der das zweite Schiebwerk enthält, und zugleich zur Befestigung der Drehestähle oder Meißel dient. Man sieht ihn in Fig. 35 mit der Unterlage von vorne, in Fig. 36 vom linken Ende angesehen, Fig. 37 in seiner Verbindung mit der Unterlage von oben, und Fig. 38, A, im perpendiculären Querdurchschnitte. |276| Er ruht auf einer gußeisernen Platte, dem Sattel, a, die den untern Theil seines Körpers bildet und mit ihm aus einem Stüke gegossen ist. Die Breite dieser Platte ist der der Unterlage gleich. Ihr vorderer und Hinterer Rand sind Kreisstüke, Fig. 37, b, b, aus dem Mittelpunkte der Platte beschrieben. Sie ist im Centrum durch eine Schraube, Fig. 38, x, an den Schlitte der Unterlage befestigt. Bei, d, d, Fig. 37, nahe an den abgerundeten Rändern sind Schlizen, gleichfalls in Form eines Kreisstükes geschnitten, durch welche 2 Stellschrauben gestekt werden, um den Sattel in jeder ihm gegebenen Richtung und jedem beliebigen Winkel auf den Schlitten befestigen zu können. Die Stellschrauben dringen in den Schlitten ein. Zu ihrer Aufnahme finden sich gewöhnlich mehrere Oeffnungen, Fig. 28, e, e, e, mit Gewinden für selbige. Alle sind so gebohrt, daß sie gleich weit vom Mittelpunkte des Sattels entfernt liegen und genau auf die Schlizen stoßen. Vermöge der Schlizen kann der Sattel in jeder Richtung gewendet werden, wobei die zu seiner Befestigung an den Schlitten der Unterlage dienende, und in sein Centrum gestellte Schraube die Wendungsachse vertritt. Dadurch, daß man die Stellschraube den Bahnen der Unterlage näher bringen und fixiren kann, gewinnt die Drehebarkeit des Sattels mehr Spielraum.

Um die Grade des Winkels bestimmen zu können, unter welchen man den oberen Aufsaz mit dem darauf befestigten Drehestahle gegen die Achse des zu drehenden Körpers richten will, ist nach hinten am Sattel ein Zeiger, Fig. 37, e, angebracht, der an einem kleinen, auf dem Schlitten der Unterlage vorgezeichneten Gradbogen, f, die Grade des Winkels bemerkt. Der Zeiger paßt mit einem Paar Oeffnungen, g, seiner beiden Schenkel über 2 Stifte des Sattels, und wird durch diese so an selbigen befestigt, daß er genau die gehörige Richtung behält, und doch bei vorkommenden Fällen leicht abgenommen werden kann.

Der auf dem Sattel ruhende Aufsaz hat mit seinem Schiebwerke im Ganzen sowohl, als auch in allen seinen Theilen, ganz die Einrichtung der Unterlage. Indessen ruht selbiger, anstatt auf den Wangen, auf dem Sattel und ist unzertrennlich mit diesem verbunden. Ueberdem liegt er parallel mit der Achse des zu drehenden Gegenstandes, indem sein Schiebwerk bestimmt ist, den Drehestahl längs desselben hinzuführen. Die Seitenwände seines Körpers, der ebenfalls eine Art Rahmen bildet, sind gefenstert (s. Fig. 35) und treten nach der rechten Seite bei, h, hervor. Der Schlitten, die Bahnen mit ihren Anziehe- und Stellschrauben, und die Schraube oder Leitspindel mit der Kurbel verhalten sich alle ganz so wie an der Unterlage, nur daß sie in allen ihren Dimensionen um ein sehr Geringes |277| kleiner als an jener sind. Auf dem Schlitten ist eine Platte Fig. 35, 36, 37, 32, u, von Rothguß durch Schrauben befestigt, die kreuzweis gefensterte Stüke, v, von eben diesem Metalle trägt, in welchen die Drehestähle festgeschroben werden. Um lezteres zu bewerkstelligen, dringt eine Stellschraube, w, durch die Deke der Stüken, und drükt den seitwärts durch eines der Fenster gestekten Drehestahl gegen die untere Platte, wodurch er fixirt wird. Gewöhnlich findet man 4 solcher Stüken auf der Platte, u, oft aber auch nur 2. Erstere Einrichtung hat den Vortheil, daß der quer zu befestigende Stahl so gut durch 2 Stüken gestekt, und so doppelt befestigt werden kann, als der parallel mit der Drehebank zu stellende. Er gewinnt auf die Weise mehr Festigkeit und Sicherheit. Die in meiner Zeichnung dargestellte Vorlage hat 4, die vom Herrn G. O. F. R. Beuth gelieferte aber nur 2 Stüken.

Ich muß hier noch einer anderen Vorrichtung erwähnen, die man zuweilen auf englischen Drehebanken, vorzüglich auf den Fox'schen, statt der Stüken, w, angewendet findet. Sie ist in Fig. 38 von oben, Fig. 39 von der Seite, und zwar mit der sie tragenden Platte allein dargestellt, und besteht aus einem Paare breiter, in der Mitte gelochter Stüke, a, und, b, von geschmiedetem Eisen. Zwei Schraubenbolzen, c, c, die in die Platte bei, d, d, von unten konisch eingesezt, und auf diese Weise befestigt sind, gehen durch die Oeffnungen der zwei Stüken, und sind über denselben mit Muttern, e, e, versehen, durch welche die Stüke an die Platte oder die darauf gelegten Drehestähle angezogen werden können. Beide Stüke wirken als Kneipen, wodurch die Drehestahle festgehalten werden. Sollen leztere parallel mit der Drehebank gestellt werden, so geschieht dieß auf die in Fig. 38 bei, f, punctirt angedeutete Weise; g, ist dann der Drehestahl. Beide Kneipen, a, und, b, sind quer auf die Platte gestellt und fassen über denselben. Bei, h, sieht man hingegen den Drehestahl in der Querlage. Die Kneipe, a, ist dann wie bei, i, parallel mit der Drehebank gestellt, und faßt ihn allein ohne Mitwirkung der anderen. Damit der Drehestahl von den Kneipen möglichst sicher gepakt werde, umwikelt man ihn zuweilen an der gepakten Stelle mit einem Streifen von Kupferblech oder einer Bleiplatte, oder legt auch einige Stüke weichen Eisenbleches unter denselben. Um aber die Kneipe beim Paken möglichst in horizontaler Lage zu erhalten, bringt man auf die leere Seite derselben ein Stük Holz oder Eisen, was in Fig. 38 und 39 bei, k, dargestellt ist.

Ich komme jezt zu der zweiten Art der mechanischen Vorlage. Sie findet sich seltener in England als die vorhergehende, und zeichnet sich, wie ich schon oben bemerkt habe, allein durch die Stellung |278| ihrer Bahnen für die Schlitten vor der ersteren aus. Diese sind nämlich nicht an dem Körper der Unterlage und des oberen Aufsazes, sondern an der unteren Fläche des Schlittens befestigt. Der Körper der Unterlage sowohl, als des Aufsazes, hat am oberen und äußeren Rande seiner Seitenwände genau abgerichtete Reibungsflächen für die Bahnen. Sie liegen schräg, und so, daß der obere Theil derselben mehr hervortritt. In Fig. 40 ist die Unterlage einer solchen Vorlage von unten abgebildet, Fig. 41 stellt aber eine Ansicht der ganzen Vorlage von vorne, Fig. 42 dieselbe von der rechten Seite, Fig. 43 einen perpendiculären Längsdurchschnitt des Aufsazes, und Fig. 44 einen gleichen der ganzen Vorlage vor. Man wird in allen diesen Figuren, die in einem Maßstabe gegeben sind, nach welchem man die Vorlagen gewöhnlicher klein-mittlerer Drehebänke immer gearbeitet findet, den geringen Unterschied dieser Art der Vorlage vor der zuerst beschriebenen nicht verkennen. Ich will daher auch nur die wenigen Abweichungen darin näher zu bezeichnen suchen. Diese betreffen vorzüglich den Bau des Unterlagen- und Aufsazkörpers. Man sieht bei beiden den oberen Theil, Fig. 41, 43 und 44, a, der Seitenwände näher zusammentreten, so daß der dadurch gebildete Rahmen nur so viel Breite behält, um den durch die Leitspindeln bewegten Muttern, Fig. 41, 43 und 44, b, der Schlitten darin eben Spielraum genug zu ihrer Hin- und Herbewegung zu geben. Die Form der am oberen Rande des Körpers angebrachten Reibungsflächen für die an den Schlitten angeschrobenen Bahnen sieht man am deutlichsten in Fig. 41, 43 und 44 bei, c, c: d, sind in diesen Figuren die Bahnen, e, ist der Schlitten, auf dem, d.h. bei dem des obern Aufsazes unmittelbar die gefensterten zur Befestigung der Drehestähle bestimmten Stüken, (f, f,) stehen. Bei, g, g, sieht man die Anzieheschrauben für die Bahnen punctirt angegeben. Die Stellschrauben für die Bahnen liegen seitwärts am Schlitten. (S. Fig. 41 und 42, h, h) Die in Fig. 42 angegebenen stellen die des Schlittens der Unterlage, die in 41 bezeichneten aber die des Aufsazes vor. Bau und Zwek derselben sind ganz so, wie früher angegeben worden ist.

Daß diese Art der Vorlage, die wegen der zwekmäßigeren, vor jeder Verunreinigung mehr gesicherten Stellung ihrer Bahnen gewiß große Vorzüge vor der zuerst beschriebenen hat, in England noch so wenig im Gebrauche ist, rührt wohl vorzüglich von dem Umstande her, daß ihr Princip noch eine neuere Erfindung ist. Ich sahe selbige zum ersten Male beim Herrn Wright, dem Erfinder der Knöpfnadelmaschine, und einer neuen und sehr berühmt gewordenen Art Krahn, die vorzüglich in den Westindiendoks angewandt wird. Herr Wright konnte die Vorzüge derselben nicht genug rühmen.

|279|

Ich lasse mich über den Zwek und den Nuzen solcher mechanischen Vorlagen weiter nicht aus, da selbige sattsam bekannt sind. Auch hoffe ich, daß jeder Mechaniker aus der beschriebenen Construction derselben über die Art ihrer Handhabung völlig Licht erhalten haben wird, wenn er aus derselben weiß, daß der Drehestahl durch die zwei Schlitten, den der Unterlage und den des Aufsazes, in zwei verschiedenen Hauptrichtungen hin und zurük bewegt werden kann; einmal gegen den zu drehenden Körper au und zurük, und zweitens längs desselben hin und her. Daß beide Bewegungen combinirt werden können, um der Arbeit der Drehestähle eine schräge oder schiefe Richtung zur Hervorbringung aller möglichen Formen an den zu bearbeitenden Körpern zu geben, leuchtet ebenfalls von selbst ein. Wie man durch Stellung des oberen Aufsazes in verschiedenen Winkeln gegen die Achse des zu drehenden Gegenstandes arbeiten könne, zeigt der Bau dieses Aufsazes und der für diesen Zwek bestimmten Nebentheile desselben.

|248|

Sie sind auch im polytechn. Journ. Bd. XXIV. S. 214 aufgenommen worden, wo man sie nachsehen kann. (Wir bedauern sehr, daß wir nicht auch eben so schöne geschnittene Kupferabbildungen, wie die von den Gewerbsverhandlungen liefern können. A. d. R.)

|248|

Diese Aufnahme war gewöhnlich mit bedeutenden Schwierigkeiten verknüpft, indem, man mir ein Zeichnen an Ort und Stelle stets verwehrte, und ich daher nur zu Hause das Aufgefaßte zu Papier bringen konnte. Dieserhalb war es mir nicht möglich, bei einigen der größeren Drehebänke alle Maße genau. zu geben, vielmehr konnte ich nur das Princip derselben niederzeichnen. Genau genommen ist dieses aber auch der Hauptpunct bei der Sache. Man will die Mittel kennen, diesen oder jenen Zwek in der Drehekunst zu erreichen. Die Ausführung und Anwendung derselben nach bestimmten Regeln wird jeder Mechaniker schon ohne große Mühe von selbst finden, der in seinem Fache etwas mehr als ein bloßer Handwerker ist.

|248|

Das bekannte neuere Werk von Dr. J. H. M. Poppe: die englische Drehebank |249| für Arbeiter in Holz, Metall und Horn, ist sehr unvollständig. Es ist eigentlich auch nur eine bloße Uebersezung aus Thom. Martins Encyklopädie der mechanischen Künste etc.

|265|

Die Engländer nennen das: trunken seyn. Sie sagen; die Schraube ist trunken.

|266|

Gewiß sind manche der bisher beschriebenen Einrichtungen an den englischen Drehebanken schon theilweise auch in Deutschland bekannt und lange im Gebrauch, indessen hat mich diese Ueberzeugung nicht abgehalten, sie hier zu nennen und zu beschreiben, da ich gerne allen Mechanikern, auch den kleinern, die oft nur geringe Kenntnisse vom Werkzeug zur Maschinenfabrikation besizen, indem sie größere Werkstätten nicht besehen konnte, nüzlich seyn mögte.

|268|

Es ist meine Absicht bei diesen Beschreibungen, auch die verschiedenen, in England üblichen Formen der einzelnen Theile einer Drehebank zu berüksichtigen. Diese sind zwar nicht immer wesentlich, jedoch ist es für jeden Mechaniker ein großer Gewinn, wenn er auch in dieser Beziehung vielseitig sich ausbildet, und dadurch in den Stand gesezt wird, bei seinen Arbeiten und Erfindungen mit dem Nuzen eine angenehme Form zu verbinden. Der Laie sieht gewöhnlich mehr auf die Form als das Wesen einer Maschine, weil die Auffassung des leztern zu sehr aus seiner Sphäre liegt, und der größte Theil des Publicums besteht aus Laien. Aber auch selbst der Kunstkenner hat Wohlgefallen an schönen und mannichfaltigen Formen, und es empfiehlt den Schöpfer derselben sehr bei ihm, wenn dieser sie mit dem Wesentlichen der Maschine so weise zu verschmelzen wußte, daß eines ohne das andere nicht bestehen zu können scheint, und wirklich auch nicht bestehen kann.

|273|

Ich bitte mit meiner Beschreibung diejenige des Herrn G. O. F. R. Beuth zu vergleichen, die, so vortrefflich sie auch geliefert ist, mir im Ganzen doch ein wenig zu kurz und gedrängt scheint, um von jedem Mechaniker, der nie eine mechanische Vorlage sah und in Händen hatte, begriffen zu werden.

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