Titel: [Verfahren, die Abfälle bei der Brantweinbrennerei auf Brantwein zu benüzen.]
Autor: More, Rob.
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. XCV. (S. 341–342)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/ar030095

XCV. Verfahren, die Abfälle bei der Brantweinbrennerei auf Brantwein zu benüzen, worauf Rob. More, Brantweinbrenner zu Unterwood, Stirlingshire, Schottland, sich in Folge einer Mittheilung eines Ausländers am 18. Juli 1827 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Octbr. 1828. S. 193.

Mein Verfahren besteht darin, daß ich ungefähr Ein Drittel sogenannten Spülicht (spent wash) der zu destillirenden Würze (worts) gerade vorher zuseze, ehe ich die zur Gährung nöthigen Hefen in dieselbe bringe. Dieß geschieht auf folgende Weise Ich) gieße das sogenannte Spülicht (spent wash) aus der Blase in ein hierzu vorbereitetes Gefäß, und lasse die diken schleimigen Theile und die Kleien sich in demselben zu Boden sezen. Ich scheide hierauf den dünnsten und flüssigsten Theil dieses Spülichtes ab, und gieße ihn in ein Kühlgefäß, in welchem ich denselben so lang lasse, bis er sich zur Temperatur der Atmosphäre abgekühlt hat, wo dann wieder nur der hellste und reinste Theil hiervon in einer Kufe aufbewahrt wird. Wenn nun die Würze frisch bereitet und bis zu dem gehörigen Grade abgekühlt wurde, gebe ich Einen Theil des auf obige Weise zubereiteten klaren Spülichtes in die Kufe, in welcher die Würze gähren soll, und gieße zwei Theile von lezterer dazu, trage die Hefen ein, und lasse dieses Gemenge auf die gewöhnliche Weise gähren. Da nun dieses Verfahren in Großbritannien neu ist, so nehme ich es als mein Patentrecht in Anspruch.

Bemerkungen des Repertory. „Die Plakereien unserer Brantweintaxe,“ sagt das Repertory, „machten es für unsere Brantweinbrenner nothwendig, so schnell als möglich zu destilliren, und dieß führte, vorzüglich in Schottland, zu verschiedenen sinnreichen Vorrichtungen an der Blase. Bei solchem Durchjagen der Würze durch die Blase muß dann nothwendig noch etwas im Spülichte zurükbleiben, was bei einer zweiten Destillation benüzt werden kann. Abgesehen von der Taxe könnte dieses Verfahren vielleicht brauchbar seyn, obschon wir zweifeln, daß es das beste ist, das man wählen konnte. Es scheint sogar im Widerspruche mit dem früheren Patente des Hrn. More, das wir im Septemberhefte l. J. (siehe vorstehende Abhandlung) mittheilten, indem hier Kleie und Schleim so sorgfältig abgeschieden werden, während sie dort so dringend empfohlen wurden. Es kann etwas nicht zugleich zu demselben Zweke nüzlich und schädlich seyn.

|342| Uns scheint das erste Verfahren, Schleim und Kleie beizubehalten, besser, als dieses zweite, wäre es auch bloß deßwegen, weil die klugen Holländer dasselbe befolgen. Wir würden daher den ganzen Spülicht in den Meischbottich auf das geschrotene Malz und Mehl, statt eben so viel Wassers schütten. Die Wärme des Spülichtes, die nach diesem lezten Patente ganz unnüz verloren geht, würde hier benüzt werden, statt daß nach diesem lezten Patente das kalte Spülicht dem Meische die Wärme entzieht. Ueberdieß geht auch durch das Abkühlen des Spülichtes viel von dem Geistigen desselben verloren. Daß dieses Verfahren so wie jenes in dem ersten Patente auf Umgehung der Taxe berechnet ist, dürfen wir nicht bemerken.“

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