Titel: Moulfarine's Vorrichtung zum Ersaze der großen Hähne an Wasserleitungen.
Autor: Moulfarine,
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. CV. (S. 405–407)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/ar030105

CV. Vorrichtung zum Ersaze der großen Hähne an Wasserleitungen. Von Hrn. Moulfarine, Mechaniker zu Paris.

Aus dem Recueil industriel, N. 19. S. 62.

Mit Abbildungen auf Tab. VIII.197)

(Die Schwierigkeit, welche bei dem Oeffnen und Schließen großer Hähne an Wasserleitungen Statt hat, ist allgemein bekannt, und Hr. Moulfarine hat dieselbe auf eine sehr sinnreiche Weise beseitigt.)

Fig. 20 zeigt diese Vorrichtung im senkrechten Durchschnitte durch die Achse. Das Wasser, welches durch eine Röhre herbeiströmt, wird in größerer oder geringerer Menge in eine andere gelassen, die |406| mit der vorigen einen rechten Winkel bildet. Statt des gewöhnlichen, nur mit Mühe zu drehenden Hahnes geschieht dieß mittelst einer kegelförmigen Klappe, die man mittelst einer Kurbel mehr oder minder öffnen kann.

a, Röhre, durch welche das Wasser zufließt.

b, zweite Röhre unter einem rechten, oder irgend einem anderen Winkel auf, a, die das Wasser aufnimmt, und an irgend einen beliebigen Ort leitet.

c, kegelförmige Klappe aus Kupfer, die der größeren Leichtigkeit wegen ausgehöhlt ist. Sie ist so vorgerichtet, daß sie sich frei um einen Zapfen am Ende einer kupfernen Schraube, d, drehen kann, an deren anderem Ende eine Kurbel angebracht ist, e.

Die Klappe, c, liegt frei, so daß sie auf allen Seiten in der kreisförmigen Büchse, f, die den Kopf der Röhre, a, bildet, freies Spiel hat.

g, ist eine Scheibe aus Kupfer, die auf einer Dille, h, aufgestekt ist. Diese Scheibe dient als Mutter für die Schraubenspindel, d, und ist innenwendig durch eine Kehle frei: sie schraubt sich innenwendig oben auf die Büchse, f, auf, und eine Scheibe von Pappendekel ist zwischen dem Rande der Büchse, f, und der Scheibe, g, eingeschlossen.

In die Dille, h, schraubt sich noch eine Röhre mit einem vielekigen Kopfe, i, auf welchen ein Schlüssel paßt, mit welchem man die Röhre in der Dille einschrauben oder aus derselben herausnehmen kann. Die Schraube, d, läuft in der Röhre, i, ganz frei, und schraubt sich nur in der Scheibe, q.

Aus dieser Beschreibung ergibt sich das Spiel dieser Vorrichtung von selbst. Man seze, daß die Röhre mittelst eines Schlüssels in die Dille, h, so eingeschraubt wurde, daß der Kopf der Röhre auf dem Rande der Dille aufliegt (wie die Figur zeigt): wenn man nun die Kurbel, e, in einer gewissen Richtung dreht, so wird die Schraube, d, so weit hinabsteigen, daß die Klappe, c, vollkommen in die kegelförmige Oeffnung, k, die die Mündung der Röhre, a, bildet, eintritt, und in derselben fest niedergedrükt wird. Da nun diese Oeffnung auf die Klappe genau zugeschliffen wurde, so muß, sobald die Schraube, d, sich nicht mehr drehen kann, die Klappe, c, die Oeffnung, k, hermetisch schließen, und dem Wasser jeden Zutritt in die Büchse, f, verwehren. Wenn man aber im Gegentheile die Kurbel, e, in entgegengesezter Richtung dreht, so wird die Schraube, d, in die Höhe steigen, folglich auch die Klappe, c, in die Höhe steigen, die die Oeffnung bei, k, schließt, und dem Wasser der Röhre, a, erlauben, sich in die Büchse, f, zu stürzen und in die Röhre, b, überzugehen, |407| oder in jede andere Röhre, die man an dem Umfange der kreisförmigen Büchse, f, angeschraubt hat. Es ist offenbar, daß das Wasser in größerer oder geringerer Menge in die Büchse, f, gelangen wird, je nachdem man die Klappe mehr oder minder von der Mündung, k, entfernt. Man kann folglich hiernach die Menge Wassers reguliren, die durch die Röhre, b, laufen muß, je nachdem man die Entfernung der Klappe, c, von der Oeffnung, k, bestimmt hat. Um nun diese Entfernung bestimmen zu können, hat man die Röhre mit der Schraube in der Dille, h, angebracht. Wenn die Klappe bis zu jener Höhe gehoben ist, wo die verlangte Menge Wassers ausfließt, hebt man die Röhre, bis ihr Kopf, i, an die Kurbel anstößt. In dieser Lage kann die Klappe nicht mehr tiefer hinabsteigen, und kann keine größere Menge Wassers ausfließen lassen, bis man die Röhre nicht wieder anders gestellt hat.

Dieser Aufsaz befindet sich auch im Industriel.

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