Titel: Ternaux, über die Veredlung der Schafe in Frankreich.
Autor: Ternaux, G.
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. LXXVIII. (S. 303–313)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/ar030078

LXXVIII. Etwas über die Veredlung der Schafe in Frankreich, von Herrn G. Ternaux, der Aeltere.

Aus dem Recueil Industriel. N. 14. S. 128. N. 15. S. 297. N. 16. S. 21.

(Fortsetzung)

VIII. Kapitel.
Ueber Verwendung der Wolle.

Die Wolle wird meistens zu Tüchern verwendet, welche eine Art |304| gewobenen Filzes sind. Diese Tücher fordern eine vorläufige Bearbeitung der Wolle mit der Kardätsche, damit jene gesponnen werden kann; sie fordern sehr feine, weiche und selbst kurze Wolle, indem die Wollenfaser sich nur mittelst ihrer Enden in einander legen und unter einander verwikeln, und also, je mehr von denselben vorhanden sind, desto größere Geneigtheit zur Filzbildung auf der Walke, desto wollenreicheres Tuch hervorgeht, indem mehr Härchen vorhanden sind, die sich aneinander legen; auf diese Weise entsteht ein feines, weiches, markiges, glänzendes Tuch, das aussieht, als wenn es geglättet wäre. Dieß ist der Grund, warum die Hutmacher zu ihren Filzen lieber Lämmerwolle, kurze und glänzende Wolle, Vigogner Wolle, Kaschemirwolle nehmen, die sich mehr dem Bieberhaare, dem Hasen- und Kaninchenhaare nähert. Der Fabrikant gefilzter oder gewalzter Stoffe muß daher, vorzüglich wenn er Tuch von besonderer Güte machen will, die Feinheit der Wolle jeder anderen Eigenschaft derselben vorziehen, weil er auf diese Weise eine weit größere Menge Spizen in einen engen Raum zusammenbringt, und die Oberfläche seines Tuches schneller und reichlicher bekleiden kann. Es ist dann nicht mehr nöthig, die Karden zu vervielfältigen, um das Tuch zu bekleiden und demselben dadurch Sanftheit und Glanz zu geben; man darf nicht mehr die Tuchfasern bei dem Scheren so lang stehen lassen: beides ist aber bei grober Wolle unerläßlich, wenn man dem Tuche Feinheit geben will, und durch beides erhält man nur auf Kosten der Stärke und mit Verlust des Stoffes des Tuches selbst ein schönes Tuch; die große Menge von Appreturmitteln, die man anwenden muß, vertheuert dann dasselbe noch um ein Bedeutendes. Da die Notwendigkeit des Wolfes und der Kardätschen zum Brechen der Wolle erwiesen ist, so läßt sich schließen, daß kurze Wolle zu Tüchern weit besser taugt als lange; und erst seit man diese Wahrheit richtiger und allgemeiner erkannte, hat die Tuchmacherkunst sich vervollkommnet. Es wäre überflüssig noch beizufügen, daß man nur aus feiner Wolle feines Tuch verfertigen kann, und daß man folglich feine Wolle immer suchen wird, so lang man feines Tuch braucht.

Die Wolle wird auch, obschon weniger häufig und allgemein, zur Verfertigung der sogenannten Wollenzeuge (étoffes de laine rase) verarbeitet, zu den sogenannten Burats, Etamines, Bouracans, Marocs zu Rokfutter, zu Schleier der Nonnen, Popelines, Bombasins, gestreiften Zeugen zu Gilets, Flanell und Schahls (sogenannten Merinos); zu dieser lezteren Art von Geweben muß die Wolle aber besondere Zurichtung erhalten. Um schöne, wollige Zeuge zu, verfertigen, muß man die Verwiklung oder Filzung der Endspizen der |305| Wolle eben so sorgfältig zu vermeiden suchen, als man sie am Tuche hervorzurufen suchen muß: Ersteres geschieht dadurch, daß man die Wolle sorgfältig kämmt. Durch dieses Kämmen werden die Wollenfasern parallel neben einander gelegt, indem man sie mit langen heißen Kämmen auszieht.160) Durch die Electricität, welche die Hize ihnen mittheilt, macht man sie steifer, gerader, und mehr geneigt, alle jene kurzen Theile abzusondern, die man unter dem Nahmen Kämmlinge (peignons ou blouze) kennt.161) Diese Abfalle taugen in der Folge sehr gut für die Kardätsche, d.h. für Stoffe, die sich mit Filz bedeken müssen; auch war der Zwek des Kämmens kein anderer, als die langen und nervigen Theile der Wolle von den kurzen zu sondern, damit sie, sich wechselseitig unterstüzend, sich desto leichter spinnen lassen, und dem Auge ein mehr feinkörniges und mehr gedrängtes Gewebe darbieten. Die Landwirthe werden hiernach leicht einsehen, daß je höher die Wolle am Schafe steht,162) desto mehr sie gesucht ist, indem es bei Wollenzeugen nicht sowohl auf die Feinheit der Faser, als auf die Länge derselben ankommt. Hieraus läßt sich schließen, daß diejenigen, die Schafe mit feiner und kurzer Wolle mit Schafen von langer und grober Wolle kreuzen würden, d.h. die sächsische oder französische Merinosraße mit den englischen Raßen, eine schlechte Verbindung treffen würden.163) Es gibt jedoch, |306| eine Ausnahme von dieser Regel, wie wir oben bemerkten, hinsichtlich der sogenannten Merinos, oder Ternauxzeuge,164) wie man sie jezt allgemein nennt. Diese Art von Zeugen ist jezt ein sehr wichtiger Artikel geworden, und wird am schönsten aus Wolle, die Länge mit einem gewissen Grade von Feinheit vereint; sie ist aber auch die |307| einzige unter allen übrigen, die die Vereinigung dieser beiden Bedingungen erfordert, und da diese Ausnahme den Landwirthen und allen denjenigen, die nicht in die Wollenmanufacturen eingeweiht sind, als etwas Außerordentliches erscheinen muß, so wollen wir die Ursachen hiervon angeben.

Um dieses Gewebe markig und fest zu machen, muß die Kette, die sehr weich ist, mit dem Eintrage Einen Körper bilden, und sich mit demselben filzen, statt sich durch Reibung, durch den Gebrauch und durch das Waschen abzuschneiden, wie dieß geschehen muß, wenn die Kette hart ist, oder aus einem anderen Faden, z.B. Seide, besteht. Aber dann muß der Weber auch das Opfer bringen, sich mehr Mühe zu geben, und sich zu begnügen während derselben Zeit, während er sonst Ein Meter oder anderthalb Meter des Tages verfertigt, nur ein Drittel oder nur ein halbes Meter zu verfertigen, weil, indem er den Eintrag auf der zarten Kette schlägt, die Faden wohl vier Mal so oft reißen werden, und dann erst, obschon er ein Gewebe lieferte, das viel theurer zu stehen kommt, ein Gewebe erhält, das weit weniger scheinbar ist, als ein anderes aus fester Kette, das um die Hälfte weniger kostete. Die Arbeit ist also die Hauptsache bei dieser Art von Gewebe; Niemand wird aber 20 Franken für ein Gewebe bezahlen, das weit weniger schön aussieht, als ein anderes, das nur 16 oder 18 Franken kostet. Man ist also mit Gewalt gezwungen, die Idee aufzugeben, diesen Zeug, der unserer Industrie so viel Uebergewicht verschaffte, gut und vollkommen zu verfertigen: es ist das einzige Wollengewebe, das wir mit Vortheil nach England ausführen, und dabei zugleich den durch die neue Bill geforderten Zoll bezahlen können.165) |308| Eben diese unglükselige Neigung, die wir haben, eine wohlfeile und auf den Schein gearbeitete Waare einer theuereren und besseren, dauerhafteren Waare vorzuziehen, richtet auch gegenwärtig unsere Kaschemirfabrication zu Grunde, in welcher wir aller Welt den Rang streitig machen.166) Die Kaufleute lassen mit großer Gefälligkeit die |309| Damen die unendliche Anzahl von Kreuzungen der Faden zählen, die sich in einem Viertelzoll dieses Gewebes befinden, indem sie glauben, dadurch die Güte der Waare zu beweisen, und dieselbe leichter und theurer an Mann zu bringen. Getäuscht durch diesen Schein, in welchem übrigens die Krämer, die diese Waare im Einzelnen verkaufen, wie ich gern glaube, nicht täuschen, ziehen die Damen diese Gewebe vor, ohne zu bemerken, daß sie weniger langen, indem, da der Eintrag feiner ist, als die Kette, und auf dieser hingleitet, das Gewebe weit früher sich abtragen (wie man im Oberdeutschen sagt, schütter) wird, und weniger dauern wird. Sie wissen nicht, daß das, was sie gewöhnlich als eine Vollkommenheit an dieser Waare betrachten, nicht nur keine ist, sondern im Gegentheile eine Verschlechterung, die durch den geringeren Preis entsteht, um welchen sie dem Fabrikanten zu stehen kömmt. Wenn man an Kaschemiren und Merinos die Zahl der Kreuzungen am Eintrage oder Einschlage zahlt, so sollte man sie auch an der Kette zahlen; dann würde der Käufer sich überzeugen können, daß die festesten und dauerhaftesten Gewebe diejenigen sind, an welchen die Kette dem Eintrage sowohl in Hinsicht auf Identität des Stoffes, als in Bezug auf Feinheit und Drehung des Fadens ähnlich sind.

Warum hat man die Wollenschahls, die man anfangs mit Kette aus Baumwolle, dann aus Seide und endlich aus Flokseide verfertigte, aufgegeben? Nicht weil Schahls aus bloßer Wolle oder aus bloßem Kaschemir schöner sind, sondern weil sie besser sind, und weil sie, obschon theuerer im Ankaufe, am Ende doch weit wohlfeiler zu |310| stehen kommen. Dieß wäre nicht der Fall, wo die Fabrikanten sich auf Baumwolle bei dem Broschiren der Palmen beschränkten, indem hier, ohne Beeinträchtigung des Effectes, der Festigkeit und der Dauer, eine große Ersparung im Fabrikpreise hervorgeht; aber dann müssen auch die Fabrikanten und Kaufleute so ehrlich seyn und den Käufer hiervon in Kenntniß sezen, und ihre Schahls desto wohlfeiler geben.

IX. Kapitel.
Ueber den Verkauf der Wolle.

Man kennt das Steigen und Fallen der Wollenpreise, und weiß, daß dasselbe daher rührt, daß bald mehr Wolle erzeugt als verarbeitet wird, bald das Gegentheil geschieht. Im lezteren Falle fällt der Preis der Wollenwaaren, und obschon, durch die Natur der Sache und nach dem allgemeinen Interesse, das Gleichgewicht sich bald wieder herstellt, kann sowohl Akerbau als Industrie durch zu große Thätigkeit leiden. Da aber diese Bemerkung in die Staatswirthschaft gehört, so verweise ich diejenigen, welchen meine Behauptung nicht klar genug ist, auf die Schriften des Hrn. J. B. Say,167) und bemerke hier nur noch, daß wenn auch in den beiden lezt verflossenen Jahren der Preis der feinen Wolle tiefer als jemahls gefallen ist, der Preis der sehr schönen und superfeinen Wolle sich noch immer gehalten hat, und daß im Januar und Februar des Jahres 1827 das Kilogramm kalt gewaschener Electoralwolle, die 35 p. C. beim Abfetten verliert, um 22 Franken verkauft wurde, während man für die schönste französische warm gewaschene Wolle, die nur 6 bis 7 p. C. verliert, nur 16 Franken erhalten konnte: ein Unterschied, der, wie man sieht, beinahe die Hälfte beträgt. Man muß ferner noch bemerken, daß die feinste spanische Wolle nicht zu 9 Franken das Kilogramm verkauft werden konnte. Man kann die Preiscurrente der Wollenmärkte seit 20 Jahren nachsehen, und man wird finden, daß ein immer zunehmendes Steigen der Preise Statt hatte, obschon die feine Wolle immer häufiger wurde. Ich habe vor vierzig Jahren die spanische Wolle sich immer auf dem höchsten Preise halten gesehen, obschon sie in den Augen der Kenner durch die Kreuzung der sächsischen Raßen und jener zu Rambouillet den ersten Rang verloren hatte; allein erst vom J. 1796 bis 1804 wurde dieser Unterschied recht merklich, und nahm bis zum J. 1827 immer mehr und mehr zu, so daß, da im J. 1810 die sächsische, französische und spanische Merinoswolle gleich rein gewaschen in den Wollenmanufacturen zu Sedan, Louviers etc. beinahe gleich im Preise standen, |311| in der Folge der Preis derselben gewaltige Unterschiede darbot, wie man aus folgender Uebersicht entnehmen kann.

1804 1810 1816 1820 1823 1824 1827
superfeine spanische Wolle das Kilogramm 24 20 16 12 10 10 9
französische 18 22 22 24 15 18 20
sächsische Electoralwolle 16 20 23 25 21 29 34

Und selbst heute zu Tage, wo die französische Merinoswolle von der schönsten Qualität nicht mehr um den Preis des vorigen Jahres verkauft werden kann, wird die sächsische Electoralwolle alle von den Engländern zu noch höheren Preisen aufgekauft, als im Jahre 1826. Wenn die französischen Fabrikanten solche Wolle kaufen wollen, so müssen sie, wie dieses Jahr, nachdem alle feinste Wolle in Frankreich aufgearbeitet ist, sich nach Sachsen wenden, und dort jene Wolle zu ungeheuerem Preise kaufen, die die Engländer als Ausschußwaare ihnen zurükließen. Sie müssen ferner noch 33 p. C. Einfuhrzoll bezahlen, und wenn sie dieß nicht wollen, die Erzeugung superfeiner Tücher gänzlich aufgeben. Diese Tücher werden in Folge der falschen Maßregeln, die das Ministerium ergriff,168) nun fortan in den Niederlanden und in England erzeugt werden, mit Ausnahme derjenigen, die für den Bedarf Frankreichs unerläßlich sind, und die noch immer so viel betragen, daß man einen Theil dieser feinen Wolle hierzu brauchen wird. Wenn wir nun aber auch unseres Absazes in das Ausland beraubt wurden, so müssen doch unsere Landwirthe, weit entfernt, den Muth zu verlieren, ihre Wolle durch Kreuzung mit superfeinen Raßen zu verbessern, ihren Eifer verdoppeln, und dieß zwar ihres eigenen Bestens willen, so wie wegen des Wohles Frankreichs selbst.

Die vervielfältigten Anstrengungen des Auslandes, vorzüglich der Deutschen, ihre Raßen zu verbessern, muß sie von dieser Nothwendigkeit überzeugen. Wenn einst Polen, Rußland, die Krimm, das ungeheuere Festland America's mit Merinos bedekt seyn wird, und die Märkte Europens mit einer ungeheueren Menge halbfeiner Wolle überschwemmt seyn werden,169) was werden dann unsere Landwirthe |312| sagen, wenn sie den Preis ihrer Wolle, die sie für superfein halten, und die eigentlich nur mittelfein ist, auch noch durch Concurrenz herabgesezt sehen? Sie werden die Klagen erneuern, die sie seit 10 Jahren anstimmen;170) man wird die Einfuhr fremder Wolle |313| verbieten; man wird aber auch dann zugleich unsere Wollenmanufacturen, unsere Industrie selbst verbieten, und zwar noch mehr, als man es gegenwärtig thut; und indem man den Preis unserer Tücher für das Ausland hinauftreibt, das dieselben nicht mehr kaufen wird, wird man unsere inländischen Märkte gleichfalls dadurch verderben, daß man den Verbrauch derselben schmälert, und das Schwärzen englischer und niederländischer Tücher begünstigt, deren im Verhältnisse zu den unsrigen niedrige Preise hierzu auffordern. Wir werden dann auch die Schafzucht aufgeben; es wird anfangen an Fleisch zu fehlen; wir werden keinen Dünger mehr haben,171) und Elend statt Wohlstand wird das Loos von Frankreich seyn.

Wenn man sich aber an die Veredlung durch sächsische Raße hält, wird man dem Uebel abhelfen, das sich jedes Jahr erneuert; die Wolle wird den verlangten Grad von Feinheit erhalten; sie wird desto theurer verkauft werden können, je seltener sie dann seyn wird;172) die Fabrikanten, die nicht mehr gezwungen seyn werden, im Auslande ihre Wolle zu suchen, die sie fortan in Frankreich finden können, werden den Preis der lezteren steigern, und die Besizer von Herden werden so für ihre Vorschüsse entschädigt seyn. Ist es nicht besser durch wohlverstandene Berechnung, durch anhaltenden Fleiß und großmüthige Anstrengung sich dem Untergange entziehen, der unserem Akerbaue und unseren Fabriken zugleich droht?

(Der Beschluß folgt im nächsten Heft.)

|305|

Diesen Werkzeugen verdankt Frankreich gegenwärtig den Vorrang, den es in der Kaschemirweberei erlangt hat. In Hinsicht auf Gleichheit und Feinheit des Gewebes und Wohlfeilheit desselben hat unsere Waare der indischen bereits den Vorsprung abgewonnen; denn die Ausfuhr unserer Kaschemire nach Calcutta ist einer der wichtigeren Ausfuhrartikel Frankreichs geworden.

A. d. O.

|305|

Diese Kämmlinge, die die französischen Fabrikanten gewöhnlich blouse nennen, werden mit großem Nuzen zu Tüchern verwendet, nachdem man sie durch die Kardätschenmaschine laufen ließ.

A. d. O.

|305|

Einige Landwirthe glaubten, daß man, um recht lange und feine Wolle zu erhalten, die Merinos oder Blendlingswolle nur alle zwei Jahre scheren sollte. Wenn man die Wolle so lang auf dem Thiere wachsen läßt, so wird sie allerdings um die Hälfte, und selbst um zwei Drittel langer; die Gesundheit des Thieres leidet aber, und das Fließ wird dem Gewichte nach nicht so schwer seyn, als die zwei Fließe, die man sonst durch zweijährige Schur erhält. Es entsteht ferner noch ein anderer weit größerer Nachtheil. Der Uebergang von einem Jahre zum anderen, d.h. vom Winterfutter im Stalle zu dem Futter der zwei Sommer im Parke, oder wenigstens zum Aufenthalte den Tag über in freier Luft, zeichnet sich so sehr durch die Verlängerung, die Magerkeit, die Schwache der Wollenfaserröhre von dem Augenblike an, wo der Winterwuchs begann, von der übrigen Wollenfaser aus, daß eine solche Wolle nicht mit Vortheil gekämmt werden kann; sie bricht zu leicht, und verliert auf diese Weise die Eigenschaft, die man ihr geben wollte. Andere behaupten dafür, daß es besser wäre, zwei Mal im Jahre zu scheren. Sie haben gleichfalls Unrecht. Außer daß hier für die Gesundheit zu besorgen wäre, die auf eine andere Weise dadurch gefährdet ist, würde die Wolle auch noch kürzer, noch spröder, noch gröber ausfallen, wofür die größere Menge Wolle, die man durch die Doppelschur enthält, keineswegs entschädigt.

A. d. O.

|305|

Die besten Kreuzungen, die man bisher in Frankreich traf, waren die mit englischen Widdern und mit flandrischen Mutterschafen, oder mit Mutterschafen aus der Picardie und aus dem Artois. Die Wolle dieser Arten hat beinahe dieselbe |306| Länge; die Wolle an den Schafen hat aber weder Feinheit noch Glanz. Sie wird diese Eigenschaften bald erhalten, wenn man sie mit Widdern aus Leicestershire belegt, und sie der Einwirkung der Luft aussezt, wie die englischen Naßen. Die Herren Ternaux und Graf de Turenne haben Versuche hierüber angestellt, die zu den glüklichsten Resultaten führten.

Herr Ternaux folgte dem Beispiele der Frau Gräfinn Ducayla, und ließ aus Aegypten sechs Widder und sechs Mutterschafe bringen, deren Fließe sehr stark sind, und deren Wolle lang und glänzend ist. Er wird sie mit unseren einheimischen Raßen kreuzen.

A. d. O.

|306|

Die Schönheit der Draperie auf den griechischen Basreliefs des Museums fiel Herrn Ternaux auf. Er gerieth auf den Gedanken, daß die Alten bessere Gewebe haben mußten als wir; daß die Wolle auf eine andere Weise bearbeitet, die Weichheit und das Markige in den Umrissen hervorbringen müßte, die er an diesen Draperien bemerkte. Er versuchte ähnliche Stoffe zu erzeugen. Seinen wiederholten Versuchen verdankt man jene Stoffe, die unter dem Namen Merinos bekannt sind.

Er wählte seine Fabrik zu Reims, um seine Entwürfe auszuführen, und es gelang ihm, vereint mit den Herren Jobert, Lucas, (seinen Associès) nicht ohne viele Mühe ein weiches, feines, markiges Gewebe zu verfertigen, indem er zur Kette ein Wollengarn nahm, das zur Ausfüllung der Flanelle diente, und zum Eintrage eine noch feinere und weichere Nummer.

Im ersten Jahre, im J. 1799, beschränkte man sich auf die Verfertigung von 72 Schahls; im J. 1800 machte man deren 300; im J. 1801 stieg man bis 1500–1800) im J. 1802 verfertigte man 6000, und in den folgenden Jahren 39–40,000.

Dann erst begannen auch andere Fabrikanten zu Reims Merinos zu verfertigen, die sie, um dieselben mit Abzug verkaufen zu können, schlechter im Gewebe machten. Dieser lezte Grund bestimmte Herrn Ternaux und seine Associès, mehr als der Wunsch den Alleingenuß seines Brevet d'invention in aller Strenge aufrecht zu halten, mehrere dieser Fabrikanten wegen Nachmachung zu lelangen. Sie gestanden alle die Kraft des Brevet und das Vorrecht des Herrn Ternaux, so wie die Vorzüge der Fabrikate desselben. Sieben und zwanzig unter acht und zwanzig unterzeichneten die in dieser Angelegenheit aufgenommene Verhandlung. Ein einziger erhob einige Schwierigkeiten über die Auslegung eines Artikels des Gesezes, und behauptete, daß die Confiscation nur dann Statt haben dürfe, wann die Nachmachung erwiesen ist. Seiner Meinung war der Maixe, der Präfect und Unterpräfect des Departements und der Minister des Innern) der Friedensrichter, der einer entgegengesezten Meinung war, wurde von dem Procureur des Tribunales und von dem Minister der Justiz unterstüzt Der Handel schwebt gegenwärtig noch vor dem Staatsrathe. Man war damals noch nicht so, wie jezt, mit den Brevets d'Invention vertraut, die man als Privilegien betrachtete, welche der Gesellschaft schädlich sind, während sie die festesten Pfeiler bilden, auf welchen die Entwiklung der Industrie beruht (?), und man hielt es für gesunde Politik, den Proceß schlafen zu lassen, damit nicht Tausende von Arbeitern brodlos würden, damit man nicht einen Aufstand zu unterdrüken hätte etc. Es war indessen offenbar, daß nichts von Allem diesen zum Vorscheine gekommen seyn würde, indem, wenn Herr Ternaux und seine Associès diese Arbeiter nicht beschäftigt haben würden, sie ihre Collegen, hätten fortarbeiten lassen, wenn sie anders gut gearbeitet hätten. Sie mußten sich um so mehr an diese Bedingung halten, als sie das einzige Mittel war, den Werth der Waare zu erhalten, die sie geschaffen hatten, die Frankreich bereichern, und die der Industrie dieses Landes eine so große Entwiklung geben sollte. A. d. O.

|307|

Einige Zeit vor dem Ende des Ministeriums des Herzoges von Richelieu übergab ich demselben einen Aufsaz, der mehrere Fragen enthielt, die man an unsere im Auslande befindliche Consuls stellen sollte, und durch deren Beantwortung unsere Fabrikanten und Kaufleute ein Vorbild erhalten könnten, nach welchem jene ihre Fabrikate, diese ihre Speculationen einrichten sollten. Dieses Vorbild sollte in Gliedermännern bestehen, die man im Conservatoire des Arts et Métiers, oder an irgend einem anderen Orte aufstellen könnte. Diese Gliedermänner müßten mit ihrem militärischen, religiösen oder bürgerlichen Gewande bekleidet werden, und von lezterem müßte man drei verschiedene Classen haben: den Anzug für die Reicheren, für die mittlere und für die Volksclasse.

Auf jedem der Kleider dieser Gliedermänner müßte der Preis bemerkt seyn, zu welchem diese Kleider gewöhnlich in ihrem Lande kommen, und nebenher, wie viel beiläufig Individuen in diesem Lande sind, die solche Kleider tragen.

Die Regierung würde denjenigen Consuln, die nach dem Verlaufe des Termines diesen Fragen Genüge geleistet hätten, Belohnungen zuerkannt haben. Fabrikanten aller Art werden die Vortheile eines solchen Museums begreifen, Wenn sie z.B. das Gewand, den Mantel, den Rok eines Chinesen oder Japaners sehen, werden sie trachten einen ähnlichen Zeug oder Stoff zu demselben zu liefern, und denselben entweder starker oder feiner und leichter, weniger theuer und schöner, und überhaupt so zu verfertigen, daß man ihn den in. jenen Ländern im Handel vorkommenden |308| vorziehen muß, und sie werden dadurch ihre Erzeugnisse sowohl, als ihren Gewinn vermehren. Der Kaufmann und der Speculant würde auf diese Weise besser wissen, was für die Länder taugt, mit welchen er ohnedieß Geschäfte treibt, und würde nicht der Gefahr ausgesezt seyn, Verluste dadurch zu erleiden, daß er Waaren hinschikt, die man daselbst nicht brauchen kann, oder daß er Waaren, die man daselbst brauchen kann, in zu großer Menge hinführt. Diese Fragen und Berichte könnten sich auch auf andere Gegenstände, Instrumente etc. erstreken. A. d. O.

|308|

Seit der Expedition nach Aegypten fingen unsere Damen an Schahls aus Kaschemir zu tragen. Die Generale der Armee des Orientes schikten sie ihren Frauen und Freundinnen, und so kamen diese Gewebe in die Mode.

Hr. Ternaux versuchte sie durch Merinoswolle nachzuahmen; allein diese Wolle, so sehr man sie auch durch alle mögliche Bearbeitung vervollkommnete, konnte nie die erwünschten Resultate geben. Man mußte Kaschemir haben. Dieser Wollenflaum war damals in Frankreich so wenig bekannt, daß sich an der Académie des Sciences ein Streit darüber erhob, was denn dieser Kaschemir eigentlich sey; man kannte nicht einmal das Thier, das ihn erzeugte. Hr. Ternaux beauftragte einen seiner Reisenden in Rußland, daß er trachten soll zu entdeken, was dieß für eine Art von Wolle wäre, und daß er sich in dieser Hinsicht auf die Messe zu Makariew, dem Sammelplaze der Kaufleute aus Asien, begeben soll. Ein Armenier ließ diesem Reisenden ein Muster sehen, und brachte ihm im folgenden Jahre 60 Pfund, die nach Paris geschikt wurden, und die bloß, dazu dienten, Versuche zu veranlassen, die eben so kostspielig als ungenügend ausfielen. Der Krieg vom J. 1807 hinderte die Fortsezung derselben, und kurz vorher ging das Schiff zu Grunde, das eine zweite Ladung dieses kostbaren Materiales bringen sollte. Nach dem Tilsiter Frieden wurden die Versuche erneuert; sie gelangen besser, und das Haus Jobert, Lucas und Comp. zu Reims brachte es endlich so weit, mit dieser Wolle Stoffe zu verfertigen, die mit jenen Indiens wetteifern.

Im Vorgefühle, daß der Geschmak an den Kaschemiren sich immer mehr und mehr in Europa verbreiten wird, sah Hr. Ternaux sehr bald ein, wie vortheilhaft es seyn würde, aus denselben ein inländisches Erzeugniß zu schaffen, und ließ keine Gelegenheit unbenüzt, diese Idee auszuführen. Da er hörte, daß man auf den russischen Markten die Wolle, die man zur Verfertigung derselben nöthig hat, unter dem Namen persischer Wolle verkauft, so zog er Erkundigungen bei Leuten ein, die diesen Theil Asiens durchreisten. Einer derselben versicherte ihm, daß der berühmte Schach von Persien, Thamas Kuli-Kan, aus Tibet 300 Stüke derjenigen Raße einführte, die die Wolle zu den Schahls liefern, und daß er dieselben in Kabul, Kandahar und in der großen Bulgarei, selbst bis nach Kerman hinab, vermehrte. Er schloß, daß wenn diese Thiere, die ursprünglich in einem Lande, in welchem die Temperatur unter jener eines Landes von 42° Nördl. Breite steht, wo es also viel kalter ist, als in Frankreich, zu Hause sind, unter einem so brennenden Himmel, wie jener von Kerman unter dem 30° N. Breite, gedeihen können, sie auch sehr leicht in unseren Departements sich eingewöhnen werden.

Es kam nun darauf an zu sehen, ob die Producte der tibetanischen und der persischen Raße dieselben waren.

In dieser Absicht erhielt Capitän Baudin, der im J. 1814 nach Calcutta segelte, den Auftrag tibetan'sche Wolle zu kaufen. Derselbe brachte auch im J. 4815 einige kleine Ballen Wolle mit, die unmittelbar aus Tibet kam. Die Vergleichung derselben mit der persischen Wolle bestätigte die früheren Vermuthungen.

Man sah nun, daß es möglich wäre, die Thiere, die diese kostbare Wolle lieferten, aus einem Lande zu erhalten, das weit näher gelegen ist, als Tibet; es war aber nicht genug, diese Hoffnung zu haben, und nicht besorgen zu müssen, |309| daß der Deba von Gorlhook die Ausfuhr dieser Thiere aus seinen Staaten nicht verbieten würde; man mußte noch einen jener seltenen Leute finden, die Muth und Geschiklichkeit genug in sich vereinigen, um alle Hindernisse zu besiegen, und dieser Mann mußte Kenntniß orientalischer Sprachen mit Gewohnheit an lange gefahrvolle Reisen verbinden, wenn eine solche Unternehmung gelingen sollte. Alle diese seltenen Eigenschaften fand Hr. Ternaux in Hrn. Amédée Jaubert vereint. Doch dieß war noch nicht genug. Man mußte einen Minister haben, der im Stande war, die Wichtigkeit einer solchen Unternehmung zu würdigen, und der die Regierung veranlassen konnte, sich derselben anzuschließen, da sie die Kräfte eines einzelnen Unternehmers überstiegen. Vielleicht konnte dieß Niemand besser, als der Herzog von Richelieu. Die hohe Achtung, die dieser Mann sich in den südlichen Provinzen so wohlverdient erwarb, sein vermögendes Einschreiten bei den Ministern des Kaisers Alexander waren hier die unerläßlichsten Hülfsmittel. Durch seine Empfehlungen und durch den Schuz des Generals Yermoloff konnte Hr. Jaubert die unglaublichsten Hindernisse übersteigen. Indessen war es nur nach vielen Monaten von Mühe und Drangsalen, von Kämpfen mit Hunger und Durst und Wölfen in den Wüsten und mitten unter halbwilden Völkerstämmen, nur nachdem er eine bedeutende Menge dieser Thiere, die er endlich erlangte und nach Frankreich trieb, auf der Reise zu Grunde gehen sah, möglich, daß dieser Gelehrte sich zu Kaffa in der Krimm einschiffen, und eine Herde Kaschemirziegen im J. 1819 nach Marseille bringen konnte.

Auf diese Weist kam die tibetanische Raße nach Frankreich. A. d. O.

|310|

Der aber, nach des Uebersezers Ansicht, so wie nach jener des Recensenten in der Biblioteca italiana, mit Behutsamkeit gelesen werden muß.

A. d. Ueb.

|311|

Wer hierüber umständlicher unterrichtet zu seyn wünscht, der vergleiche meine Aeußerung in der Kammer der Deputirten im J. 1820, Sizung vom 29. April, gegen ein Amendement, welches binnen 24 Stunden vorgeschlagen und angenommen, unser ganzes staatswirthschaftliches System in Hinsicht auf diesen Zweig der Industrie über den Haufen warf. A. d. O.

|311|

Bei sehr zahlreichen Herden ist es beinahe unmöglich, Superfeinheit zu erhalten. Aufmerksame kleinere Landwirthe können die Auswahl und Kreuzung von 3 bis 400 Stüken besorgen, nicht aber große Herren, die Herden von 10 bis 12,000 Köpfen besizen. Wir dürfen also noch auf viele Jahre hinaus keinen niedrigen Preis für superfeine Wolle besorgen, während der Augenblik sich nähert, wo Europa mit halbfeiner Wolle überschwemmt seyn wird. Man muß folglich sich immer mehr und mehr auf Veredlung seiner Herden legen, um nicht die Concurrenz von Rußland und von America zu besorgen zu haben. A. d. O.

|312|

Die meisten Herdenbesizer, unter anderen Hr. Graf de Polignac, klagen sehr bitter, daß die Tuchfabrikanten nicht mehr ihre Wolle mit gehörig hohen Preisen bezahlen. Indessen haben sie nach und nach folgende Bitten an die Regierung gestellt und die Gewährung derselben erhalten.

1) Ausfuhr der Wolle aus Frankreich; eine Erlaubniß, die seit 110 Jahren nicht mehr bestand.

2) Ein geringer Zoll auf ausländische Wolle, den man bisher in Frankreich gar nicht kannte.

Dieser Zoll und die erlaubte Wollenausfuhr haben unseren Tuchfabriken nur einen geringen Schaden gemacht, der indessen bedeutend genug ist, um die Aufmerksamkeit derjenigen zu verdienen, welche die großen Interessen des Handels, der Industrie und des Akerbaues zu berechnen verstehen; dieß verstanden aber diejenigen nicht, die im J. 1820 einen erhöhten Einfuhrzoll auf ausländische Wolle verlangten, und den die Regierung die Schwäche hatte nicht zu versagen.*)

Diese Maßregel verschlimmerte nur das Uebel. Statt einzusehen, daß man einen falschen Weg eingeschlagen hat, kamen die Herdenbesizer mit neuen Klagen, und nun kam gar ein Einfuhrzoll von 33 pC.

Dieser ungeheure Zoll, weit entfernt den Preis der Wolle steigen zu machen, hatte eine ganz entgegengesezte Wirkung. Man wagt sogar gegenwärtig noch zu behaupten, daß er noch nicht hoch genug ist; daß man die Einfuhr fremder Wolle verbieten und die Prämien auf die Ausfuhr, die bisher noch einen Theil des Schadens gut machten, den diese unsinnigen Forderungen der französischen Industrie zufügten, aufheben sollte.

Es ist durch Thatsachen erwiesen, daß so oft man den Einfuhrzoll auf ausländische Wolle erhöhte, der Preis der französischen Wolle herabging. Man vergleiche in dieser Hinsicht den Curs unserer Wolle seit mehreren Jahren mit dem Gange der Regierung, und man wird sehen, daß das stärkste Fallen der Wollenpreise jedes Mal nach Erhöhung des Einfuhrzolles auf fremde Wolle, die den Ertrag unserer Herden schüzen sollte, Statt hatte.

Einfuhrverbot würde noch weit verderblichere Folgen haben; es würde unseren Wollenmanufacturen den Todesstoß versezen. Diese Herren wollen nicht begreifen, daß je mehr eine Sache im Preise steigt, desto weniger Abnehmer sie findet; daß also die Erhöhung des Preises der Tücher, die den Verkauf derselben vermindert, auch die Bestellungen bei den Fabrikanten vermindern muß; daß diese also keine so große Menge Wolle mehr ankaufen können; daß folglich endlich auch die Wolle, die keine Nachfrage mehr erhält, ungeachtet der sogenannten „die Industrie schüzenden“ Zölle im Werthe fallen muß. Der erkünstelte Werth, den man der Wolle durch den Zoll zu ertheilen sich bemühte, war dem Akerbaue um so mehr schädlich, als man diesen Fehler zu einer Zeit beging, wo Frankreich mit Baumwolle überschwemmt war, deren niedriger Preis einen ungeheueren Verbrauch derselben herbeiführte. Die wohlfeileren baumwollenen Stoffe wurden zu Kleidern, wie zu Möbeln, allgemein statt der wollenen verwendet. Dieß ist die wahre Ursache des Fallens der Wollenpreise. Wenn man den Akerbau auf Kosten der Consumenten begünstigen wollte, wäre es nicht besser gewesen, auf Baumwolle höheren Einfuhrzoll zu legen, wenigstens nur eben so viel, wie auf fremde Wolle, und den Drawbock wie in England im Verhältnisse zum Einfuhrzolle zu erhöhen? Dann würde man, mit Vortheil für die Finanzen, den Wollenertrag unserer |313| Herden auf Kosten eines ausländischen Productes erhöhet haben, das wir im Nothfalle auch entbehren können. Ich will diese Maßregel nicht rathen, weil auch unsere Baumwollenfabriken gedeihen müssen, sie sollen aber nicht auf Kosten der Wollenmanufacturen gedeihen. A. d. O.

|312|

*) Es steht zu erwarten, ob das gegenwärtige englische Ministerium, bestürmt von den reichen Lords, die große Herden besizen, und Einfuhrverbot fremder Wolle verlangen, nicht in denselben Fehler fallen wird. Der vormalige Minister eines deutschen Staates hat bereits noch weit gröber gefehlt; er erhöhte den Zoll der rohen Materialien, und ließ Fabrikate dafür sehr wohlfeil einführen. A. d. Ueb.

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Man muß das Schaf als dasjenige Thier betrachten, das unter allen am besten zur Erzeugung des Düngers taugt. Beinahe jede Art von Feldbau fordert viel Dünger, und liefert wenig, während Schafzucht, Rindviehzucht und selbst die Ziegen wenig oder keinen Dünger (?) brauchen, und viel dafür erzeugen. Es wäre also noch eine Frage: ob man des Schafes entbehren könnte, wenn es auch weder Wolle noch Fleisch trägt? A. d. O.

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Diese Behauptung ist gegründet; denn ungeachtet des hohen Preises, den die sogenannten Electoralwollen seit Jahren behaupten, nimmt die Erzeugung derselben doch nur sehr langsam zu, und unter 200,000 Ballen, die ganz Deutschland in allen seinen Ländern erzeugt, sind nur 5 bis 600, die man als wahrhaft superfein betrachten kann. A. d. O.

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