Titel: More's Verbesserung im Zubereiten des Meisches zur Brantweinbrennerei.
Autor: More, Rob.
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. XCIV. (S. 339–340)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/ar030094

XCIV. Verbesserung im Zubereiten des Meisches aus Pflanzenstoffen zur Brantweinbrennerei, worauf Rob. More, Brantweinbrenner zu Unterwood, Stirlingshire, Scotland, sich am 18. Jul. 1827 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Septbr. 1828. S. 139.

Diese Verbesserung besteht 1) in Bereitung des Meisches aus Korn (oder dergleichen vegetabilischen Stoffen), so wie es aus der Mühle herkommt, in einem Meischbottiche ohne Seiherboden; 2) im Kühlen des Meisches mittelst zugesezten kalten Wassers zur Gährung. Ich bringe alles Korn (oder dergleichen vegetabilische Stoffe) in dem Zustande, in welchem es von dem Mühlsteine herkommt, mit allen Kleien, in einen Meischbottich ohne Seiherboden, und meische es in demselben; dadurch bin ich im Stande, ein Korn zu brauchen, das besseren Brantwein gibt, als nach der gewöhnlichen Weise. Diese ganze Mischung wird, nachdem sie mit kaltem Wasser abgekühlt wurde, zur Gährung hingestellt, und in diesem Zustande mit den darin enthaltenen Kleien, nachdem die Verdünnung gehörig geschehen ist, in die Blase zur Destillation gethan.

Der Meisch wird durch so viel, unmittelbar vor Zuthat der Hefen |340| zugeseztes kaltes Wasser gekühlt, als nöthig ist, jene Temperatur zu erzeugen, welche am besten zur Gährung taugt: Praktiker wissen dieß aus Erfahrung zu treffen; auch hängt hier die Menge Wassers von der Dike des Meisches ab, die in Gährung gesezt werden soll. Auf diese Weise wird nicht bloß sehr viel an Geräthen erspart, sondern die Arbeit wird auch dadurch beschleunigt, und gelingt besser.

Da dieses Verfahren bei dem Meischen in England neu ist, so nehme ich es als mein Patentrecht in Anspruch.

Das Repertory of Patent-Inventions bemerkt dagegen, daß Jonas in seinem Distiller's Guide S. 13 sagt, daß die Holländer ihr ganzes Malz, mit Rokenmehl gemischt, zu Meisch gähren, und Kleien zusezen, und dieses ganze Gemenge in die Blase eintragen, um Brantwein daraus zu brennen. Da dieses Buch schon viele Jahre vor Erscheinung dieses Patentes in England bekannt war, so ist auch dieses Verfahren früher, als das gegenwärtige Patent, in England bekannt geworden. Was das Abkühlen des Meisches betrifft, so ist es klar, daß da kaltes Wasser nicht zugesezt werden kann, ohne die Stärke des Meisches zugleich mit der Temperatur desselben zu vermindern, entweder anfangs weniger heißes Wasser zugesezt werden muß, als gewöhnlich zum guten Meischen und zur gehörigen Ausziehung der auflösbaren Theile des Kornes nothwendig ist, oder daß der Meisch mit mehr kaltem Wasser verdünnt werden muß, als nach aller Erfahrung zur Erzeugung der größten Menge von Brantwein auf die leichteste Weise nöthig ist: wenn anders die Brantweinbrenner bisher, nach Erfahrungen von Jahrhunderten und Millionen von Auslagen, nicht so unwissend und unverständig seyn sollten, um von dem Patentträger über so wichtige Gegenstände Aufklärung zu erhalten.

Dieses Verfahren scheint für heimliche unerlaubte183) Brantweinbrennereien berechnet, indem dadurch allerdings Geräthe erspart werden, und in einem weit kleineren Raume gebrannt werden kann: Vortheile, die für schlechteren Brantwein entschädigen, der durch zu starke Verdünnung oder zu schlechtes Ausziehen des Kornes nothwendig entstehen muß.

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In England darf Niemand bei großer Strafe in seinem Hause Brantwein brennen, ohne Licenz dafür gelöset zu haben. A. d. Ueb.

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